Big Brother: Norwegen überwacht Lebensmitteleinkäufe der Bürger

3. Juni 2022von 3.2 Minuten Lesezeit

Norwegen verpflichtet die Supermärkte und einen Zahlungsdienstleister, alle Kartenzahlungen an das Statistikamt zu übermitteln. Damit weiß der Staat bald, was seine Bürger zu Mittag essen. Denn genau das will er wissen.

Norwegen verwandelt sich im Eiltempo zum digitalen Überwachungsstaat und zur vollständigen Kontrollgesellschaft. Jetzt will der Staat wissen, was die Leute essen und welche Lebensmittel sie einkaufen.

Norwegen hat Hunger, Datenhunger

Der schwedische Journalist Peter Imanuelsen berichtet über einen weiteren Vorstoß des skandinavischen Staates. Norwegen ist kein EU-Land, zur Erinnerung. So verlangt das „Staatliche Statistische Zentralbüro“ (SSB) jetzt, die Lebensmitteleinkäufe der Bürger zu erfassen. Dafür sollen alle Zahlungen, die mit Bankomat- oder Kreditkarte gemacht werden, verfolgt und erfasst werden.

Das SSB war schon nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich an der Erfassung der Bevölkerung und der Einrichtung eines „Volksregisters“ beteiligt. Das Register gab jedem Menschen eine „Geburtsnummer“, also eine ID. Vorläufer der „digitalen Identität“ somit.

Mittlerweile weiß die SSB, so schreibt Imanuelsen, „wo die Menschen wohnen und wie viel Einkommen sie haben, aber jetzt will sie auch alles, was man im Supermarkt kauft, genau verfolgen. Sie wollen jedes einzelne Lebensmittel kennen, das Sie kaufen.“ Was wie ein schlechter Witz klingt, wird Wirklichkeit: Norwegen will wissen, was man zu Mittag gegessen hat.

Norwegen hat bereits alle großen Lebensmittelketten verpflichtet, die Daten der Zahlungstransaktionen weiterzugeben. Auch der größte Transaktionsdienstleister Norwegens, „Nets“, wurde verpflichtet, detaillierte Informationen über alle Transaktionen zu übermitteln. 80 Prozent der Lebensmittelhändler in Norwegen nutzen „Nets“.

„Eine Verbindung zwischen den Zahlungstransaktionen mit der Debitkarte und den Quittungen der Lebensmittelgeschäfte ermöglicht es dem SSB [dem staatlichen Statistikamt], die Zahlungstransaktionen und die Quittungen von über 70 % der täglichen Lebensmitteleinkäufe miteinander zu verbinden“, so das staatliche Amt in einer Erklärung auf seiner Website.

Imanuelsen zeigt sich höchst alarmiert: „Stellen Sie sich das vor! Norwegen wird die Zahlungsdaten von Kartenzahlungen mit den Quittungen von Lebensmittelgeschäften verknüpfen, um genau herauszufinden, welche Art von Lebensmitteln die Menschen kaufen und wer sie kauft. Mit anderen Worten: Norwegen wird genau verfolgen, welche Art von Lebensmitteln die Bürger kaufen. Wir sprechen hier von einer neuen Stufe der staatlichen Kontrolle.“

Norwegen ist auch ein europäischer Pionier in Sachen digitaler Identität. TKP hat darüber berichtet. Jetzt will man auch alle Zahlungen verfolgen. Eine Datenmenge von 2,4 Millionen täglich. Löschen will man die Daten übrigens auch nicht. Welche Daten sind es? Datum der Transaktion, Status der Transaktionsart, Kartendienst, Organisationsnummer des Unternehmens, in dem die Karte verwendet wurde, Name des Unternehmens, bei dem die Karte eingesetzt wurde, Name des Kartennutzers, Kontonummer, bezahlter Betrag für Artikel, bezahlter Gesamtbetrag.

Cash, Baby!

Kritik gibt es von der Lebensmittelkette „NorgesGruppen“. Er nennt den Staat „sehr aufdringlich“ und will die Datenschutzbehörde einschalten. Auch „Nets“ nennt den Plan der Behörde „problematisch und aufdringlich für einzelne Bürger sein kann“. Das Statistikamt dagegen argumentiert, dass man die Daten verwenden könne, „um die Entwicklung des norwegischen Lebensmittelkonsums zu berechnen und zu sehen, wie dieser in verschiedenen geografischen Gebieten variiert.“ Es sei wichtig, „regionale, demografische und soziale Unterschiede im Lebensmittelkonsum“ zu ermitteln.

Außerdem können diese Zahlungsinformationen verwendet werden, um Statistiken darüber zu erstellen, welche Bürgerinnen und Bürger private Gesundheitsdienste in Anspruch nehmen und wie viel Geld sie dafür ausgeben.

Noch einmal der schwedische Journalist: „Was wir jetzt sehen, ist sehr beängstigend. Der Staat versucht, die totale Kontrolle über das Leben der Menschen zu erlangen und jedes noch so kleine Detail ihres Lebens zu regeln.“

Bargeld dürfte beliebter werden. Nicht nur in Norwegen. Solange wir es noch haben.

Bild wikimedia

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15 Kommentare

  1. Taktgefühl 8. Juni 2022 at 20:43Antworten

    Ja, da wundert man sich, diese pseudoliberalen Länder sind die schlimmsten. Eigentlich sollte jetzt die WHO, oder auch die UNO, den Notstand ausrufen, denn im Nervensystem der Menschheit hat es allem Anschein nach ein katastrophales Ereignis gegeben? Und scheinbar sind die Betroffenen außer Stande, die Symptome zu erkennen, und noch weniger zu erklären?

    Das wird das Problem für alle werden, daß die Angeschlagenen und Kranken sich für die Gesunden halten und ihre Krankheit zum Maßstab für alle nehmen. Die meisten wissen gar nicht, was für widerwärtige Kreaturen Politiker sind. Die würden das keine 5 Minuten mit denen in einem Raum aushalten, weil die gewohnheitsmäßig ein negatives Spannungsfeld erzeugen.

    Die Eliten haben die Orientierung verloren, wie wenn der Erdmagnetismus plötzlich zusammenbricht und der Kompaß nirgendwo hin zeigt. Die Odysee endet auf einem Riff.

  2. Erwin Win 5. Juni 2022 at 17:22Antworten

    Co2 KOnto dürfte das Ziel sein.Wer verreist muss dann halt beim Essen sparen.Für Norweger dann halt nur noch Fisch und Rentier,keine Bananen oder Rind aus Argentinien.Eine Kreditkartenfirma hat ja auch schon damit angefangen.
    Die Reichen werden sich wahrscheinlich Co2 Zertifikate kaufen dürfen,wäre ja auch ein Skandal wenn Co2 Panikmacher ihren Swimmingpool nicht mehr beheiznen dürften oder nicht mehr mit ihrem Privatjet nach Davos fliegen könnten,oder?Soviel Freiheit muss sein.

  3. Susanne 5. Juni 2022 at 13:02Antworten

    Viele sind der Meinung , dass nur die Kundenkarten payback etc. diese Daten sammeln . Aber es reicht alleine die Zahlung mit ec aus , um alles auzulesen, was auch inoffiziell gemacht wird … zahlt sooft bar wie möglich!!

    • Taktgefühl 8. Juni 2022 at 20:33Antworten

      Das ist tragisch, daß man das noch sagen muß. Das sollte seit 20 Jahren der Normalzustand sein.

  4. Andreas I. 5. Juni 2022 at 0:52Antworten

    Hallo,
    dieses norwegische Statistikamt sammelt also jetzt die Daten der Lebensmitteleinkäufe. Aber wozu? Wem nützen diese Daten? Nestle und / oder Monsanto?

  5. Cora 4. Juni 2022 at 10:04Antworten

    Norwegen überwacht Lebensmitteleinkäufe der Bürger. Und wann überwacht Norwegen den Toilettengang der Bürger?

  6. Petra 4. Juni 2022 at 8:47Antworten

    Mein Lieblings-Trennbalken an der Supermarktkasse: Bares ist Wahres, der auf eine Initiativer der Münze Österreich hinweist: https://www.muenzeoesterreich.at/infothek/bargeld/nur-bares-ist-wahres/bares-ist-wahres

  7. Peter 4. Juni 2022 at 8:35Antworten

    So gesehen ist der Ausfall vieler Zahlterminals in DE ein Segen.
    Sagen mir auch die Einzelhändler.
    Es scheint denen zu gefallen das mehr Cash in die Kasse kommt.
    Interessant ist, das es teilweise inzwischen problematisch ist Bargeld von der Bank zu bekommen.
    Die scheinen zuwenig zu haben.

  8. C.WT 3. Juni 2022 at 19:46Antworten

    Was finden die Menschen nur an Kartenzahlungen so toll? Das sie gern durchleuchtet werden, beformundet und beeinflusst. Denn sie kaufen was ihnen eingeimpft wurde durch die Werbung.
    Bequemlichkeit hat seinen Preis. Und alles nur nur dank der Bevölkerung, weil sie ja jeden Mist mitmachen und behmen.

  9. Kristin Heitmeyer 3. Juni 2022 at 15:18Antworten

    Das Problem läßt sich ganz einfach lösen: Einer kauft für mehrere Verwandte, Bekannte oder Nachbarn mit ein und zahlt.

    Beim nächsten Einkauf ist ein anderer Verwandter, Bekannter oder Nachbar dran. Sinnvoll wäre es, immer die gleiche Kreditkarte zu benutzen, so kann man auch das Statistikamt durcheinanderbringen.

    Weiteres Beispiel: Wenn alle sich einig wären und ihr Geld von dem Bankkonto abheben und anschließend das Konto kündigen würden, wären auch die Banken platt. Dann könnte man neu anfangen.

    Der Bürger hat es auch in der Hand die Preise im Supermarkt oder bei Discounter zu bestimmen.
    Eine Woche mal – nach Absprache (der überwiegende Teil der Bürger ist bei Facebook) – den Discounter oder den Supermarkt meiden und die Preise würden gefälliger werden.
    Das Problen ist nur, die Menschen sind einfach zu blöd und organisieren sich nicht.

    • Andreas I. 5. Juni 2022 at 0:47Antworten

      Hallo,
      wenn die Mehrheit der Menschen … dann bräuchte es keine Spielchen, sondern es würde demokratisch bestimmt werden, was gemacht werden soll und was verboten ist.

  10. nouseforislam 3. Juni 2022 at 13:17Antworten

    Das Angebot Putins, Scholz-Kritiker bei sich aufzunehmen, erscheint immer verlockender. Der Westen mutiert in seiner Gesamtheit zu einem autoritären Gebilde. Am Ende dieser Entwicklung wird ein faschistischer Staat stehen. Was unterscheidet den Westen eigentlich noch von den Autokratien, über die sich unsere „Gutmenschen“ immer so aufregen?

  11. Jan 3. Juni 2022 at 12:58Antworten

    Der Staat hat bereits Vollzugriff auf die Kassabons und gleicht auch Einkaufs- und Verkausbücher ab. Dh er weiß, welche Waren in welcher Menge konsumiert werden. Er möchte nun wissen, ob zB türkische Mitbürger sich gesund ernähren und eventuell die Ansprache ändern. So das Narrativ. Tatsächlich wird hier aber mit Personendaten verknüpft.

  12. Frühling 3. Juni 2022 at 12:12Antworten

    Oho. Sie haben so oft Wein, Chips und viel zu wenig Gemüse gekauft? Dann sollten Sie sich jetzt nicht darüber beschweren, dass Sie höhere Krankenkassenbeiträge zahlen als ihr braver Nachbar, dessen Lebensstil 1A ist. Das könnte einer der nächsten Schritte sein, um die Bürgerüberwachung weiter zu perfektionieren. Dagegen hilft nur: einfach stur weiter mit Bargeld zu zahlen.

    • Vortex 4. Juni 2022 at 12:22Antworten

      Könnte auch so weit gehen, dass die genau herausfinden wollen, wer besonders gesund lebt, vegetarisch oder gar vegan sich ernährt, dann wird per Rasterfahndung exakt ermittelt, wer bald eine Impfserie (Österreichs Elite lernt, jetzt dazu) benötigt, damit die zu erwartende Lebenserwartung mehr an den geimpften Durchschnittsbürger angepasst wird.

      Manche haben bereits einen kleinen Garten und pflanzen heimlich was Gesundes an, z. B. tinyurl.com/2p92bpfz

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