Mercedes-Benz: Wohin fließen die hohen Gewinne? Die tagtägliche Umverteilung von vielen zu wenigen

1. Juli 2022von 8,6 Minuten Lesezeit

2021 war das mit weitem Abstand beste Jahr für Mercedes in der gesamten Unternehmensgeschichte. Bei einem Umsatz von 168 Milliarden Euro wurde ein EBIT (Gewinn von Zinsen und Steuern) von 29 Milliarden Euro erzielt. Das waren 340 Prozent mehr als 2020, als der Vorsteuergewinn 6,6 Milliarden betrug. Der Nettogewinn nach Steuern und Zinsen betrug 23,4 Milliarden Euro, ein Plus von 480 Prozent gegenüber 2020, als der Konzerngewinn 4 Milliarden Euro betrug.1

In den Jahren 2011 bis 2020 hat das EBIT zwischen rund 4 und 14 Mrd. Euro gelegen, das Konzernergebnis nach Steuern zwischen 2,7 und 10,6 Mrd. Euro.2 Daran gemessen war das Jahr 2021 also wirklich herausragend. Auch für 2022 zeichnen sich bereits jetzt äußerst hohe Gewinne ab. Das erste Quartal 2022 lief für Mercedes ganz ausgezeichnet und übertraf das Vorjahresquartal deutlich.3

Wohin flossen die ungewöhnlich hohen Dividendenauszahlungen?

Entsprechend hat der Konzern auch die Dividenden stark angehoben, und zwar um 270 Prozent von 1,35 auf 5,0 Euro pro Aktie.4 Die Dividenden wurden Anfang Mai ausgeschüttet. Da Daimler derzeit etwa 1,07 Milliarden Aktien hat, wurden also etwa 5,35 Milliarden Euro Dividendenzahlungen ausgeschüttet.5

Wer bekam das viele Geld? Die größten Aktionäre von Mercedes sind die chinesische BAIC Group mit 9,98 Prozent aller Aktien sowie der chinesische Anleger Li Shufu, der über eine Holdinggesellschaft (Tenaciou 3) 9,69 Prozent an Mercedes hält. Asiatische Aktionäre halten insgesamt 20,5 Prozent aller Aktien. Also gut ein Fünftel der Dividendenzahlung, etwa 1,1 Milliarden Euro, flossen an asiatische, im Wesentlichen die beiden chinesischen Groß-Aktieninhaber.6 Drittgrößter Aktieneigentümer ist die Kuwait Investment Authority mit 6,84 Prozent aller Mercedes-Aktien. Ihr flossen Anfang Mai 2022 etwa 365 Millionen Euro zu. Weitere 53,39 Prozent oder 2,86 Milliarden Euro der Dividenden flossen an so genannte Institutionelle Investoren7, das sind internationale Großanleger wie Blackrock, Vanguard, DWS usw.

Wer hat Gewinn und Wertschöpfung erarbeitet?

Mercedes beschäftigte 2021 im Jahresdurchschnitt etwa 251.000 Menschen. Die Lohn- und Gehaltssumme belief sich auf 22,9 Milliarden Euro.8 Die Beschäftigten sind die Menschen, die die Autos hergestellt haben, die die Wertschöpfung des Konzerns erbracht und für den Gewinn gesorgt haben. Hätte man die Dividende statt an die Aktionäre an die Werktätigen ausgezahlt, hätte jeder Mercedes-Mitarbeiter eine Lohnerhöhung oder eine Einmalzahlung von 23,4 Prozent bekommen können. Jeder.

Hätte man gar den ganzen Nachsteuergewinn an die Beschäftigten ausgezahlt, hätte jede und jeder Beschäftigte 102 Prozent mehr Lohn und Gehalt haben können, also eine glatte Lohnverdoppelung. Das ist natürlich unrealistisch, denn man sollte als vorausschauendes Unternehmen einen guten Teil der Gewinne als Eigenkapital einbehalten. Das hat Mercedes in der Vergangenheit auch gemacht. In der Regel wurden in den letzten sechs Jahren etwa 40 Prozent des Nettogewinns als Dividende ausgeschüttet.9

Hätte man diese 40 Prozent 2022 an die Beschäftigten von Mercedes ausgeschüttet, wären das ungefähr 9,4 Milliarden Euro gewesen. Das entspräche einer Lohn- und Gehaltserhöhung von 40 Prozent. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter hätte also 2022 eine Lohnerhöhung von 40 Prozent oder eine Einmalzahlung in Höhe von 40 Prozent de Jahreslohnes bekommen können, wenn man die Dividenden an diejenigen ausgezahlt hätte, die die Wertschöpfung erarbeiten statt an diejenigen, die leistungslos zusehen, wie die anderen arbeiten.

Der Beitrag, den der Aktionär leistet, besteht darin, dass man einmalig für einen Geldbetrag Aktien kauft und dann, solange das Unternehmen existiert, einen Dividendenstrom bekommt. Kauft man ETFs (Exchange Traded Funds)10 auf Aktienindizes, so ist dieser Dividendenstrom tatsächlich ewig. Denn jedes Mal wenn ein Unternehmen underperformed, wird es aus dem Index entfernt und durch ein gewinnstärkeres ersetzt. Kauft man sich heute in einen Aktienindex ein, bekommt man also buchstäblich ewige Renten. Auch die Urenkel brauchen dann nur die Hand aufzuhalten bzw. vom Konto abzuheben. Das sind leistungslose Einkommen in Reinform. Sie laufen ewig.

Lohn- und Gehaltsabschlüge für die Beschäftigten

Wer zahlt diese leistungslosen Einkommen für die Anleger? Die Beschäftigten. Sie bekommen einen entsprechenden Lohnabschlag, denn sonst käme ja der Gewinn für die Dividende nicht zustande. Das kann man für jedes Jahr und für jedes Unternehmen ausrechnen.

Zählt man bei Mercedes den Netto-Gewinn und die Lohn- und Gehaltssumme von 2021 zusammen, so erhält man 23,4 Milliarden plus 22,9 Milliarden, macht 46,3 Milliarden Euro. Diese 46,3 Milliarden stellt in etwa die Wertschöpfung dar. Von dieser Wertschöpfung, die die arbeitenden Menschen bei Mercedes erbracht haben, bekamen die Beschäftigten etwas weniger als 50 Prozent ab, die Kapitalseite etwas mehr als 50 Prozent. Anders ausgedrückt: Von je 100 Euro Wertschöpfung, die die Beschäftigten erarbeitet haben, bekamen sie etwas weniger als 50 Euro ab. Die andere Hälfte fließt leistungslos an die Aktionäre, also zum größten Teil an Großeigentümer, die vermutlich nicht so genau wissen, wo Untertürkheim oder Sindelfingen liegen.

Konkret heißt das: Wenn eine Mercedes-Ingenieurin 2021 ein Monatsgehalt von 8.000 Euro hatte, hat sie für den Konzern real etwas über 16.000 Euro pro Monat erwirtschaftet. Von diesen gut 16.000 Euro Wertschöpfung bekam sie 8.000 Euro ab, die Inhaber der Aktienpakete etwas mehr als 8.000 Euro.

2021 war ein Ausnahmejahr. Ein Abschlag von über 50 Prozent vom Lohn ist die Ausnahme. In der Vergangenheit hatten die Beschäftigten bei Daimler in der Regel einen Lohn- und Gehaltsabschlag von ungefähr einem Drittel, also von 100 Euro erarbeiteter Wertschöpfung bekamen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ungefähr 65 Euro.11

Rechtfertigung für leistungslose Einkommen

Das Standardargument für die Existenz solcher leistungsloser Einkommen lautet: Investoren übernehmen ein Risiko, das Risiko des Kapitalrückganges oder gar Totalverlustes und dafür müssen sie kompensiert werden. Das Argument hinkt aber. Die Beschäftigten tragen auch ein Risiko, sie können bei Wirtschaftsabschwüngen entlassen werden und haben dann Probleme aller Art, wie vergangene Wirtschaftskrisen zeigen, teilweise gar Existenzprobleme, wie etwa in den Jahren 1929-1932 oder 1907/1908. Auch die Krise 2008-2009 war für viele Arbeitslose, für viele Familien schlimm. Für dieses Risiko fordert aber niemand eine Risikoprämie in Form eines Lohnaufschlags oder Unternehmensbeteiligungen, sondern sie wird stillschweigend als zu akzeptieren vorausgesetzt. Letztlich liegt das an den Machtverhältnissen. Das Investorengeld ist frei zu wandern, wohin es will, auch über Landesgrenzen hinweg und in andere Anlageformen. Die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind nicht frei. Sie müssen arbeiten, um sich oder ihre Familien zu ernähren.

John Maynard Keynes über „funktionslose Investoren“

Die geschilderten leistungslosen oder Rentier-Einkommen kritisierte schon 1936 der möglicherweise berühmteste Volkswirt John Maynard Keynes in seiner bahnbrechenden „General Theory“ scharf. Er sieht in dem Rentier-Kapitalismus keinen Sinn und bezeichnet Investoren, die Renten-Einkommen beziehen als „funktionslose Investoren“ („functionless investors“), also sinnlose Investoren, die keinen Beitrag zum Wohlergehen in der Ökonomie leisten. Solche funktionslosen Investoren müssten laut Keynes verschwinden, weil sie keinen ökonomischen Zweck erfüllen und dürften nicht länger einen Bonus erhalten.12 Genau das tun aber letztlich die großen Aktionäre von Mercedes-Benz Group (und von anderen börsennotierten Aktienunternehmen). Sie bekommen zu Lasten der Beschäftigten ewige leistungslose Renteneinkommen in Form von Dividenden, selbst ihre Urenkel. Wollen wir das? Ist das fair?

Fazit

2021 war nicht nur für Mercedes, sondern für die meisten großen Konzerne ein Jahr mit sensationell hohen Gewinnen. Die Unternehmensgewinne in den USA waren absolut und relativ in den letzten vier Quartalen so hoch wie noch nie in der Geschichte.13 Gleichzeitig war es für viele Selbständige und Mittelständler vor allem wegen der Lockdowns ein recht schwieriges Jahr. Die öffentliche Hand hat über Kurzarbeitergeld und viele andere Unterstützungsmaßnahmen enorme Schulden aufgenommen, um die Konjunktur zu stützen und Massenarbeitslosigkeit zu vermeiden. Das alles hat den großen Konzernen und den Großanlegern hinter ihnen enorme Gewinne beschert.

Diese Gewinne fließen nicht an diejenigen Menschen, die sie erarbeiten, sondern an die äußerst vermögenden Großanleger, denen die Aktien gehören in Form von leistungslosen Dividenden-Einkommen. Die Vermögen sind sehr ungleich verteilt. In Deutschland besitzen die oberen ein Prozent der Bevölkerung etwa 35 Prozent aller Vermögen.14 Bei Aktienbesitz ist die Verteilung noch deutlich ungleicher.15 2021 gab die Belegschaft von Mercedes gut die Hälfte ihres Lohnes an besonders reiche Aktionäre ab. Das gilt nicht nur für Mercedes. Ich schätze, dass die Belegschaft von Großkonzernen im Normalfall etwa ein Drittel ihres Lohnes abgibt an die normalerweise besonders reichen Aktionäre. Wollen wir das wirklich? Ist das fair? Sollten wir nicht vielleicht umdenken und dieses unfaire Abgabensystem ändern?

Referenzen

1 Geschäftsbericht 2021 Mercedes-Benz Group S.345

2 Daimler Geschäftsbericht 2020, Zehnjahresübersicht, S.264

6 Ebd.

7 Ebd.

8 Geschäftsbericht 2021 Mercedes-Benz Group S.225

11 Daimler Geschäftsberichte 2012 bis 2020, eigene Berechnungen

12 Keynes, John Maynard (1964, (Erstveröffentlichung 1936)): The General Theory of Employment, Interest and Money, New York, S.376: “I see, therefore, the rentier aspect of capitalism as a transitional phase […] that the euthanasia of the rentier, of the functionless investor, will be nothing sudden […} so that the functionless investor will no longer receive a bonus”.

15 Vgl. Kreiß, Christian, Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft, tredition 2019, S. 58ff. Das Buch kann hier kostenlos als pdf heruntergeladen werden: https://menschengerechtewirtschaft.de/wp-content/uploads/2020/08/Buch-Gekaufte-Wissenschaft-pdf.pdf

Bild von Herbert Aust auf Pixabay

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht unsere. Wir veröffentlichen sie aber gerne, um eine vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.

Prof. Dr. Christian Kreiß, Jahrgang 1962: Studium und Promotion in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte an der LMU München. Neun Jahre Berufstätigkeit als Bankier, davon sieben Jahre als Investment Banker. Seit 2002 Professor an der Hochschule Aalen für Finanzierung und Volkswirtschaftslehre. Homepage www.menschengerechtewirtschaft.de


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10 Kommentare

  1. Al 2. Juli 2022 at 13:01Antworten

    Hier behaupten Leute allen ernstes solche Dinge, wie,

    _ dass Unternehmen ohne Aktionäre nicht betrieben werden könnten (stimmt nicht einmal für den Kapitalismus, und in anderen Wirtschaftssystemen erst recht nicht)
    _ dass Arbeiter ja Aktien kaufen könnten um damit an dem Diebstahl ihres Arbeitsertrags schließlich mitverdienen könnten (wie viel Aktien muss ein Arbeiter denn dazu kaufen, damit er den ihm gestohlenen Arbeitsertrag per Dividende wieder hereinholt?)
    _ und sogar, dass die vollständige Ausschüttung des Arbeitsertrags an die Beschäftigten in vielen Unternehmen Gang und Gäbe wäre (angeblich per „Leistungserfolgsprämien“, also da kann ich dann nur noch Kopfschütteln)
    _ und dass die Arbeiterschaft nicht die Last der Verluste tragen würde (Lohnkürzung, Massen-Entlassung, …, staatliche Wirtschafts-Subventionen, aus unseren Steuermitteln erbracht, …, die Verluste werden IMMER hauptsächlich von den Beschäftigten getragen, die Mittel und Wege dazu sind vielfältig und teils gut verschleiert, zB als „Solidaritätsabgabe“, Inflation, oder Stagnation bei Lohnerhöhungen oder Rentenanpassungen)

    Wenn ich solche Sachen lese, frage ich mich, wo ich hier hingeraten bin.

    Also wer in dieser Welt lebt und immer noch nicht kapiert hat, dass wir ein Ausbeutungssystem entwickelt haben, das immer Geld von unten (wenig von Vielen gibt eben auch eine Menge) nach oben (viel für Wenige gibt für den Einzelnen ganz viel) geschaufelt wird, einfach deshalb schon, weil sich Geld antidemokratische Macht und unlauteren Einfluss verschaffen kann, und damit die Verhältnisse ständig zu Gunsten der Reichen optimiert, zu Ungunsten der Armen „reformiert“ werden.

    Gibt es allen ernstes Leute die glauben, das Verleihen eines abstrakten Pseudowertes „Geld“ wäre ein belohnenswertes Tun? Gibt es allen ernstes Menschen, die glauben, ohne dieses Schwachsinnsystem könnte keine Produktion aufgebaut, keine Güter produziert werden, und wir müssten in Höhlen hausen?

    Glauben diese Leute ernsthaft, eine Luftnummer wie es Geld ist, sei praktisch naturgesetzlich notwendig zur allgemeiner Wohlfahrt? Was wäre das für ein trauriger Kosmos, was für ein idiotischer Gott hätte so ein Welt geschaffen, in der Gemeinwesen und Gemeinwirttschaft nur über ein Illusion, den rein deklarierten „Geldwert“, schaffbar sei?

  2. PALLA Manfred 1. Juli 2022 at 20:55Antworten

    A U F G E M E R K T – > Für die REICHEN ist das LEBEN ein SPIEL, für NARREN eine KOMÖDIE, für WEISE ein TRAUM und für die ARMEN eine TRAGÖDIE < (angebl. afrik. SprichWort) !!! + + + und der AUTOR sollte auch die „Stille Progression“ (quasi exponentiell) bei den ARBEIT-Nehmern nicht vergessen !!! – DA kommen einem erst mal richtig die TRÄNEN ;-)

  3. Hans im Glück 1. Juli 2022 at 18:01Antworten

    Eine etwas wunderliche Sicht der Dinge, finde ich.
    Der Betreiber eines Betriebs will Gewinne erzielen. Die braucht er nämlich, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. So wie seine Mitarbeiter auch. Und ganz im Gegensatz zum Beispiel zu Mitarbeitern des öffentlichen Dienstes. Die müssen keine Gewinne erwirtschaften und werden letztlich von den Anderen mitfinanziert, was mich auch grundsätzlich nicht stört.
    Die Eigentümer einer Aktiengesellschaft sind die Aktionäre. Deren Beteiligung am Gewinn sind die Dividenden. Das sie dafür nicht mitarbeiten spielt m:E. keine Rolle, weil sie ja das Kapital einsetzen, das den Betrieb erst möglich macht, bzw. gemacht hat. Ich habe auch Aktien und Wertpapiere für meine Altersvorsorge. Die sind mir nicht vom Himmel gefallen, sondern ich musste in einem andren Unternehmen in Lohnarbeit arbeiten und Steuern zahlen.
    Was daran verwerflich sein soll, das erschließt sich mir nicht.

    Aber ich greife den Ball in dem Beitrag mal auf. Die Gewinne sollten ganz, oder zumindest in größerem Umfang an die Mitarbeiter fließen. Zum einen findet das in vielen größeren Firmen statt. Dort werden Jahreserfolgsprämien an alle Mitarbeiter ausgeschüttet.

    Aber wie sieht es denn aus, wenn Mercedes nächstes Jahr 5 Milliarden Verlust macht? Tragen das dann die Mitarbeiter durch entsprechende, anteilige Lohnkürzungen mit? Das entspräche der hier vorgetragenen Logik.

  4. OMS 1. Juli 2022 at 16:40Antworten

    Das Sklaventum wurde nie abgeschafft, man nennt es nur anders. Der erste Schritt wäre schon erledigt, wenn die Gewinnausschüttung in Form von Dividenden genauso besteuert wäre wie die Gewinnschöpfung durch Arbeit und diese Konzeren dazu verpflichtet wären, den selben Teil an die Arbeitnehmer als Sonderzahlung auszuzahlen. So bleibt es immer nur eine Umverteilung von Fleißig zu Reich! Und die Gewerkschaften halten die Füße still.

  5. Baltus 1. Juli 2022 at 15:55Antworten

    Sehr verwunderlich. Im Corona Jahr mit Lockdowns, home office, Quarantänen etc. solch exorbitante Gewinne ? Wer kauft diese Autos ? Bei den Preisen nur die Vermögenden.

  6. Fritz Madersbacher 1. Juli 2022 at 15:06Antworten

    „Mercedes-Benz: Wohin fließen die hohen Gewinne? Die tagtägliche Umverteilung von vielen zu wenigen … Wer bekam das viele Geld? Die größten Aktionäre von Mercedes sind … Wer hat Gewinn und Wertschöpfung erarbeitet? Mercedes beschäftigte 2021 im Jahresdurchschnitt etwa 251.000 Menschen … Die Beschäftigten sind die Menschen, die die Autos hergestellt haben, die die Wertschöpfung des Konzerns erbracht und für den Gewinn gesorgt haben … Solche funktionslosen Investoren [= die größten Aktionäre, siehe oben]… bekommen zu Lasten der Beschäftigten ewige leistungslose Renteneinkommen in Form von Dividenden, selbst ihre Urenkel. Wollen wir das? Ist das fair?“
    Es bringt uns nicht weiter, über die mangelnde „Fairness“ der kapitalistischen Wirtschaftsstruktur zu klagen, wenn wir nicht die Ursachen dieses Mangels ins Auge fassen. Das hat bereits Karl Marx gemacht, und von den meisten politischen Kräften, die sich zur Selbstbeweihräucherung auf ihn berufen, wird geflissentlich peinlich genau über jene Teile seines Werkes und seiner politischen Tätigkeit hinweggesehen, in denen seine diesbezüglichen Aussagen und Erkenntnisse zum Vorschein kommen:
    „Die jedesmalige Verteilung der Konsumtionsmittel ist nur Folge der Verteilung der Produktionsbedingungen selbst. Die kapitalistische Produktionsweise z.B. beruht darauf, daß die sachlichen Produktionsbedingungen Nichtarbeitern zugeteilt sind unter der Form von Kapitaleigentum und Grundeigentum, während die Masse nur Eigentümer der persönlichen Produktionsbedingung, der Arbeitskraft, ist. Sind die Elemente der Produktion derart verteilt, so ergibt sich von selbst die heutige Verteilung der Konsumtionsmittel … Der Vulgärsozialismus … hat es von den bürgerlichen Ökonomen übernommen, die Distribution als von der Produktionsweise unabhängig zu betrachten und zu behandeln, daher den Sozialismus hauptsächlich als um die Distribution sich drehend darzustellen“ (Karl Marx, Kritik des Gothaer Programms – Randglossen zum Programm der deutschen Arbeiterpartei, 1875)
    Die heftigste Verfechterin des von Karl Marx so bezeichneten „Vulgärsozialismus“ ist die Sozialdemokratie, die Nachfolgerin jener Partei, deren Programm seinerzeit von Marx scharf kritisiert wurde …

  7. Slobodan Covjek 1. Juli 2022 at 12:36Antworten

    Mercedes hat beschlossen, die A-Klasse einzustellen, dasselbe soll mit der B-Klasse passieren. Mercedes möchte sich auf S-Klasse, Maybach und AMG konzentrieren.

  8. CG Jung 1. Juli 2022 at 12:09Antworten

    Die Börse gehört abgeschafft. Die Gewinne die ausbezahlt werden sind die Verluste derer die die Arbeit erledigen. Geld zu bekommen ohne eine Leistung zu erbringen ist ein Verbrechen der arbeitenden Gesellschaft gegenüber.

    Das jetzige Geldsystem gehört abgeschafft und ein neues zinsloses Geldsystem eingeführt.

    PS:

    https://www.dorftv.at/video/2901

  9. audiatur et altera pars 1. Juli 2022 at 10:58Antworten

    Beim Aktionär handelt es sich um den Eigentümer des Unternehmens. Nichts (schon gar nicht die eigene Motivation) hält den Arbeiter davon ab, Aktien seines Unternehmens zu kaufen. Ist der Hauseigentümer, der Renten in Form von Mieten für sein Haus bekommt aus der Sicht des Autors und erfahrenen Investmentbankers auch ein „funktionsloser Investor“? Soll die Mieten besser der Hausmeister mit dem richtigen Parteibuch einstreichen? Wer sind eigentlich die reichsten Menschen Chinas?

    Die alte Enteignungsplatte zu Gunsten der „wahren Eigentümer“ aufzulegen, geht garantiert nach hinten los. Es würde völlig reichen, den Grundsatz „Eigentum verpflichtet“ durch mehr PERSÖNLICHE Transparenz (WEM gehört WAS?) mit mehr Leben zu füllen. Nicht im Sinne einer Neidkultur, sondern einer Verantwortungskultur. Der alte politische Adel konnte und wollte sich nicht verstecken. Der Geldadel tat das immer schon. Wahres Kapital ist scheu. Und heute? Kamen diese Woche offiziell „Big-Oil“-Vertreter oder Klatschkolumnenfiguren nach Graz, um sich mit austriagroßen Resettern im Ministeramt etwa über die Zukunft der (ihrer?) Kapitalanlagen auszutauschen?

    Höchstwahrscheinlich ist es aber auch gut, dass die Menschen mehrheitlich Peter Pan für den „reichsten Menschen der Welt“ halten. Das ist menschlich weit weniger ernüchternd und für viele sogar „irgendwie cool“ und motivierender, als Mister Burns auf Youtube bei der Offenbarung seiner atemberaubenden Sammelleidenschaft zuzuhören. Auch sein letztes Hemd hat keine Tasche. Ist doch „fair“, nicht?

  10. Charly1 1. Juli 2022 at 9:36Antworten

    Tabelle der reichsten Deutschen 2021
    Platz Name Alter Vermögen
    1. Beate Heister und Karl Albrecht Jr. 69/73 42,5 Milliarden US-Dollar
    2. Dieter Schwarz 81 36,8 Milliarden US-Dollar
    3. Susanne Klatten 58 26,7 Milliarden US-Dollar
    4. Klaus-Michael Kühne 83 22,3 Milliarden US-Dollar
    5. Theo Albrecht, Jr. 71 22 Milliarden US-Dollar
    6. Stefan Quandt 54 20,7 Milliarden US-Dollar
    7. Reinhold Würth & Familie 85 20,6 Milliarden US-Dollar
    8. Heinz Hermann Thiele & Familie 79 18,2 Milliarden US-Dollar
    9. Dietmar Hopp & Familie 80 16,1 Milliarden US-Dollar
    10. Hasso Plattner & Familie 76 15,03 Milliarden US-Dollar

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