Florida vs Kalifornien: keine Auswirkung von Lockdown und strikten Maßnahmen

Viele Vergleiche von Ländern und Regionen mit unterschiedlichen Maßnahmen haben schon gezeigt, dass Lockdowns und andere strikte Maßnahmen keine Vorteile bei Infektionen oder Todesfällen gebracht haben. Eine detaillierte Studie von vier Stanford Wissenschaftlern unter Führung von John Ioannidis, hat das durch einen detaillierten Vergleich von zwei Ländern mit lockeren Maßnahmen gegen acht mit sehr strikten untermauert.

Interessante Vergleiche ermöglichen die USA, in denen Staaten je nach politischer Farbe der Gouverneure sehr unterschiedliche Maßnahmen umgesetzt haben oder noch immer anordnen – demokratische Gouverneure mit harten Lockdowns nach chinesischen Vorbild und Republikaner mit sehr lockeren oder gar keinen Maßnahmen. Auf das Beispiel der beiden benachbarten Dakotas habe ich wiederholt hingewiesen.

Eine sehr gute Vergleichsmöglichkeit liefern auch Florida und Kalifornien. Von den Maßnahmen in Florida gab es kürzlich bei der Superbowl einen guten Eindruck: keine Masken, kein Abstand, alles geöffnet. Florida und Kalifornien sind sich bemerkenswert ähnlich, was das warme Klima, die Strände, die touristischen Ziele, die Einwandererbevölkerung und vieles mehr angeht, aber beide Staaten könnten nicht unterschiedlicher sein, was den Umgang mit der Covid-19-Pandemie betrifft. In Florida gibt es so gut wie keine pandemiebedingten Einschränkungen, während in Kalifornien strenge Lockdown-Maßnahmen gelten. Florida ist traditionell von Republikanern, Kalifornien von Demokraten regiert.

In Kalifornien sind dagegen praktisch alle öffentlichen Schulen geschlossen, Restaurants müssen sich an strenge Kapazitätsgrenzen halten, Reisende müssen für zehn Tage in Quarantäne gehen, und die Liste geht weiter. Im Gegensatz dazu sind in Florida alle Schulen für den Unterricht geöffnet, es gibt keine landesweiten Beschränkungen für Restaurants und es gibt keine Reisequarantäne, die vom Staat verhängt wurde. Das führt dazu, dass Floridas aktueller Strengheits-Score mit 33,8 im Vergleich zu Kaliforniens 58,8 niedrig ist.

Die Unterschiede

Während die Medien den kalifornischen Gouverneur Newsom wegen seines autoritären Ansatzes als „Lockdown-Fanatiker“ bezeichnen, nennen sie den Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, „DeathSantis“, weil er zu locker ist. Die beiden Gouverneure sind polare Gegensätze in der Art, wie sie mit Covid umgehen, aber ihre Ergebnisse sind eigentümlich ähnlich. Ron DeSantis hat sich von einigen Top Wissenschaftlern beraten lassen. Sein Gespräch mit den Stanford Professoren Nobelpreisträger Michael Levitt, Martin Kulldorff und Jay Bhattacharya könnt ihr hier nachsehen und nachhören. Es ist die Basis für den Umgang von Florida mit Corona.

Insgesamt gab es in Kalifornien mehr „bestätigte Fälle“ pro 100.000 Menschen, während in Florida mehr Todesfälle pro 100.000 Einwohnern zu verzeichnen waren. Während des Sommers 2020 stiegen die Fälle und Todesfälle in Florida sprunghaft an, aber der Trend änderte sich von November bis Januar, als die Fälle und Todesfälle in Kalifornien ihren Höhepunkt erreichten.

Ein Grund, warum Florida mehr Todesfälle, aber weniger „Fälle“ hat, ist der höhere Anteil von älteren Menschen, die anfälliger für das Virus sind und einen größeren Teil der Bevölkerung Floridas ausmachen. Tatsächlich hat Florida mit etwa 16,5 % die zweitgrößte Bevölkerung über 65 Jahre, liegt aber bei den Todesfällen auf Platz 27 in den USA. Die älteren Menschen in Kalifornien hingegen machen 14,8 % der Bevölkerung des Bundesstaates aus. Dennoch hat Kalifornien mit 2,27 Todesfällen pro 100 Einwohner die schlechteren Ergebnisse in Pflegeheimen, während in Florida 0,72 Todesfälle pro 100 Einwohner zu verzeichnen sind. Das folgende Diagramm zeigt im direkten Vergleich, dass die Statistiken ähnlich sind und dass ein Staat nicht eindeutig besser abschneidet als der andere.

Große wirtschaftliche und soziale Unterschiede

Die Daten zeigen also, dass Lockdown-Maßnahmen keinen signifikanten Einfluss auf die Senkung der Zahl der Covid-Fälle und Todesfälle haben. Ein Blick auf das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen der Bundesstaaten offenbart jedoch eine größere Ungleichheit.

Erstens ist die Arbeitslosenquote in Florida konstant niedriger als die in Kalifornien, wie das American Institute for Economic Research schreibt. Im Dezember 2020 lag die (vorläufige) Arbeitslosenquote in Florida bei 6,1 %, während sie in Kalifornien 9 % betrug. Das bedeutet, dass in Kalifornien 1.700.383 Menschen arbeitslos sind, während es in Florida 614.327 sind. Das BIP ist im Q2 in Kalifornien stärker gefallen als in Florida und im Q3 weniger angestiegen.

Unzufriedenheit in der Bevölkerung

Während Gouverneur Newsom seinen Staat trotz eklatanter negativer Folgen in einem strikten Lockdown hält, werden die Kalifornier zunehmend wütend und lancieren Petitionen für eine Normalisierung und Newsons Abberufung. Mit Stand vom 2. Februar liegt Newsoms Zustimmungsrate bei 46%, ein starker Rückgang gegenüber dem Septemberwert von 64%. In der Zwischenzeit ist DeSantis im grünen Bereich mit einer Zustimmungsrate von 54%.

Die gegensätzliche Abschottungspolitik der Staaten könnte zu einer Zukunft führen, die sehr unterschiedlich aussieht. Immer mehr Menschen fliehen aus Kalifornien an Orte wie Tennessee, Texas und Florida, da sie weiterhin in ihrer Freiheit, zu arbeiten und zur Schule zu gehen, eingeschränkt werden. Kalifornien ist bekanntlich die Heimat zahlreicher Tech-Unternehmen, die Millionen von Menschen beschäftigen, aber mit der Fernarbeit und dem Wunsch nach billigeren Lebensbedingungen und weniger autoritären Regierungen, könnten die Kalifornier weiterhin abwandern.


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3 Kommentare zu „Florida vs Kalifornien: keine Auswirkung von Lockdown und strikten Maßnahmen

  1. Ich halte den Vergleich Kalifornien-Texas für ein plausibles Argument gegen harte Lockdowns, mehr noch gilt dies natürlich etwa für die öfters zitierte Ioannidis-Studie.

    Ich vermute allerdings, dass man „ScharfmacherInnen“ a la ZeroCovid damit nicht erreichen können wird. Die Argumentation dürfte sein: Das besagt alles gar nichts, denn die Lockdowns waren bloß nicht „hart“ genug bzw. wurden nicht rigoros genug durchgesetzt.

    Ebenso könnte man natürlich für die (gescheiterte) Alkoholprohibition oder den (gescheiterten) „Krieg gegen Drogen“ argumentieren: Mit mehr Gewalt, Law and Order (Polizeistaat) und entschlossenen militärischen Interventionen in den Anbaugebieten hätte das funktioniert, und die Welt wäre von den Geißeln des Alkohols und der Drogen (Kokain, Heroin etc.) befreit. Gesundheit über alles.

    Erschreckend ist für mich, dass ZeroCovid-AnhängerInnen offenbar nicht bemerken, in welcher Gesellschaft sie sich mit ihren Vorstellungen befinden. Das gilt im weiteren Sinne auch für die Degrowth-Bewegung, die die Lockdowns ja fast abgefeiert hat, weil die Leute der Meinung sind, die drohende Klimakatastrophe könnte nur mehr durch ein weltweites, koordiniertes Runterfahren der Wirtschaft verhindert werden.

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  2. Leider haben unsere angeblichen Experten entweder nie irgendwelche Studien etc. angesehen die längst sagen das ein Lockdown massiven Schaden anrichtet und auch die Todeszahlen stärker steigen
    Oder man macht dies bewusst um die Wirtschaft und Menschen umzubringen.

    Es ist erschreckend wenn angebliche Experten und Politiker auf immer weitere Lockdowns drängen obwohl von Gesetzeswegen keine Nit gegeben ist-man hält immer nur auf Verdacht und nicht genehmigte PCR Test.

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