
Rezension: „Objektiv – Konfession statt Profession im Journalismus“
Dr. Konrad Breit legt mit „Objektiv“ ein brisantes und tiefgründiges Werk vor, das die Rolle der Medien in unserer Gesellschaft kritisch hinterfragt. Der Titel selbst ist ein Fingerzeig auf das Hauptthema: Sind Medien heutzutage noch objektiv oder verfolgen sie vielmehr politische und ideologische Ziele?
Insbesondere während der Corona-Pandemie, so argumentiert Breit, habe sich gezeigt, wie sehr die Medienlandschaft an Vielfalt eingebüßt hat – eine Erkenntnis, die er durch persönliche Dialoge mit Journalisten untermauert.
Das Buch ist mehr als nur eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Medienkrise. Es bietet scharfsinnige Analysen über die Macht von Kommunikation in Krisenzeiten und entlarvt die Mechanismen, durch die Medien die öffentliche Meinung beeinflussen. Mit einem wachen Blick für die gesellschaftlichen Folgen geht Breit der Frage nach, ob die sogenannte „vierte Gewalt“ ihrer Kontrollfunktion im Staat noch gerecht wird oder ob sie zum Sprachrohr politischer Interessen verkommen ist.
Besonders spannend sind die zahlreichen realen Dialoge mit österreichischen Journalisten, die Breit im Buch dokumentiert. Sie geben einen intimen Einblick in die oft stereotype und gleichförmige Berichterstattung der letzten Jahre. Dabei gelingt es ihm, seine Kritik präzise und pointiert darzustellen, ohne in pauschales „Medien-Bashing“ zu verfallen.
Wer sich für die Schnittstellen zwischen Medien, Politik und öffentlicher Meinung interessiert, wird von diesem Werk begeistert sein. Es ist nicht nur ein Buch über Journalismus, sondern auch eine Reflexion über die Gesellschaft im digitalen Zeitalter, in dem Informationen Macht bedeuten. „Objektiv“ ist ein aufrüttelndes Buch, das Leser dazu einlädt, selbst kritischer Konsument von Nachrichten zu werden und die Bedeutung von professionellem, objektivem Journalismus zu hinterfragen.
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Das Buch besteht aus vier Teilen. 8 Exkurse zu Spezialthemen reichern das Buch an:
- Fachlicher Teil: Betrachtungen zu Gruppen- und Massenpsychologie, Kommunikations-, und Propaganda-Mechanismen (auch historisch beleuchtet). Aus der Expertenbrille des Autors zu ‘Kommunikation’ und ‘Change-Management‘ betrachtet, wird die Relevanz von authentischer und ehrlicher Kommunikation im Rahmen von Krisen- und Change-Management Situationen aufgezeigt.
- Dialogischer Teil: Mit großer Verwunderung beobachtete ich, insbesondere ab 2020, die Performance der Medien. Fragen über Fragen kamen hoch, die ich diversen Journalisten stellte, woraus wiederum reale Dialoge resultierten. Teils waren diese amüsant, großteils aber stereotyp. Die Konversationen haben tatsächlich stattgefunden, wurden aber aus Gründen des Schutzes persönlicher Rechte anonymisiert.
- Ausgewählte Beispiele gesellschaftlicher und institutioneller Verwerfungen.
- Erkenntnisse und Lösungsansätze
„Objektiv – Konfession statt Profession im Journalismus“ von Dr. Konrad Breit
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Dr. Conrad Pramböck ist der führende Gehaltsexperte Österreichs.
Danke für den Literaturhinweis!
Enzensberger gilt als der Erfinder des dazu passenden Ausdrucks “Bewußtseins-Industrie”.
Es gibt in der Welt keinen freien öffentlichen Meinungsbildungsprozess. In Anbetracht der unerbittlichen Zwänge … haben die Regierungen die öffentliche Meinung kassiert. […] Sie lassen sie im Gleichschritt marschieren. Sie haben ihr beigebracht, stramm zu stehen und zu salutieren. […] Manchmal hat es den Anschein, dass Millionen ein Gelübde abgelegt haben müssen, wonach sie nie wieder selbstständig denken würden.
Quelle Overton – „Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, was gut für sie ist“ – 19. September 2024
Lieber Herr Dr. Breit – auch von mir Gratulation! Ich werde ja bald in den Genuss der Lektüre kommen.
Schon jetzt Bravo und herzliche Grüße – Gabriele