Polen bereitet sich auf eine „Befreiung“ von Teilen der Ukraine vor

18. Dezember 2022von 3,2 Minuten Lesezeit

Das jetzige Staatsgebiet der Ukraine umfasst große Gebiete, die früher zu anderen Staaten gehört haben, vor allem zu Polen, Ungarn, Rumänien und Russland. Insbesondere Polen zeigt Ambitionen sich frühere polnische Gebiete zurückzuholen, wie polnische Politiker und Medien offen zugeben.

Die Behörden der Republik Polen bereiten die Umsetzung eines Plans zur Übernahme der Regionen der Westukraine vor, wie die polnische Niezależny Dziennik Polityczny (NDP) berichtet.

Ihr zufolge beinhaltet dieser Plan den Einzug polnischer Truppen in das Gebiet der ukrainischen „Ost-Kresy“ und die anschließende Abhaltung von Referenden über den Beitritt zu Polen. Es ist bemerkenswert, dass die Autorin des Artikles dies als die zweite Stufe der Expansion betrachtet. Die erste Stufe des Plans sieht sie bereits als erfüllt an.

Das Ergebnis der ersten Etappe dieses Plans war, dass Warschau bereits die volle politische und finanzielle Kontrolle über die Kiewer Regierung hat. Die zweite Stufe ist, dass die Polen jetzt auf Kampfeinsätze vorbereitet werden!“, schreibt Kramer.

Sie stellt fest, dass Polen sich aktiv auf die Umsetzung des zweiten Teils des Plans vorbereitet. Zu diesem Zweck haben die Behörden des Landes spezielle paramilitärische Ausbildungslager eingerichtet. In ihnen werden mobilisierte Bürger geschult, die grundlegende Fertigkeiten in der Kriegsführung erwerben.

In dem Artikel heißt es auch, dass Warschau beabsichtigt, die Armee bis 2023 um 17.000 Mann zu vergrößern und große Militärübungen durchzuführen, an denen 250.000 Soldaten beteiligt sein werden.

Die beschleunigte Vorbereitung Polens auf einen groß angelegten Krieg wird durch mindestens zwei weitere Fakten belegt. Erstens hat die polnische Regierung am 6. Dezember einen Erlassentwurf veröffentlicht, der vorsieht, die aktive Armee im Jahr 2023 um 17.128 Personen zu vergrößern und Militärübungen mit 250.000 Personen abzuhalten (derzeit hat die polnische Armee 160.000 Soldaten und Offiziere).

Darüber hinaus gibt es noch eine weitere interessante Tatsache. Der Hauptzweck jeder Ausbildung ist nicht die Verteidigung, sondern die Offensive (sic!), so das US-Verteidigungsministerium. Gleichzeitig ist der Plan der polnischen Regierung, die Zahl der Soldaten in der polnischen Armee auf 300.000 zu verdoppeln, sehr beunruhigend.so das polnische Medium.

Die Kolumnistin nennt sogar das Datum für den Beginn der wahrscheinlichen polnischen Invasion in der Ukraine – den 4. Mai. Sie behauptet, dass die polnische Militärführung davon ausgeht, dass die ukrainischen Streitkräfte zu diesem Zeitpunkt ihr gesamtes Kampfpotenzial in den Kämpfen mit der russischen Armee aufgebraucht haben werden, so dass die ukrainischen Truppen nicht in der Lage sein werden, an zwei Fronten gleichzeitig zu kämpfen.

Was die ausländischen Söldner betrifft, die in den Reihen der ukrainischen Streitkräfte kämpfen, so sind die meisten von ihnen Polen. Es ist klar, auf welcher Seite sie stehen.

Die Autorin des Artikels behauptet, dass die polnische Führung davon ausgeht, die Intervention schnell zu beenden. Sie sagt voraus, dass Warschau nach der Einnahme des westlichen Teils der Ukraine ein Referendum für den 11. Juli ankündigen wird.

Kramer schreibt, dass dieses Datum symbolisch ist, da an diesem Tag im Jahr 1943 das von ukrainischen Nationalisten organisierte Massaker an der polnischen Bevölkerung Wolhyniens seinen Höhepunkt erreichte.

Wie in der Publikation Dziennik Polityczny berichtet, weiß fast die ganze Welt bereits, dass Polen plant, seine historischen Gebiete – Kresy Wschodni – auf dem Territorium der Ukraine zurückzuerobern.

Durchaus wahrscheinlich ist, dass die russische Führung bestens informiert ist über diese Pläne Polens. Kommen sie zum Tragen, ist der Krieg praktisch beendet, die Ukraine kaum noch zur Fortführung in der Lage und Russland könnte seine Kriegsziele mühelos erreichen. Damit wäre der „go slow“ Modus der russischen Streitkräfte verständlich und gerechtfertigt.


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23 Kommentare

  1. MB 28. Dezember 2022 at 4:16Antworten

    Die beschriebenen Pläne sind Unsinn, weil gerade die nationalistische Bevölkerung in der Westukraine so eine Besatzung nicht akzeptieren würde, erst recht nicht mit einem Referendum.
    Polnische Söldner sind aber schon über 1000 im Land, vor allem im Donbass.

  2. Klaus Schneppenheim 21. Dezember 2022 at 13:40Antworten

    Schlesien gehört doch zu Deutschland, oder ? Anm.: Dies ist eine „private Meinungsäußerung, die ja entsprechend dem „Lauterbach- Urteil“ Irrtümer enthalten darf.

  3. Lilie58 21. Dezember 2022 at 9:32Antworten

    Richtigstellung, nicht Lambsberg sondern Lambsdorf sollte es heissen. (Eines von mehreren Lagern im heutigen Polen).

  4. Jurgen 19. Dezember 2022 at 9:24Antworten

    Fragt sich nur, ob die Polen auch diejenigen sind, die die 50% des ukrainischen Landes aufgekauft haben oder ob da noch ein Konflikt mit dem Kapital auf die Polen zukommt? Und ob es ihnen klar ist, dass bei einem Angriff (Besetzung der Ukraine) der Artikel 5 der NATO nicht zieht?

  5. Steve Acker 19. Dezember 2022 at 0:38Antworten

    Was würden die ukrainischen Nationalisten dazu sagen ?

    • Mine 19. Dezember 2022 at 1:10Antworten

      Das wird ja das Spannende.

  6. Horst 18. Dezember 2022 at 23:11Antworten

    Solche Berichte gibt es immer und überall.Russland hätte auch den Kars Vertrag nicht erneuern müssen(jede 25 Jahre),so wäre ein Teil der Türkei wieder an Armenien etc. gefallen.
    Das die Türken davor wirklich Angst haben sieht man das dort nicht investiert wird.Geschehen wird es aber wohl trotzdem nicht.

    Und was will Polen damit?Polens Bevölkerung nimmt auch ab und im Kriegsfall würden noch mehr abhauen und im Westen legal Sozialhilfe beantragen.Ausserdem würde das wohl kein Land anerkennen.

  7. Charlotte 18. Dezember 2022 at 21:41Antworten

    Ich habe seit ich denken kann Angst vor der Nato, ihrer ständigen Kriege und vor der Natoosterweiterung. 2014 mit dem Putsch in Kiew endete für mich der Konsum unserer Medien, denn ihre „Berichterstattung“ war damals unerträglich falsch (ganz vorne die FAZ). Jetzt ist das Befürchtete eingetreten und wenn Polen und die anderen sich die Ukraine wieder aufteilen, dann wäre das doch vielleicht ein Hoffnungsschimmer.

  8. Andreas K 18. Dezember 2022 at 19:54Antworten

    Vom polnischen Größenwahn her beträchtet, wäre das Ganze sehr plausibel. Was in diesem Szenario aber nicht bedacht wird: in diesem Falle würde Russland sofort als Retter wie anno dazumal Chmelnitzky auftreten und die abtrünnigen ukrainischen Brüder vor den Polen retten.

  9. adamrhau 18. Dezember 2022 at 18:50Antworten

    Das hätte Polen billiger haben können, indem es von Anfang an mit Rußland zusammengearbeitet hätte…

  10. Hans im Glück 18. Dezember 2022 at 18:41Antworten

    Sollte das wirklich so passieren, darf man gespannt sein, wie die Qualitätsmedien das bewerten werden. Ich gehe davon aus, dass es sich dann selbstverständlich um eine legitime, gute und gerechte kriegerische Handlung handeln wird. Frau Buyx kann sich schon mal warmlaufen, um diesen eigentlich selbstverständlichen Sachverhalt ewigen Querulanten wie mir zu erklären.
    Interessant wäre auch, wie Polen reagierte, wenn Deutschland sich plötzlich auf die alten Staatsgrenzen besinnen würde. Wie ich erst vor kurzem hier gelernt habe, ist die Zugehörigkeit z.B, Breslaus durch das Bundesverfassungsgericht keineswegs als geklärt anzusehen. Aber ooops – das führt zu weit.
    Wenn ich so weiter mache, habe ich vor Weihnachten noch ein 50 Mann Rollkommando „Stoßtrupp Faeser“ im Wohnzimmer….

    • Andreas I. 18. Dezember 2022 at 20:41Antworten

      Hallo,
      „50 Mann Rollkommando „Stoßtrupp Faeser“ im Wohnzimmer“

      6 Leute sind ein Ofen.
      Die müssten nur regelmäßig kommen, dann wäre bei den aktuellen Heizkosten auch eine Alternative, wo die wenigstens mal zu was gut wären.

      • Jurgen 19. Dezember 2022 at 9:27

        „Die“ haben nur die Angewohnheit Fenster und Türen zu zerstören, was dem Heizungseffekt diametral entgegen stünde.

  11. I.B. 18. Dezember 2022 at 15:43Antworten

    Ich verstehe nicht so recht, warum das im Sinne Russlands sein soll. Russland wollte eine neutrale Ukraine. Wenn große Gebiete wieder zu Polen gehören sollten, dann sind große Gebiete der früheren Ukraine NATO-Gebiet.

    • Jan 18. Dezember 2022 at 17:49Antworten

      Es geht ums Schwarze Meer, nicht um die Ukraine. Das Schwarze Meer ist Russlands einziger Zugang zu den Weltmärkten. Gleichzeitig expandiert die EU Richtung Kaspisches Meer, wo große Öl- und Gasvorräte liegen. Georgien und Aserbajdschan sollen schon bald der EU beitreten. Ein Schelm, wer dabei nicht an Förderrechte denkt. Zur Sicherung der Versorgung müsste das Schwarze Meer NATO-Gebiet werden.

      Ein echter Interessenkonflikt! Wer die Krim beherrscht, beherrscht das Schwarze Meer.

      Wenn die Krim samt Pufferzone zu Russland geht und Teile der Ukraine zu Polen, bleibt ein Rumpfstaat übrig, der keine nennenswerte Gefahr darstellt. Ein Großpolen stellt keine Gefahr dar, Russland will nicht nach Europa. Für Verteidigung reichen die Ostsee und Kaliningrad aus.

      Vielleicht werden die USA Waffen stationieren. Aber das tun sie sowieso.

    • Andreas I. 18. Dezember 2022 at 20:36Antworten

      @ I.B. Hallo,
      wenn man die Karte der ehemaligen Ukraine betrachtet, dann liegen zwischen dem östlichsten Gebiet (Lugansk, was jetzt russisch ist) und den ehemaligen polnischen Gebieten etwa 500 bis 700 km.
      Außerdem liegen diese Gebiete nicht an der Grenze zu Russland, sondern zwischen Weißrussland und Rumänien.
      Deswegen dürfte das m.E. Russland militärisch weniger Sorgen machen.

      • I.B. 19. Dezember 2022 at 12:10

        @Andreas I.
        18. Dezember 2022 at 20:36
        Jan
        18. Dezember 2022 at 17:49

        Danke für Ihre Antworten. Ich habe mir die Karte wirklich nicht genau angesehen.
        Was Polen angeblich vorhaben sollte, wäre an Zynismus nicht zu überbieten. Zuerst nimmt es Flüchtlinge freundlich auf, dann kämpfen polnische Söldner in der Ukraine, und dann will Polen ehemalige polnische Gebiete wieder für sich haben und darum kämpfen? Als als false flag operation ukrainische Raketen in Polen einschlugen, wäre das bereits ein Fall für einen NATO-Einsatz gegen die Ukraine gewesen. Das wurde nicht ausgenützt. Kam der Angriff zu früh? Wenn aber Polen nächstes Jahr Polen angreifen wollte, wäre das genauso völkerrechtswidrig wie der russische Krieg jetzt. Damit kommen die EU und die NATO zurecht? Na ja, die beiden haben ja einen großen Magen, können Unrecht sehr gut vertragen (abgewandeltes Zitat aus Faust). Aber ob das der jeweiligen Bevölkerung noch zu vermitteln wäre?

        Wenn diese polnischen Pläne bereits hier diskutiert werden können, dann weiß nicht nur Russland darüber Bescheid, sondern auch die Ukraine. Und die ließe das jetzt ohne Protest zu, ohne an die Öffentlichkeit zu gehen? Ohne bei der EU oder der NATO oder bei der UNO zu protestieren?

      • Steve Acker 19. Dezember 2022 at 21:59

        I.B.
        dass Polen solche Absichten haben könnte, pfeiffen ja die Spatzen schon länger von den Dächern.
        Seit dem Sommer gibt es immer mehr Verflechtungen.
        Aber der artikel ist schon sehr krass, vor allem , wie offen das thematisiert wird, auch mit dem möglichen Datum, wenn die ukr.Soldaten am Ende sein werden.
        Als die Rakete auf Polen fiel waren diese sehr zurückhaltend. Ich denke mir sie wollen grade nicht den Bündnisfall auslösen.
        Vielleicht wird nächstes Jahr eine Art „Friedenstruppe“ da reingeschickt, oder so wie die Türkei in Syrien

        russsiche Politiker sprachen ja davon ob nächstes Jahr die Ukr in der Form noch existieren wird.
        Ich glaub dass sie genau an sowas dachten.

        Hab ein Interview von Michael Vlahos mit Col Mc Gregor gesehen. Vlahos erwähnt dabei dass in Polen in nachrichtensendungen Karten gezeigt werden, wie die Ukr nach dem Krieg aussehen könnte, zb. die Randgebiete zu Ungarn und Rumänien gehen an diese Länder.

  12. 1150 18. Dezember 2022 at 14:46Antworten

    dann können die polen im gegenzug gegen entschädigung auch gleich die ehemaligen ostgebiete deutschlands zurückgeben, inklusive der rücksiedlung der polnischen okkupanten nach ’45,

  13. Fritz Madersbacher 18. Dezember 2022 at 13:05Antworten

    Der US-amerikanische Imperialismus hat es geschafft, mit seiner Hybris gegenüber Rußland in Europa eine neue Phase höchster Betriebsamkeit für Planspiele, Träumereien und Vorbereitungen für Grenzverschiebungen, Begleichung (für Nationalisten) „offener historischer Rechnungen“ zu erzeugen. Das „Friedensprojekt“ EU erweist sich als Brandbeschleuniger dieser martialischen Aktivitäten, voll im Dienste der von den US-Kriegstreibern dirigierten NATO. Im neutralen Österreich ist höchste Vorsicht geboten, nicht von den hiesigen NATO-Kollaborateuren und NATO-Quislingen bis in die obersten Ränge von Politik und Armee und besonders in den kriegslüsternen Medien in diese Machenschaften hineingezogen zu werden! Nie wieder „Pflichterfüllung“ für fremde Großmachtinteressen (so wie anno nazimal)!

  14. Veron 18. Dezember 2022 at 12:52Antworten

    Referenden .. .. Ob die dann auch als Scheinreferenden bezeichnet werden vom „Westen“? Oder ist das völlig o.k., wenn es von Polen veranstaltet wird .. ..

  15. Mine 18. Dezember 2022 at 12:30Antworten

    Putin wird da nichts dagegen haben. Wenn, dann nur die Ukraine (bzw. US-Vassalen).

  16. Stefan Ochsner 18. Dezember 2022 at 12:25Antworten

    Ich will Frieden und brauche keine Kriegsgewinnler – USA, GB, Polen…..

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