Nächster Schritt zur Abschaffung des Bargelds und Privatsphäre: Zahlen mit Gesichtserkennung oder Fingerabdruck

24. Mai 2022von 4.5 Minuten Lesezeit

Der Digitalindustrie und dem Handel sind anonyme Kunden ein Gräuel. Daten über möglichst viele Menschen sind das neue Erdöl. Mit unseren Daten verdient die Digitalindustrie Milliarden. Der Handel will ebenfalls möglichst viel über seine Kunden wissen um gezielt mehr und zu höheren Gewinnspannen verkaufen zu können. Deshalb gibt es die diversen Bonusprogramme mit denen möglichst umfassend die Daten der Kunden erhoben werden.

Mastercard geht nun einen Schritt weiter. Programme, die in Afrika getestet wurden, werden nun auch bei uns ausgerollt. Wir haben kürzlich darüber berichtet, wie in einem ärmsten Länder Afrikas, nämlich in Somalia von Mastercard die digitale Bezahlung und ‚digitale Integration‘ gefördert wird. Passend dazu hat die Biden-Regierung wieder Soldaten nach Somalia entsendet und die Bombardierung des Landes autorisiert.

Aber zurück zu den Plänen von Mastercard in Europa. In einer Pressemitteilung hat Mastercard das Programm schon in der Überschrift präzisiert: „With a smile or a wave, paying in store just got personal“ (Mit einem Lächeln oder einem Winken wird das Bezahlen im Geschäft ganz persönlich). Man will die persönlichen Daten bei jeder Zahlung und weg von der Anonymität, die das Bargeld garantiert.

„Die bewährte Technologie, die Ihr Gesicht oder Ihren Fingerabdruck zum Entsperren Ihres Telefons verwendet, kann jetzt auch dazu verwendet werden, den Verbrauchern zu helfen, schneller zur Kasse zu gehen. Mit dem neuen Biometric Checkout Program von Mastercard brauchen Sie nur noch sich selbst.“

Mastercard behauptet weiter, dass 74% der Konsumenten eine positive Haltung gegenüber der Biometrie haben. Das ist korrekt, denn Biometrie bietet einen guten Schutz für die eigenen Daten, so sie ordentlich umgesetzt wurde. Was Mastercard mit der neuen Initiative erreichen will, ist jedoch das genaue Gegenteil. Man will eine sichere Verbindung zwischen der Person und ihren Handlungen und Einkäufen erreichen. Bisherige Karten können auch von anderen benutzt werden, wie jeder weiß, der Kinder hat.

Aber es geht noch weiter, sie wollen unsere biometrischen Daten insbesondere das Gesicht und die Fingerabdrücke:

„Teilnehmer am Biometric Checkout Program von Mastercard bieten Verbrauchern die Möglichkeit, sich bequem im Geschäft oder zu Hause über eine App des Händlers oder des Identitätsanbieters für ihren biometrischen Kassenservice anzumelden. … Die Verbraucher können einfach die Rechnung prüfen und in eine Kamera lächeln oder ihre Hand über ein Lesegerät halten, um zu bezahlen.“

Damit hat man eine eineindeutige Zuordnung von erworbenen Artikeln zu einer Person. Das lässt sich in vielfältiger Weise nützen. Mit Kameras und Gesichtserkennung weiß der Shop exakt wer, wie durch den Laden geht, was sich die Person ansieht und welchen Verbrauch an Schnaps, Toilettenpapier oder was auch immer man hat.

In China wird das bereits benutzt um das Sozialkreditsystem mit Informationen zu versorgen. Wer zu viel Schnaps kauft, bekommt einen Punkteabzug, und das System kann verhindern, dass man für Schnaps noch zahlen kann. Oder wer zu viel Klopapier kauft, bekommt eine Erhöhung der Krankenversicherung, da das Kaufverhalten auf mögliche Problem hindeutet.

Natürlich wird die Corona Pandemie herangezogen um Vorteile für kontaktlose Zahlung zu unterstellen. Ziemlich zu Beginn wurde schon behauptet, dass man sich durch kontaktloses Zahlen vor einer durch durch die Luft von Aerosolen übertragenen Atemwegsinfektion schützen könne. Das war darauf abgezielt, den Menschen das Bargeld abzugewöhnen und eben auf genau solche Zahlungsmethoden vorzubereiten.

Aber das Ziel war nie die Konsumenten zu schützen, es geht darum sie zu überwachen, ihre Daten zu sammeln und die Gewinnspannen durch Personalabbau zu erhöhen. Amazon hat dies schon in Shops in den USA getestet. Die Besucher werden permanent überwacht und jede Aktion registriert. Waren, die in den Einkaufswagen gelegt werden, werden automatisch registriert, der Rechnung hinzugefügt und man verlässt das Geschäft ohne mit Personal Kontakt zu haben. Die Kassen und das zugehörige Personal können völlig entfallen. Missbrauch und Diebstahl wird durch die permanente Überwachung verhindert.

Und ist so ein System einmal etabliert, dann lässt es sich überall nutzen. Will man ins Stadion und muss dazu geimpft sein, dann erkennt der Scanner am Eingang welche Person da kommt und gleicht die Daten mit den mittlerweile in die digitale ID integrierten Impfpass ab. Und natürlich auch ob die sozialen Punkte ausreichen um sich das Vergnügen eines Fußballmatches oder des Liveacts der Lieblings-Band zu gönnen. Wer das nicht will, zahlt weiter hartnäckig bei jeder Gelegenheit mit Bargeld.

Und natürlich ist diese Form der Identifizierung und Überwachung der Menschen  die Voraussetzung für die Einführung des digitalen Zentralbankgeldes, für das es schon in vielen Staaten Vorbereitungen gibt. Die Kombination von sicherer Überwachung durch Gesichtserkennung und zentraler Steuerung wofür man das Geld verwenden kann, ist das Ziel und wird in China bereits Schritt für Schritt umgesetzt.

Alle diese System sind natürlich anfällig für Sicherheitsprobleme. Es gibt unzählige Beispiel wo Kundendaten gehackt wurden und für kriminelle Zwecke missbraucht wurden. Neben der de facto Abschaffung der Privatsphäre ein weiteres Problem.


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Mit Zentralbankgeld ins digitale Gefängnis

10 Kommentare

  1. marx 6. Juni 2022 at 20:48Antworten

    jetzt hab ich ihn wieder gefunden den Artikel vor 5 Jahren in der le monde diplomatque (11.05.2017) wo der bargeldlose Zahlungsverkehr erprobt wir mittes Augenscan. Und das ganze in den neu geschaffenen Flüchtlingslager. Nebenbei ein rießiges Geschäft für IKEA.
    Flüchltinge bekommen keine Nahrungspakete mehr sondern einen Betrag auf Ihr digitales Konto und nur via Iris-Scan nutzbar!. Erfunden von der UNHCR und dem Welternährungsprogramm.

    https://monde-diplomatique.de/artikel/!5406809

  2. Steve Acker 31. Mai 2022 at 22:56Antworten

    In Deutschland gibt es grad größere Probleme mit kartenzahlungen.
    Wegen technischer Probleme können viele Geschäfte aktuell keine Kartenzahlung annehmen.
    Heute Artikel in der Welt:
    Wer ist daran Schuld ? Die Barzahler !
    So ähnlich wie bei der corona Impfung . Wer ist schuld dass sie nicht wirkt ? Die ungeimpften

  3. Elisabeth 25. Mai 2022 at 5:58Antworten

    Neulich wollte ich Blanko-Zahlungsanweisungen, die früher immer in den Foyers gelegen sind. Ich wendete mich an eine Bankangestellte mit der Bitte, mir ein Packerl mitzugeben. Sie war entsetzt und verwirrt, was ich da wolle. Ich könne sie nur bestellen. Und ob ich meinen Namen darauf wolle..Ich meinte, der druckt sich doch eh beim Einzahlen aus. Man zahlt ja mit Bankkarte und PIN. Einen könne sie mir geben und der wäre hier auszufüllen. Als ich noch einmal erklärte, was ich möchte, lief sie zum Chef. Sie tat so, als wäre ich eine Verbrecherin. Der erklärte mir, dass ich bestellen müsste, denn die Zahlscheine wären nicht mehr kostenlos. Ich solle doch online einzahlen, dann sparte ich Papier..Ich sagte vehement, das will ich nicht! Er meinte, er könne es mir erklären, wie es geht. Ich antwortete, das kann ich, ich will es aber nicht!

    Kunden schmunzelten mir zu und sympathisierten mit mir.

    Ich fragte, haben Sie denn gar keine Zahlscheine im Haus? Er holte ein Packerl. Ich sagte dann, er könne sie mir ja verkaufen, ich zahle in bar. Die anderen lachten. Er war verwirrt und wollte jetzt wissen, ob ich denn überhaupt eine VB-Kundin sei. Ich war grantig und zeigte ihm meine Karte. Ich war doch zuvor im SB-Bereich, um damit Überweisungen zu machen. Dann stammelte er, das sei ja die VB Wien. Und? Ich erklärte ihm, dass einige Filialen in meiner Nähe zugesperrt wurden und so sei diese die mir am nächsten. Dann wurde er still und gab mir die Zahlscheine. Ich fragte, was sie kosten. Er schüttelte den Kopf und schenkte sie mir.

    Später habe ich recherchiert, man kann die auch beim Amazon kaufen. Es müssen halt österr. sein.

    Sie zwingen die Menschen immer mehr ins Online Banking und zudem in die Apps am Handy. Die mobile TAN ist ihnen auch noch zu liberal, denn mit den Apps haben sie Zugriff auf alle Daten am Handy. Alles geht in die Richtung Abschaffung des Bargeldes. Gestern beim Obi – haben sie jetzt auch SB-Kassen, nur mit Karte, versteht sich. Und überall brüllt einen die Kassierein an, ob man eine Kundenkarte hätte. „Nein!“, brülle ich zurück. Daten sind das neue Erdöl …

    • Nightbird 28. Mai 2022 at 16:33Antworten

      Auch ich nutze kein Online-Banking, habe keine Kreditkarte. RFID auf meiner Bankomat-Karte ist deaktiviert.
      Ist mir alles viel zu unsicher.

      Ich nutze die Blanko-Zahlschein meiner Bank (Bawag) schon lange nicht mehr obwohl diese immer noch in allen Filialen aufliegen.

      Aufgrund meines Haushaltsbuches am PC habe ich eine andere Lösung gefunden.

      Ich habe einen Blanko-Zahlschein eingescannt, in Größe und Farbe dem Original angepasst.
      Ausgefüllt werden die Felder anhand von Textfeldern in Word.
      Das ist eine einmalige Arbeit, die etwas Zeit kostet.

      Ab da kriegt jeder Empfänger, den ich per Zahlschein bezahle ein eigenes Word-Dokument.
      Das Ganze habe ich auch mit dem Haushaltsbuch in Excel verknüpft.
      Sämtliche Daten sind dann schon vorausgefüllt und der Drucker spuckt mir den Zahlschein aus.

      Nightbird.

  4. Taktgefühl 24. Mai 2022 at 23:08Antworten

    Die Produktivität von Menschen, die gegängelt werden und überwacht, sinkt.

    Zudem stellt die Digitalindustrie mit Internet, Handys, Fernsehen, Überwachung, Internet der Dinge nur ein Dienstleistungen zur Verfügung, die auch repariert und gewartet werden müßen. Wer soll die Dienstleistung bezahlen, wenn immer mehr immer weniger Geld haben? Die TU-Dresden hat 2008 Messungen an den Knotenpunkten im Netz durchgeführt und festgestellt, daß der Stromverbrauch exponentiell ansteigt. Sie hat ausgerechnet, daß das Internet 25 Jahre später alleine mehr Strom verbrauchen wird als die Menschheit 2008 insgesamt.

    Auch die Windräder verursachen nur Kosten, alleine weil die Wartung auf See viele Tücken hat.

    China hat sozusagen das Monopol für Seltene Erden, ohne die die gesamte Digitalindustrie nicht funktioniert. Und China hat mit Indien das Monopol für Generika, wo die ganze pharmazeutische Welt einkauft.

    Und jetzt kommt Putin und fährt dem Great Reset auch noch in die Parade.

    Also, ich halte die Digitalwährung und Überwachung für einen Ausfluß nackter Angst vor dem Bürger. Und für eine Milchmädchenrechnung. Wer soll das denn bezahlen?

    Was im Labor und auf dem Reisbrett funktioniert, funktioniert gesamtgesellschaftlich noch lange nicht.

    • Taktgefühl 24. Mai 2022 at 23:38Antworten

      Beim Erdöl ist es ja so, daß je mehr Strohhalme man in den Boden steckt und fördert, desto schneller ist es all. Das Prinzip ist ganz ähnlich wie beim Bürger. Praktisch ist der Digitalplan, vom Bürger immer mehr Geld zu fördern

      In jedem Windrad sind 800 Kilo Seltene Erden verbaut. Und Elektronik wird mit Erdöl hergestellt.

      Noch eine Rechnung: In Deutschland wälzt sich jedes jahr ein 1,5 Mio. km LKW-Stau über die Straßen, das ist 2 mal zum Mond und zurück!
      LKWs fahren mit Diesel.
      Der 80 Tonner macht die Straßen kaputt wie 80.000 PKWs! Schuld am Stau sind die Smartphone-Junkies und Online-Einkäufer!
      Der LKW müßte eigentlich 80.000 mal so viel Mineralösteuer zahlen wie der PKW! Denn die Mineralölsteuer geht nach dem Verursacherprinzip.

      Man denke mal an die Baustellen auf den Straßen und Autobahnen. Der PKW-Fahrer subventioniert also nicht nur den LKW-Betrieb, sondern auch Amazon und die ganze Digitalindustrie.

      Wenn der Bürger sich kein Auto mehr leisten kann, fällt die Subvention weg und der Online-Handel wird richtig teuro.

      Sinnvoll für den Umweltschutz wäre gewesen, die Minralösteuer nach „Gewicht“ zu bemessen. Die Autos würden leichter und der Verbrauch vom Hersteller schon aus Eigeninteresse reduziert.

      Die dauernden Ermahnungen und die Selbstbeweihräuchung der Industrie bewirken gar nichts.

      Man kann auch mal nach „Unser Müll in Afrika“ suchen. Da landet der giftige Digitalschrott. Aber hallo!

      Das sind nur Oberflächenrechnungen als Anhaltspunkte.

  5. Jo Ne 24. Mai 2022 at 15:28Antworten

    Was machen denn „die Großen“ wenn sich die Geldmenge M0:(Es handelt sich um Bargeld, das sich gerade nicht innerhalb des Bankensystems befindet.) auch für immer draußen verbleibt?

    Siehe auch:
    Mit der Einführung des Euro in Deutschland im Jahr 2002 hielt er auch im Kosovo Einzug.
    Die Verwaltung der UN verschickte Briefe an die Familien im Kosovo in der Hoffnung, dass diese ihre gehorteten D-Mark-Bestände bei den Banken einzahlen, dort also Konten eröffnen und so automatisch umtauschen. Die erste lizensierte Bank des Kosovo wurde erst im Januar 2000 eröffnet. Mangelndes Vertrauen in das Bankensystem gibt es auch hier, gehortet wurde die stabile harte D-Mark zu Hause. In serbischen Enklaven des Kosovo kann aber auch weiterhin mit Serbischem Dinar bezahlt werden.
    Links:
    https://www.rechnungswesen-verstehen.de/bwl-vwl/vwl/geldmenge.php
    https://www.mdr.de/nachrichten/welt/osteuropa/land-leute/waehrung-d-mark-balkan-100.html

  6. Hollie 24. Mai 2022 at 11:07Antworten

    Die illegale Kontensperrung kanadischer Protestler durch Trudeau kann man in diesem Zusammenhang auch nennen. Jemanden mit Bargeld auszuhungern geht nicht per Knopfdruck.
    Tja, fing halt an, als man seinen Lohn nicht mehr jede Woche per Lohntüte bekam, sondern über die Bank ging. Könnte man eigentlich Barauszahlung des Lohns verlangen?

    • I.B. 24. Mai 2022 at 19:27Antworten

      „Könnte man eigentlich Barauszahlung des Lohns verlangen?“

      Höchstwahrscheinlich nicht. Norbert Häring wollte sein Recht auf Bargeldbezahlung (das alleinige gesetzliche Zahlungsmittel) seiner Rundfunkgebühr durchsetzen. Der EuGH stimmte dem nicht zu: „…Behörden Bargeld ablehnen dürfen, wenn das zur Einsparung von Verwaltungskosten zweckmäßig, nötig und verhältnismäßig ist. Damit hat er neues Richterrecht gesetzt.“
      https://norberthaering.de/bargeld-widerstand/interview-bargeldverbot-info/

  7. Ruth 24. Mai 2022 at 10:45Antworten

    Das nennt man die moderne Sklaverei im Digital Zeitalter. Es geht immer nur um höheren Gewinnspannen, mehr Macht, mehr Besitzen usw. Nur hat es einen sehr hohen Preis. Noch merken sie nichts, während sie sich an der Gier festklammern.

    Die Katastrophe ist besiegelt und da hilft keine Milliarden auf dieser Welt um sie zu entkommen.

    Leider haben wir Menschen viel dazu beigetragen, weil es noch sehr viele gibt die alles mitmachen und dieses Projekt „Der Gläserne Mensch“ vorantreibt. Das Leben spielt sich nur im Digitalen Bereich ab, wie ich es miterlebe. Persönliches geht anders.

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