Showdown um testfreie und maskenlose Schulen in Österreich

6. August 2022von 2,6 Minuten Lesezeit

Eine Lehrergewerkschaft mobilisiert gegen Normalität in der Schule ab dem Herbst. Auch der Bildungsminister spricht von Maskenpflicht. Zugleich kämpft die Opposition um eine Schule frei von Covid-Restriktionen.

In etwa einem Monat beginnt das neue Schuljahr. Und der Kampf um Normalität im Schul-Herbst scheint nun richtig loszugehen. Im Windschatten von Deutschland – dort dürften Kinder auch diesen Herbst maskiert werden – preschte auch Österreichs Bildungsminister Martin Polaschek vor.

Masken in der Schule „anzunehmen“

Er ist offenbar auf Linie mit Deutschland und will und plant eine Maskenpflicht in der Schule. Die Nutzlosigkeit und mögliche Gesundheitsgefährdung von Masken sind vielfach erwiesen, doch das scheint egal. Denn Masken seien beim Schulstart „wieder anzunehmen“, sagt Polaschek. Die Vorschriften des Schulalltags werden aber erst eine Woche vor dem Start vorgestellt werden. Also in rund drei Wochen.

Die erste Lehrergewerkschaft wettert indes lautstark gegen Johannes Rauch. Dessen „Stufenplan“ sieht bei der aktuellen Variante eigentlich einen Schulstart ohne Covid-Vorschriften vor. In einem offenen Brief beklagt sich die Lehrergewerkschaft ÖLI bei Polaschek über Johannes Rauch. Man wirft dem Gesundheitsminister sogar „Rechtsbruch“ durch die neue Quarantäne-Verordnung vor. Mit dieser absoluten Verdrehung argumentieren aktuell einige Rauch-Kritiker: Nicht die Corona-Quarantäne ist rechtlich heikel, sondern ihre Abschaffung. Eine Höhepunkt der „Neuen Normalität“.

Die Gewerkschaft will klare und „vernünftige Schulregeln“, schreibt man selbst. Was man darunter versteht, wird beim Lesen des Briefes schnell klar: Tests und Masken für die Schule. Der Gesundheitsminister ist für die ÖLI offenbar ein gefährlicher „Schwurbler“.

Petition braucht Unterschriften

Auf der anderen Seite hat eine Gruppe um Martin Sprenger Ende Juli eine Petition gestartet. Sie fordert unabhängig vom Infektionsgeschehen die Schulen in Ruhe zu lassen. In wenigen Wochen wird man die Unterschriften Kanzler, Gesundheitsminister und Bildungsminister vorlegen.

Bisher haben 16.000 Personen unterschrieben. Die Gruppe kämpft offenbar damit, dass zu wenige Menschen von ihrer Initiative wissen. Aktuell ruft man Unterstützer auf, Freunde und Bekannte über die Petition zu informieren (Hier zu finden).

Es dürfte also nicht nur zu einer Debatte aus Zivilgesellschaft und Lehrkörper kommen, sondern auch zu einem Konflikt zwischen Bildungs- und Gesundheitsministerium. In Bayern, wo Markus Söder nun von der ZeroCovid-Linie der Ampelregierung abrückt, nachdem Lauterbach das Ministerium von der CDU/CSU übernommen hat, wurde bereits versichert, die Schulen normal starten zu lassen.

Der Schlagabtausch um die Schulen begann auch schon auf anderer Ebene: Oberösterreich hat bereits angekündigt, mit dem neuen Schuljahr zügig wieder mit dem Impfbus vor der Schule vorzufahren. TKP hatte darüber berichtet – innerhalb der Opposition herrscht seither Empörung.

Ein Monat vor dem Schulbeginn spitzt sich die Debatte also zu. Schulen, die test-frei und maskenlos starten, sind noch keineswegs gesichert. Auch ein Konflikt zwischen Polaschek und Rauch könnte sich entfachen.

Bild AkbaraliSchool Classroom seating arrangements during the time of covid 19 UAECC BY-SA 4.0

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Martin Sprenger kämpft um normalen Schulherbst „unabhängig vom Infektionsgeschehen“

Deutschland: Maske für alle mit weniger als 4 Impf-Dosen

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14 Kommentare

  1. glebnershin 7. August 2022 at 10:55Antworten

    In der Petition geht es darum, die Schulen auf jeden Fall offen zu halten. Von Ablehnung der Tests und Masken kein Wort.
    Ich fürchte, Tests und Masken sind der implizite Preis für ein Offenhalten der Schulen – das kann ich nicht unterschreiben.
    Im Zweifelsfall lieber Fernunterricht, als die Kinder mit Masken und Tests zu quälen.

  2. Charly1 6. August 2022 at 16:50Antworten

    Es geht immer um das Größenverhältnis zwischen der ATEMPORE im Mundschutz und der Keimgröße. Bakterien sind RIESEN im Verhältnis zu Viren, die so winzig sind, daß manche nur in Modellberechnungen darzustellen sind. Eine Maske gegen SARS-CoV-2 ist so absurd wie eine Sonnenbrille zur Empfängnisverhütung. Jeder, der das Gegenteil behauptet ist ein gekaufter Ideologe, dumm oder leidet unter einer Angstpsychose.

    • MOhikaner 6. August 2022 at 18:20Antworten

      Es geht vor allem um die Lücken zwischen Maske und sich bewegendem Gesicht, die in Relation zu Bakterien, Keinem, Viren eine Dimension wie der Grand Canyon haben.

      Der Hauptnutzen von Masken ist das Auffangen von Haaren, Hautschuppen, Spuck-Tröpfchen und dergleichen bei zB OPs. Diese Masken helfen nicht einmal annähernd bei Asbest-Partikeln, die 50mal größer sind als ein Virus.

      • Charly1 6. August 2022 at 19:43

        Masken wurden nie dazu entwickelt, vor viralen Erkrankungen zu schützen oder die Verbreitung von (respiratorischen) Viren zu verhindern.
        FFP-Masken wurden entwickelt, um Menschen vor Partikeln zu schützen, medizinische (chirurgische) Masken, um Patienten bzw. deren offene Wunden vor Mikroorganismen (nicht Viren) zu schützen.
        Infektionsgeschehen würde erfordern, dass wir wissen, wie die Infektionswege und -mechanismen sind. Dazu gibt es bestenfalls Annahmen aber kein belegtes oder gar bewiesenes Konzept.
        Die Annahme der „Wirkung“ von Masken im Alltag (nicht-professioneller Einsatz) beruht auf Modellen mit zweifelhaften Annahmen (cf. 1. / 2.). Die dazu publizierten Studien sind je nach Validität der Annahmen in den (artifizielle) Modellen bestenfalls hypothesengenerierend.
        Die Hypothese der „Wirkung“ von Masken im Alltag wird von den zwischenzeitlich vorliegenden epidemiologischen Daten klar widerlegt. Das gilt für die Anwendung welcher Masken auch immer -draußen und in Innenräumen.
        Das FFP2-Masken „besser“ wirken sollen als medizinische Masken ist eine Behauptung, die durch epidemiologische Daten nicht belegt werden kann. Die Verwendung von FFP2-Masken impliziert nicht nur gesundheitliche Risiken, sondern auch …
        …das Risiko eines Beitrags der Masken zur Verbreitung der Viren durch nicht sachgerechte und wiederholte Anwendung. Darauf haben Hygienefachleute, wie Frau Prof. Kappstein, von Beginn der Pandemie an hingewiesen.
        Im Lichte einer zu erfolgenden Nutzen-Risiko-Beurteilung ist insbesondere die Maskenpflicht für Kinder oder gar Kleinkinder sehr kritisch zu sehen. FFP2-Masken sind für Kinder nicht zugelassen werden aber dennoch verkauft und verwendet.
        Ich habe mich im Verlauf meines Berufslebens u.a. mit der Zertifizierung von Masken als Medizinprodukte beschäftigt. Es ist erschreckend, in welchem Ausmaß die Politik bestehende Sicherheitsstandards bei der Prüfung von Masken und zum Schutz der Tragenden heute ignoriert
        Aus meiner Sicht kann im Lichte dieser Feststellungen das Festhalten an Auflagen zur Maskenpflicht nur mit einem (kleinkindhaftem) Trotz, einer (politischen) Hilflosigkeit und auch einer Verleugnung von wissenschaftlicher Evidenz kommentiert werden.
        Der Themenkomplex Masken illustriert pars pro toto wo wir in diesem Land hingekommen sind und wie unkritisch (unbedarft) Menschen mit diesem Thema umgehen, wenn sie brav im Zug die Maske aufsetzen wenn sie bspw. von der Schweiz nach Deutschland mit dem Zug einreisen.

      • HelmutK 6. August 2022 at 20:20

        Hmm, so eine Osmose-Wasserpumpe im Großeinkauf besorgen und den dummen Corona-Gläubigen als hocheffizientes Virenfiltersystem (0,0001 Mikrometer) verkaufen. Statt Wasser dürfen die Dummen dann halt Luft in ihren Mund pumpen. Filtert sogar Viren die tausend mal kleiner sind als alle bekannten. Hält auch noch ewig und trainiert die Armmuskalatur.

        Das über die Augen und die Nase die Viren trotzdem eindringen und das Immunsystem trainieren braucht man den Deppen ja nicht zu erzählen. Wer braucht schon ein Immunsystem, wo es doch die Heilige Spritze gibt?

  3. Alfons Zitterbacke 6. August 2022 at 14:39Antworten

    Haben Lehrer wirklich so viel Spaß am Foltern von Kindern? Schaut so aus.

    Ach ja, der Vorstand der Brifverfassenden „Lehrergewerkschaft“ ÖLI-UG („Österreichische Lehrerinnen Initiative – Unabhängige Gewerkschafterinnen für mehr Demokratie“) ist zufällig auch Vorstand der GÖD („Gewerkschaft Öffentlicher Dienst“). Und welche Farbe trägt die? Wer errät’s?

    Auf der 1. Seite der „OLI-UG“ ist übrigens zu lesen: „Gemäß § 51 Abs 3 SchUG haben Lehrer insbesondere auf die körperliche Sicherheit und auf die Gesundheit der Schüler zu achten und Gefahren nach Kräften abzuwehren. “ – Wie passt da das Foltern der Konder mit Sauerstoffentzug durch Masken rein?

  4. Hans H. 6. August 2022 at 14:06Antworten

    Hmm… also ich habe mir den Text der Lehrergewerkschaft durchgelesen und da steht etwas Anderes drinnen, als im Artikel behauptet. Die Lehrergewerkschafter wollen keineswegs Masken, sondern berufen sich sogar auf die Aussage der Virologin von Laer (Regierungsvirologin, die nach 2 1/2 Jahren Pandemie endlich geschafft hat den Beipackzettel von FFP2-Masken zu lesen wonach diese nicht gegen Viren schützen), dass Masken wenig wirksam sind. Die ÖLI spricht sich nur dagegen aus, dass positiv Getestete mit Maske unterrichten, oder (Schüler) am Unterricht teilnehmen dürfen. Weil die Masken eben nur wenig wirksam sind und eine stundenlange Maskentragerei kompletter Schwachsinn ist. Es wird aber weder allgemeine Maskenpflicht noch Rückkehr zur irren Massentesterei gefordert. Die einzige Forderung ist sicherzustellen, dass positiv Getestete daheimbleiben bis ein negativer PCR-Test vorliegt.

    • Alfons Zitterbacke 6. August 2022 at 14:41Antworten

      Aso läßt man am besten den ungeeigneten PCR-Test weg, dann ist die Pandemie vorbei.

    • MOhikaner 6. August 2022 at 14:41Antworten

      Habs jetzt auch gelesen und gebe Ihnen da teilweise Recht. Faktisch.

      Was aber sehr deutlich auffällt, ist die Fortsetzung der Paranoia vor einer „ansteckenden Krankheit“, also für jeden normal gesunden Menschen das Risiko eines milden Schnupfens.

      DAS ist amS das eigentliche Problem, da unter solchen Vorraussetzungen NIEMALS an Vernunft orientierte Lösungen erdacht werden können. Vielmehr wird das Problem mit einem Tunnelblick betrachtet – zumindest könnte ich mir nicht anders erklären, wie in diesem Brief zB das Distanz-Lernen als „Erlog“ bewertet werden kann. Genau das will man doch verhindern, da es viele Schäden anrichtet und Kinder mehrfach belastet (so wie deren Eltern).

      Was soll bei einem hysterischen Hühnerhaufen schon Gescheites herauskommen? Da wie dort….

      Und am Ende wird das obsolet sein. Man wird wieder so im Panikmodus sein (weil die „Impfung“ nicht hilft sondern schadet) und noch mehr desselben Wahnsinns durchziehen.

      • Fritz Madersbacher 6. August 2022 at 16:38

        @MOhikaner
        6. August 2022 at 14:41
        „Was aber sehr deutlich auffällt, ist die Fortsetzung der Paranoia vor einer „ansteckenden Krankheit“, also für jeden normal gesunden Menschen das Risiko eines milden Schnupfens. DAS ist amS das eigentliche Problem …“
        Das sehe ich auch so …

  5. Johannes 6. August 2022 at 13:42Antworten

    Petition:
    „Bisher haben 16.000 Personen unterschrieben. Die Gruppe kämpft offenbar damit, dass zu wenige Menschen von ihrer Initiative wissen. Aktuell ruft man Unterstützer auf, Freunde und Bekannte über die Petition zu informieren“

    Kann aber auch gut sein dass Petitionen Herrn und Frau Österreicher am Ar… vorbeigegehn.
    Keine einzige Petition der vergangenen 2 Jahre hat irgendetwas bewirkt. Absolut sinnlos.

  6. Hans Leucht 6. August 2022 at 13:18Antworten

    Mittlerweile kommt es einem vor wie ein Glaubenskrieg , nur dass es hier nicht um Katholiken oder Protestanten um Moslems oder Hindus geht, sondern um die Wirksamkeit von Masken und Tests. Was kann man da machen ??? Was hilft gegen diese Art von Konfliktlinien?

    • Vortex 6. August 2022 at 14:02Antworten

      Alle Schüler müssten geschlossen gegen diese Maskenverordnungen rebellieren und sich beständig weigern, solche Atem-Beschränker aufzusetzen. Bereits nach 30 min. ist eine FFP2-Maske derart durchfeuchtet, sodass das Atmen noch mehr erschwert, ein ernsthaftes konzentriertes Lernen zunehmend unmöglich wird.

      Außerdem vermehren sich zahlreiche Bakterien alle 20 min. um das 2-Fache, welches somit ebenfalls in die Lunge gelangt und Viren in Nanopartikelgröße ohnehin nahezu ungehindert.

      Also wäre ich selbst in solch einer Situation, würde ich sofort rebellieren und alle verantwortlichen Lehrer inkl. der Eltern würden dies auch unterstützen.

      Die Waldorfbewegung inkl. Schulen waren übrigens einer der 1. Rebellen tinyurl.com/49jkuppf und wie man jetzt sieht, zu Recht.

    • Maximilian 7. August 2022 at 7:31Antworten

      Das ist eine Frage des Glaubens, wie zum Beispiel bei der aktuellen Diskussion um das Geschlecht, und der politisch anscheinend äusserst wichtigen Frage: What Is A Woman? Nur wenn man GLAUBT, dass man eine Frau ist, dann ist man wirklich eine Frau. Zudem kann absolut jeder eine Frau sein, solange man sich als eine solche verbal deklariert. Anscheinend ist das jetzt bei allen anderen Dingen auch so. Vielleicht kann man demnächst bei seiner Bank Gold abheben, indem man erklärt, dass man GLAUBT das Gold zu besitzen. Wir scheinen vom Zeitalter der Aufklärung in das Zeitalter des Glaubens gekommen zu sein. Ich glaube, die spinnen.

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