Samsung Galaxy S9 und der Goldene Schnitt

Samsung hat nun das Galaxy S9 in Barcelona offiziell vorgestellt und in den Geschäften kann es bereits vorbestellt werden. Mit dem Seitenverhältnis von 18,5 zu 9 entfernt es sich immer von dem in Mathematik, Kunst und Architektur als harmonisch angesehenen Goldenem Schnitt. Die Verlängerung des Displays 16 zu 9, oder 1,77 auf 18,5 zu 9 oder 2,05 oder mehr ist seit dem Vorjahr bei so ziemlich allen Herstellern zu beobachten, leider zum Nachteil des harmonischen und guten Aussehens.

Ein Seitenverhältnis von 16 zu 9 oder 1,77 war lange Zeit der Standard. Nicht so bei Apple. Bis zum iPhone 4 war das Seitenverhältnis 3 zu 2, also 1,5. Erst mit dem iPhone 5 wurde auf 16 zu 9 oder 1,77 gegangen. Mit dem iPhone X ist auch Apple den Trend zur Verlängerung gefolgt und hat dem Display ein Proportion 2436 x 1125 Pixel gegeben, was gar 2,165 entspricht.

Diese neuen verlängerten Phones sehen in meinen Augen unharmonisch und unausgewogen aus. Was die sonstigen Nachteile der neuen Designs mit randlosem Display und viel Glas sind, könnt ihr hier nachlesen.

Was aber ist ein harmonisches Seitenverhältnis. Wir kennen es als „Goldenen Schnitt“ mit einem Verhältnis von
Φ = 1,618033988749894848204586834365638117720309179805762862135…
Das wird auch als Proportio divina, die Göttliche Proportion, bezeichnet. Es handelt sich dabei zunächst um die Teilung einer Strecke in zwei Teile, wobei der längere Teil (Major) durch den kürzeren (Minor) eben genau diesem Verhältnis entspricht. Das trifft aber ebenso auf das Verhältnis des längeren Teils zur gesamten Strecke zu.

Das ist eine ziemlich magische Eigenschaft dieser Teilung, die sich in zahlreichen antiken Bauwerken, Gemälden und vor allem in der Natur immer wieder findet. Geometrisch findet sich das Maß des goldenen Schnittes im Fünfstern, dem Pentagramm mehrfach wieder. Ihm wurde zu allen Zeiten eine magische Wirkung zugeschrieben.

GoldenerSchnitt-1

In Dan Browns Bestseller Sakrileg ist das Pentagramm auch das erste Symbol mit dem atemlose Rätselrally beginnt, gleich gefolgt von der Fibonacci Folge:
1 1 2 3 5 8 13 21 34 55 89 144 233 377 …
und so weiter, wobei jede Zahl die Summe der beiden vorherigen ist. Dividiert man eine Zahl durch ihre vorherige, kommt mit dem Anwachsen der Größe der Zahlen dem Goldenen Schnitt von 1,168033… immer näher. Fibonacci kam im Jahr 1202 auf diese Folge, als er die Vermehrung von Kaninchen beobachtete. Aber auch in Blüten und Pflanzen kann man feststellen, dass die Zahlen der Folge eine entscheidende Rolle spielen.

Aber zurück zum Goldenen Schnitt, der erstmals von Euklid vor etwa 2300 Jahren beschrieben wurde. Schon vorher, vor 2470 Jahren, spielte er beim Bau des Parthenon auf der Akropolis in Athen eine Rolle. Breite zu Höhe verhalten sich nach den Regeln des Goldenen Schnitts und bilden das sogenannte Goldene Rechteck:

GoldenerSchnitt-2

Aber auch das Verhältnis von Unterbau zu Dachkonstruktion folgt der Regel. Und viele andere Details im Parthenon ebenso.

GoldenerSchnitt-3

Der Parthenon ist nur ein Beispiel unter vielen für die Anwendung des Goldenen Schnittes in berühmten und großen sakralen Bauten. Die Umsetzung menschlichen Schönheitsempfindens in Form des goldenen Schnittes findet sich in zahlreichen anderen bekannten Bauwerken, wie der alten Petersbasilika in Rom oder dem Kölner Dom wieder.

Noch einige Beispiele aus der Natur: Der Blütenkorb der Sonnenblume besteht aus zahlreichen kleinen Blüten, die in mehreren rechts- und linksdrehenden Spiralen angeordnet sind. Die Anzahlen der Spiralen sind immer Glieder der Fibonacci-Reihe.

Beim Menschen findet sich der Goldene Schnitt in vielfältiger Weise. Zum Beispiel beim Verhältnis Hand zu Arm. Die Länge der Knochen des Arms bilden eine Fibonacci Folge:

GoldenerSchnitt-4

GoldenerSchnitt-5

Ein Gesicht, in dem die Regeln des Goldenen Schnittes optimal befolgt werden, empfinden wir als harmonisch und schön. Hier zeigen die gelben Linien die Minor Länge im Verhältnis zu den blauen Major Linien, bzw Gün zu Magenta. Ja stärker Abweichungen von den Verhältnissen des Goldenen Schnitts, desto wenige schön empfinden wir ein Gesicht.

GoldenerSchnitt-6

Ähnlich ist das auch bei Smartphones. Mit 16 zu 9, das heißt 1,77, sind wir noch recht nahe am Goldenen Schnitt von 1,618. Je weiter man sich davon entfernt mit 2,0, 2,05 oder gar 2,16 desto mehr geht Harmonie verloren.

GoldenerSchnitt-7

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s