Deutschlands katastrophale Energiepolitik in einem Bild

28. März 2025von 4,3 Minuten Lesezeit

Deutschlands Energiepolitik führt mittlerweile dazu, dass entweder für Stromimport gezahlt wird oder für den Export von überschüssigen Strom ebenfalls Geld ausgegeben werden muss. Eine Deckung des Bedarfs aus eigenen Quellen ist offenbar unmöglich geworden.

Im Bild oben von Agora Energiewende ist zu sehen, dass an den meisten Tagen in der Zeit vom 20. bis 26. März nicht ausreichend Strom produziert werden konnte. Nur am 22 März gab es die sogenannte Hellbrise und daher so viel Strom, dass den Abnehmern des Überschusses 15 Euro pro MWh bezahlt werden mussten. Dazu kamen noch weitere Kosten in Millionenhöhe.

Am 22. wurden zu Mittag in einer Stunde 15 Gigawattstunden zu viel produziert. Also im Schnitt sind immer 15 GW zu viel produziert worden. Das ist so das, was ungefähr 11 Atomkraftwerke produzieren. In der Grafik oben erkennbar daran, dass die graue Fläche mit dem produzierten Strom deutlich über die rote Linie des Gesamtverbrauchs hinausgeht. An den anderen Tagen zeigt die wei0e Fläche darunter, was zu wenig war und importiert werden musste.

Dabei wurden schon Solar- und Windanlagen massiv abgeregelt und abgeschaltet um zu verhindern, dass es zu einem Blackout kam. Aber man kann nicht genug abregeln, denn bei vielen Solaranlagen, die massiv mit Steuergeld gefördert wurden, ist das nicht möglich. Es gab daher eine Produktion von 64 GW bei einem Verbrauch von noch nicht einmal 50 GW im Schnitt in dieser einen Stunde.

Und damit dieser Überschuss nicht die Netzfrequenz erhöht und ein Blackout verursacht, hat man 15 Euro pro MWhbezahlt, damit irgendwer den Strom abnimmt. Zu Ostern wäre der Verbrauch noch geringer und ein Blackout die unweigerliche Folge gewesen.

Laut Energy Charts, also laut Fraunhofer, sind gute 40 GW peak Solar gar nicht abschaltbar. Und weitere Anlagen sind nur teilweise steuerbar, teilweise nur vom Vertreiber selber. Die haben aber eigentlich gar keine Lust ihre Anlage zur besten Zeit abzuschalten. Stell dir vor, du hast eine Solaranlage und du musst die dann einen halben Tag abschalten, genau da, wo du richtig Geld verdienen willst. Das macht natürlich keiner.

Wie Stefan von Outdoor Chiemgau im Video unten berichtet, musste am 22. enorm viele Redispatch-Maßnahmen zur Stabilisierung der Netze durchgeführt werden.

Was sind Redispatch Maßnahmen? Wenn irgendwo zu viel Strom im Netz ist und der Strom über die Leitungsnetze nicht abtransportiert werden kann oder den keiner braucht, dann muss man eben runterfahren – ein sogenannter negativer Redispatch. Hat man etwa gerade jetzt im Süden zu viel Solarstrom, versucht den in den Norden zu schicken. Kommt er dort aber wegen fehlender Leitungskapazität nicht an, muss man Gaskraftwerke oder Kohlekraftwerke anfahren – ein sogenannter positiver Redispatch. Am 19. waren 51 derartige Maßnahmen erforderlich, aber am 22. waren es 119, also es hat sich mehr als verdoppelt und die gesamten Megawattstunden hatten sich fast verzehnfacht: Eine unfassbare Summe, 241 Gigawattstunden an einem einzigen Tag.

Finanziell war der Tag teuer. Es gab eine Einnahme von 1,8 Millionen Euro, der Strom muss den Erzeugern aber bezahlt werden. Die Erzeuger bekommen ihren festen Betrag, egal wie die Preise gerade am Markt sind. Und das ist das sogenannte EEG Konto. Und dieses EEG Konto hat Deutschland an diesem Tag gut €23 Millionen gekostet. Das heißt, für das, dass an überschüssigen Strom ans Ausland abgegeben wurde, hat der Steuerzahler 21,3 Millionen gefördert, weil sonst wäre das Netz einfach zusammengekracht.

Über den ganzen Tag gab es einerseits Einnahmen von knapp €11,5 Millionen und EEG Ausgaben von €113 Millionen. Das heißt, das EEG Konto wurde an diesem Tag mit €102 Millionen minus belastet. Ein einziger Tag kostet €102 Millionen, das ist unglaublich.

Dann gab es noch die Redispatch Maßnahmen. Mit durchschnittlichen Preise gerechnet, kommt man auf insgesamt 60 Millionen Euro an diesem einen Tag. Und das bringt uns dann zu Gesamtkosten für den Steuerzahler und den Stromkunden auf etwa 162 Millionen. Mehr dazu unten im Video.

Sprengung von Kohlekraftwerk missglückt

Wenn es nicht so tragisch wäre, könnte man fast lachen. Das Kohlekraftwerk Moorburg bei Hamburg symbolisiert den tragischen Niedergang Deutschlands in einer Weise, die man sich nicht ausdenken kann. Zuerst wird das modernste und teuerste Kohlekraftwerk Deutschlands nach nur 6 Jahren vom Netz genommen, weil es zu viel CO2 produziert. Abgesehen dass dies schade für die vielen Pflanzen ist, ist es wirtschaftlich und energiepolitisch ein Desaster, auf das aber viele sogar noch stolz sind.

Und dann funktioniert nicht einmal die Sprengung oder wie ein Poster schreibt: Modernstes 3 Mrd Kohlekraftwerk wird im #IrrenhausBRD abgerissen und selbst das klappt nicht. Bei dieser Blamage verwundert es nicht, dass von den Mainstream Medien niemand darüber berichtet. Es wäre wohl zu peinlich den dramatischen Niedergang einzugestehen. Parallelen zu North Stream drängen sich auf. Braucht Deutschland vielleicht einen Psychiater um aus der aktuellen masochistischen Phase der Selbstzerstörung herauszukommen?

Hier das Video mit der detaillierten Erklärung über Deutschlands Stromdesaster und die Ereignisse am 22. März:


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4 Kommentare

  1. Jurgen 29. März 2025 um 23:18 Uhr - Antworten

    Manometer, kapiert das doch endlich: der Bund wird komplett abgewickelt in die EU !!! Deutschland muss sich entweder völkerrechtlich neu aufstellen oder verschwindet in der Versenkung ohne Wiederkehr… die Zeit läuft.

  2. triple-delta 28. März 2025 um 19:04 Uhr - Antworten

    Katastrophal ist diese Politik nur für die Mustermanns. Für das Kapital lohnt es sich immer. Der Plan mit der Energiewende stammt ja von ihm.

  3. Sabine Schoenfelder 28. März 2025 um 15:11 Uhr - Antworten

    ALLE Volatilen müssen F O S S I L stabilisiert werden.
    Wir bezahlen deshalb unsere Stromversorgung doppelt.
    Dessen nicht genug, werden Fossile durch Restriktionen und Sanktionen künstlich verteuert.
    Wir kaufen Atomstrom von den Anrainern, Kohle aus China, russisches Gas über Drittstaaten und, die größte Umweltsauerei, LNG aus den USA.
    Damit verteuern wir eine ohnehin doppelt finanzierte Stromversorgung noch einmal immens !
    Dafür müssen wir Milliarden zusätzlich für Netzstabilität, Merit Order und Redispatch bezahlen, um letztendlich eine u n z u v e r l ä s s i g e Stromversorgung mit ständig drohendem Stromausfall zu erhalten.
    Im 21gsten Jahrhundert herrscht so viel komplette Blödheit. Zusätzlich wird KRIEG forciert, sowie gezielt Viren und Bakterien als Biowaffen gezüchtet. Leute, man kann nur noch auf einen großen Meteoriten hoffen, der diese menschliche, gemein-gefährliche Verdummung gnädig auslöscht. 🤮

  4. Sabine Schoenfelder 28. März 2025 um 14:59 Uhr - Antworten

    „Redispatch-Kosten“ sind a u c h die Gelder, die der Stromnetzbetreiber für sogenannten „Phantom-Strom“ zahlen müssen, also Strom, den die Windanlagen zwar produzieren, aber welcher nie in das Stromnetz eingespeist wird ‼️
    Das kommt vor, wenn in einem Moment so viel Wind weht, dass die Windkraftanlagen so viel Strom erzeugen, dass wenn alles eingespeist werden würde, das Stromnetz überbelastet wäre und kollabierte. Die Windkraftanlagen, die der Stromnetzbetreiber dann vom Netz nimmt, bekommen als Ausgleich dann trotzdem dieselbe Vergütung, wie wenn der Strom in das Netz geflossen wäre ‼️Dieses irre Phänomen nennt man „Redispatch-Kosten“.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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