Studie: Kinder tragen nichts zu Infektionen bei und Schulschließungen sind ohne Einfluss

Ein immer wieder kontrovers diskutiertes Thema ist, ob Kinder zum Infektionsgeschehen beitragen oder nicht. Bei der Grippe ist das nämlich sehr wohl der Fall und Kinder gehören sogar zur gefährdeten Gruppe. Bei Corona ist es eindeutig so, dass die Sterblichkeitsrate der normalen Altersverteilung folgt. Das heißt, es sterben vorwiegend Personen über 85 und auch in Österreich niemand unter 35.

Doch kursiert immer wieder die Frage, ob wir wollen, dass Kinder Oma und Opa anstecken und für ihren Tod verantwortlich sein sollen. Dabei gab es schon frühzeitig Studien, die belegen, dass Kinder kaum jemand anstecken. Schon im März wurde bei 863 Schülern und Lehrern in 15 Schulen in Australien festgestellt, dass Schüler die Lehrer nicht anstecken und es nur 2 sekundäre Infektionen von Kindern gab.

Ähnliche Befunde gab es von vielen anderen Studien, mit Ausnahme einer Drosten Studie, die wegen angeblich hoher Virenlast eine hohe Infektiosität behauptete. Die Studie hat es seit Mai nicht durch die Peer Review geschafft.

Bei Kindern zeigen sich bei Infektion mit SARS-Cov-2 so gut wie nie Symptome. Symptome treten aber dann auf, wenn sich Viren rasch vermehren, viele Zellen befallen und das Immunsystem diese vernichtet. Gibt es nur wenige Viren, machen sich auch keine Symptome bemerkbar und die Infektiosität ist klarerweise gering oder gar nicht vorhanden.

Britische Studie bei über 9 Millionen Erwachsenen

Im Auftrag des National Health System (NHS) England wurde eine bevölkerungsbezogene Kohortenstudie durchgeführt, bei der Primärversorgungsdaten, Krankenhaus- und Intensivpflegeeinweisungen sowie Todesfälle von Patienten verwendet wurden. Es wurden die Risikorate (Hazard Ratios – HR) für den Zeitraum vom 1. Februar bis zum 3. August 2020 berechnet und dabei Erwachsene verglichen, die mit und ohne Kinder im Haushalt leben.

Unter 9.157.814 Erwachsenen bis 65 Jahren führte das Zusammenleben mit Kindern im Alter von 0-11 Jahren zu keinem erhöhten Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion oder einer Krankenhaus- oder Intensivstationsaufnahme wegen COVID-19. Das Risiko eines COVID-19-Todes (HR 0,75, 95%CI 0,62-0,92) war deutlich geringer.

Das Zusammenleben mit Kindern im Alter von 12-18 Jahren war mit einem geringfügig erhöhten Risiko einem SARS-CoV-2-Infektion verbunden (HR 1,08, 95%CI 1,03-1,13), jedoch ohne einem höheren Risiko einer COVID-19 Erkrankung.

Das Zusammenleben mit Kindern jeden Alters war auch mit einem geringeren Risiko assoziiert, an Ursachen zu sterben, die nicht mit COVID-19 zusammenhängen. Bei 2.567.671 Erwachsenen älter als 65 Jahre gab es keinen Zusammenhang zwischen Kindern im Haushalt und Ergebnissen im Zusammenhang mit SARS-CoV-2. Es gab keinerlei Veränderungen des Risikos nach der Schließung der Schulen.

Kein von Kindern ausgehendes Risiko für Erwachsene

Eine ähnliche Studie wurde bei NHS Mitarbeitern in Schottland gemacht. Diese hatte ergeben, dass Kinder im Haushalt das Risiko einer Infektion und Erkrankung reduzieren, und zwar umso stärker je mehr Kinder es im Haushalt gibt. Die Ergebnisse dieser weit größeren Studie in England zeigen ebenfalls, dass es für Erwachsene, die mit Kindern leben, keinen Beweis für ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19 Erkrankungen gibt.

Erwachsene im erwerbsfähigen Alter, die mit Kindern im Alter von 0 bis 11 Jahren leben, haben im Vergleich zu Erwachsenen, die ohne Kinder leben, ein geringeres Risiko, an COVID-19 zu sterben. Beim Vergleich der Zeiträume vor und nach der Schließung der Schulen gab es keine Veränderungen des Risikos einer SARS-CoV-2-Infektion und schwerer Folgen von COVID-19.

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