Ungarische Medien empört über Methoden der Massenrekrutierung in Transkarpatien

26. Januar 2023von 2,6 Minuten Lesezeit

Die Ukraine ist ein Vielvölkerstaat mit Gebieten unterschiedlicher ethnischer und muttersprachlicher Besiedelung. Transkarpatien hat eine starke ungarische Minderheit um deren Wohlergehen sich die Regierung in Budapest schon mehrfach öffentlich besorgt gezeigt hatte. Die schlechte Situation im Krieg gegen Russland oder eine Reaktion auf die Stellungnahmen der ungarischen Regierung hat zur Konskription von wehrfähigen Männern der ungarischen Bevölkerungsgruppe durch die Behörden der Ukraine geführt.

Es kursieren im Internet viele Videos, die Methoden bei der Rekrutierung wehrfähiger Männer zeigen, die an die Vorgangsweise der Presskommandos erinnern, mit dem die britische Navy die Mannschaft für ihre Kriegsschiffe im 16. und 17. Jh. zusammengetrieben hat. Die ukrainischen Behörden führen in Transkarpatien die größte Mobilisierung seit Beginn des Konflikts durch, die mit hohen Verlusten für die transkarpatische 128. Gebirgsjägerbrigade bei Soledar erklärt wird. Die ungarische Tageszeitung PestiSrácok.hu wirft dies Kiew unter Berufung auf Anwohner vor. (Titel des Artikels: „Mint a barmokat, úgy fogdossák össze a férfiakat Kárpátalján – Nézze meg helyszíni videóriportunkat!“ – „Männer werden in den Unterkarpaten wie Vieh verprügelt – Sehen Sie unseren Videobericht vom Tatort!“)

Nach deren Einschätzung wurde Transkarpatien in den letzten Tagen von Hunderten ukrainischer Militärs und Polizisten überschwemmt. „Sie registrieren sich, verteilen Vorladungen und holen sie ab: auf der Straße, auf dem Markt, im Bus, im Kindergarten, in Cafés… Sie dringen bereits in Häuser ein“, schreibt die Publikation:

„Das Team von PestiSrácok.hu war in den Unterkarpaten, wo die schlimmste Zwangsrekrutierungsaktion seit Kriegsausbruch stattfindet. Aufgrund der größeren Verluste, die so hoch sind wie nie zuvor, werden drastische Methoden angewandt, um die Bestände wieder aufzufüllen. Lokalen Quellen zufolge wollen sie bis zum Frühjahr 10.000 Menschen aus den Unterkarpaten rekrutieren. In unserem Bericht zeigen wir Ihnen einige erstaunliche Aufnahmen, die man fast als Entführung bezeichnen könnte. Wir haben erfahren, dass allein in der letzten Woche 90 Personen in der Einberufungsquote waren, und das nur im Bezirk Chap. Entweder erfüllen die Wehrpflichtigen die Quote oder sie werden … durch den Fleischwolf gedreht, wie die Soledar-Aufnahmen zeigen. Hinzu kommt, dass die Verfolgung und Enteignung der verbliebenen Ungarn in den Unterkarpaten ein beispiellos brutales Ausmaß erreicht hat.“

Anwohner sagten auch, dass die Aufgabe darin besteht, 10.000 Menschen in der abgelegenen Region Transkarpatien von der Front aus zu mobilisieren, um eine große Brigade zu bilden. „In Mukatschewo zum Beispiel wurde neulich ein ganzer Markt geschlossen, Soldaten und Polizisten kamen herein, und alle, die diensttauglich aussahen, wurden in einen Bus geladen und abtransportiert“, so ein Augenzeuge gegenüber der Publikation.

Es ist immer wieder von einer Teilung der Ukraine die Rede, bei der Teile des jetzigen Staatsgebietes an Polen. Rumänen und Ungarn fallen könnten, wobei letztere eben Transkarpatien bekommen würden. Wobei es in Transkarpatien auch eine rumänische Minderheit gibt.


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10 Kommentare

  1. Jörg Gäbler 29. Januar 2023 at 2:21Antworten

    Soll der Mensch den Menschen nie mehr nach der Schlacht betrauern muss auf dieser Erde eben Friede wie das eigene Leben kostbar sein.Jetzt erhebt dieser elende Udo Lindenberg nicht mehr sein Stimme. Man wie man von diesen ganzen elendigen Kriegsgeilen Gestalten angewidert ist ich sage nur abscheuliche Politiker,die Plagen der Menschheit.Der Schwab Satan und dessen Lakaien wie so schlug keine verheerende Waffe in Davos ein ?

  2. Olaf 26. Januar 2023 at 20:49Antworten

    Der Bericht ist erstunken und erlogen.

    Meinen Freunde aus Mukatschewo berichteten mir heute ganz etwas anderes.
    Niemand wird in Busse verfrachtet und abtransportiert.
    Wehrfähige Männer werden aufgesucht und es wird ihnen ein Dokument ausgehändigt mit dem sie sich bei den Rekritierungsbüros melden müssen.
    Das ist völlig normal in einem Land wo das Kriegsrecht gilt.

    • Sebastian 26. Januar 2023 at 22:31Antworten

      Es muss ja zum Teil etwas dran sein. Denn die Videos wirken echt und
      nicht gestellt.

  3. Murgtäler 26. Januar 2023 at 18:56Antworten

    Was soll man von einem Staat der seit Jahrzehnten durch und durch korrupt ist und trotz EU-Hilfsgelder die Menschenrechtssituation nicht im geringsten verbessert hat auch erwarten.

  4. Andreas I. 26. Januar 2023 at 10:55Antworten

    Hallo,
    wenn eine Regierung Minderheiten / Bevölkerungsgruppen so behandelt, dann hat die Bevölkerung auch Gründe, für eine Teilung bzw. Abspaltung zu sein.

    Da frage ich mich mal wieder, ob Brzezinski wirklich ein großer Stratege war oder nur ein weiterer Psychopath, der in Washington zu den anderen passte.
    Wenn Operation Cyclone (Afghanistan) auf Brzezinski zurückgeht, okay die hatte funktioniert und ihr Ziel erreicht.
    Aber die Ukraine an die USA zu binden, wie es Brzezinski empfohlen hatte, das birgt ja – wie man jetzt sieht – das Risiko, dass von der Ukraine gar nicht so viel übrig bleibt.

  5. Fritz Madersbacher 26. Januar 2023 at 9:55Antworten

    Die Zwangsrekrutierung von Kanonenfutter zeigt die wahre Lage der NATO-Junta und ihrer Befehlsgeber im Westen auf. Mit Kadavergehorsam ist kein Krieg zu gewinnen, wie die Geschichte lehrt, vor allem auch die deutsche. Die NATO-Journaille behauptet von der Gegenseite, worüber sie im eigenen Bereich schweigt – wie gehabt. Das (erzwungene) Erwachen aus ihrem Kriegsrausch wird desaströs …

  6. OMS 26. Januar 2023 at 8:43Antworten

    Wer will schon für Nazis kämpfen? Alle verantwortlichen Politiker welche für die Waffenlieferungen an die Ukraine sind an die Front!

    • Hausmann_Alexander 26. Januar 2023 at 10:52Antworten

      Sehr guter Vorschlag!
      Keine 5 Minuten überleben die, so wie die Soldaten und Zwangsrekrutierten.
      Sinnloses Menschensterben.

    • Stunning Greenhorn 26. Januar 2023 at 11:38Antworten

      Ergänzung hierzu aus Remarques „Im Westen nichts Neues“: „Kropp dagegen ist ein Denker. Er schlägt vor, eine Kriegserklärung solle eine Art Volksfest werden mit Eintrittskarten und Musik wie bei Stiergefechten. Dann müssten in der Arena die Minister und Generäle der beiden Länder in Badehosen, mit Knüppeln bewaffnet, aufeinander losgehen. Wer übrigbliebe, dessen Land hätte gesiegt. Das wäre einfacher und besser als hier, wo die falschen Leute sich bekämpfen. Der Vorschlag gefällt.“ Die gute Idee ist schon über hundert Jahre alt und kommt bei Soldaten gut an (die nach Reinhard Mey ohnehin nach Haus wollen).

  7. 1150 26. Januar 2023 at 7:46Antworten

    das wird aber der nato bündnisstreue der slowaken und ungarn sicher nicht gut tun und die türkei liebäugelt schon offen mit dem austritt aus der nato.

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