
Dein Leben als Trainingsdaten: Google macht Ernst mit der totalen digitalen Erfassung
Es war einmal eine Zeit, in der private Fotoalben in der Schublade lagen – persönlich, unantastbar und vor allem: offline. Diese Ära ist endgültig vorbei. Die digitale Transformation, die uns als „Bequemlichkeit“ verkauft wurde, zeigt nun ihr wahres Gesicht.
Wie Martin Armstrong auf Armstrong Economics in einer aktuellen Analyse aufdeckt, hat Google mit einem massiven Update seiner Foto-Plattform die Grenze zwischen privatem Archiv und öffentlichem Datenpool endgültig eingerissen. Die neue Funktion, die Google unter dem euphemistischen Begriff „Personal Intelligence“ vermarktet, ist nichts weniger als die algorithmische Versklavung der privaten Erinnerung. Das KI-System Gemini scannt nun die gesamte Foto-Bibliothek der Nutzer – Gesichter, Orte, Dokumente, handschriftliche Notizen. Alles wird analysiert, kategorisiert und in ein lebendes Verhaltensmodell integriert.
Google nutzt die Fotos-Cloud seiner Nutzer systematisch, um ein umfassendes „Personal Intelligence“-Profil aufzubauen. Die App scannt automatisch Gesichter, Objekte, Texte auf Rechnungen, Straßenschildern oder Dokumenten, Orte und Metadaten – und wandelt private Erinnerungen in strukturierte, vorhersagbare Verhaltensmodelle um. Was als praktische Foto-Verwaltung verkauft wird, ist in Wahrheit ein gigantisches Datenharvesting für KI-Training. Privatsphäre? Geschichte.
Google selbst nennt es „Effizienz und Innovation“. Die KI generiert automatisch Inhalte aus echten Bildern von Nutzern und ihren Liebsten, ohne dass man Referenzfotos hochladen muss. Die Daten fließen nahtlos in Gemini ein und werden mit E-Mails, Kalendern, Standortdaten aus Maps und Suchverläufen zu einem einzigen, allumfassenden Verhaltensprofil verschmolzen. Armstrong warnt: Das ist kein Versehen – das ist System. Opt-out-Möglichkeiten existieren nur auf dem Papier und sind bewusst kompliziert gestaltet. Historische Daten bleiben erhalten, bis man sie manuell löscht – was die meisten Nutzer nie tun.
EU-Politik: Die „digitale Souveränität“ als hohle Phrase
Und was macht Brüssel? Während man dort bei jeder Gelegenheit das Mantra der „digitalen Souveränität“ und des „Schutzes der Privatsphäre“ (DSGVO) beschwört, rollt man den großen Tech-Giganten den roten Teppich aus.
Die EU-Politik verfolgt eine Strategie, die man als „regulatorische Augenwischerei“ bezeichnen muss. Man verabschiedet Gesetze, die dem Bürger Sicherheit vorgaukeln, während man gleichzeitig Infrastrukturen fördert, die genau die Überwachung erlauben, die man angeblich bekämpfen will. Der Digital Services Act (DSA) oder der AI Act der EU sind in der Praxis oft nur bürokratische Hürden, die kleine Konkurrenten aus dem Markt drängen, während die Giganten wie Google ihre Daten-Krake einfach nur effizienter „konform“ umbauen.
Man gibt sich den Anschein der Kontrolle, während man in Wahrheit die technologische Abhängigkeit von US-Konzernen zementiert. Dass diese Konzerne nun persönliche Daten in einem Ausmaß verarbeiten, das an staatliche Überwachungssysteme grenzt, wird in Brüssel mit wohlwollendem Nicken zur Kenntnis genommen, solange die „Compliance“-Checkliste abgehakt ist.
Die EU-Kommission hat im Januar 2026 förmliche Verfahren gegen Google eingeleitet, um den Konzern zu zwingen, seine Suchdaten und AI-Funktionen (einschließlich Gemini) mit Drittanbietern zu teilen – angeblich zur Förderung des Wettbewerbs. Google wehrt sich und warnt selbst, dass diese Maßnahmen die Privatsphäre der Nutzer massiv gefährden würden.
Der Vorschlag der EU-Kommission könnte eines der größten Datenschutz- und nationalen Sicherheitsrisiken in Europa seit Jahrzehnten schaffen. Durch die Durchsetzung der DMA könnte er Google zwingen, sensible Suchdaten über Millionen von Europäern an Dritte weiterzugeben.
Während die EU-Kommission mit dem Digital Omnibus und Änderungen am GDPR die Regeln für KI-Training lockert („legitimate interest“ statt strenger Einwilligung), werden die Bürger weiter als Rohstofflieferanten behandelt. Der European Health Data Space (EHDS) und die 1+ Million Genomes Initiative zeigen dasselbe Muster bei Gesundheitsdaten.
Die angeblichen „Schutzinstrumente“ – DSGVO, AI Act und DMA – dienen in der Praxis nicht dem Bürger, sondern der Schaffung eines europäischen Datenbinnenmarkts, in dem Big Tech und EU-Bürokratie Hand in Hand arbeiten. Anonymisierung? Ein Witz, wie der UK Biobank-Skandal gerade wieder beweist. Re-Identifizierung durch KI ist längst Alltag.
Das Netz wird enger
Armstrong bringt es auf den Punkt: Dies ist kein isolierter Vorfall, sondern eine strukturelle Verschiebung. Durch die Verknüpfung von Google Photos mit anderen Diensten wie E-Mail, Kalender und Standortverlauf entsteht ein algorithmisches Identitätsprofil. Man muss nicht mehr physisch überwacht werden, wenn der Algorithmus bereits weiß, wo man ist, was man denkt und mit wem man sich trifft, bevor man es selbst getan hat.
Die Industrie argumentiert natürlich mit „Optionen“ – man könne ja „deaktivieren“. Das ist lächerlich. Die Systeme sind so konzipiert, dass sie ohne Tracking kaum noch sinnvoll nutzbar sind. Wir werden in einen digitalen digitalen Zwang hineinmanövriert, in dem das Opt-out nicht mehr die Freiheit, sondern den sozialen und praktischen Ausschluss bedeutet.
Was ist zu tun?
Armstrong Economics rät dazu, die Tracking-Optionen im Google-Konto kompromisslos zu deaktivieren und historische Daten zu löschen. Doch wir sollten uns keine Illusionen machen: Ein einzelner Klick im Menü löscht nicht, was bereits in die KI-Modelle eingespeist wurde.
Die Entwicklung, die wir hier sehen, ist das Fundament für ein digitales Kontrollsystem, das weit über die reine Werbung hinausgeht. Wenn finanzielle Daten, Verhaltensmuster und visuelle Informationen in einem einzigen Ökosystem verschmelzen, ist die Grundlage für ein „Social-Credit-System“ westlicher Prägung fertiggestellt. Wir sollten aufhören, Google als Technologieunternehmen zu betrachten. Es ist ein Instrument der Verhaltenssteuerung, das mit jedem hochgeladenen Foto mächtiger wird. Wer seine Privatsphäre heute nicht aktiv verteidigt, wird morgen feststellen müssen, dass ihm seine eigene Identität gar nicht mehr gehört.
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Da ich aus der Computerzeit komme, habe ich gelernt, offline zu gehen. Und ich logge mich überall aus, schließe die Fenster und lösche die Cookies bzw. lehne sie ab.
Ich benütze auch Android, aber auch da muss man nicht alles zulassen. Ich sperre zumeist die div. Berechtigungen und gestatte sie nur fallweise. Nach Google Play kann man zwar nicht ausloggen, aber man kann in den Einstellungen das Konto löschen. Und beim nächsten Mal wieder einloggen, wenn man eine neue App braucht.
Niemals würde ich meine Daten online speichern. Die Leute sind so unbedarft, dass sie das alles tun und überall auf OK klicken. Diesen Hohlköpfen haben wir nun die totale Überwachung zu verdanken. Natürlich wurde das System immer übergriffiger dadurch.
So kommt es auch mit dem Bargeld. Nur die Älteren wehren sich noch. Den Jungen ist das Münzenabzählen schon zu hoch, lieber rasch kontaktlos zahlen und nicht auf den Kontostand schauen. Die liebe Bank schenkt dir ja einen Einkaufsrahmen für12% Überziehungszinsen..,
Das digitale Gefängnis ist nicht aufzuhalten. I steh in da Ködn und wort auf an Blackout, oba er kummt ned, kummt ned…
Ganz toll Daisy.
Sie können stolz auf sich sein.
Mit Ihrer genialen Strategie und Ihren hervorragend durchdachten Aktionen sind Sie ganz sicher sicher vor den bösen Datenkraken.
Sie bremsen das System aber sowas von durchdacht und effizient aus.
Toll, einfach toll.