Selbstbeschädigung durch die Energiepolitik von EU und UK

22. November 2022von 2,4 Minuten Lesezeit

Großbritannien kauft weiterhin russisches Öl von Dritten, während die EU ihr russisches Gas über Aserbaidschan beziehen wird. Die Preise pro Einheit werden viel höher sein als bei direkten Einfuhren aus Russland. Die Preisunterschiede werden eine Reihe von Zwischenhändlern auf Kosten der britischen und europäischen Verbraucher bereichern.

Gestern ließ die österreichische Energieministerin von den Grünen, Leonore Gewessler verlauten, man habe die Abhängigkeit von russischen Erdgas von 71 % auf 21 % gesenkt und die Gasspeicher seien zu 95,5 % gefüllt.

Ein kurzer Blick auf die Seite der E-Control über die Gas-Speicherstände zeigt uns, dass fast die Hälfte des in Österreich gespeicherten Erdgases Kunden in anderen Ländern gehört.

Vollends skurril ist aber die Behauptung, dass die Abhängigkeit verringert wurde. Schon im Juli meldete Reuters, dass die EU mit Aserbaidschan Verträge zur Gaslieferung abschließen wird. Möglich, dass das im Land geförderte Gas nach Europa kommt und das zugekaufte russische an andere Länder geliefert wird. Dann ist es eben ein Etikettenschwindel. Am 15. November hat jedenfalls Gazprom begonnen Erdgas an Aserbaidschan zu liefern, wie hier nachzulesen ist.

Wie russisches Erdöl ins UK fließt, ist hier beschrieben:

Allein der britische Hafen Immingham hat seit März russisches Öl im Wert von rund 27 Millionen Dollar erhalten, berichtet die Times. Das Öl wurde als Einfuhren aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien registriert.

Russisches Öl im Wert von 155 Millionen Dollar wurde an einen anderen Hafen, Thamesport in London, geliefert.

Seit Beginn der groß angelegten russischen Invasion sind mindestens vier Tanker mit russischem Öl in Großbritannien angekommen. Angeblich nutzten sie das gängigste Umschlagverfahren auf See, bei dem Tanker oft ihr GPS ausschalten und nicht verfolgt werden können, so die Times.

Die Sanktionen und die Reduktion der Lieferung von gasförmigen Erdgas nach dem Terroranschlag auf die Nord Stream Pipelines hat dazu geführt, dass Russland nun um 50 % mehr verflüssigtes Gas (LNG) nach Europa liefert.

Letztlich haben all die Sanktionen der EU keine oder höchstens geringfügige Einschränkungen in Russland zur Folge. Die EU mit einer Fläche von 4,3 Millionen Quadratkilometern legt sich auf Befehl der USA mit einem Land mit 17 Millionen Quadratkilometern an, das dank seiner vielfältigen Bodenschätze so gut wie autark ist.

Ein friedliches Zusammenleben der europäischen Staaten mit Russland wurde von den angelsächsischen Ländern schon seit langer Zeit intensiv bekämpft. Der von den USA organisierte Putsch in der Ukraine im Jahr 2014 mit dem nachfolgenden von der Putsch-Regierung angezettelten Bürgerkrieg soll genau diesem Ziel dienen.


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6 Kommentare

  1. Harald Eitzinger 23. November 2022 at 9:29Antworten

    Herrlich ehrlich diese Analyse des EUropöischen Harakiris aus lauter Vasallentreue zu den USA, die Freund (Sanktionieren, bevormunden, Drangsalieren) und Feind (Sanktionieren, Umstürze anzetteln und Bekriegen) annähernd gleich behandeln! Anstatt sich aus den amerikanischen Angriffskriegen, die ausschließlich ihren Interessen dienen herauszuhalten und sich von ihnen zu emanzipieren, laufen sie blind in ihre Falle. Dabei merkt EUropa nicht, dass wenn ihr hauptsächliches Ziel, Deutschland zu deindustrialisieren indem man sie vom billigen Energiefluss aus Russland abtrennt (Sprengung von NS1+2 durch eine Spezialoperation), erreicht ist, es auch die EU über kurz oder lang nicht mehr in dieser Form geben wird, würde doch der potenteste Nettozahler ausfallen.

  2. Toni 23. November 2022 at 9:14Antworten

    Es geht darum, die Konsequenzen aus dieser korrupten Politik zu ziehen:

    2023 gibt es in Österreich in 3 Bundesländern Wahlen. Die Machthaber, beginnend mit Mikl-Leitner, gehören weg. Es ist ein Anfang für die Veränderung, die auch die Bundesregierung hinwegfegen wird: Die Nichtwähler waren schon bei den letzten Wahlen die stärkste Partei, ihre auch nur teilweise Mobilisierung ermöglicht den Wandel.

    Zur korrupten Politik ein paar Fakten, was unsere Politiker so treiben:
    Frackinggas aus den USA kaufen
    Russisches Gas und Öl auf dem Umweg über Aserbaidschan, Indien und China kaufen
    In Qatar einen Vertrag über ein Schiffchen LNG abschließen während China einen Liefervertrag für die nächsten 27 Jahre abschließt.
    Sich auf der COP27 wundern, dass bis auf Europa niemand aus Öl und Gas aussteigen möchte.

    Natürlich sind alle Alternativen weitaus teurer, als direkt in Russland einzukaufen.

    Glück auf, Toni

    • Mia Wu Ast 23. November 2022 at 16:39Antworten

      Wenn ich vorsichtig versuche mich an die letzte BP-Wahl zu erinnern, mach ich mir wenig Hoffnung daß 2023 endlich das passieren wird was eben dort schon hätte stattfinden sollen…
      Immer noch zu viele Schlafschafe; oder viellecht haben die sich einfach schon aufgegeben.
      Wichtig wär die Nichtwähler zum (richtigen) Wählen zu bewegen. Aber wie – da hab ich leider keine gscheite Idee.

  3. Heiko 22. November 2022 at 15:44Antworten

    Wer kann, der sollte noch schnell Reiten lernen. Auch Töpfern und Brot backen zu können, wird das Leben bald einfacher machen. Jeder sollte sich schon mal einen Landwirt suchen, bei dem er für eine warme Mahlzeit am Tag arbeiten gehen kann. Wenn die WEF-Jünger mit Europa fertig sind, dann stecken wir alle in einem Experiment, wie es die experimentelle Archeologie macht – Leben wie 1850.

  4. Fritz Madersbacher 22. November 2022 at 13:29Antworten

    Auch die NATO-Kollaborateure hierzulande werden immer kleinlauter. Einer ihrer Eifrigsten, angeblich NEOS-Mitbegründer, dem sich „Der Standard“ eifrigst zur Verfügung stellt, schreibt gestern:
    „Die Nachfrage nach Gas wird sinken müssen, was vor allem die Industrie trifft, weil wegen der Energiepreise europäische Unternehmen nicht wettbewerbsfähig sein werden. Eine Deindustrialisierung Europas in den nächsten paar Jahren hätte dauerhafte Wohlstandsverluste zur Folge. Was das politisch bedeuten würde, kann man sich ausmalen, auch wenn ich den Eindruck habe, dass die Gefahr bei vielen politischen Entscheidungsträgern in ihrer Dringlichkeit nicht erkannt wird … Es gibt keine guten Antworten, aber es gibt weniger schlechte Optionen. Wir sollen uns nicht täuschen: Der Hut brennt. Auch ohne Gas. (Veit Dengler, 21.11.2022)
    Es ist fahrlässig, die Zukunft unseres Landes Leuten dieses Schlags und all den weiteren nützlichen Idioten der Fünften NATO-Kolonne zu überlassen …

  5. G. Kanten 22. November 2022 at 11:23Antworten

    Diese Gier, Macht und Bekämpfung ist Krank. Es fühlt sich nicht nur so an, sondern ist auch so, wir fallen auseinander und werden instabil. Während jede Krisenschlacht, jedem Allzeit-Tief und jedes wegschauen nehmen wir nicht wahr, wie wir langsam in dem Abgrund fallen. Nichts wird alles gut werden. Nichts wird so sein wie es einmal war. Es ist kein Märchen, kein Wiegenlied, es ist die Realität die jeder sich davor fürchtet. Aber ohne Handlung, kein Weg. Und frage mich, ob wir es schaffen werden. Nein, so definitiv nicht. Sich vor der Wahrheit zu verstecken, wird nicht alles in Ordnung bringen.

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