Gesundheitsministerium: Kein Krebsrisiko durch Impfung

3. Februar 2026von 3,5 Minuten Lesezeit

In einer parlamentarischen Anfrage musste Österreichs Gesundheitsministerin zum Krebsrisiko durch die COVID-Impfung Stellung beziehen. Aus dem Ressort heißt es auch 2026, dass die Spritze „sicher und wirksam“ sei.

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) hat eine parlamentarische Anfrage der FPÖ-Abgeordneten Marie-Christine Giuliani-Sterrer zurückgewiesen. Es gebe „keine seriösen Belege“ für ein erhöhtes Krebsrisiko durch die Impfungen, behauptet Ministerin Korinna Schumann (SPÖ). Als Beleg führt sie die Krebsinzidenz der letzten Jahre an, die unauffällig sei.

Das Ministerium verweist auf die öffentlichen Daten des Österreichischen Nationalen Krebsregisters bei Statistik Austria. Dort zeigen die altersstandardisierten Raten bis 2023 keine ungewöhnlichen Sprünge nach Beginn der Impfkampagnen. Allerdings sind die absoluten Zahlen der Neuerkrankungen durchaus gestiegen. Das wird jedoch mit der Alterung der Bevölkerung erklärt. Das Krebsregister führt zudem keine Trennung zwischen geimpft und ungeimpft durch. „Vonseiten der Statistik Austria werden keine Impfdaten mit den Daten des Österreichischen Nationalen Krebsregisters verknüpft“, hält das Ministerium fest.

Das ist ein Mangel. Wurde vor einigen Jahren selbst im Kaffeehaus der Impfstatus erhoben, sieht man in der Behörde offenbar keine Notwendigkeit dazu. Dabei könnte eine solche Erhebung Zweifel rund um das Krebsrisiko der COVID-Impfung durchaus dämpfen – sofern man den Zahlen aus der Statistik glauben will. Auf die Frage, warum diese Verknüpfung nicht erfolgt ist, hat das Ministerium keine Antwort.

Auslöser der FPÖ-Anfrage war die südkoreanische Kohortenstudie (Kim et al., 2025), die eine statistische Korrelation zwischen COVID-Impfungen und erhöhten Krebsraten innerhalb eines Jahres nach Impfung erkannt hat. Das Ministerium wischt die Studie als „methodisch mangelhaft“ vom Tisch: „Ein kausaler Zusammenhang zwischen COVID-19-Impfung und Krebsentstehung innerhalb eines Jahres ist somit wissenschaftlich nicht haltbar und die Studie liefert keine Evidenz, die aktuelle Erkenntnisse zu Impfstoffsicherheit oder Karzinogenese infrage stellt.“

Was das Ministerium aber nicht erwähnt, ist der eigentliche Schluss der südkoreanischen Studie. Die Forscher hielten durchaus fest, dass sie mit ihrer Untersuchung keine Kausalität belegen können, jedoch heißt es:

„Angesichts der beobachteten Zusammenhänge zwischen COVID-19-Impfungen und Krebsinzidenz nach Alter, Geschlecht und Impfstofftyp sind weitere Untersuchungen erforderlich, um festzustellen, ob bestimmte Impfstrategien für Bevölkerungsgruppen, die eine COVID-19-Impfung benötigen, optimal sein könnten.“

Diese Erkenntnis scheint dem Ministerium nicht zu interessieren. Stattdessen führt man in der Anfragebeantwortung Studien an, die den mRNA-Impfstoffen bei Krebspatienten ein gutes Sicherheitsprofil und eine zuverlässige Immunantwort bescheinigen. „Sicher und wirksam“ resümiert die Ministerin. Mehr noch: Die Impfung würde sogar die Wirkung mancher Krebsimmuntherapien unterstützen. An diesen Studien erhebt das Ministerium offenbar keinerlei wissenschaftlich immer berechtigte Skepsis.

Denn die Kritik an diesen drei Studien ist laut. Jene aus 2021 hatte freilich keine Langzeitdaten zur Verfügung, weshalb sie alleine deshalb als mangelhaft betrachtet werden muss, um Krebsrisiko bei COVID-Impfungen zu erörtern. Auch die Studie aus 2022 hatte keinen Fokus auf schwere Outcomes und arbeitete zudem nur mit sehr wenigen Daten.

Ein ganz besonderer Fall ist die Studie aus 2025. Sie fand, dass mRNA-COVID-Geimpfte innerhalb von 100 Tagen vor/nach Start einer Krebstherapie länger lebten, was als potenzieller „Bonus“ der Impfungen gefeiert wurde. Die Forschung ist aber alles andere als unumstritten. Die positiven Effekte basieren wahrscheinlich auf statistischen Tricks. Nach Korrektur dieser Fehler verschwindet der Vorteil komplett.

Krebsrisiko durch Impfung untersucht die Studie wie auch die anderen beiden Papers nicht – auch weil sie mit Patienten arbeitet, die bereits Krebs hatten. Noch einmal festgehalten: Das Gesundheitsminister führt Studien als „Gegenbeweis“ an, die sich mit der Frage Krebsrisiko durch Impfung gar nicht beschäftigen.

Genauere Untersuchungen zur Frage nach Krebsrisiko und Impfung – wie es sich die Studie aus Südkorea wünscht – wird es nicht geben. Auch nicht auf EU-Ebene. Das Gesundheitsministerium hält fest: „Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine umfassend koordinierte europäische Untersuchung zu Veränderungen der Krebsinzidenz nach der COVID-19-Pandemie und den Impfkampagnen.“

Bild Bernhard HolubKorinna Schumann – Holocaust Gedenktag Parlament Wien 2026 BHO-7833CC BY-SA 4.0

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Ein Kommentar

  1. 1150 3. Februar 2026 um 14:21 Uhr - Antworten

    unsere gesundheitsministerin ……..

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