MedUni Münster: Kontakt mit saisonalen Coronaviren begünstigt milden Verlauf von COVID-19

Schon seit Beginn des Vorjahres haben kundige Wissenschaftler darauf hingewiesen, dass SARS-CoV-2 alles andere als „neuartig“ ist und etwa 80 Prozent eine Grundimmunität haben. Das namensgebende Spikeprotein kommt bei allen Coronaviren vor und das Immunsystem erkennt es mit Antikörpern, B- und T-Zellen wieder, auch wenn es durch Variation und Mutation leicht verändert wird. Eine Studie der Universität Münster belegt dies neuerlich.

Ab März und April 2020 erschienen die ersten Studien, die aufzeigten, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung doch bereits über eine gewisse Immunität gegen das neue Virus verfügt, die durch den Kontakt mit früheren Coronaviren (Erkältungsviren) erworben wurde. Bei 62 Prozent der 6- bis 16-jährigen wurden sogar neutralisierende Antikörper gefunden. In einer Studie der Universität Tübingen wurden die genauen T-Zell-Mechanismen, die die SARS-CoV-2-Kreuzreaktivität steuern, identifiziert und charakterisiert. Insbesondere konnte man bei 81 Prozent der nicht exponierten Personen für SARS-CoV-2 kreuzreaktive T-Zellen nachweisen.

Ein Forscherteam der Universitätsmedizin Münster hat ebenffalls in zwei Studien einen Zusammenhang von Ansteckungen mit einem saisonalen Coronavirus und einem milden Verlauf von SARS-CoV-2-Infektionen belegen. Demnach treten bei einer früheren Infektion mit dem saisonalen Coronavirus OC43 schwere Krankheitsverläufe bei COVID-19 seltener auf. Die Hypothese für diese Schutzwirkung entstand aus den Daten von genesenen COVID-19-Patienten, die im Frühjahr 2020 einem Aufruf der Universität für eine Coronaplasma-Studie gefolgt waren.

Unsere daraus abgeleitete Empfehlung ist, dass OC43-Antikörper bei stationär aufgenommenen COVID-19-Patienten gemessen und als Teil der Risikobewertung betrachtet werden“, sagt Prof. Hartmut Schmidt, Direktor der Medizinischen Klinik B (Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie, Klinische Infektiologie) am der Universltätsklinik.

Die COVID-19-Pilotstudie aus Münster mit 60 Patienten zur Bedeutung von früheren Infektionen mit saisonalen Coronaviren auf den Krankheitsverlauf wurde von Tanja Grote-Westrick (Institut für Virologie/Abt. für Klinische Virologie) und Prof. Martin Dugas (Institut für Medizinsche Informatik) im International Journal of Infectious Diseases publiziert. Die Ergebnisse konnten jetzt von den Autoren in einer Multicenter-Validierungsstudie mit knapp 300 Patienten aus Deutschland und Frankreich bestätigt werden, die im Journal of Clinical Virology veröffentlicht wurde.

Beide Studien belegen, dass im Vergleich zu anderen COVID-19-Patienten vor allem jene Patienten kritisch erkrankten, bei denen sich keine Antikörper gegen das sogenannte Nukleokapsid-Protein von HCoV OC43 nachweisen ließen“, erklärt Institutsdirektor Prof. Martin Dugas. Neben einer vorausgegangenen Infektion spielen zudem der Zeitpunkt ab dem 40. Lebensjahr und das Geschlecht eine erhebliche Rolle. In der Pilotstudie waren 17 der 19 Patienten mit Intensivtherapie Männer im Alter von 50 bis 65 Jahren. „Wir haben auch in der Folgestudie keine signifikanten Unterschiede im Krankheitsverlauf feststellen können, unabhängig davon, ob die Patienten 40, 60 oder 80 Jahre alt waren, sofern keine schweren Vorerkrankungen vorlagen. Patienten in der zweiten Lebenshälfte, insbesondere Männer ohne OC43-Antikörper, hatten generell ein deutlich erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf“, so Dugas. Er fordert mit Blick auf die Daten, „die aktuelle Impfstrategie auf Personen ab 40 Jahren auszurichten“.

Die Studien belegen auch wieder, dass die Impfung von Kindern und  Jugendlichen für diese keinen wie immer gearteten Vorteil bringen, daher jeglicher Ethik massiv widersprechen und in Österreich auch rechtswidrig sind, denn sie sind nach §42 Arzneimittelgesetz nicht erlaubt.

Insgesamt waren etwa 20 Prozent der untersuchten Patienten OC43-Antikörper negativ, was mit den Ergebnissen früherer Studien übereinstimmt.

Uniklinik Münsteer testet Patienten seit März auf OC43-Antikörper

Aufgrund der Erkenntnisse plädiert das Forscherteam außerdem dafür, sich bei COVID-19-Patienten bei der Risikobewertung nicht rein auf ein fortgeschrittenes Alter und Vorerkrankungen zu stützen. „Mit der zusätzlichen Bestimmung der Antikörper haben wir in der Pandemie einen weiteren Baustein, um diese sehr komplexe Erkrankung COVID-19 zu verstehen“, sagt Prof. Joachim Kühn, Ärztlicher Leiter der Klinischen Virologie am UKM.

Die Testung auf OC43-Antikörper sei mittels eines preiswerten kommerziellen Testes zuverlässig möglich. „Mit einer Blutprobe können wir innerhalb kurzer Zeit ein Ergebnis liefern“, so Kühn. „Damit ist es kein Problem, diesen Parameter bei allen stationär aufgenommenen Patienten zu erheben.“

Am Universitätsklinikum Münster erfolgt das bereits seit März für alle COVID-19-Patienten, um diese je nach Ergebnis sehr engmaschig zu überwachen. „Wir haben mit der Testung erstmalig eine Screeningmöglichkeit, aus der wir eine Prognose für den Krankheitsverlauf ableiten und neue Therapiemöglichkeiten bei COVID-19 für diejenigen Patienten nutzen können, die sie am meisten benötigen“, sagt Prof. Hartmut Schmidt. „Diese Chance sollten wir nutzen.“

Die Idee, vorangegangenen Infektionen auf den Grund zu gehen, stammt unter anderem aus den Ergebnissen der im Frühjahr 2020 initiierten Coronaplasma-Studie des UKM mit 4010 Teilnehmern aus ganz Deutschland. „Unter den Personen mit mildem COVID-Verlauf hatten sehr viele Kontakt zu Kindern unter zehn Jahren“, erklärt Studienleiter Schmidt.

Daraus sei die Hypothese entstanden, dass eine sogenannte childhood-related infection, also zum Beispiel eine Erkältung, die Eltern und Pädagogen von Kindern weitergegeben bekommen, einen protektiven Effekt gegen COVID-19 haben kann. Die Ergebnisse dieser Befragung wurden bereits im vergangenen Jahr publiziert, ebenfalls im International Journal of Infectious Diseases.

Ähnliche Studien in Schottland und England haben ebenfalls gezeigt, dass der Kontakt mit Kindern sowohl das Risiko einer Infektion als auch von Krankheit reduziert. Es wurde festgestellt, dass das Risiko abnimmt, je mehr Kinder im Haushalt wohnen.

Wir sehen wieder, dass der Kontakt zu Kindern sogar schützt. Die Behauptung, dass von Kindern Gefahren für Erwachsene  ausgehen, ist offensichtlich völlig falsch und das ist auch schon längst bekannt.


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16 Kommentare zu „MedUni Münster: Kontakt mit saisonalen Coronaviren begünstigt milden Verlauf von COVID-19

  1. es gibt keine von aussen kommenden Viren!! Wann wird sich diese schon vor hundert Jahren entdeckte Wahrheit durchsetzen? siehe: „Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles“!!!

    1. genau! und die uns regierenden Eltien lachen sich ins Fäustchen über diejenigen Dummköpfe, die auf diese Ansteckungstheorie hereinfallen!! ausser Aontoine Bechamp gab es noch etliche, die diese feststellten, bis in die heutige Zeit:; siehe die Endosomen und Exosomen-Theorie: Claude Bernard, Prof. Günther Enderlein, Gaston Naessons, Dr. Robert Young, Dr. Andrew Kaufmann, Dr. Leonard Coldwell, Dr. Enricho Edinger, Karstedt Kaiser, Jan Rappoport, Dr. Klinghardt, Dr. Manfred Doepp.Dr.l Juliane Sacher, Dr. Stefan Lanka, Hans Tolzin etc. etc. hier: https://www.krebspatientenadvokatfoundation.com/die-virus-luege/

  2. Das traurige ist, dass ist alles bekannt und das seit Jahrzehnten. Man weiß, dass Kindergärtner und Lehrer am längsten leben (letztere nicht wegen der üppigen Freizeit und des gihen Salärs), weil sie ihren Alltag mit Kindern verbringen und ihr Immunsystem dauerhaft trainiert wird.

    Das gleiche gilt für Eltern oder Verwandte, die oft die Betreuung übernehmen.

    Anstelle Kindern Masken aufzusetzen, sollte man sich von ihnen anhusten und -niesen lassen und aus dem gleichen Becher trinken.

    Wenn jetzt die Kinder geimpft werden, dann geht dieser Vorteil verloren.

  3. Ich habe mir schon im März 2020 gedacht, wenn man jetzt alles zudreht und die Infektionskurve so flach wie möglich hält, dann dauert das ja endlos, bis das wieder vorbei ist. Eigentlich sollte uns bekannt sein, dass nicht die Vermeidung unser Immunsystem so stark gemacht hat, sondern das Training. Auch kann das großzügige Verteilen von Desinfektionsmitteln nur kontraproduktiv sein. Siehe Hautpilze und Allergien jeglicher Art. Aber, es ist müßig darüber zu debattieren, denn es geht schon lange nicht mehr (wenn überhaupt jemals) um unsere Gesundheit und darum ist auch überall der Deckel drauf und nichts kommt auf von neuen Erkenntnissen durch Studien.

  4. Schön langsam können ohnehin nur mehr die allerirrsten, „kontrollierten“ Fakten weitergegeben werden!
    Die verantwortlichen befinden sich offensichtlich wie ein Kaninchen vor der Schlange!
    Stelle man sich vor, die Bundesregierung beauftragt einen sehr renommierten Risikoexperten. Bergholz -Siemens-Infeon!
    Der erklärt Ihnen das genaue Gegenteil vom dem was sie so die ganze Zeit anstellt.
    Und keinen interessiert das!

    1. solange Gates mit seiner Foundation Wissenschaftler und medien kauft wird es sehr schwer sein etwas zu ändern. Man hinterfrage immer wer im Hintergrund so mancher Experten und Politiker die Fäden zieht. Gates hat auch Kurz getroffen sowie auch einige der deutschen regierung.
      Ein Schelm der böses denkt.
      Warum wohl sind die Mitarbeiter der GAVI immun gegen strafen etc.?

  5. Das ist nur eine Korrelation. Die Leute ohne Antikörper haben wahrscheinlich einfach ein schwächeres Immunsystem. Die saisonalen Coronaviren bieten keinen Schutz, dass ist schon länger klar.

    1. Das ist ein sinnloses, ignorantes Geschwurbel: „Antikörper“ bilden sich auf Umweltgifte, die von aussen eindringen und im Körper nichts verloren haben. und nicht gegen Viren oder Bakterien, die helfen uns, den Giftcocktail auszurümen, sie bilden sich im Körper selbst und dringen nicht von aussen ein!!!!

  6. Warum verweist Prof. Dugas, trotz dieser positiven Ergebnisse, dennoch auf »die aktuelle Impfstrategie …«?
    Warum nicht eine klare Ansage in Richtung „Es besteht kein Bedarf an C-Impfungen“?

    Was mag hinter Dugas‘ Empfehlung, nur „über 40-Jährige zu impfen“, stecken?

    1. Lieber Herr Mayer, super, daß Sie diese Studie in einen extra Artikel genommen haben. Herzlichen Dank dafür.

    2. Dass alle drunter auf keinen Fall geimpft werden, weil die Meisten diese OC43-Antikörper haben. Alle, die mit Kindern immer Kontakt haben – auch alte Menschen mit ihren Enkeln – haben wohl diese OC43-Antikörper. Dies kann ich mit meinen Eltern (jenseits der 80er) bestätigen

      Wenn sich Leute impfen lassen wollen, dann bitte den Link der Uni Münster weitergeben. Mehr kann man nicht tun.

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