Impfstoffbranche in der Krise: Moderna stoppt neue Zulassungsstudien

28. Januar 2026von 2,6 Minuten Lesezeit

Moderna wird keine Phase-3-Studien, die entscheidenden Studien zur Zulassung neuer Impfungen gegen Infektionskrankheiten, starten. Weil der Zugang für den US-Markt erschwert wurde, ist das Geschäft nicht mehr rentabel. 

Der Wandel im US-Gesundheitsministerium schlägt sich in der Pharmaindustrie zunehmend in den Gewinnbüchern nieder. Stéphane Bancel, CEO des Biotech-Unternehmens Moderna, erklärte vergangene Woche öffentlich, dass auf absehbare Zeit keine neuen Phase-3-Studien gestartet werden. Ausgelöst wurde das durch die strengeren Zulassungsregeln in den USA.

Mit den neuen Zulassungsregeln, die den Zugang zum US-Markt drastisch erschweren, ist die Herstellung und der Verkauf neuartiger Behandlungen nicht mehr rentabel. Bancel erklärte in einem Interview mit Bloomberg am Rande des WEF:

„Wir haben unseren Investoren gegenüber ganz offen gesagt, dass wir in absehbarer Zukunft keine Investitionen in eine neue Phase-III-Studie für Impfstoffe planen, da man keine Kapitalrendite erzielen kann, wenn man keinen Zugang zum US-Markt hat.“

Damit bleibt die Welt auch vorerst von neuen Moderna-Stoffen verschont. Denn ohne den entscheidenden US-Markt, auf dem die größten Umsätze erzielt werden, ist das Geschäft offenbar nicht rentabel. Ähnliche Überlegungen dürften auch andere Impfstoffhersteller anstellen. Bancel beklagte zudem, dass der gesamte Impfstoffmarkt viel kleiner geworden sei.

Regulatorische Hürden, geringere Unterstützung durch Behörden und sinkende offizielle Impfempfehlungen hätten das Potenzial dramatisch verringert. Er sprach von wachsendem „Widerstand gegen Impfungen“ seitens US-Behörden und Politik. Dies zeigt, dass die vermeintlich kleinen Änderungen unter Kennedy bereits größere Wirkungen haben, als man unmittelbar meinen würde. Viele Unterstützer der MAHA-Bewegung sind etwa enttäuscht, weil die Covid-Behandlungen weiterhin eine Zulassung haben oder weil weiterhin viele Impfungen empfohlen werden. Doch schon die Trendwende, weniger Kinderimpfungen zu empfehlen, stürzt die Branche in eine Krise.

Moderna ist dabei sicherlich ein exponiertes Beispiel. Der Konzern, der neben zwei Covid-mRNA-Impfstoffen nur noch ein weiteres Produkt am Markt hat (mRESVIA, den mRNA-Impfstoff gegen RSV, zugelassen in über 40 Ländern), erlebte während Covid enormes Wachstum. Seither kämpft er mit rückläufigen Umsätzen. Der Markt reagierte auf das Interview zunächst positiv: Die Moderna-Aktie stieg teilweise deutlich. Vermutlich, weil Bancel den Investoren auch schon eine Alternative bietet.

Nun will sich Moderna nämlich auf Bereiche mit höherer Renditeerwartung konzentrieren. Und wo ist das Geschäft größer als bei Krebs und den (möglichen) kommenden „Krebsimpfstoffen“? Für diese Produkte könnten Phase-3-Studien in Hochrisikogruppen noch wirtschaftlich sinnvoll sein, während Infektionsimpfstoffe für breite Bevölkerungsschichten zunehmend riskant erscheinen. Davon sprach Bancel auf der Bühne am WEF. Die Biotech-Branche berichtet und gibt den „Impfgegner“ die Schuld.

Trotzdem markiert die Ankündigung das Ende einer kurzen Ära für Moderna. Als große Gewinner der Covid-Politik mit Milliardenumsätzen bricht das Geschäft nun wieder weg. Ob auch andere Hersteller ähnlich reagieren, allen voran Branchenprimus Pfizer, bleibt abzuwarten.

Bild „Moderna Vaccine“ by 42nd Mayor of Los Angeles is licensed under CC BY-NC-ND 2.0.

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Ein Kommentar

  1. Charles M. Schulz 28. Januar 2026 um 12:56 Uhr - Antworten

    Massenweise Körperverletzung und Tod ist ihr Geschäft.
    Diese Firmen gehören bs in die Steinzeit veklagt und die Verantwortlichen und Helfeshelfer genausolange in den Knast, wo sie sich dann in der Dusche nach der Seife bücken können…

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