Der Effekt der Impfung auf schwere Verläufe ist völlig irrelevant

4. Februar 2022von 18.7 Minuten Lesezeit

Für Comirnaty wurde in der Placebo-kontrollierten Studie ein kleiner Vorteil auf die Inzidenz von schweren Verläufen beobachtet. Dies ist rein statistisch begründet. Vergleicht man dies mit den schweren Nebenwirkungen, dann erscheint dieser geringe Vorteil sehr teuer erkauft. Betrachtet man schwerwiegende unerwünschte Ereignisse oder Tod, hatte die Impfung selbst damals keinen Vorteil. Dies kann mit größerem Abstand zur Situation von 2020 nur noch schlechter werden.

Von Gastautor Dr. Hans-Joachim Kremer

Jetzt noch so „olle Kamelle“ vorholen und neu betrachten? Ja! Weil sowohl die Boosterkampagne, Omikron sowie zahlreiche Studien eine neue Betrachtung von Nutzen und Risiken der Impfung erforderlich machen, und zwar unabhängig von den Millionen spontan gemeldeten Verdachtsfällen. Ich nehme diese Neubewertung hier auf Basis der Daten der Placebo-kontrollierten Studie von Pfizer-BioNTech vor.

Warum setzte ich den Fokus auf Comirnaty, den Impfstoff von Pfizer-Biontech? Dazu liegt die größte und letztlich wohl auch beste Placebo-kontrollierte Studie vor. Solche Studien sind immer die beste Basis für eine Bewertung von Nutzen und Risiken. Dagegen sind Beboachtungsstudien (z.B. die aus Israel) fast immer voll von Bias (Neigung), zumal durch Regelsetzung (wen zählt man und wen nicht). Außerdem erscheinen die Risiken bei allen anderen in Mitteleuropa genutzten Corona-Impfstoffen noch höher, ohne dass deren Nutzen in relevantem Ausmaß größer wäre.

Inzwischen kann keine Rede mehr davon sein, dass die Schutzwirkung der Covid-19-Impfungen nachhaltig wäre. Denn bei einer nachhaltigen Wirksamkeit wären weder Boosterkampagne noch Impfzwänge nötig.

Erst recht gilt dies im Hinblick auf Omikron. Dies mag bei Omikron noch andere Gründe haben, aber auch Chemie und Biologie der Coronaviren lassen eine nachlassende Wirkung plausibel erscheinen: Die RNA von Coronaviren ist chemisch viel weniger stabil als eine DNA und neigt daher zu hohen Mutationsraten; die Evolution trimmt dann solche Atemwegsviren in Richtung hoher Übertragbarkeit und niedriger Letalität, bzw. immer weiter weg vom ursprünglichen Wuhanvirus.

Eigentlich entspricht dies genau der Erfahrung mit Influenzaviren und Influenza-Impfungen. Warum wohl wird der Markt jedes Jahr auf’s Neue mit aktuellen Influenza-Impfstoffen beglückt? Auch Influenzaviren sind RNA-Viren.

Wenn also der Nutzen der Impfung zunehmend in Frage steht, dann muss auch das Nutzen-Risiko-Verhältnis neu bewertet werden. Das offensichtliche Fehlen einer nachhaltigen Schutzwirkung macht bestimmte Vergleiche nun wieder oder erst recht sinnvoll.

Auch viele Anhänger der Covid-19-Impfungen geben inzwischen zu, dass diese nicht gut vor Ansteckung und Weitergabe der Infektion schützen. Ein Kern-Narrativ war und ist aber, dass die Impfungen wenigstens vor einem schweren Verlauf schützen. Das hörte man nun schon seit Monaten. In letzter Zeit schien es sogar so, dass selbst überzeugte Impfkritiker diesen Effekt einräumten. Zurecht? Ist der Effekt auf schwere Verläufe relevant?

Schwere Verläufe

In der Tat gab es vor allem jene Analyse aus der Placebo-kontrollierten, „pivotalen“ Pfizer-Biontech-Studie [1.], in der severe Covid-19 (also schwere Verläufe von Covid-19) ausgewertet wurden (Tabelle 1) und in der man einen ‚signifikanten‘ Unterschied fand. Der p-Wert für severe Covid-19 (oberste Zeile in Tabelle 1) betrug 0.0116 (Fisher Exact Test, 2seitig), also unter der magischen 5% Marke, aber deutlich über der Ioannidis-Empfehlung von 0,5%. Wegen des Multiplizitätsproblems (es wurden ja zahlreiche Vergleiche angestellt) sollte man hier eigentlich das strengere Kriterium gelten lassen, aber sei’s drum: Ein Trend war wohl gegeben. Zumal es dafür eine logische Erklärung gibt.

Übrigens betrugen die entsprechenden Zahlen in der ansonsten von Pfizer-Biontech bevorzugten per-protocol-Analyse nur 1 (Comirnaty) zu 3 (Placebo). Das ist derart weit weg von statistischer Signifikanz, dass sich ein Test erübrigt. Auch hier wieder ein Beispiel von „Cherry Picking“. Ich aber möchte meiner Linie treu bleiben, und die heißt: Jede Auswertung möglichst nah an „all randomised“ bzw. „intention to treat“, egal welche Variable ausgewertet wird.

Quelle: [1], Table 31 und 40, sowie eigene Berechnungen.

Die logische Erklärung hat nichts, aber auch gar nichts mit Medizin, Physiologie oder Immunologie zu tun, sondern allein mit Mengenlehre und Statistik. Denn was hat man für diese Auswertung gemacht? Aus den deutlich größeren Zahlen zur wichtigsten Analyse (first occurrence of Covid-19, ausgewertet nach dem intention to treat Prinzip, Tabelle 1 mit any Covid-19 ausgewiesen), also den 50 Teilnehmern der Aktivgruppe bzw. den 275 der Placebogruppe mit Covid-typischen Symptomen und einem positiven PCR-Test, hat man alle Teilnehmer herausgefiltert, bei denen die Erkrankungen nach bestimmten Kriterien als severe bewertet wurden (Details zu den Kriterien im Anhang-schwere-Covid-Verläufe-2022-02-03).

In der Regel werden Fälle nach einem 3er Schema „mild“, „moderate“ (mäßig) und „severe“ (schwer) bewertet. Normalerweise sind schwere Fälle viel seltener als die der anderen Klassen. In der riesigen Datenbasis jener Studie waren die wesentlichen systemischen Nebenwirkungen auch dementsprechend verteilt; so schwankte der Anteil der schweren Fälle zwischen 4,4% (bei Gelenkschmerzen, „joint pain“) und 7,8% (bei Müdigkeit, „fatigue“) nach Comirnaty (siehe Tabelle 5 im Anhang). Das unter Tabelle 1 gezeigte Konfidenzintervall für die Inzidenz von severe Covid-19 umschließt diese Werte ganz locker.

Da aber ein eindeutiger Effekt auf any Covid-19 gefunden wurde (siehe Tabelle 1, p = 0), war es naheliegend, dass in der Teilmenge severe Covid-19 ebenfalls ein Unterschied zu finden war; Glück für Pfizer-BioNTech: Der p-Wert (0.0116) für den Unterschied erschien auch – unter oben gemachter Einschränkung – statistisch signifikant.

Wichtig ist auch immer der Blick auf die Effektstärke. Bei any Covid-19 betrug die absolute Risikoreduktion (ARR) lediglich 1,04%, bei severe Covid-19 aber nur mehr 0,04%. Eine Idee von der Bedeutung derart geringer Effektstärke vermittelt Abb. 2 im Anhang.

Man muss hier unbedingt betonen, dass diese Placebo-kontrollierte Studie im Wesentlichen im Herbst 2020 lief. Ob die damalige Effektstärke auf neuere Varianten wie Delta oder gar Omicron übertragbar ist, ist zumindest unklar.

  • Comirnaty schützte im Herbst 2020 definitiv vor Covid-19 und daher wohl auch vor schwerem Covid-19, vulgo schwerem Verlauf.

  • Diese Schutzwirkung betraf im Wesentlichen milde und mäßig-schwere Verläufe, d.h. Verläufe, die nicht behandlungsbedürftig waren.

  • Die Schutzwirkung vor schwerem Covid-19 war so gering, dass sie nur mit gigantischer Populationsgröße detektierbar war.

  • Es ist gewagt, davon auf spätere Corona-Welle bzw. Varianten zu schließen.

Was bedeutet diese Schutzwirkung?

Zunächst dies: Alle 10 Fälle (1+9 severe Covid-19) wurden wegen clinical signs indicative for severe systemic illness1 als severe klassifiziert. Es gibt leider keinen Hinweis darauf, ob alle Fälle auch zu einer Krankenhauseinweisung führten. Ich nehme dies einmal an; dies ergäbe ja auch den maximalen Unterschied zum Placebo. Drei der Teilnehmer der Placebo-Gruppe wurden zudem auf Intensivstation aufgenommen; 0 zu 3 ist aber keinesfalls statistisch signifikant.

In klinischen Studien gilt die Regel, alle Krankenhauseinweisungen, die dort zu wenigstens einer Übernachtung führen, als serious adverse event (SAE) (schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis) zu werten. Daneben können andere Ereignisse wie Tod oder dauerhafte Behinderung zur Klassifizierung serious führen (siehe Anhang). Quantitativ relevant sind allerdings nur die Krankenhauseinweisungen.

Egal; ob man 1 zu 9 oder 0 zu 3 (Intensivaufnahme) zählt – die Impfung hätte doch wenigstens einen kleinen Vorteil bei der Inzidenz der SAE haben sollen, denn jene 10 wurden regelkonform mitgezählt. Das Ergebnis war allerdings umgekehrt: Sowohl für serious adverse events als auch ganz allgemein für severe adverse event gab es keinerlei Vorteil für Comirnaty (Tabelle 2).

Quelle: [1], Table 51, sowie eigene Berechnungen.

Also, dem von 9 auf 1 Fall vermindertem Risiko, schweres Covid-19 zu erleiden, stand ein von 139 auf 240 Fälle erhöhtes Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse gegenüber; beide Unterschiede würden von vielen als statistisch signifikant gewertet, auf alle Fälle haben beide Unterschiede ein ähnliches Signifikanzniveau.

Dieses über beide Perspektiven unentschiedene Ergebnis trat auch bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen auf. Das numerisch für die Impfung ungünstige Verhältnis von 126 (Corminaty) zu 111 (Placebo) macht es aussichtlos, dass die Impfung jemals unterm Strich besser sein könnte. Außerdem ist essentiell, dass man bei Personen mit schwerwiegenden Ereignissen nicht mehr über klinische Relevanz diskutieren muss; die ist gegeben.

  • Die Inzidenzen von schweren und schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen schließen einen Nettonutzen der Impfung aus.

Teuer erkaufter Nutzen

Allerdings ist der direkte Vergleich der Zahlen von severe Covid-19 zu severe adverse events unausgewogen, denn Covid-19 Symptome wurden durch eine routinemäßige, spezifische Bewertung vor, das heißt, dass jeder Teilnehmer ein elektronisches Tagebuch (in der Regel auf seinem Smartphone) führte, das ihn aufforderte, nach Symptomen von Covid-19 zu fahnden, diese dort zu dokumentieren und gegebenenfalls das Prüfzentrum für einen PCR-Test aufzusuchen. Dies ist ein übliches und sinnvolles Vorgehen, denn schließlich wollte man ja keinen Fall von Covid-19 übersehen. Das lag im dringendsten Interesse der Sponsoren, also Pfizer-BioNTech.

Ein Teil der Teilnehmer, nämlich nur 4.108 (Comirnaty) und 4.104 (Placebo) bzw. fast 20% aller randomisierten, wurde aufgefordert, zusätzlich bestimmte potenzielle Nebenwirkungen zu bewerten. Diesbezüglich lag also ebenfalls eine routinemäßige, spezifische Bewertung vor. Demgegenüber stellt die gewöhnliche Dokumentation von unerwünschten Ereignissen (adverse events, AE), eine unspezifische Befragung des Teilnehmers (etwa: „sind irgendwelche Ereignisse zu berichten“) dar, die zu einer niedrigeren Inzidenz führt. Immerhin ist die Inzidenz in AE-Beobachtungen von klinischen Studien wegen des umfangreichen Monitorings viel höher als in Beobachtungsstudien, und erst recht höher als aus Spontanmeldungen (unsolicited reporting).

So klagten 2.585 bzw. 63% der Teilnehmer in der routinemäßigen, spezifischen Bewertung nach irgendeiner der beiden Comirnaty-Impfungen über Müdigkeit (fatigue) (Details im Anhang), während in der gewöhnlichen AE-Dokumentation nur 1.145 (5,3%) aller Empfänger (21.621) einer Comirnaty-Injektion dies berichteten [2.]. Die Meldungen aus der routinemäßigen, spezifischen Bewertung wurden gemäß den Regeln der klinischen Forschung nicht in die Auswertung der AEs übertragen oder darin übernommen. Allerdings hätte man den Nenner für diese AEs um jene rund 4.000 Beobachtungen pro Gruppe reduzieren oder entsprechende Anmerkungen in den Tabellen vornehmen sollen. Mindestens ein Schönheitsfehler.

Jedenfalls dürfte es sinnvoller sein, die Beobachtungen zu den Fällen von Covid-19 (zur Wirksamkeit) jenen aus der routinemäßigen, spezifischen Bewertung gegenüber zu stellen (Abb. 1). Da zeigt sich, dass die geringen Effekte auf Covid-19 sehr teuer erkauft wurden. Die Inzidenzen von schwerem Covid-19 sind nämlich in dieser Darstellung kaum sichtbar (rotes Oval). Die Inzidenzen der Nebenwirkungen überwiegen ausnahmslos und ausnahmslos eindeutig. Es ist unbekannt, ob die gleichen oder verschiedene Individuen diese Nebenwirkungen in dieser Ausprägung verspürten. Ich würde von einer gewissen, aber nicht totalen Überlappung ausgehen.

  1. Inzidenzen in der pivotalen Pfizer-Biontech-Studie
    Gezeigt sind die Inzidenzen aus der routinemäßigen, spezifischen Bewertung nach „any dose“ zu systemischen Nebenwirkungen sowie zu Covid-19 (rotes Oval). Bei der vorliegenden Fragestellung, ob sich die Impfung im Hinblick auf das Nutzen-RisikoVerhältnis lohnt, sollten die blauen mit blauen und roten mit roten Säulen verglichen werden.
    Detail dazu im Text und im Anhang. Zu deutschen Begriffen siehe Tabelle 3.

Eine noch bessere Gegenüberstellung zur Frage, wie teuer der Effekt auf Covid-19 erkauft wurde, zeigt folgende Tabelle. Da ja die Nenner aus den beiden obigen Beobachtungen völlig unterschiedlich waren, musste ich entweder von Covid-19 runterrechnen oder von den Nebenwirkungen hochrechnen. Da die Zahlen für die systemischen Nebenwirkungen fast alle hoch waren, war die Hochrechnung naheliegender. Also wurden die Prozentangaben zu den Nebenwirkung von den rund 4.100 im Nenner auf die rund 21.300 randomisierten Teilnehmer je Gruppe hochgerechnet (extrapolated, Tabelle 3).

Daraus ergibt sich: Um 8 Fälle von schwerem Covid-19 zu vermeiden (Teilnehmer zu schützen), müssen rund 760 Personen schwere Nebenwirkungen, vor allem Müdigkeit, in Kauf nehmen, rund 300 schwere Kopfschmerzen und rund 150 schwere Gelenkschmerzen.

Im Prinzip ähnlich sieht es aus, wenn man nur auf milde und mäßig-schwere Verläufe schaut. Betrachtet man Verhältniszahlen (z.B. schwere Müdigkeit zu schwere Covid-19) liegen die schwere Ausprägungen sogar fast immer ungünstiger als mild/mäßige Verläufe.

Nimmt man die Fälle von milden bis mäßig-schwerem Covid-19, bei denen in dieser Studie etwa 217 vermieden (geschützt) wurden, sieht die Sache keinesfalls besser aus. Jenem „Gewinn“ von 217 stehen 3.000 bis 5.000 Fälle von ähnlichem Schweregrad gegenüber.

Dies bedeutet, dass für 1 vermiedenen milden oder mäßig-schweren Covid-19-Fall 14 bis 23 Fälle von gleich schweren systemischen Nebenwirkungen in Kauf genommen werden müssen. Für einen vermiedenen schweren Covid-19-Verlauf müssen 18 bis 94 schwere Nebenwirkungen in Kauf genommen werden.

  • Das Nutzen-Risiko-Verhältnis von Comirnaty ist extrem ungünstig.

Überlappende Nebenwirkungen

Neben den drei oben analysierten Nebenwirkungen Müdigkeit, Kopfschmerzen und Gelenkschmerz wurden bei in der routinemäßigen, spezifischen Bewertung auch Fieber (fever), Schüttelfrost (chills) und Muskelschmerzen (muscle pain) bewertet. Diese Anzeichen bzw. Symptome wurden allerdings auch als mögliche Symptome von Covid-19, die dann einen PCR-Test erzwangen, von allen Teilnehmern bewertet. Zu diesen Ereignissen lagen sowohl Angaben aus der routinemäßigen, spezifischen Bewertung, als auch aus der normalen Beobachtung unerwünschter Ereignisse (adverse events, AE) vor.

Darüber hinaus wurden noch die folgenden Symptome als Zeichen von Covid-19 gewertet, wenn der nach folgende PCR-Test positiv war: Husten (cough), Kurzatmigkeit (shortness of breath), Geschmacks- oder Geruchsverlust (loss of taste or smell), Halsschmerzen (sore throat), Durchfall (diarrhea) und Erbrechen (vomiting). Zu diesen Ereignissen lagen nur Angaben aus der normalen Beobachtung derAE vor.

Bei AE-Beobachtungen muss man stets von einer verminderten Melderate ausgehen. Dies zeigt das oben erwähnte Beispiel von Müdigkeit (63% gegen 5,3%) wie auch folgende Übersichtstabelle. Im oberen Abschnitt waren die Unterschiede ähnlich denen zu Müdigkeit, Kopfschmerzen und Gelenkschmerz, im unteren Abschnitt waren die Unterschiede wesentlich kleiner; mutmaßlich aufgrund der Art der Befragung (spezifisch gegen unspezifisch). Mit Ausnahme von Durchfall und Erbrechen waren alle Unterschiede eindeutig statistisch signifikant. Mithin sollte man keinen Term der unteren Hälfte als Nebenwirkung der Impfung ansehen.

Ein gewisser Vorteil für die Impfung zeigte sich nur auf Husten (cough), Kurzatmigkeit (shortness of breath), Geschmacks- oder Geruchsverlust (loss of taste or smell) und Halsschmerzen (sore throat). Der größte Vorteil, gemessen als Differenz der Inzidenzen, bestand bei Husten (Reduktion um 0,74%). Selbst bei der geringsten Differenz im oberen Panel (Muskelschmerzen) noch ein Anstieg um 3,66% bzw. 21,4% vor. Also steht ein vermiedener Fall von Husten 5 (auf Basis der AE-Fälle) oder gar 29 Fälle (auf Basis der spezifischen Dokumentation einschließlich Hochrechnung) von durch die Impfung hervorgerufenen Muskelschmerzen gegenüber. Wegen des problematischen Vergleichs von routinemäßigen, spezifischen Bewertungen (Covid-Symptome) und unspezifischen Befragungen (AE) dürfte die Schutzwirkung vor den Covid-Symptomen mit den roten Differenzenvermutlich noch überschätzt sein.

  • Selbst auf Symptome von Covid-19 hat die Impfung nur einen marginalen Vorteil, bei vielen Symptomen sind Geimpfte eindeutig im Nachteil.

Sonstige Nebenwirkungen

Zu den bekannten systemischen Nebenwirkungen kommen ja noch lokale Nebenwirkungen hinzu. Von denen sind Schmerzen an der Injektionsstelle (abgesehen vom eigentlichen Stich) die prominentesten. Dazu kommen noch Erythema, Schwellungen, Jucken, lokale Erwärmung und Ödeme. Zweifellos verschieben die lokalen Nebenwirkungen das Nutzen-Risiko-Verhältnis weiter zu Ungunsten der Impfung.

Es kommt aber noch eine Reihe systemischer Nebenwirkungen hinzu. Die folgenden waren ‚signifikant‘ (p <0.052) häufiger nach Comirnaty als nach Placebo [2.]:

  • Asthenia (Schwäche, Schlappheit)***

  • Body temperature increased (erhöhte Körpertemperatur)***

  • Decreased appetite (Appetitlosigkeit)***

  • Hyperhidrosis (übermäßiges Schwitzen)***

  • Influenza-like illness (grippaler Infekt)***

  • Insomnia (Schlaflosigkeit)***

  • Lethargy (Lethargie)***

  • Lymphadenopathy (schmerzhafte Lymphknotenschwellung)***

  • Malaise (Unwohlsein)***

  • Migraine (Migräne)***

  • Muscular weakness (Muskelschwäche)***

  • Night sweats (Nachtschweiß)***

  • Pain (Schmerzen, nicht näher lokalisiert)***

  • Pain in extremity (Schmerzen in den Extremitäten)***

  • Axillary pain (Achselschmerzen)*

  • Erythema (Erythem, lokale Errötung)*

  • Feeling hot (Gefühl von heiß)*

  • Flushing (großflächige Errötung)*

  • Iron deficiency anemia (Eisenmangelanämie)*

  • Joint dislocation (Gelenkverrenkung)*

  • Muscle spasms (Muskelkrämpfe)*

  • Vaccination complication (Impfzwischenfall, nicht näher beschrieben)*

* p zwischen 0.05 und 0.01

(** p zwischen 0.01 und 0.005)

*** p < 0.005

Des Weiteren deuteten die Zahlen [2.] ein mögliches Signal für Nebenwirkungen in den übergreifenden System Organ Class(es) (SOC) „Ear and Labyrinth Disorders“, „Endocrine Disorders“ und „Hepatobilliary disorders“ an, p jeweils < 0.05 aber >0.01. Ein bestimmter dafür verantwortlicher Term war nicht zu erkennen.

Seltener nach Impfung trat nur ein Term auf:

  • Acute sinusitis (akute Sinusitis)*, 1 Comirnaty und 7 Placebo

Bemerkenswert ist ferner, dass die SOC Atemwegserkrankungen und ähnliches mit 187 zu 169 numerisch häufiger nach Comirnaty war. In einer Pandemie bzw. bei einem dagegen wirksamen Impfstoff hätte es eher anders herum sein sollen.

Ansonsten muss natürlich auf die lange Liste der Verdachtsfälle auf schwere und schwerste Nebenwirkungen bis hin zu Todesfällen durch die Covid-19-Impfungen verwiesen werden. Insbesondere auf die zahlreichen Fälle von Myo- oder Perikarditis, thrombotische, neurologische oder immunologische Ereignisse. Die überwiegende Mehrzahl davon dürfte schwerwiegend gewesen sein. Hinzu kommen die jüngst veröffentlichte Risikoerhöhung in Sachen Krebs, die wie auch die „-itis“-Fälle mindestens eine Störung der Immunantwort, meines Erachtens aber eine erhöhte Infektanfälligkeit reflektieren.

  • Diese Nebenwirkungen der Impfung können eigentlich nur bei maßloser Angst vor Covid-19 in Kauf genommen werden.

Naheliegende Einwände

Die Impfung sollte ja über längere Zeit schützen, die Impfnebenwirkungen sollten aber nur anfangs auftreten. Tatsächlich wurden alle oben genannten Nebenwirkungen im engen zeitlichen Zusammenhang zur Impfung gemeldet. Das liegt schon an der begrenzten Nachbeobachtungzeit jener Studie. Aber auch am grundsätzlichen Problem: Nur unter kontrollierter Langzeitbeobachtung könnte später Nebenwirkungen statistisch auffallen (mehr dazu weiter unten). Wir wissen auch längst, dass die Schutzwirkung nach rund 4 Monaten erheblich nachlässt und nach rund 6 Monaten praktisch nicht mehr vorhanden ist. Genau das war, zumindest offiziell, ja auch der Grund für die Boosterkampagne.

Würde man die Beobachtungszeit für Covid-19 also von den etwa 2 Monaten wie in den obigen Zahlen auf 4 oder 6 Monate erhöhen, würde das nichts Nennenswertes am skizzierten Ungleichgewicht ändern. Allerdings ist denkbar, dass die Pfizer-Biontech-Studie im Wesentlichen im Herbst 2020 vor einer größeren „Welle“ lief. Die Impfung hätte zu anderen Zeiten vielleicht mehr Nutzen gezeigt. Vielleicht!

Ein Einwand könnte sein, dass es bei der Impfung um schwere Verläufe ginge. Was denn: schwere oder schwerwiegende? In der klinischen Forschung werden diese Attribute normalerweise streng getrennt. Wenn es wirklich darum gegangen wäre: Warum wurde das nicht als primärer Endpunkt definiert? Und warum wohl wurde dies dann nicht umfassender analysiert?

Allerdings könnte man auch hier wieder auf die Komponente Beobachtungsdauer verweisen. Vielleicht würden die SAE wegen Covid-19 in der Placebogruppe ja zunehmen, die in der Comirnatygruppe aber stabil bleiben. Die brauchbare Antwort gibt die „Langzeitbeobachtung“ aus jener Studie her. Bei einer Nachbeobachtungszeit von im Mittel etwa 4 bis 5 Monate kamen 268 SAE in jeder der beiden Gruppen zusammen [3., dort Seite 22]. In jener Zeit, also zwischen Dezember 2020 und März 2021 sollten die meisten vermeidbaren schwerwiegenden Covid-19-Fälle erfasst worden sein. Also sticht auch dieses Argument nicht. Ein Vorteil der Impfung auf schwerwiegende Ereignisse ist insgesamt nicht erkennbar; allenfalls dann, wenn man sich einseitig auf Covid-19 kapriziert. Genau das kann ich aber aus Verbrauchersicht nicht einsehen, aus Herstellersicht natürlich schon. Übrigens wurden in dieser Langzeitnachbeobachtung 21 Tote in der Comirnatygruppe und 17 in der Placebogruppe gezählt [3.]. Auch wenn dies kein signifikanter Unterschied ist: Dies Zahlen belegen, dass ein Vorteil für Geimpfte ausgeschlossen werden kann.

Ein starkes Argument gegen einen relevanten Netto-Langzeit-Schutz geben aber meines Erachtens Pfizer-BioNTech, wie übrigens auch Moderna, selbst: Warum haben diese Firmen denn wohl die Langzeitnachbeobachtung ihrer Placebo-kontrollierten Studien im März 2021 abgebrochen? Wobei die Verben torpedieren oder sabotieren wohl deutlich angemessener für dieses Verhalten wären. Die Firmen erlaubten bzw. mutmaßlich ermunterten Placebo-Teilnehmer nämlich zur echten Impfung. Dies stellte einen krassen Verstoß gegen die Vorgaben von FDA und EMA dar. Hätten sich diese Firmen einen Netto-Schutz-Effekt versprochen, hätten sie die Nachbeobachtung mit Sicherheit nach Plan fortgesetzt.

Zu guter Letzt dürfte ein Lauterbach noch das Argument „Long Covid“ ziehen. Dies ist aber die Flucht in die Unbeweisbarkeit. Denn nach allem, was bislang dazu bekannt ist, konnte ein spezifisches und eindeutig auf Corona-Infektion zurückführbares Langzeit-Krankheitsbild nicht verifiziert werden. Und das heißt, dass solche Fälle, so es die wirklich in diesem Sinne geben sollte, eine völlig vernachlässigbare Menge darstellen, die zudem gegen die vermutlichen Langzeitrisiken der Impfungen abgewogen werden müssten.

Fazit

In der damaligen Umgebung, also noch recht nahe am „Wuhanvirus“, war die Wirksamkeit von Comirnaty nur marginal und von klinisch höchst fragwürdiger Relevanz. Mittlerweile ist eindeutig, dass Comirnaty keine Langzeit-Wirksamkeit besitzt. Also ist es sinnvoll, die damalige Wirksamkeit gegen die damalige Verträglichkeit, oder besser Unverträglichkeit, abzuwägen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Nebenwirkungen und Risiken der Impfung können eigentlich nur bei maßloser Angst vor Covid-19 in Kauf genommen werden. Bei nüchterner Betrachtung ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis eindeutig ungünstig.

Dr. Hans-Joachim Kremer verfügt über mit jahrzehntelanger Erfahrung in der klinischen Forschung und ist als freiberuflicher Medical Writer tätig.

Vielen Dank an Ralph-Rainer Welzel und Jens Walter für die sorgfältige Durchsicht des Manuskripts.

Referenzen

  1. Abschlussbericht (Clinical Study Report) von Pfizer-Biontech, m5351-c4591001-final-analysis-interim-p-csr-body.pdf, gezogen von https://clinicaldata.ema.europa.eu/web/cdp/home

  2. m2.7.4 Summary of Clinical Safety BNT162b2, darin Table 10
    m274-summary-clin-safety.pdf, gezogen von https://clinicaldata.ema.europa.eu/web/cdp/home

  3. November 8, 2021 Summary Basis for Regulatory Action – Comirnaty
    https://www.fda.gov/vaccines-blood-biologics/comirnaty

Fußnoten

1 „RR ≥30 breaths per minute (Atemfrequenz), HR ≥125 beats per minute (Herzfrequenz), SpO2 ≤93% on room air at sea level (Sauerstoffsättigung), or PaO2/FiO2 <300 mm Hg (Sauersättigung)

2 Zur Detektion von Nebenwirkung ist es durchaus statthaft, andere Kriterien wie eben die 5% Schranke zu nutzen, um möglichst alle potenziellen Risiken zu erfassen. Selbstverständlich ist das Multiplizitätsproblem zu beachten. Dies besagt, dass bei 100 Tests 5% rein zufällig unter dieser Schranke liegen. Mit solchen Tests können sowohl Nebenwirkungen fälschlicherweise als solche detektiert werden (falsch positiv) wie auch echte Nebenwirkungen übersehen werden (falsch negativ). Bei p < 0.005 dürfte mit ziemlicher Sicherheit eine Nebenwirkung vorliegen.

Anhang-schwere-Covid-Verläufe-2022-02-03


Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht meine. Ich veröffentliche sie aber gerne, um eine vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.

Dr. Hans-Joachim Kremer verfügt über mit jahrzehntelanger Erfahrung in der klinischen Forschung und ist als freiberuflicher Medical Writer tätig.



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28 Kommentare

  1. Hans-Joachim Kremer 28. Februar 2022 at 15:37Antworten

    Ich bin vorhin auf einen Fehler in der Tabelle 2 hingewiesen worden.
    Der p-Wert zum Unterschied zwischen Corminaty und Placebo bei „severe AE“ lautet tatsächlich schlicht 0 (nicht 0.0125).

  2. Hans-Joachim Kremer 28. Februar 2022 at 15:32Antworten

    @Marlies
    Sowohl in den Prüfplänen als auch durchweg im Bericht sowie der Publikation hieß es stets zum Placebo:
    „Normal saline (0.9% sodium chloride solution for injection)“
    Man hätte doch dann, wenn man wie beim Corminatry mindestens 2 völlig neuartige Hilfsstoffe dabei hat, diese benennen müssen und nicht „nrmal saline“ schreiben können. Das wäre anderenfalls eine unmittelbare Irreführung gewesen. Beim Testprodukt gibt es genügend Mechanismen um die Hilfsstoffe nicht benennen zu müssen. Z.B. kann man ja durchaus behaupten, dass man modRND nie von den Hilfsstoffen trennen könnte; des weiteren vrweist man auf Betriebsgeheimnis (solange das Produkt nicht zugelassen war). Und das Produkt ist ja tatsächlich die modRNA inklusive Hilsstoffe.
    Daher kann ihre Vermutung, dass man jene Kochsalzlösung „nicht notwendigerweise als einziger Bestandteil des Placebos interpretiert werden muss“ nicht nachvollziehen.

  3. Hans-Joachim Kremer 8. Februar 2022 at 14:20Antworten

    Wegen PLACEBO
    In der NEJM-Veröffentlichung
    https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2034577
    zur Pfizer-Biontech-Studie gibt es unten „Supplementary Material“, dort „protocol“. Darin heißt es an mehreren Stellen zur Vergleichsgruppe:
    „Normal saline (0.9% sodium chloride for injection)“

    Das ist aber eben nicht normal!
    Für die USA gilt 21 Code of Federal Regulations (CFR) 314, §126, b 2 i:
    „Placebo concurrent control: „The test drug is compared with an inactive preparation designed to resemble the test drug as far as possible.“
    Für USA und den Rest der Welt gilt ICH E10:
    Placebo is expected to be “an identical-appearing treatment that does not contain the test drug”.

    Eigentlich hätten also die Hilfsstoffe mit rein gehört. Noch besser wäre es gewesen, so zu randomisieren: 50% aktiv, 25 „echtes Placebo“ (komplettes Produkt ohne modNRA), 25% physiologische Kochsalzlösung.

    Der Meningokokkenimpftstoff wurde nur von AstraZeneca in der Kontrollgruppe eingesetzt. Der galt als besonders unverträglich. Warum wohl fiel die Wahl genau darauf und nicht auf ein Placebo? Ich vermute, dass die FDA allein schon deshalb den Antrag von AstraZeneca nicht mal annahm.

    • Marlies 18. Februar 2022 at 14:18Antworten

      Beim Überfliegen des Protokolls fiel mir auf, dass zumindest in der Tabelle zu den Studieninterventionen (S. 182) eine normale Kochsalzlösung nicht notwendigerweise als einziger Bestandteil des Placebos interpretiert werden muss, denn es wird dort nicht parallel zu den Impfstoffkandidaten, sondern parallel zur modRNA aufgeführt, die ja auch nicht der einzige Bestandteil der Impfstoffe ist. Auf der Seite davor ist die Zuordnung zwar stimmig (normale NaCl- Lösung als Ersatz für die Impfstoffkandidaten, nicht einzelne Wirkbestandteile), über eine Servicehotline des Herstellers erhielt ich allerdings die Auskunft, dass in der Lösung neben NaCl wohl auch andere (Puffer-) Bestandteile enthalten sind. Es wäre sicher sinnvoll, schriftlich nachzuhaken und eine genaue Auflistung der Inhaltsstoffe einzufordern, nur bin ich selbst nicht vom Fach und rechne mir deshalb wenig Chancen aus.

  4. Xi Lu 5. Februar 2022 at 13:05Antworten

    @Marc
    Die von Ihnen unter 1. und 2. genannten Zahlen sind bereits in der ersten Tabelle dieses Artikels dargestellt. Der gesamte Artikel erklärt m.E. im Folgenden ausführlich, dass bei einer Teilnehmerzahl von jeweils ca. 21.000 Personen der Unterschied zwischen 1 und 9 bzw. 50 und 275 eben NICHT studientechnisch relevant ist, um eine Wirksamkeit ausreichend zu belegen.
    Was ich mich persönlich frage, ist, warum das im Zulassungsprozess bei der EMA oder anderen Behörden nicht von Belang war?

  5. Marc 5. Februar 2022 at 10:57Antworten

    Betrachtet man die dem Artikel zugrunde liegende Studie in absoluten Zahlen (Anhang-schwere-Covid-Verläufe-2022-02-03), so ergibt sich doch ein etwas anderes Bild.

    Wie folgt:
    1. Ungeimpfte infizieren sich ca 5x häufiger mit Covid (50 zu 275)
    2. Ungeimpfte haben 9x häufiger schwere Covid Verläufe (1 zu 9)
    3. Die Impfung hat in den ersten 7 Tagen (Untersuchungszeitraum) nach Impfung Nebenwirkungen, jedoch keine Schweren (tot).
    4. Eine Auflösung im Promille-Bereich ist für diese Studie wohl etwas „grob“ ;)

    Rechnet man diese 9x höhere Wahrscheinlichkeit auf eine Kleinstadt mit bspw. 50.000 Einwohner hoch, kann man eine überfüllte intensiv Station jetzt besser verstehen.
    Da sage noch einer, impfen hilft nicht.

    Ich hoffe, dass auch dieser Kommentar veröffentlicht wird.
    Vielen Dank für die interessante Studie.

    • pantau 6. Februar 2022 at 3:09Antworten

      @Marc
      Netter Versuch, aus 1:9 bei 21000 Probanden ein 9x zu machen. Das ist unseriös und manipulativ, von diesem Zahlenverhältnis 1:9 dann beliebig zu extrapolieren. Bei den Zulassungsstudien von Pfizer wurden viele Tote und schwer Erkrankte aus der geimpften Kohorte ausgeschlossen, daher gehe ich auch hier von frisierten Daten aus.

    • Hans-Joachim Kremer 8. Februar 2022 at 13:59Antworten

      @Marc
      Seltsamer Kommentar. Kommt wohl direkt aus der Meinungschecker-Ecke
      Gerne nochmals für Fakten-Resistente, die von untergehenden Kleinstädten faseln:
      49 zu 266 (DIff. 217) hatten alle eine milden oder mäißgschweren Verlauf. Dafür mussten allein in der NW-Beobachtung aber (nach Hochrechnung) 4846 zu 1834 (Diff 3012) gleich-schwere Gelenkschmerzen hinnehmen. Plus noch mehr Leute Müdigkeit und Kopfschmerzen. Plus eine erkleckliche Anzahl von Leuten mit Schüttelfrost und Muskelschmerzen. Plus die zahlreichen anderen Nebenwirkungen.
      In der Regel verlief Covid-19 nämlich mild oder mäßig-schwer. Wäre dies anders, hätten Pfizer-Biontech uns das längst aufs Butterbrot geschmiert.
      Die schweren und schwerwiegenden Fälle sind oben hinreichend diskutiert. Und bei der relevanten Kategorie „schwerwiegend“ gab es keinen Unterschied.
      Ihre Rechnung mit „9x höhere Wahrscheinlichkeit“ ist komplett irreführend und dämlich.
      Zeigen Sie mir doch mal bitte die Kleinstadt, die ausradiert wurde!

  6. Peter1 4. Februar 2022 at 13:05Antworten

    Der Schutz vor schwerem Verlauf war tatsächlich das zugkräftigste Argument der Impfkampagne. Es wurde auch immer wieder „bewiesen“ durch die angeblich niedrigen Zahlen von Geimpften auf Intensivstation.
    Wenn diese Darstellung relativiert werden muss und die Nutzen/Risikobewertung nicht aufgeht, müsste es das eigentlich gewesen sein für die Impfung. Dummerweise will man aber von offizieller Seite davon nichts wissen…

    Lustig sind auch Darstellungen der scheinbaren Impferfolge, zB in der Form von: Herr XY ist infiziert. Es geht ihm relativ gut. Ohne die Impfung wäre es ihm viel schlechter gegangen…das ist der Beweis…

    • Carda 4. Februar 2022 at 21:47Antworten

      Teile die Meinung von Peter 1
      Es erstaunt mich auch immer wieder, wenn sehr junge gesunde Menschen in meiner Umgebung bei einer mittelschweren symptomatischen Coronaerkrankung (z.B. 1-2 Wochen bettlägerig mit Fieber) davon schwärmen, geimpft zu sein, weil sonst alles viel schlimmer gekommen wäre. Leider kann niemand den Vergleich führen, aber es spricht auch nicht für eine überzeugende Wirkung des Impfstoffs.

      Zur Referenz der Autoren: „Dr. Hans-Joachim Kremer verfügt über mit jahrzehntelanger Erfahrung …“
      Solche krummen Sätze trüben einfach das Gesamtbild.

  7. HelmutK 4. Februar 2022 at 11:22Antworten

    Das Placebos nur Kochsalzlösung seien ist ein weitverbreiteter Mythos.Tatsächlich ist das aber bereits bei den herkömmlichen Ganzvirus-Impfstoffen keine Kochsalzlösung, sondern der komplette Impfstoff nur ohne Virus, also inklusive aller Adjuvantien.

    Beim mRNA Impfstoff besteht das Placebo dann aus den toxischen Nanopartikeln (Liposom), nur ohne mRNA darin.

    • Paul 4. Februar 2022 at 13:34Antworten

      HelmutK
      4. Februar 2022 um 11:22 Uhr
      Dazu hätte ich gerne ein Quelle.
      Impfstoffplacebos enthalten Kochsalzlösung, sonst nichts.

    • Hans-Joachim Kremer 4. Februar 2022 at 20:35Antworten

      @HelmutK
      Da hat @Paul absolut recht, jedenfalls was das Placebo der Comirnaty-Studie angeht.
      Wahrscheinlich ärgern sich inzwischen viele, dass Pfizer-Biontech nicht wenigstens 50% der Placebogruppe ein lege-artis-Placebo verpasst haben; also das gesamte Produkt nur ohne die modRNA.
      So aber können sich die Leute massenhaft aus der Impfpflicht exkulpieren, weil niemand weiß, was die Hilfsstoffe machen.

    • pantau 6. Februar 2022 at 3:03Antworten

      Ich hätte aber auch gerne eine Quelle dafür, dass für die Placebos der mrna-basierten Genpräparate lediglich Kochsalzlösung verwendet wird.

    • HelmutK 6. Februar 2022 at 11:07Antworten

      Da Youtube-Links hier nicht erlaubt sind ist meine Antwort wohl nicht freigeschaltet worden. Dasmit den Adjuvatien im Placebo hat Dr. Klaus Hartmann in einem Vortrag von 2010 über Impfstoffsicherheit gesagt (ziemlich am Ende des Vortrrags ca. Min 55)

    • Martin E 7. Februar 2022 at 21:09Antworten

      Ich würde das jetzt auch gerne wissen, natürlich wissenschaftlich belegt.
      In einem Aufklärungsvideo zu der Studie von dem Impfstoff von biontech/pfizer sagte V. S.-Krüger damals, dass ein Placebo in der Regel aus all jenen Bestandteilen der Impfung besteht, außer dem Wirkstoff selber, als die mRNA. Sprich die Lipid-Nanopartikel, evtl. Adjuvantien etc. sind alle enthalten. Es ist eben keine einfache Kochsalzlösung. Jedoch war dies nur eine Vermutung, da es seitens Hersteller auch nicht bekanntgegeben wurde.
      Jetzt findet man in den Berichten, jedoch nur einmal kurz angemerkt, das Wort „saline placebo“.
      Hier zu finden: https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2034577
      Also scheint es so, dass doch Kochsalzlösung verwendet wurde.
      Kann das irgendjemand gesichert bestätigen?

    • mc 10. Februar 2022 at 15:57Antworten

      Das wird hier unterschlagen. Wieder einmal wird eine Kritik dazu benutzt wesentliches unter den Tisch fallen zu lassen.
      Im übrigen finde ich den Artikel für Nicht-Experten einfach unverständlich geschrieben. Jeder der in einem Fachbereich arbeitet und dort mit den allzeit vorhandenen Standardbegrifflichkeiten hantiert um abzukürzen, muss bei fachfremden Menschen den Eindruck einer elitären Denkakrobatik suggerieren, da die Schlüsse aus den Denkschritten einfach nicht nachvollziehbar sind. Sollte man einfach einmal umschreiben, damit man erkennt wie schlicht diese Gedanken in Wirklichkeit sind.

      Wie sieht es eigentlich mit den Le Henschen Postulaten aus? Sind diese erfüllt worden bei der sars cov2 Bestimmung? Der Autor spricht ja eindeutig von einem nicht hinterfragten terminus technicus :“ sars-Cov2-Virus“ und dessen Symptomatik.

      Mich stören also 2 Dinge: das elitäre Gehabe gewisser Kreiseund zweitens ihre Art die einfachen Grundfragen und -Annahmen geschickt unter den Tisch fallen zu lassen um mit einer kleinen, berechtigten Kritik den riesigen Motor des eigenen Getriebes doch letztlich weiterrollen zu lassen.

  8. Elefant 4. Februar 2022 at 11:08Antworten

    Impfen ist eine gewollte wirtschaftliche Selbstsanierung der EU, bevor die russisch-chinesische Sanierung kommt.

    Was mit unseren freiheitlich-demokratischen Grundordnungen wird, das weiß noch niemand.

    Wir wissen um Rotstifte mit „Brauchen wir das noch?“ Der Takt wird neuerdings vom „fernen“ Osten bestimmt.

  9. Anton Nussbaumer 4. Februar 2022 at 10:36Antworten

    Vielen Dank für die interessanten und wichtigen Informationen.
    Ich fände es nur ganz schön und sehr wichtig, wenn Ihr uns kurze information über den jeweiligen Autor des Beitrags ist, oder ggfs. die genaue Herkunft einer Information. Z.B.: wer ist Dr. Kremer? wer ist Dr. Mayer?
    Man tut sich dann vielfach leichter, auch und v.a. in Diskussionen.
    Es sollte damit aber nicht gesagt werden, daß diese Infos generell fehlen würden.

    Vielen Dank & LG

  10. Pro Dotto Diddi Otto 4. Februar 2022 at 10:16Antworten

    Das Argument „Schützt vor Ansteckung/Weitergabe“ ist ja schon krachend zusammengefallen. Im Gegenteil, Geimpfte scheinen sich mit Omikrönchen sogar leichter anzustecken. Das letzte Argument pro Spritzung war der „Schutz vor schweren Verläufen“. Was ich nie recht geglaubt habe: erstens, weil es der Lauterbach behauptet hatte (dann ist es gut, arbeitshypothetisch vom Gegenteil auszugehen) und zweitens, weil dafür keine Belege auffindbar waren. Jetzt habe ich es endlich schwarz auf weiß, vielen Dank!

    Dazu kommen jetzt aber noch die Impfschäden, und zwar auch noch in zehn Jahren, etwa bei verschleppter Herzmuskelentzündung oder früher Unfruchtbarkeit. Und ich fange gar nicht an mit den Spritzschäden bzw. -effekten, die hochoffiziell noch nicht mal erwähnt werden.

    Insgesamt dürfte die Nutzenschadensbilanz stark negativ sein. Ich finde, das bietet Anlass, sich mit entsprechenden Verschwörungstheorien zu befassen.

  11. Paul 4. Februar 2022 at 10:12Antworten

    Eine Frage die sich hier stellt :
    Warum haben die Leute die ein Placebo bekommen haben, in großer Anzahl die gleichen Nebenwirkungen wie diejenigen die den Impfstoff bekommen haben.
    Eine winzige Menge Kochsalzlösung erzeugt weder Kopfschmerzen noch Gelenksschmerzen und schon gar keine Müdigkeit.
    Führt bereits die Annahme „wahrscheinlich habe ich den Impfstoff“ bekommen dazu dass Symthome auftreten. Vieles spielt sich also auf der mentalen Eben ab.

    • suedtiroler 4. Februar 2022 at 10:35Antworten

      Natürlich gibt es einen Placebo Effekt.
      Aber wenn wir von Nebenwirkungen von den sogenannten „Impfstoffen“ reden, dann geht es wohl nicht um Kopfschmerzen oder sonstige kleine Wehwehchen.

      Gab/gibt es etwa auch eingebildete Trombosen? Herzmuskelentzündungen? Todesfälle?
      läuft das was uns derzeit die Zahlen zeigen etwa auch auf der „mentalen Ebene“ ab?

    • Hans-Joachim Kremer 4. Februar 2022 at 16:59Antworten

      @Paul
      Vorischt mit Begriffen!
      Die Inzidenzen von Symptomen sind ebenso wenig alle automatisch „Nebenwirkung von Placebo“ wie die Inzidenzen von unerwünschten Ereignissen. Zu einer Nebenwikrung macht das erst die Analyse bzw. Deklaration von Ärzten, Statistikern und Medical Writern und den Studienberichten sowie späteren Veröffentlichungen.
      Placebo soll ja vor allem die Grundinzidenz darstellen, bzw. den maximal möglichen Unterschied unter Wahrung von Verbindung, also Bias-Reduktion. Der Überhang – in welche Richtung auch immer – ist Effekt, also Wirkung oder Nebenwirkung des geprüften Arzneimittels oder des Impfstoffes.
      Naütrlich gibt es eine Grundinzidenz von Müdigkeit oder Kopfschmerzen. Aber auch z.B. von Myokarditis.
      Die Grundregel für randomisierte klinische Studien ist: Ein unerwünschtes Ereignis kann jedes unerwartete medizinische Ereignis sein, völlig unabhängig von einer Kausalitätsbewertung. Also sogar ein Beinbruch nach einem Autounfall oder Fall von einer Leiter. Beim zweiten Fall könnte es vielleicht ja doch einen Zusammenhang geben, man denke nur an Tranquillizer. Warum dann nicht auch beim ersten Fall?

    • Elefant 4. Februar 2022 at 20:47Antworten

      @Hans-Joachim Kremer

      Die Hilfswissenschaft der Stochastik trägt dazu bei, wo man im Chaos einen Einstieg findet, um mit einer Wissenschaft der Logik tiefer zu forschen.

      Eine Hilfswissenschaft beweist nicht die Realität.

      Das Wort „könnte“ kommt in einer beendeten Forschung nicht vor.

      Beispiel: Die Spaltung des Atomkernes vom chemischen Element Uran könnte sein, gibt es nicht mehr.

      Ich bin auf der Seite von @Paul, dass mentale Erscheinungen als vorangegangene individuelle Sinnes-Wahrnehmungen Ursachen für biochemische Prozesse auf atomarer Ebene sind. – Da helfen Grundinzidenzen mit Bias-Ausschließungen NICHTS.

      Der Anblick einer realen Kuh ist nicht der Anblick einer Aktfotografie.

      Wir haben keine Sequenzen aus Lebenstagebüchern, was eine Person von Sekunde zu Sekunde wahrnahm.

    • Consuela frickel 6. Februar 2022 at 1:20Antworten

      Die Frage die ich mir hier stelle ist eher. Warum darf es in einer entsetzlich ansteckenden und tödlichen Pandemie, eine Kontrollgruppe geben, die nur Placebo erhält. Wäre das nicht unverantwortlich und ich glaube auch nicht das es erlaubt wäre?.

    • pantau 6. Februar 2022 at 2:59Antworten

      Haben die bei den Placebos nicht lediglich die mrna-Anteile der Impfstoffe entfernt? Ein Teil der Nebenwirkungen könnte daher auch von den sogenannten Adjuvantien usw kommen.

    • erwinlottermann 7. Februar 2022 at 6:59Antworten

      @Elefant – “ …………vorangegangene individuelle Sinneswahrnehmungen als Ursache für biochemische Prozesse auf atomarer Ebene“. – M.E. liegen Sie mit dieser Annahme richtig, was die Epigenetik beweist. Und was den „schweren Verlauf“ nach einer Infektion mit einem „Phantom“-Virus angeht, so mehren sich die Anzeichen, dass die meisten Menschen in unserer Gesellschaft, große Teile der Wissenschaftsgemeinde eingeschlossen, die von Medien, Politik und sog. Experten nur noch „Corona“ und eine „schützende Impfung“ angeboten bekommen, bereits entsprechende Symptome eines „schweren Verlaufs“ vorweisen – psychische Auffälligkeiten einbezogen.

      Was die Bürger „gefangen“ hält, die Wissenschaftsgemeinde befangen, ist ein nach naturwissenschaftlichen Kriterien bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesenes biologisches (?) Agens. Es soll ebenso infektiös wie wandelbar sein, die ausgesprochene Fähigkeit zur Mutation beschäftigt die Wissenschaftler derart, dass sie (einmal mehr) etwas Grundlegendes außer Acht lassen.
      Die für den Nachweis einer Infektion milliardenfach genutzte PCR-Methode setzt voraus, dass der zunächst nur vermutete Erreger, den sie nachweisen soll, vollständig bekannt ist!!!!! Wie sonst ist es möglich, die für die PCR-Methode notwendigen „Startermoleküle“ herzustellen, deren Nukleotidsequenzen ja zu 100% mit den entsprechenden Sequenzabschnitten des vermuteten Erreger-Genoms übereinstimmen müssen. Mit Hilfe dieser sog. Primer detektiert die PCR-Methode dann allenfalls längere RNS-Bruchstücke des Genoms eines zunächst nur vermuteten Erregers – weder das komplette Genom noch die Virushülle.

      Also – die Herstellung der Startermoleküle für die PCR-Methode ist nur möglich, wenn das (vermutete) Virus vorab isoliert, identifiziert und biochemisch analysiert worden. Die PCR-Methode findet dann bestenfalls nur Bruchstücke eines (vermuteten) Virus, dennoch wird uns seit nunmehr 2 Jahren von den Koryphäen der Virologie ein über die PCR-Methode „nachgewiesenes“ Virus präsentiert. Die Frage sei doch gestattet, ob es „neuere Definitionen“ für naturwissenschaftliches Arbeiten gibt oder ob ggf. Wissenschaftsbetrug schon salonfähig geworden ist.

    • Günther 7. Februar 2022 at 14:03Antworten

      Weil es keine Placebos wie man meint sind sonder der Impfstoff ohne Wirkstoff aber mit dem Rest.
      Oder bei biontech ein Menigokokken impfstoff als Placebo wenn ich mich nicht täusche

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