Wird der Iran bei US-Bodeninvasion selbst Invasion der Küstenregion durchführen?

4. April 2026von 2,6 Minuten Lesezeit

Während der Iran die USA immer weiter auffordert, doch endlich die Bodenoffensive zu beginnen, fragen sich Experten, ob das Land Pläne hat, in dem Fall seinerseits eine Bodenoffensive der gegenüberliegenden Küstenregion am Golf zu unternehmen.

Die Diskussion dreht sich vor allem um iranische Drohungen, die von Analysten aufgegriffen und analysiert werden. Ein zentraler Fall ist der iranische Sicherheits- und Analyst Morteza Simiari (auch Simiari), der auf dem staatlichen Sender IRIB (Iranian State Television) explizit warnte:

„Wenn die USA einen Fehler machen und Bodentruppen einsetzen, sind die iranischen Streitkräfte bereit, die Küsten von Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten zu besetzen. Der Einmarsch an den Küsten der UAE und Bahrains steht auf der Agenda und würde die regionale Lage grundlegend verändern.“

Diese Aussage wird als direkte Reaktion auf Spekulationen über eine US-Bodeninvasion (z. B. zur Einnahme von Kharg Island oder anderen Zielen) gesehen und soll die Golfstaaten abschrecken, die USA stärker zu unterstützen.

Die Einschätzung von Experten

Militärische Analysten (z. B. in Berichten und Video-Analysen zu den IRIB-Äußerungen) sprechen offen darüber, dass eine iranische Küsten- oder Amphibienoperation gegen die UAE/Bahrain zwar strategisch angedroht wird, aber logistisch extrem unwahrscheinlich sei: Iran fehle die nötige Luft- und Seestärke für eine großangelegte Bodeninvasion über den Golf, und die Golfmonarchien hätten US-Unterstützung sowie moderne Luftabwehr. Sie bewerten es daher primär als psychologische Kriegsführung und Abschreckung, um die USA von Bodentruppen abzuhalten und die Golfstaaten (insbesondere UAE) zu warnen, nicht tiefer in den Konflikt einzusteigen.

Trita Parsi (bekannter Iran-Experte und Gründer des Quincy Institute) thematisiert diese Drohungen in Interviews und Analysen zur laufenden Krise. Er erklärt, dass Iran historisch schon mit Invasionen von Dubai/Abu Dhabi gedroht habe, falls die Emirate offen in den Krieg eintreten. Parsi sieht darin eine mögliche Gegeneskalation (u. a. mit Booten und Truppen), betont aber auch die hohen Risiken und dass eine US-Bodeninvasion für alle Seiten ein „Lose-Lose“-Szenario wäre. Er ordnet es in Irans Strategie ein, die Golfmonarchien von einer Beteiligung abzuschrecken.

Das nicht berücksichtige Szenario

Was in diesen Analysen immer angenommen wird ist eine Invasion über das Wasser. Niemand hält es für notwendig eine Invasion über die Landverbindung mit dem Irak in Betracht zu ziehen. Das könnte schon alleine für den Iran sinnvoll sein, um im Fall einer Invasion die feindlichen angreifenden Kräfte zwingen, sich zu aufzuteilen, und nicht in voller Macht vorzudringen. Noch drastischer wäre die Auswirkung, wenn die Gegenangriffe im Fall einer Invasion gleich an mehreren Fronten erfolgen würden. Am Ende ging es gar nicht um die „Eroberung“ von Bahrain, Kuwait oder Katar, sondern darum, möglichst die Angreifer zu zerstreuen und so viel Zerstörung wie möglich zu verursachen.
Bild: Wikipedia

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4 Kommentare

  1. Daisy 5. April 2026 um 6:29 Uhr - Antworten

    Es ist fremdes Terrain. Iran hat sich Jahrzehnte auf diese Situation vorbereitet.sie haben die Strategien der Amis studiert. Es wird ein Guerilla-Kampf, denn die Revolutionsgarden agieren nicht wie ein westl. Heer. MMn kann einen Bodentruppe entweder Kharg versuchen oder sie arbeitet mit den Kurden zusammen. Es ist mMn aber absolut sinnlos und wird zu einem zweiten Vietnam führen.

    Und damit bricht auch nicht „die Hölle“ los und damit „bombt man den Iran nicht zurück in die Steinzeit“. Trumps Drohungen sind entweder inhaltslos oder er meint sehr große Bomben. Ich fürchte, Trump chickens diesmal auch nicht aus.

    Was aus USr.-Sicht noch etwas erreichen könnte. wären Oreshnik-artige Bomben, ohne nuklearer Bestückung. Aber ich traue ihnen zu, dieses letzte Mittel auch noch einzusetzen.

    Was ist der Plan? Das was geschieht? Der Kollaps der EU und Verwandlung zur Schwabschen Dystopie. Auch Asien wird geschädigt. Isr. geht unter. Es verpufft. Russland kann gut überleben. Das Petrodollarsystem geht unter. Das Empire auch. Aus den Ruinen bildet sich eine Fortress America. USA übernehmen Nordamerika und bilden eine Festung. Energie haben sie dort genug. Zurück zur Energie und zur eigenen Produktion. Entweder ist Trump ein Idiot oder der strategisch denkendste Ami-Präsi, den es je gab. Die Welt wird abhängig von amerikan. und russ. Energie. Die arab. wird ruiniert und zudem viel zu teuer.

    Doch, sollte das sein Plan sein, muss er den Midterms ausweichen…denn es ist was Längerfristiges.

  2. therMOnukular 5. April 2026 um 0:52 Uhr - Antworten

    Na super….nach all dem Lob kann ich mich nun anschließen und als Schleimer rüberkommen – oder es bleiben lassen und ignorant sein. Ich entscheide mich für die Ignoranz…;))

    Zum Thema: alles, was ich an iranischem Militär bislang zu Gesicht bekommen habe, ist defensiver Natur. Mit Raketen alleine kann man keine Kriege gewinnen, man kann sie „nur“ für den Gegner zu teuer machen. In diesem Moment beginnt die Strategie der Abschreckung.
    Aber für eine Landnahme ist man kaum gerüstet und amS auch nicht ausgerichtet.
    Wenn eine US-Invasion kommen sollte, dann wird sie mEn nicht dort stattfinden, worüber man öffentlich plaudert. Ich denke eher an ein nördlich bis östliches Nachbarland des Iran. Damit wird der Iran genug beschäftigt sein…

    Entscheidend wird aber sein, wie gut die Nazionisten ihre Invasionsarmee verstecken können. Bislang sieht es jedenfalls nicht danach aus, als hätten USA oder Issrael begriffen, dass Truppenansammlungen heute nicht mehr möglich sind – spätestens die Satelliten sehen es. Sogar die Hisbollah nutzt das bereits aus und agiert wesentlich moderner. Die Video-verifizierten Abschusszahlen von isr. Panzerfahrzeugen sprechen eine deutliche Sprache.
    Dazu ein Funfact: schaut man sich die FPV-Drohnen-Angriffe der Hisbollah an (aber auch die von irakischen Milizen auf Erbil und die US-Botschaft), dann sieht man keinerlei „Knistern“ im tadellosen Bild – das heißt NULL elektronische Störung, als hätte die USA noch nie von solchen Kriegsmitteln gehört.

    Ich wünsche allen Menschen frohe Ostern – nur die Amis sollen ihre (sprichwörtlichen) Eier nicht finden und zu Hause bleiben….

  3. Gabriele 4. April 2026 um 19:01 Uhr - Antworten

    Schließe mich dankend an – durch diese Beiträge lerne ich langsam „Weltpolitik“….
    Nur schnell OFF-TOPIC: Hütet euch vor der neuen C-Variante „Cicada“ – man weiß zwar nichts über sie – nur dass sie „da ist“, aber die Medien berichten:

    Trotz der möglichen Immunflucht betonen Experten, dass Impfungen sehr wahrscheinlich weiterhin zuverlässig vor schweren Verläufen und Todesfällen schützen. „Das bedeutet nicht, dass man sich nicht impfen lassen sollte“….“Ein weniger gut passender Impfstoff wird das Virus nur etwas später erkennen.“ (!!)

    Mit dieser hochqualitativen „wissenschaftlichen“ Aussage wünsche ich euch ebenfalls Frohe Ostern!

    Es muss in der Tat amüsant sein, zusammen mit dem Weihnachtsmann und dem Osterhasen in solchen Gehirnen zu wohnen…

  4. Jakob 4. April 2026 um 17:26 Uhr - Antworten

    An das TKP – Team
    Danke für Eure Arbeit. Ich hoffe Ihr habt noch lange die Kraft dafür.

    Aber ruht Euch zumindest morgen, am Ostersonntag aus.
    Eure Nerven, Euer Geist brauchen auch mal Ruhe von diesem Wahnsinn.
    Schöne 2 Ostertage.
    Das gilt auch für alle „meine“ TKP – Mitleser und Schreiber. Eingeschlossen natürlich all -innen. 🐣🐇

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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