Deutsche Krebsforscher: Vitamin D schützt vor Krebs – und übrigens auch vor Covid

Der Medizin-Nobelpreis 2018 wurde vergeben für Forschungsarbeiten, die zeigten wie durch die Stärkung des Immunsystems Krebs bekämpft wird. Der deutsche Vitamin D „Papst“, Prof. Jörg Spitz (Videos unten) weist seit Jahren darauf hin, dass Vitamin D Krebs verhindert und bekämpft – unter der Voraussetzung, dass man einen genügend hohen Spiegel hat. Spitz weist auch darauf hin, dass Vitamin D der wichtigste Vorbeugung ist um eine Infektion mit dem Coronavirus sowie schwerere Erkrankungen zu verhindern.

Den Nutzen bei der Krebsbehandlung und -prävention zeigt nun auch das renommierte Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ). Da es zu 90% vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10% vom Land Baden-Württemberg finanziert wird, kann es offenbar unabhängig von Drittmittelförderung agieren und ist damit nicht den Interessen der Pharma Branche unterworfen.

In einer Presserklärung wird berichtet, dass gleich drei Metaanalysen klinischer Studien in den letzten Jahren zu dem Ergebnis kamen, dass eine Vitamin D-Supplementierung mit einer Verringerung der Sterberate an Krebs um etwa 13 Prozent einherging. Diese Ergebnisse übertrugen Wissenschaftler im DKFZ nun auf die Situation in Deutschland und errechneten: Bei einer Vitamin D-Supplementierung aller Deutschen über 50 Jahre könnten möglicherweise bis zu 30.000 Krebstodesfälle pro Jahr vermieden und mehr als 300.000 Lebensjahre gewonnen werden – bei gleichzeitiger Kostenersparnis.

Vitamin D schützt vor einer Reihe von Erkrankungen

Seit einigen Jahren bereits untersuchen Wissenschaftler den Einfluss einer ausreichenden Versorgung mit Vitamin D auf die Prognose zahlreicher Erkrankungen. Im Fokus stehen dabei insbesondere entzündliche Krankheiten, Diabetes, Atemwegserkrankungen und Krebs, so das DKFZ weiter.

Die Untersuchungen zur Krebssterblichkeit kamen zu einem übereinstimmenden Ergebnis: Um rund 13 Prozent sinkt bei einer Vitamin D-Supplementierung die Krebssterblichkeit – über alle Krebserkrankungen hinweg. Welche biologischen Mechanismen dem zugrunde liegen könnten, ist noch nicht genau geklärt. In die Metaanalysen wurden ausschließlich methodisch hochwertige randomisierte Studien aus allen Teilen der Welt einbezogen.

„In vielen Ländern der Welt ist im letzten Jahrzehnt die altersbereinigte Rate der Krebssterblichkeit erfreulicherweise gesunken“, sagt Hermann Brenner, Epidemiologe vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). „Doch angesichts der oftmals erheblichen Kosten vieler neuer Krebsmedikamente ist dieser Erfolg vielfach teuer erkauft. Vitamin D dagegen ist in den üblichen Tagesdosen vergleichsweise günstig.“

Vitamin D Supplementierung spart Kosten

Ein Vitamin D Mangel ist in der älteren Bevölkerung und insbesondere bei Krebspatienten weit verbreitet. Brenner und Kollegen errechneten nun, welche Kosten durch eine Vitamin D Supplementierung der gesamten Bevölkerung Deutschlands ab einem Alter von 50 Jahren entstehen würden. Dieser Summe stellten sie die möglichen Einsparungen für Krebstherapien gegenüber, die insbesondere bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen während der letzten Lebensmonate der Patienten oft mit Kosten im Bereich von mehreren 10.000 Euro verbunden sind.

Für diese Berechnung legten die Wissenschaftler eine tägliche Gabe von 1000 internationalen Einheiten Vitamin D zu einem Preis von 25 Euro pro Person und Jahr zugrunde. Im Jahr 2016 lebten in Deutschland ca. 36 Millionen Menschen über 50 Jahre, daraus errechnen sich jährliche Kosten für die Supplementierung von 900 Millionen Euro. (Anmerkung: Ich verwende im Winter 10.000 IE täglich, im Sommer erheblich weniger – die Kosten dafür: 25 Euro pro Jahr.)

Die Kosten für eine Krebsbehandlung entnahmen die Forscher der wissenschaftlichen Literatur und gingen dabei von mittleren zusätzlichen Behandlungskosten von 40.000 € allein für das letzte Lebensjahr der an Krebs verstorbenen Patienten aus. Eine um 13 Prozent verringerte Krebssterblichkeit in Deutschland entsprach im Jahr ca. 30.000 weniger krebsbedingten Todesfällen, deren Behandlungskosten sich in der Modellrechnung auf 1,154 Milliarden Euro beliefen. Verglichen mit den Kosten für die Vitamin-Supplementierung errechnet sich in diesem Modell eine Einsparung von jährlich 254 Millionen Euro.

Vitamin D Supplementierung in Ländern wie Finnland erfolgreich eingesetzt

Die Anzahl der verlorenen Lebensjahre zum Zeitpunkt des Krebstods ermittelten die Forscher anhand der Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes. Kosten und Aufwand einer routinemäßigen Bestimmung des Vitamin D Spiegels hält Brenner für verzichtbar, da bei einer Supplementierung von 1000 internationalen Einheiten eine Überdosierung nicht zu befürchten sei. Eine solche vorherige Bestimmung war auch in den klinischen Studien nicht vorgenommen worden.

Brenner fasst zusammen:

„Angesichts der möglicherweise erheblichen positiven Effekte auf die Krebssterblichkeit – zusätzlich verbunden mit einer möglichen Kostenersparnis – sollten wir nach neuen Wegen suchen, die in Deutschland in der älteren Bevölkerung weit verbreitete Vitamin D-Unterversorgung zu verringern. In einigen Ländern werden sogar Nahrungsmittel seit vielen Jahren mit Vitamin D angereichert – etwa in Finnland, wo die Sterberaten an Krebs um rund 20 Prozent niedriger sind als in Deutschland. Ganz abgesehen davon, dass sich die Hinweise auf weitere positive Gesundheitseffekte einer ausreichenden Vitamin D-Versorgung verdichten, etwa bei den Sterberaten an Lungenerkrankungen. Schließlich halten wir Vitamin D-Supplementierung für so sicher, dass wir sie sogar für neugeborene Babys zur Entwicklung gesunder Knochen empfehlen.“

Zu Finnland wäre noch zu ergänzen, dass es zu den Ländern mit den wenigsten Covid-Todesfällen in Europa gehört – weniger als ein Zehntel des europäischen Durchschnitts. Finnland liegt etwa gleichauf mit Ländern wie Belarus (mit Maßnahmen ähnlich wie Schweden), Norwegen, Island oder Indien.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1.300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können.

Und hier sind die Videos sowohl direkt zu Vitamin D und Corona sowie darunter ein weiteres von einem etwas breiter angelegten Vortrag gehalten am 27. Februar 2018 in Wien:


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4 Kommentare zu „Deutsche Krebsforscher: Vitamin D schützt vor Krebs – und übrigens auch vor Covid

  1. “Bei einer Vitamin D-Supplementierung aller Deutschen über 50 Jahre könnten möglicherweise bis zu 30.000 Krebstodesfälle pro Jahr vermieden und mehr als 300.000 Lebensjahre gewonnen werden – bei gleichzeitiger Kostenersparnis.“

    Dem ist wohl so, aber die Frage nach der Vorgeschichte, die zum Krebs führte, bleibt unbeantwortet. Soll heißen: Würden wir Menschen wieder mehr mit dem saisonalen Sonnenlichtzyklus interagieren, anstatt uns immer mehr davon zu entfremden, dann käme es wahrscheinlich auf natürlichem Wege zu weniger Krebsfällen und somit gar nicht erst zu einer Vorgeschichte, die unbeantwortet bliebe, weil das Sonnenlicht im Grunde die Antwort wäre.

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    1. Noch ein Nachtrag: Sonnenlicht führt zur Melaninbildung in der Haut. Melanin ist DER biologische Energiewandler schlechthin. Krebs ist eine Unausgewogenheit biologischen Energiehaushaltens. Sonnenlicht im Kontext der Jahreszeit und des Aufenthaltortes bildet im biologischen Sinne den Körper eines Lebewesens aus. Somit dient Melanin von Natur aus als primärer Energielieferant, während Nahrung eher als Baustoff für die Verkörperung der Primärenergie dient – mit entsprechendem Spielraum, wenn es an Primärenergie mangelt, was jedoch auf lange Sicht zu Problemen führen wird, je länger der Spielraum an seine Grenzen getrieben wird. Vitamin D in Tablettenform oder Kapsel oder Tropfen umgeht daher Kontext bzw. Melaninbildung. Kann man machen, macht zwecks Überbrückung bestimmt auch Sinn, kann aber keine Allheillösung sein, weil auch damit andere Probleme geschaffen werden (können)

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