Ist der Dritte Weltkrieg schon in Gang oder kommt er noch?

16. Januar 2023von 9,1 Minuten Lesezeit

Mittlerweile ist immer klarer, dass in der Ukraine ein Krieg zwischen der NATO und Russland abläuft mit überwiegend ukrainischem Personal unterstützt von Söldnern aus aller Welt vorwiegend aber von seinen europäischen Nachbarn. Ein breite Palette von US-Waffen steht dafür zur Verfügung und demnächst sollen wieder deutsche Panzer nach Osten rollen. Die USA eskalieren auch die Situation rund um Taiwan laufend. Ist das schon ein Weltkrieg, kommt er noch, oder kann er vermieden werden?

Kürzlich erklärte der Kommandant des US Marine Corps (USMC) in Japan, dass das Pentagon einen Krieg gegen China vorbereitet. Der US-General äußerte sich zur laufenden Bewaffnung Taiwans und behauptete, diese diene dazu, die Insel „vorzubereiten“, ähnlich wie das Kiewer Regime seit 2014. Mehr dazu hier.

Die Ukraine ist bereits de facto Mitglied der NATO.“ – erklärte Oleksii Reznikov, Verteidigungsminister der Ukraine.

Daran anschließend schreibt der frühere stellvertretende Finanzminister in der Regierung Ronald Reagan, Paul Craig Roberts, über die drastisch ausgeweiteten Waffenlieferungen der NATO in das Kriegsgebiet:

Wenn die Berichte stimmen, dass moderne westliche Waffensysteme in die Ukraine geliefert werden sollen – die neuesten US-amerikanischen und deutschen Panzer, Patriot-Raketensysteme und andere aktuelle Waffen – dann hat Minister Reznikov recht.

Diese Waffen setzen voraus, dass die Ukraine noch genügend Soldaten hat, um sie einzusetzen. Es wird Monate dauern, die Ukraine auf diese Waffen vorzubereiten. Für die Lieferung, die Wartung und den Schutz der Waffen vor russischen Luft- und Raketenangriffen ist ein logistisches System erforderlich. Dies erfordert US/NATO-Personal vor Ort in der Ukraine, wenn die Waffen effektiv eingesetzt werden sollen.

Mit anderen Worten: Die „begrenzte militärische Operation“ hat sich zu einem Krieg zwischen den USA/NATO/Ukraine und Russland ausgeweitet.“

Roberts schreibt weiter, dass die Entblößung europäischer NATO Mitglieder von Waffen, Russland und Verbündete regelrecht einladen könnte „einfach durch das waffenarme Baltikum und Finnland um Deutschland herum nach Frankreich fegen und nach Serbien zurückkehren, so dass Ost- und Westeuropa abgeschnitten und umzingelt wären. Doch damit würde der Krieg offiziell zu einem Krieg mit der NATO, und die USA müssten ihre einzigen Mittel einsetzen – Atomwaffen.

Dieses letztere Szenario ist wohl eher weit hergeholt, Russland hat auch den fliehenden Napoleon nicht bis in seine Heimat verfolgt. Der französische Le Figaro hat ein Interview mit dem bekannten Anthropologen Emmanuel Todd veröffentlicht – Emmanuel Todd: „La Troisième Guerre mondiale a commencé“ – in dem andere, realistischere aber keineswegs wünschenswerte Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

„Der dritte Weltkrieg hat begonnen“, lautet seine These. Todd ist ziemlich berühmt dafür, dass er den Zerfall der Sowjetunion richtig vorausgesagt hat, lange bevor er eintrat. Damals war er ziemlich allein.

Leider ist der Figaro-Artikel kostenpflichtig. Aber Arnaud Bertrand hat uns den Gefallen getan, das Wesentliche zu übersetzen. Hier einige Auszüge von Bertrands Thread über Todds Beitrag:

Er sagt: „Es ist offensichtlich, dass der Konflikt, der als begrenzter Territorialkrieg begann und sich zu einer globalen wirtschaftlichen Konfrontation zwischen dem gesamten Westen auf der einen Seite und Russland und China auf der anderen Seite ausweitet, zu einem Weltkrieg geworden ist.“

Er glaubt, wie übrigens auch Paul Craig Roberts immer wieder schreibt, dass „Putin schon früh einen großen Fehler gemacht hat, nämlich [dass] am Vorabend des Krieges [die Ukraine] nicht als eine junge Demokratie, sondern als eine Gesellschaft im Verfall und einen „gescheiterten Staat“ im Entstehen sah. […] Ich glaube, das Kalkül des Kremls war, dass diese zerfallende Gesellschaft beim ersten Schock zusammenbrechen würde. Aber wir haben im Gegenteil entdeckt, dass eine Gesellschaft, die sich im Zerfall befindet, wenn sie von externen finanziellen und militärischen Ressourcen genährt wird, im Krieg eine neue Art von Gleichgewicht und sogar einen Horizont, eine Hoffnung finden kann.

Er stimmt Mearsheimers Analyse des Konflikts zu: „Mearsheimer sagt uns, dass die Ukraine, deren Armee seit mindestens 2014 von NATO-Soldaten (Amerikanern, Briten und Polen) übernommen wurde, also de facto Mitglied der NATO war, und dass die Russen angekündigt hatten, dass sie die Ukraine niemals in der NATO dulden würden. Aus ihrer Sicht führen die Russen daher einen defensiven und präventiven Krieg. Mearsheimer fügte hinzu, dass wir keinen Grund hätten, uns über die eventuellen Schwierigkeiten der Russen zu freuen, denn da es sich für sie um eine existenzielle Frage handele, würden sie umso härter zuschlagen, je schwieriger es sei. Die Analyse scheint zuzutreffen„.

Er hat jedoch einige Kritikpunkte an Mearsheimer:

Mearsheimer, wie ein guter Amerikaner, überschätzt sein Land. Er ist der Ansicht, dass der Krieg in der Ukraine für die Russen existenziell ist, während er für die Amerikaner im Grunde nur ein ‚Machtspiel‘ unter anderen ist. Nach Vietnam, Irak und Afghanistan, was ist da ein weiteres Debakel? Das Grundaxiom der amerikanischen Geopolitik lautet: „Wir können tun, was wir wollen, denn wir sind geschützt, weit weg, zwischen zwei Ozeanen, uns wird nie etwas passieren„. Nichts wäre für Amerika existenziell.

Eine unzureichende Analyse, die Biden heute dazu bringt, kopflos vorzugehen. Amerika ist zerbrechlich. Der Widerstand der russischen Wirtschaft bringt das amerikanische imperiale System an den Rand des Abgrunds. Niemand hatte erwartet, dass die russische Wirtschaft der „Wirtschaftsmacht“ der NATO standhalten würde. Ich glaube, dass die Russen selbst nicht damit gerechnet haben.

Wenn die russische Wirtschaft den Sanktionen auf unbestimmte Zeit widersteht und es schafft, die europäische Wirtschaft zu erschöpfen, während sie selbst, unterstützt von China, bestehen bleibt, würde die amerikanische Währungs- und Finanzkontrolle über die Welt zusammenbrechen und damit auch die Möglichkeit der Vereinigten Staaten, ihr riesiges Handelsdefizit umsonst zu finanzieren. Dieser Krieg ist also für die Vereinigten Staaten existenziell geworden. Genauso wenig wie Russland können sie sich aus diesem Konflikt zurückziehen, sie können nicht loslassen. Deshalb befinden wir uns jetzt in einem endlosen Krieg, in einer Konfrontation, deren Ergebnis der Zusammenbruch des einen oder des anderen sein muss.“

Er ist der festen Überzeugung, dass die USA im Niedergang begriffen sind, sieht dies aber als schlechte Nachricht für die Autonomie der Vasallenstaaten:

Ich habe gerade ein Buch von S. Jaishankar, dem indischen Außenminister (The India Way), gelesen, das kurz vor dem Krieg veröffentlicht wurde. Er sieht die amerikanische Schwäche und weiß, dass die Konfrontation zwischen China und den USA keinen Gewinner haben wird, sondern einem Land wie Indien und vielen anderen Raum geben wird. Ich füge hinzu: aber nicht für die Europäer. Überall sehen wir die Schwächung der USA, aber nicht in Europa und Japan, weil eine der Auswirkungen des Rückzugs des imperialen Systems darin besteht, dass die Vereinigten Staaten ihren Einfluss auf ihre ursprünglichen Protektorate verstärken. Während das amerikanische System schrumpft, lastet es immer schwerer auf den lokalen Eliten der Protektorate (und ich schließe hier ganz Europa ein)…. Auf dem europäischen Kontinent sind wir durch unsere Landessprachen einigermaßen geschützt, aber der Rückgang unserer Autonomie ist beträchtlich, und zwar schnell. Erinnern wir uns an den Irakkrieg, als Chirac, Schröder und Putin gemeinsame Anti-Kriegs-Pressekonferenzen abhielten“.

Er unterstreicht die Bedeutung von Qualifikation und Bildung: „Die USA sind heute doppelt so bevölkert wie Russland (2,2 Mal in den Altersgruppen der Studenten). Aber in den USA studieren nur 7 % Ingenieurwissenschaften, während es in Russland 25 % sind. Das bedeutet, dass Russland 30 % mehr Ingenieure ausbildet, obwohl 2,2 Mal weniger Menschen studieren.

Wird Biden zum Rücktritt gezwungen und dann „Bidens Krieg“ beendet?

Es gibt aber auch noch andere durchaus plausible Theorien. Polnische Medien vermuten, dass sich die Regierung Polens auf eine Teilung der Ukraine vorbereitet. Es wird sogar das Datum für den Beginn der wahrscheinlichen polnischen Invasion in der Ukraine genannt – der 4. Mai.

Das kann Polen aber nur dann, wenn die USA es erlauben und wünschen. Das könnte aber durchaus der Fall sein, sieht man die neuesten Entwicklungen rund um Bidens Affäre der Geheimdokumente.

Generalstaatsanwalt Merrick Garland hat den US-Staatsanwalt in Chicago damit beauftragt, als geheim gekennzeichnete Dokumente zu prüfen, die im Penn Biden Center for Diplomacy and Global Engagement in Washington gefunden wurden, so zwei Quellen mit Kenntnis der Untersuchung gegenüber CBS News. Die etwa 10 Dokumente stammen aus dem Büro von Präsident Biden, dem Vizepräsidenten des Zentrums, so die Quellen. CBS News hat erfahren, dass das FBI ebenfalls an der Untersuchung des US-Staatsanwalts beteiligt ist.

Das Material wurde von persönlichen Anwälten für Herrn Biden am 2. November, kurz vor den Zwischenwahlen, identifiziert, bestätigte Richard Sauber, Sonderberater des Präsidenten. Die Dokumente wurden entdeckt, als Bidens persönliche Anwälte „die in einem verschlossenen Schrank untergebrachten Akten verpackten, um sich darauf vorzubereiten, die Büroräume im Penn Biden Center in Washington, D.C., zu räumen„, so Sauber in einer Erklärung gegenüber CBS News.

Die Geschichte wurde mehr als zwei Monate lang unter Verschluss gehalten. Bidens Anwälte, die die Dokumente angeblich gefunden hatten, informierten das Nationalarchiv, das sie am nächsten Tag in Besitz nahm. Es informierte dann den Generalstaatsanwalt, der einen US-Anwalt beauftragte und das FBI einschaltete.

Das ist zumindest die Geschichte, die erzählt wird.

Warum geht die Geschichte aber jetzt auf einmal hoch? Warum wurde die Sache mit dem Notebook von Sohn Hunter Biden so effizient und lang anhaltend unterdrückt? Doch nun wird auch Hunter Biden in die Sache hineingezoigen, denn er hat seinem Vater offenbar 50.000 Dollar Monatsmiete für die Garage mit den Dokumenten bezahlt:

Schon knapp nach dem Wahlabend kamen Gerüchte auf, dass Biden nach etwa der Hälfte der Amtszeit durch die Vizepräsidentin Kamala Harris abgelöst werden würde. Er ist ja nicht wirklich in der Lage Präsident zu sein, angesichts seiner offensichtlich krankheitsbedingt eingeschränkten geistigen Fähigkeiten.

Die Dokumente könnten nun das Mittel sein, ihn zum Rückzug zu bewegen oder zu zwingen. Damit wäre die Option geschaffen „Bidens Krieg“ zu beenden, die US-Waffenlieferungen einzustellen und die NATO Vasallen bei der Versorgung der Ukraine mit Waffen alleine zu lassen. Mit der Okkupation von Teilen der Ukraine, wäre dann der Weg zur Beendigung des Krieges offen. Eine Rest-Ukraine kann als Puffer zwischen NATO und Russland dienen, während Rumänien und Ungarn weitere Teile des Territoriums zugeschlagen bekommen.

Die USA könnte sich dann ganz auf China konzentrieren und Taiwan als weiteren Proxy verwenden.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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12 Kommentare

  1. Andreas Müller 16. Januar 2023 at 18:53Antworten

    Es gab vom selben Emmanuel Todd am 7.1. auch ein Interview in der Weltwoche, in dem er sich insbesondere auch über die deutsche Rolle als verwirrter Juniorpartrner der Neuen NATO-Achse Washington-London-Warschau-Kiew geäußert hat:
    Es geht um Deutschland

  2. Andreas I. 16. Januar 2023 at 11:37Antworten

    Hallo,
    der Verlust der Autonomie der EU-Staaten ist allerdings selbstverschuldet.

    Und es gibt nicht nur den Krieg in der Ukraine / Donbass und das Säbelrasseln um Taiwan / China, es gibt nach wie vor noch den Krieg in Syrien, die Besatzung der syrischen Ölquellen östlich des Euphrat und die Besatzung des Irak. Dort geht es direkt darum, in welcher Währung das syrische und irakische Öl gehandelt wird, also falls sich USA dort nicht langfristig halten kann, dann könnte das syrische und irakische Öl in anderen Währungen als US-Dollar gehandelt werden.
    In der Ukraine / im Donbass hat USA es mit Russland zu tun.
    In Taiwan / China hätte USA es mit China zu tun.
    In Syrien hat USA es mit Russland und mit Iran zu tun; im Irak hat USA es indirekt mit Iran zu tun.
    Und dann ist da nebenbei noch der Krieg Saudi-Arabien (bislang USA-Verbündeter) gegen Jemen (von Iran unterstützt).

    Zusammenfassend stehen sich bei den militärischen Kriegen USA/Nato einerseits und China, Russland, Iran andererseits gegenüber.
    Geographisch bilden die Schauplätze Ukraine/Donbass, Syrien, Irak und Jemen fast eine Linie und die durchkreuzt potentielle Wege zwischen Asien und der EU, also potentielle Routen der neuen Seidenstraße.
    (USA/UK kontrollieren nach wie vor Panamakanal und Suezkanal, aber Jemen liegt an der Durchfahrt zum Suezkanal.)

    Also das ist eine große Auseinandersetzung, aber Weltkrieg?
    Südamerika, Afrika und das restliche Asien bleiben bisher neutral, übrigens auch im Wirtschaftskrieg.

  3. audiatur et altera pars 16. Januar 2023 at 11:14Antworten

    „Eine unzureichende Analyse, die Biden heute dazu bringt, kopflos vorzugehen.“

    „Wir“ leben in einer völlig absurden Medienwelt, in der „Intellektuelle“ mit Sätzen durchkommen, die ganz offensichtlich den simpelsten Realitäten widersprechen. Ein Dementer kann schlicht nichts analysieren. So einfach ist das. Und so lächerlich ist das zugleich.

    Dritter Weltkrieg? Ja. Im Kopf von nüchtern betrachtet ziemlich verrückten „Denkern“. Die sich vielleicht bereits SELBST ein X für ein U vormachen? Sie trotz solcher Sätze wirklich ernst zu nehmen, würde bedeuten, sich verrückt machen zu lassen.

    Eine „Realität“ ist jedoch nicht zu bestreiten: Je öfter unsere Ohren „Weltkrieg“ hören, umso mehr gewöhnen wir uns an diesen „Weltkrieg“.
    Weltkrieg
    Weltkrieg
    Weltkrieg
    TestenTestenTesten
    Weltkrieg …

    • Pfeiffer C 16. Januar 2023 at 14:19Antworten

      „Wir“ leben in einer völlig absurden Medienwelt, in der „Intellektuelle“ mit Sätzen durchkommen, die ganz offensichtlich den simpelsten Realitäten widersprechen – meine Rede –

      Und der „Intellektuellensender Ö1 bietet – analog dem sich nun Zug um Zug als größten Pharmafake der Weltgeschichte herausschälendem Impfdesaster (in Erinnerung an die damals „wissenschaftliche“ Ö1 – Begleitmusik (Copyright Elke Ziegler) – das intellektuelle Ö1 also verbreitet in ihrer hochaktuellen Fraktion „Kriegshetzerei“ flächendeckend brav das global/leitmedial/verordnete Ukrainekriegsnarrativ – sogar bei den Sprechsendungen höre ich permanent den „Badenweiler Marsch“ zwischen den Zeilen: Schließlich geht`s ja wieder „gegen den Russen“:

      Ein Beispiel:
      13.1.2023 Ö1 – Der Ö1 Essay von Andrej Kurkow „Tagebuch einer Invasion“ von Andrej Kurkow:

      Die Transkription umfasst 7 A4 Seiten, in denen man die Gedanken „NATO-Osterweiterung“ – „Geopolitische Interessen der USA“ – „Maidanputsch“ – „Sicherheitsinteressen Russlands“ – Schwarzmeerflottenbasis Sewastopol“ – „Ukraine-NATO-Beitritt“ – Ukraine-atomare-Wiederbewaffnung“ usw. vergeblich sucht, sondern:

      Zitat:

      „In seinem „Tagebuch einer Invasion“ beschreibt der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow die sich seit 2014 aufbauende Aggression, die damals mit der Besetzung der Ostukraine und der Annexion der Krim begann“.

      Über die Vorgeschichte bis 2014, über den rechtsradikalen (mittels 5. US-$Mrd Unterstützung) durchgeführten Putsch 2014, die anschließende ukrainisch-militärische, terroristische Drangsalierung der russischen Zivil-Bevölkerung der Ostukraine (etwa 17.000 Tote) bis ins Frühjahr 2022 verliert der Essayist keine Silbe.

      Er, Kurkow, hat auch keine großen Probleme mit dem von ihm angeführten „ukrainischen Volkshelden Bandera“.

      Was er, Kurkow, verschweigt, ist daß Bandera in den 30er Jahren dem Führungskader der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) angehörte und in die radikal antisemitische OUN-B spaltete. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Lemberg übernahmen seine, Banders, aufgestellten Milizen teilweise die Polizeigewalt und waren maßgeblich an Pogromen gegen die jüdische Zivilbevölkerung beteiligt. Die Miliz bereitete durch Verhaftungen die Massenerschießung von 3000 Juden durch die Einsatzgruppe C der deutschen Sicherheitspolizei am 5. Juli 1941 vor.

      Kurkow schließt gleichwohl mit:

      „Sollte Russland die Macht übernehmen, wird es eine Generation hingerichteter Schriftsteller und Politiker, Philosophen und Philologen geben. All jener, denen ein Leben in einer freien Ukraine sinnlos erscheint.

      Ich kenne viele solcher Autoren, sie sind meine Freunde und ich selbst zähle mich auch zu ihnen. Mich schaudert es dabei, die folgenden Worte niederzuschreiben, aber ich werde es trotzdem tun:

      Die Ukraine wird entweder frei, unabhängig und europäisch sein oder es wird sie überhaupt nicht mehr geben. Dann wird man über sie in europäischen Geschichtsbüchern schreiben und dabei mit Scham die Tatsache verheimlichen, daß die Zerstörung der Ukraine nur durch das Stillschweigen und der Zustimmung Europas und der gesamten zivilisierten Welt möglich war“.

      Dazu wird es nicht kommen, denn:

      In den europäischen Geschichtsbüchern wird die Tatsache nachzulesen sein, daß der Weg in den Krieg und in die Zerstörung der Ukraine nur durch das Stillschweigen und der Zustimmung Europas und der sogenannten gesamten zivilisierten Welt möglich war:

      Durch eine am Beispiel des Coronanarrativs vollzogenen lückenlosen Vorgeschichten-Zensur, heißt, dem Totalversagen der 4. Gewalt, der demokratisch genannten Politik, der Institutionen, Gebietskörperschaften usw. – und letztendlich der Intellektuellen.

      Aber das formulierte ja schon Prof. Dr. Rainer Mausfeld in „Warum schweigen die Lämmer?“:

      Dass die machtstabilisierenden und systemprofitierenden Intellektuellen immer still halten…

      • Michael R 16. Januar 2023 at 15:03

        Mit den 3000 Opfern ist es leider nicht getan. Suchen Sie nach „Babyn Jar“. Eine ausführliche, neutrale Beschreibung findet sich bei der Bundeszentrale für Politische Bildung unter dem Titel „Analyse: Babyn Jar Massenmord am Stadtrand“ von August 2021. Dort geht auch die Rolle „ukrainischer Milizen“ hervor. Ein Zitat daraus: „Kiew, seit 1934 Hauptstadt der Ukrainischen Sowjetrepublik, gehörte vor dem deutschen Überfall vom 22. Juni 1941 zu den wichtigsten Zentren jüdischen Lebens in der Sowjetunion. Zu diesem Zeitpunkt hatte Kiew etwa 930.000 Einwohner und war eine ausgeprägt multiethnische Stadt. Ukrainer bildeten eine relative Mehrheit, die größten Minderheiten stellten Russen und Juden mit jeweils etwa einem Viertel der Bevölkerung.“ – Die „Zusammenarbeit“ der ukrainischen mit den deutschen Nazis führte zu einer dramatischen Änderung der Bevölkerungszusammensetzung.

  4. Michael R 16. Januar 2023 at 10:20Antworten

    Der Dritte Weltkrieg ist nicht bereits im Gang, aber die Vorbereitungen dazu laufen auch Hochtouren. Die alleinige Verantwortung dafür tragen die USA, weil sie auf ihre globale Führungsrolle nicht verzichten wollen und können. In der Ukraine geht es für Russland und die USA um die Existenz. Allerdings auf anderem Niveau. Während Russland um seinen Fortbestand fürchten muss, geht es bei den USA zunächst „nur“ um die globale Führungsrolle, sollte sie diese verlieren auch um den Fortbestand der USA. Denn der folgende, wirtschaftliche Niedergang und der ohnehin schon vorhandener Riss quer durch die Mitgliedsstaaten würde zum Zerfall der „Vereinigten Staaten“ führen, entweder friedlich durch Austritt einer Reihe von Staaten, oder blutig durch einen Bürgerkrieg. – Für die USA wäre eine Niederlage der Ukraine vermutlich der Anfang vom Ende, denn spätestens dann würde auch China die Konfrontation wagen. Ergebnis wäre dann eine mindestens tripolare, sollten die Europäer sich von ihrer Schutzmacht befreien können, sogar eine quadrupolare Weltordnung.
    Da es also für die beiden Haupt-Kombatanten um sehr viel geht, werden sie den Kampf immer weiterführen, bis einer unterliegt. Und dabei wird sich der Krieg immer weiter verschärfen und nach und nach die ganze Welt erfassen. Es sei denn, man setzt sich endlich an den Verhandlungstisch.

  5. G. Kanten 16. Januar 2023 at 10:14Antworten

    Die Frage oben müsste lauten: Wann werden wir von der Katastrophen [Klimawandel] verschluckt? Das wird nicht mehr lange dauern. Die Zeichen sind nicht zu übersehen.
    Krieg wird der verlierer sein, weil man Klimawandel unterschätzt bis zum Knall.

  6. niklant 16. Januar 2023 at 10:05Antworten

    Dank einer dummen EU kann Amerika mit seiner Weltweiten Krieghetze in Europa alle sogenannten EU Demokratischen Staaten in einen 3.Weltkrieg ziehen! Dank der Sklavenhaltung Deutscher Politiker ist es mühelos möglich, eine Nationalsozialistische Neue Führung aufzubauen. Ursula von der Leyen als neue Kriegstreiber-Vertretung der Amerikaner sorgt mit Fleiss und Lügen dafür! Viele EU-Staaten sind entweder blind oder zu gut geschmiert worden, um diesen Krieg zu verhindern! Staaten, die sich gegen diesen Weltkrieg stellen, werden von einer Korrupten EU-Präsidentin in Sanktionen gepresst! Dank der Weltweiten Medien Lügen werden Ukrainische Waffenlieferungen zu einer Verpflichtung der Staaten, um die Lüge der Solidarität mit der Ukraine oben zu halten. Der 3.Weltkrieg wird durch die EU-Staaten und ihren Vertretern in Brüssel vorangetrieben. Die Waffen werden mit Steuergeldern durch Preiserhöhungen bezahlt und der Stellvertreterkrieg wird langsam aber sicher zu einem Nato geführten Krieg! Die Menschen werden dafür durch manipulationen des WEF von den Wahren Hintergründen abgelenkt.

    • Fritz Madersbacher 16. Januar 2023 at 19:28Antworten

      @niklant
      16. Januar 2023 at 10:05
      „Dank der Weltweiten Medien Lügen werden Ukrainische Waffenlieferungen zu einer Verpflichtung der Staaten“
      Ich würde sagen „Dank der west-weiten Medien-Lügen“ oder „begleitet und angefeuert durch die Medien“ wurden Waffenlieferungen an die Ukraine zu einer (Selbst-)Verpflichtung der Staaten … allerdings nur jener, die im Schlepptau der USA diesen selbstmörderischen Kurs eingeschlagen haben. Von „weltweit“ kann keine Rede sein, im Gegenteil! Auch wenn uns selbst dieser dumme Selbstbetrug von „weltweit“ noch vorgelogen wird und das Ende der westlichen Vorherrschaft nur beschleunigen wird …

  7. Veron 16. Januar 2023 at 9:55Antworten

    Der dritte Weltkrieg hat schleichend begonnen, und er ist wohl der erste Krieg, bei dem eine Kriegspartei sich mittels Sanktionen selbst schädigt. Keine zerbombten Häuser, aber ein Teil der Bevölkerung muss bereits frieren und hungern. Schlichtweg absurd .. ..

  8. Fritz Madersbacher 16. Januar 2023 at 9:35Antworten

    Krise – Faschismus – Krieg: das ist die Triade, die den Kapitalismus in seinem imperialistischen Stadium kennzeichnet und schon bisher prägte. Der Zweite Weltkrieg wurde eingeleitet durch Kriege weit weg (China, „Abessinien“), die Europa immer näher kamen (spanischer „Bürgerkrieg“). Der US-amerikanische Imperialismus hat seinen Zenit überschritten, büßt seine wichtigste Säule – die Herrschaft des Dollars – ein und wird – wie jeder niedergehende Imperialismus (z.B. das deutsche Nazi-Reich) zur größten Gefahr für die Völker der Welt, ist es natürlich schon längst geworden. Niemand kann genau vorhersagen, wie sich die internationale Situation im Detail entwickeln wird, aber es scheint sich ein Wort von Mao Tsetung zu bestätigen:
    „Unruhe stiften, scheitern, abermals Unruhe stiften, wieder scheitern und so weiter bis zu ihrem Untergang – das ist die Logik der Imperialisten und aller Reaktionäre in der Welt dem Anliegen des Volkes gegenüber, und sie werden niemals gegen diese Logik verstoßen. Das ist ein Gesetz des Marxismus. Wenn wir sagen: „Der Imperialismus ist bestialisch“, so meinen wir, daß sich sein Wesen nicht ändern kann, daß die Imperialisten bis zu ihrem Untergang ihr Schlachtmesser nie aus der Hand geben werden, sich nie in Buddhas verwandeln können“
    Unsere Reaktion darf nicht sein „Lasciate ogni speranza / Lasst alle Hoffnung fahren“ (Dante, Die Göttliche Komödie, Inferno III, 9 – Inschrift über dem Höllentor), sondern wir müssen uns dagegenstellen, und gerade in Österreich können wir einen großen Beitrag leisten: wir müssen für eine glaubwürdige Neutralitätspolitik kämpfen, gegen die Einbeziehung unseres Landes in die westlichen Kriegspläne durch unsere NATO-Quislinge in Politik, Armee und Medien. Nie wieder „Pflichterfüllung“ für Großmachtinteressen – das ist die beste Solidarität mit allen Menschen dieser Welt, die von Krieg und Aggression bedroht sind!

  9. Peter Grunewaldt 16. Januar 2023 at 8:23Antworten

    vielleicht ist die russische strategie ja, den deepstate alle waffen in der ukraine verheizen zu lassen, um dann entspannt bis brüssel durchzustossen und alles wegzuräumen, was uns als „aliierte freunde“ die letzten 70 jahre ausgebeutet hat. ich würde auf dem weg snacks und getränke für die befreier reichen.

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