Wassermelonen-Emoji als Hassrede: Der deutsche Verfassungsschutz überwacht jetzt Obst

19. Mai 2026von 5 Minuten Lesezeit

Das deutsche Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat das Wassermelonen-Emoji offiziell in den Kontext von „säkularem propalästinensischem Extremismus“ und „Antisemitismus“ gestellt. Eine Frucht – eine ganz normale Wassermelone – wird nun von den deutschen Behörden als potenzielles Hasssymbol beobachtet.

Während das Land wirtschaftlich abstürzt, die Industrie kollabiert und die Energiepreise explodieren, hat der Verfassungsschutz offenbar genug Zeit Kapazitäten frei, um Emojis zu analysieren. Das Wassermelonen-Symbol wird seit Jahrzehnten von propalästinensischen Aktivisten verwendet, weil seine Farben (grün, weiß, rot, schwarz) denen der palästinensischen Flagge entsprechen, wie die Jerusalem Post berichtet. Besonders brisant wird es laut BfV, wenn der Umriss Israels (inklusive Westjordanland und Gaza) als aufgeschnittene Wassermelone dargestellt wird – das wird als Leugnung des Existenzrechts Israels gewertet.

Der Verfassungsschutz hat das Symbol nun in einer neuen Übersicht zu „Erkennungszeichen“ extremistischer propalästinensischer Aktivisten aufgenommen. Daneben werden auch andere Symbole und Parolen wie „From the river to the sea“, globalistisch, Larry Fin, Soros, rothschiuld, „Great Resset“ als problematisch eingestuft  – zumindest wenn der Kontext passt.

Armstrong Eceonmics schreibt dazu:

„Ich habe schon seit Jahren davor gewarnt, dass Deutschland stetig in Richtung Zensur drängt. Es werden Hausdurchsuchungen wegen Social-Media-Beiträgen durchgeführt, Bürger wegen Beleidigungen im Internet strafrechtlich verfolgt und die Gesetze zur Meinungsfreiheit unter dem Vorwand der Extremismusbekämpfung ständig ausgeweitet. Das Problem ist, dass Regierungen nie bei echtem Extremismus Halt machen. Sobald die Zensurmaschinerie einmal existiert, wird irgendwann alles als „gefährlich“ eingestuft. Heute ist es ein Wassermelonen-Emoji. Morgen ist es Kritik an der Migrationspolitik, Widerstand gegen Krieg oder das Hinterfragen staatlicher Ausgaben.

Gerade die Deutschen sollten verstehen, wohin dieser Weg führt. Europa hat sich selbst davon überzeugt, dass die Unterdrückung von Meinungsäußerungen irgendwie den sozialen Unmut beseitigt. Das tut sie nicht. Sie treibt den Unmut nur in den Untergrund, wo er sich weiter radikalisiert. Die Geschichte hat wiederholt gezeigt, dass Regierungen, die versuchen, politisches Denken zu regulieren, am Ende immer noch größere Instabilität schaffen.

Das Beängstigende daran ist die schiere Heuchelei. Europa behauptet, die Demokratie zu verteidigen, während es gleichzeitig entscheidet, welche Symbole, Meinungen, Proteste oder politischen Äußerungen akzeptabel sind. Eine Wassermelone an sich ist offensichtlich nicht hasserfüllt. Sie ist eine Frucht. Was Regierungen fürchten, ist nicht das Symbol selbst. Sie fürchten, die Kontrolle über die öffentliche Meinung zu verlieren, während in ganz Europa die Wut über Krieg, Migration, Inflation und den sinkenden Lebensstandard wächst.“

Man muss sich das einmal vorstellen: Während Millionen Deutsche mit explodierenden Strom- und Heizkosten kämpfen, während die Deindustrialisierung voranschreitet und die innere Sicherheit durch unkontrollierte Migration leidet, beschäftigen sich staatliche Stellen mit der politischen Gefährlichkeit einer Frucht.

An kaum zu überbietender Absurdität kommt übrigens noch hinzu, dass pro-palästinensischer Aktivismus Antisemitismus sein könnte. Alle Palästinenser sind Semiten, egal welcher Religion – wie alle Araber auch, so zumindest die seit Jahrhunderten geltende Definition für Semiten. Aber keineswegs sind alle Menschen mit jüdischer Religion Semiten, wie es die Nazis unterstellten oder der ehemalige Ku Klux Klan-Anführer David Duke.

Die Nazis haben mit ihrem abscheulichen Rassismus eine Religion – Judentum – mit einer Ethnie – Semiten – gleichgesetzt, oder diese Gleichsetzung zumindest massiv gefördert.

Die Bezeichnung „Antisemiten“ gegen jene anzuwenden, die den Völkermord an Semiten (Palästinensern, Libanesen, Jemeniten …) anprangern, könnte also gar nicht falscher sein. Mehr über die historischen Hintergründe beschreibt in diesem Artikel Jochen Mitschka.

Aus Sicht einer Sozialistischen Partei, wie es sie etwa unter dem Parteivorsitzenden und Bundeskanzler Bruno Kreisky noch in den frühen 1970er Jahren gab, wäre das BfV als gesichert rechtsextrem einzustufen.

Was das BfV verteidigt

„Jemand muss Nicholas Kristofs Artikel über die systematische Vergewaltigung von Palästinensern ins Hebräische übersetzen, denn er ist zutreffend und schockierend“ (Amiram Goldblum, emeritierter Professor für computergestützte medizinische Chemie an der Hebräischen Universität und ehemaliger Sprecher von „Peace Now“ auf Facebook):

„Dies ist die dritte Forschungsquelle, die über Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe berichtet, die von Israelis – Gefängniswärtern, Soldaten und Siedlern – an Palästinensern begangen wurden. Dies ist zweifellos ein Muster. Die israelische Rechte hat schon immer zu unfairen Taktiken gegriffen, insbesondere gegen Frauen – Parolen wie „Fick Arafat“ oder „Fick die Araber“ sind seit Beginn des Konflikts mit den Palästinensern zu hören. Seit den frühen 1980er Jahren. … Jemand muss [Nicholas Kristofs NYTimes-Artikel] ins Hebräische übersetzen, denn er ist zutreffend, schockierend und bestätigt zwei frühere Untersuchungen, die von der UN-Menschenrechtsorganisation und einer europäischen Menschenrechtsorganisation veröffentlicht wurden. Alles basiert auf Zeugenaussagen. Netanjahu hat angekündigt, dass er die New York Times wegen der Veröffentlichung verklagen werde. Er wird nicht klagen. Darauf wette ich. Denn was im Gerichtsverfahren ans Licht kommen wird, ist weitaus schwerwiegender als alles, was bisher in der Presse veröffentlicht wurde. Netanjahu versteht das

Die Aufdeckung der Gräueltaten, die Israel begangen hat (und weiterhin begeht), hat gerade erst begonnen. Der Schrecken von Gaza, der sich mit Gräueltaten im Libanon und im Westjordanland fortsetzt, wird von denen mit Kippas und den Handlangern dieser Schurken gelenkt und gesteuert. Jede internationale Reaktion wird gerechtfertigt sein. Kein Mann und keine Frau auf der Welt sollte sich an den 7. Oktober erinnern, nachdem Israel eine wahnsinnige, grausame und mörderische Rachekampagne gestartet hat … und – wieder einmal – mehr als zwei Millionen Palästinenser zu Flüchtlingen im eigenen Land gemacht hat. Seit dem 8. Oktober hat Israel Gaza mit dem Trauma der Nakba von 1948 verknüpft. Jetzt versteht jeder, was damals geschah. Israel hat den Zusammenhang bewiesen …

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Bild von Jill Wellington auf Pixabay

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8 Kommentare

  1. OMS 20. Mai 2026 um 7:34 Uhr - Antworten

    Wenn man einer Religionsgemeinschaft Land überschreibt, darf man sich nicht wundern, wenn die Bestohlenen damit nicht einverstanden sind.

  2. Jan 19. Mai 2026 um 22:56 Uhr - Antworten

    Eine Ethnie entsteht ständig neu, sonst müssten wir uns auf die Arche einigen. Und eine Ethnie entsteht sowohl aufgrund von Selbst- als auch von Fremddefinition, die irgendwann übernommen wird. Sogar der atheistische Otto Bauer hat sich mosaisch beerdigen lassen, die Methode der Nazis hat funktioniert.

    Rituale ändern sie Wirklichkeit, das ist das Dilemma. Selbstverständlich sind die Israelis eine Ethnie und die Palästinenser und die Meidlinger. Wer sollte darüber befinden, Cruella? Die juristische Leere der Verfestigung? Die „genetische Ähnlichkeit“ ist es ja gerade nicht! Abgesehen davon, wie wollten wir sie beweisen, durch einen Test oder ein Zuchtbuch?

    Wenn aber die Ethnie nicht objektiviert werden kann, wer bestimmt dann, was ein Genozid ist? In unserer Kultur, auch in unserer Rechtskultur, ist es völlig okay, Massenmord zu betreiben, das löst nicht einmal einen Anfangsverdacht aus. Im Gegensatz dazu ist das Leugnen eines Genozids verboten! Wo ist der Unterschied? Man definiert eben mal schnell die Ethnie um.

    Palästinenser, keine Ethnie, Massenmord erlaubt. Schwule, keine Ethnie, AZT erlaubt. Deutsche, keine Ethnie, Massenmord kein Anfangsverdacht. Inkas, keine Ethnie, Massenmord erlaubt. Aber die Brüsseler Inzucht! Schon Kritik ist Spionage!

  3. Daisy 19. Mai 2026 um 19:33 Uhr - Antworten

    Ui, dabei habe ich jetzt gerade eine Wassermelonenphase. ..die sind lecker, erfrischend und nebstbei erstaunlich gesund… wie gut, dass ich alles bar bezahle, sonst hätte man mich schon als pöhse Wassermelonenkonsumentin notiert…;-)
    https://www.zentrum-der-gesundheit.de/krankheiten/herz-kreislauf-erkrankungen/bluthochdruck-uebersicht/wassermelonen

    • Varus 20. Mai 2026 um 7:02 Uhr - Antworten

      WiWo neulich: „Hessen hat vergangene Woche im Bundesrat einen Antrag gestellt, die Leugnung des Existenzrechts des Staates Israel unter Strafe zu stellen.“. Dass aber die Entität auf Grenzen from the River to the River (Nil bis Euphrat) verzichtet, wird gar nicht verlangt?

      • Daisy 20. Mai 2026 um 7:59 Uhr

        Diese Figuren denken nichts, sie halten sich an die Richtlinien und die heißen, das kleine Land ist absolut tabu. Und sie werden dabei so gründlich und „kreativ“ wie äh damals.

        Aber Isr. hat sogar den zweiten Platz beim Song Contest gemacht. Soooo beliebt sind sie…??? Wers glaubt, wird selig. Auch geschoben und von gewissen Gruppen finanziert: Kongress-Vorwahlen in Kentucky. Massie war einer der schärfsten republikanischen Kritiker von Trump. Er hatte bzgl. Krieg mit dem Iran wiederholt mit den Demokraten für eine Einschränkung des Militäreinsatzes gestimmt. Zudem hat er das kleine Land da unten immer öfter kritisiert…weg ist er…

  4. VerarmterAdel 19. Mai 2026 um 18:43 Uhr - Antworten

    Krankes Land

  5. Gabriele 19. Mai 2026 um 18:32 Uhr - Antworten

    Ich warte darauf, dass der Besitz oder Kauf von Wassermelonen behördlich meldepflichtig wird… wer es heimlich tut, bekommt eine Hausdurchsuchung vom „Verfassungsschutz“.

    • Varus 20. Mai 2026 um 1:48 Uhr - Antworten

      Mit Digitalgeld kein Problem – dritte Wassermelone in einem Monat gekauft und das Konto wird gesperrt.

      Kürzlich habe ich getestet, was Google-KI über meine Verwandtschaft herausfinden kann – angeblich organisiert meine Cousine in Düsseldorf irgendwelche Lesungen über H@locaust und das Judentum. Die ältere Schwester meiner Mutter hat beiden Kindern typisch jüdische Vornamen gegeben.
      Habe ich überhaupt Verwandte mütterlicherseits, die sich nicht für Juden halten? Na dann masel tow!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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