Rennen um Hofburg: Wer schafft es auf den Wahlzettel?

17. August 2022von 4,2 Minuten Lesezeit

Wie viele Herausforderer der Präsident am 9. Oktober haben wird, hängt von der demokratischen Initiative der Bevölkerung ab. Die meisten unabhängigen Kandidaten werden hart um die 6.000 Unterschriften kämpfen müssen. 

23 Kandidaten versuchen aktuell 6.000 Unterstützungserklärungen für die österreichische Präsidentschaftswahl zu sammeln. Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Am 2. September müssen die beglaubigten Unterschriften beisammen sein. Wer schafft es?

Wer schafft es?

Präsident Van der Bellen und FPÖ-Herausforderer Walter Rosenkranz sind die einzigen beiden Kandidaten, die Parteiapparate hinter sich haben. Ihr Platz am Stimmzettel ist somit sicher. Marco Pogo erhält Unterstützung von Teilen des medialen Komplexes und manchen SPÖlern. Der bekannte SPÖ-Bürgermeister von Traiskirchen, Andreas Babler, schrieb auf Twitter kürzlich: „Seine Kandidatur ist ein absoluter Gewinn für unsere – durch die Machenschaften der letzten Jahre so schwer gerüttelte – Demokratie. Ein politischer Lichtblick.“ Auch von bekannten ZeroCovid-Akteuren, etwa Natascha Strobl, bekommt Pogo Support.

Durch die überproportionale mediale Präsenz von Marco Pogo kann man auch mit seinem Erfolg rechnen. Gerad Grosz, der große eigene Kanäle auf Social Media betreibt und am Fellner-Portal „oe24“ zusätzliche Reichweite hat, wird es wohl ebenfalls schaffen. Er gab Anfang der Woche bekannt, dass er bereits mehr als 2.500 Unterstützungserklärungen sammeln konnte.

So transparent hat seinen Fortschritt bisher keiner gemacht. Auch Michael Brunner, der Parteichef der MFG hält sich bedeckt. Die Partei gibt sich zuversichtlich, dass ihr „Volkspräsident“, so wird der Anwalt von der MFG beworben, es auf den Wahlzettel schafft.

Establishment mobilisiert gegen Staudinger

Mit etwas Verspätung sind der „Waldviertler“-Schuhmacher Heinrich Staudinger und der konservativ-bürgerliche Anwalt Tassilo Wallentin in das Rennen eingestiegen. Gegen den Alt-Öko Staudinger, der weiterhin gegen Gentechnik und Technokratie auftritt, wurde umgehend vom Mainstream mobilisiert. Ein eindeutigen Zeichen, dass der ehemalige Unterstützer von Van der Bellen für das Establishment besonders schmerzhaft wäre.

Einschlägig bekannte „Journalisten“ holten etwa Staudingers Interview mit Ken Jebsen hervor, um ihn in die Nähe des „Rechtsextremismus“ zu rücken. Auch dass die Homepage seiner Firma einst das Hitler-Zitat „Die Menschen werden jede Lüge glauben, vorausgesetzt sie ist groß genug“ gepostet hatte, machte man zum Skandal. Über seine Unterstützung etwa für Ute Bock wurde dagegen geschwiegen. Seine Kampagnenleiterin spricht in einer ersten Aussendung darüber, dass Staudinger „ein Wunder“ brauchen würde, um die 6.000 Unterstützungsunterschriften zu erreichen.

Auf seiner Homepage gibt Staudinger bekann, als Präsident für die „Einhaltung der Grundrechte, auch in schwierigen Zeiten“, das „Recht auf Freiheit und Gesundheit“, den „Erhalt der Natur“, eine „Vielfalt der Meinungen“, eine „erfrischende Diskurs- und Streitkultur“ und für „Frieden und Neutralität“ einstehen zu wollen. Gegenüber TKP sagt das Team von Staudinger heute: „Es beginnt zu laufen, und nimmt Fahrt auf. Wir hoffen und glauben fest, dass es sich ausgeht. Aber die Bürokratie ist ein Wahnsinn. Nicht gehfähige Menschen sind ihrer Rechte beraubt, Menschen im Urlaub und AuslandsösterreicherInnen auch.“

Tassilo Wallentin erhält Unterstützung von Frank Stronach und betont auf seiner Website die „Migrations-Krise“. Manche Beobachter vermuten, dass hinter seiner Kandidatur eine Anti-FPÖ-Aktion stehen könnte.

In der Tat könnten Grosz, Wallentin und auch Michael Brunner Walter Rosenkranz einiges an Stimmen kosten. Zugleich dürfte aber auch der polit-mediale Komplex langsam damit rechnen, dass Van der Bellen in die Stichwahl muss. Es wäre ein Novum für einen amtierenden Präsidenten und eine schwere Niederlage. Die Hoffnung des herrschenden Komplexes: Das „rechte Lager“ zersplittert sich so sehr, dass Marco Pogo den zweiten Platz erreicht. Dann hätte Österreich eine Stichwahl zwischen „NoCovid“ und „ZeroCovid“.

Demokratischer Ausdruck

Wirklich realistisch ist das aber nicht. In Umfragen ist Rosenkranz noch immer knapp 10 Prozent vor Grosz und Pogo, die beide auf etwa 10 Prozent kommen. In den Umfragen erreicht Van der Bellen allerdings auch locker mehr als 50 Prozent. Ob diese also realistisch sind, bleibt abzuwarten.

Wie stark verschiedene Lager und Kandidaten mobilisieren können, werden auch die gesammelten Unterstützungserklärungen zeigen. Stimmen aus der oppositionellen Bewegung in Österreich blasen aktuell in ein ähnliches Rohr: Jeder Demokrat und Kritiker des Regimes sollte sich einen Kandidaten suchen, mit dem er am ehesten sympathisiert und den kleinen Aufwand einer Unterstützungserklärung auf sich nehmen.

Neben Brunner, Staudinger und Grosz gibt es nämlich noch mehr als ein Dutzend Bewerber, die aktuell versuchen, auf den Wahlzettel zu kommen. Etwa Konstantin Hauslauer, der über den TV-Kanal „RTV“ eine gewisse mediale Präsenz hat. Er ist aber nur ein weiterer von ganzen 23 Kandidaten. Die große Menge an Personen darf man wohl als tiefes Bedürfnis der österreichischen Bevölkerung nach mehr Demokratie interpretieren.

Wie viele es auf den Wahlzettel schaffen, liegt auch an der demokratischen Initiative der Bevölkerung.


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10 Kommentare

  1. Georg Uttenthaler 21. August 2022 at 16:15Antworten

    Nichtwähler dulden die Sklaverei der letzten Jahre!!! Wir stehen vor der Präsidenten- Wahl und wählen zwischen „Sklaverei oder Freiheit“: Entweder die Corona- Folter zu erdulden oder endlich eine menschenwürdige, die Menschenrechte beachtende, demokratische Regierung aufzubauen, die nicht an den Fäden einer kriminellen, globalen Finanz- Mafia hängen. Es ist ein Gebot der Stunde und eine ethische Verpflichtung unseren Kindern gegenüber, die Folter abzulehnen und die Freiheit zu wählen. Der Mensch kann sich frei entscheiden, aber, die Entscheidung für die Sklaverei vernichtet seine Existenz als Mensch, seine Würde, das ist Selbstmord. Die lebensbejahenden Menschen können sich also für die Freiheit entscheiden. Wer sich nicht entscheidet, wird automatisch zum Sklaven. Deshalb muss sich JEDER entscheiden. Die Gruppe derjenigen, die sich gegen die kriminellen, globalen Feudalmafiosi und für die Erhaltung einer menschenwürdigen, die Menschenrechte beachtende, demokratischen freien Gesellschaft entschieden haben, wollen keine seelenlosen Roboter und Befehlsempfänger in der transhumanistischen Technokratie werden. Wachen wir jetzt nicht auf, werden wir den Kampf gegen die Unmenschlichkeit und Sklaverei verlieren. Denn sie werden es immer wieder versuchen, uns zu entmenschlichen!

  2. matti 18. August 2022 at 7:54Antworten

    Irgendwie belustigend diese Umfragewerte.
    Die MSM kommen auf 58 – 63 % für Van der Bellen.
    Die Alternativmedien auf 38 %

    Brunner 3- 5 %
    Rosenkranz 20- 23 %
    Pogo 3-5 %
    Ich möchte die Hoffnung so mancher nicht zerstören aber :
    Van der Bellen wird keine Stichwahl brauchen, jede Wette.
    Das wird ein glatter Durchmarsch

    • I.B. 18. August 2022 at 11:14Antworten

      Sollten Sie die Wette verlieren: Würden Sie dann nicht mehr posten? Oder sich einfach nur einen anderen Namen zulegen?

    • Holger Lundstrom 19. August 2022 at 21:11Antworten

      Blödsinn. VdB hat schon letztes Mal nur deshalb gewonnen, weil außer dem Blauen kein auch nur halbwegs vernünftiger Kandidat dabei war. Und danach hat er nur gewonnen, weil die Medien dem Durchschnittsbürger die FPÖ immer so madig machen. Und der Hofer vielleicht ein bisserl zu viel gegrinst hat. Zwischendurch hat er sich nicht grade mit Ruhm bekleckert. Und da kommen noch mehr Patzer bis zur Wahl – garantiert.

  3. Andreas Narosy 17. August 2022 at 21:50Antworten

    Einen durchmarsch von vdb im 1. wahldurchgang darfs nicht geben. Das die msm nicht ausführlicher informieren verwundert nicht, alle gemeinsam können wir aber ein buntes starterfeld aufstellen. Ich bin überzeugt es tut sich was und rechne mit 5 bis 6 kandidaten, das könnte für eine stichwahl nötig machen. Vdb’s furcht vor konfrontation könnte ihn teuer zu stehen kommen, ich seh da reelle chancen auf eine abwahl.

  4. MOhikaner 17. August 2022 at 15:03Antworten

    „In den Umfragen erreicht Van der Bellen allerdings auch locker mehr als 50 Prozent.“

    Wer es glaubt…;))
    Der Mann hat 52% der Österreicher als „Volksverräter“ und „Kollaborateure“ beschimpft. Diesen Trumpf werden seine Kontrahenten im Wahlkampf auszuspielen wissen.

    Man darf nicht vergessen, dass „deren“ Medien immer mehr an Reichweite und Vertrauen verlieren. Wenn die also gegen Staudinger mobil machen und ihn in die rechte Ecke stellen wollen, dann nur zu, das wird den Trend noch befeuern. Es ist mittlerweile alles zu offensichtlich geworden, zu gehässig, verlogen und intrigant. Wer andauernd nur „Nazi“ schreit, der bekommt irgendwann einen Stiefel in den Hintern – nur eine Frage der Zeit.

    • Tony X 17. August 2022 at 17:22Antworten

      Die meisten, die mit VdB unzufrieden sind werden wohl garnicht wählen.
      Die Nichtwähler sind der Trumpf des Establishments.

      • David K. 17. August 2022 at 19:53

        Emma Goldman sagte: “ Würden Wahlen etwas ändern, wären sie verboten.“

        Wir sollten nicht glauben, indem wir unsere Stimme hergeben und andere damit sprechen lassen, daß wir etwas verändern werden. Ziviler Ungehorsam wäre eine nützlichere Sache, siehe Ghandi etc. Kein Retter oder sonst ein Erlöser wird uns helfen. Hören wir endlich auf, bei diesem Spiel mitzumachen, indem wir uns immer spalten lassen.

        So sehr man diesem armen Land einen Präsidenten wie Heini Staudinger nur wünschen kann, so sehr würde es mir um sein Leben leid tun.

        Bleibt ungeimpft,
        David

    • mayerhansi 18. August 2022 at 7:31Antworten

      Die als „Hitler-Zitat“ bezeichnete Allgemein-Erkenntnis, daß „jede Lüge geglaubt wird, falls sie groß genug sei“, wurde wohl vor ihm und nach ihm in ähnlicher Weise oftmals ausgesprochen.
      Auch in NSDAP-Büros hat man bei zu starkem Luftzug entweder ein Fenster oder eine Türe geschlossen, so wie das auch heute jeder macht.
      Hingegen hätte die SPÖ schon 1957 verboten gehört, als für Adolf Schärf bei der BP-Wahl mit dem Slogan geworben wurde: „Wer einmal schon für Adolf war, wählt Adolf auch in diesem Jahr!“

      • I.B. 18. August 2022 at 11:37

        (…)als für Adolf Schärf bei der BP-Wahl mit dem Slogan geworben wurde: „Wer einmal schon für Adolf war, wählt Adolf auch in diesem Jahr!“

        Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass die SPÖ damals offiziell mit diesem Satz geworben hätte.

        „In seinem Präsidentschaftswahlkampf kursierte angeblich die „Flüsterparole“: Wer einmal schon für Adolf war, wählt Adolf auch in diesem Jahr, um die ehemaligen NSDAP-Mitglieder im Lande anzusprechen.[5] Plakate oder Flugblätter mit einem solchen Text gab es allerdings nicht.[6] Das Nachrichtenmagazin profil schrieb 2003: „Freilich konnten Zeitgeschichtsforscher nie einen Beweis für dieses Gerücht liefern.“[
        (Aus de.wikipedia .org)

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