Kein Einfluss der angeblich infektiöseren Variante in Irland laut WHO

Irland war ja als das tolle Vorbild für die Wirkung von Lockdowns von den Regierungsberatern in Deutschland ausgesucht worden. Kaum war das Paper veröffentlicht, schossen die Zahlen in Irland regelrecht in die Höhe. Da Irland sogar eine Landgrenze zum UK hat, wenn auch nicht zu England, so lag doch der Verdacht nahe, dass es die angeblich infektiösere Variante sei, die den Anstieg bewirkt hatte.

Dem widerspricht aber der Emergenycy Director der WHO Jack Ryan laut einem Bericht der Irish Times. Darin heißt es:

Ein Rekordanstieg an Covid-19-Fällen in Irland war auf eine erhöhte soziale Vermischung über die Weihnachtszeit zurückzuführen und wird nicht durch eine neue Variante aus Großbritannien verursacht, hat die Weltgesundheitsorganisation gesagt.

Der Emergency Chief der WHO, Mike Ryan, sagte Reportern, er habe am Montag mit dem Chefarzt Dr. Tony Holohan gesprochen, um die Situation zu besprechen, die Irland zum schlimmsten Pandemie-Hotspot der Welt gemacht hat.

„Mein eigenes Land in Irland … hat einen der akutesten Anstiege der Krankheitsfälle von allen Ländern der Welt erlitten“, sagte der Mann aus Mayo.

„Und das liegt nicht an der Variante, sondern an der zunehmenden sozialen Durchmischung und dem Abbau der physischen Distanz“, sagte er. „Die neue Variante … war nicht der Treiber der neuen Übertragung.“

Dieser völlige parallele Verlauf der Kurven geschieht unabhängig davon wer gerade Lockdown hat und wer nicht. Irland hatte, UK nicht – und umgekehrt. Das hatte offenbar nicht den geringsten Einfluss. Aber das ist genau das, was die Stanford Wissenschaftler beschrieben haben. Lockdown ändert nichts, schadet aber enorm

Interessanterweise verlaufen die Kurven im UK und Irland völlig parallel. Und zwar sowohl die Tests (stark zunehmend) als auch die Positivenrate (sinkend) sowie die „bestätigten“ Fälle (sinkend). Nur die Todesfälle steigen noch, da sie einen Nachlauf von 2 bis 3 Wochen gegenüber Positivenrate und „bestätigten“ Fällen haben. Dafür gibt es zwei Erklärungen:

  1. Herdenimmunität durch Infektion wird in beiden Ländern demnächst erreicht
  2. die angeblich um 70% infektiösere Variante ist gar nicht infektiöser

In beide Erklärungen ist Neil Ferguson vom Imperial College involviert, der seit Jahrzehnten Prognosen liefert, die um Zehnerpotenzen falsch und zu hoch sind. Er hat jedenfalls kürzlich vorhergesagt, dass Herdenimmunität mit Hilfe der Impfung im Lauf von 2021 erreicht werde. Zu Sunday Times sagte er unter anderem:

Das könnte durch die Tatsache begünstigt werden, dass es an Orten wie London eine ziemlich starke Herdenimmunität gibt“, so Ferguson. „Vielleicht 25 oder 30 Prozent der Bevölkerung sind jetzt in der ersten und zweiten Welle infiziert worden. Das trägt also zur Reduzierung der Übertragung bei.“

Das scheint jedenfalls bereits der Fall zu sein, sieht man sich die Kurven an. Je mehr Immunität vorhanden ist, desto mehr wird die Ausbreitungsfähigkeit des Virus eingeschränkt. Dieser Faktor wirddvon den Modellierern, Virologen und Politikern völlig ignoriert. Der Faktor Mensch als Wirt für das Virus spielt aber die wichtigste Rolle.

Andererseits war Ferguson an der Berechnung der höheren Übertragbarkeit der Virus Variante beteiligt. Die Rechnung ergab 71% höhere Infektiosität, wobei die Frage ist, was die Basis sein sollte. Zieht man die übliche Fehlerquote von Ferguson – Faktor 100 – in Betracht, so kommt man auf 0,7%. Belastbare Daten dafür gibt es jedenfalls nicht, weder in die eine noch in die andere Richtung.


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Professor ‚Lockdown‘ Ferguson erwartet Herdenimmunität für UK

Kein Einfluss der angeblich infektiöseren Variante in Irland laut WHO

Wo bleibt die neue britische Virusvariante B117 und die Auswirkungen der angeblich höheren Übertragungsrate?

5 Kommentare zu „Kein Einfluss der angeblich infektiöseren Variante in Irland laut WHO

  1. Oder mit anderen Worten, die ‚uneinsichtige Bevölkerung‘ hat die ‚Fälle‘ nach oben manipuliert, weil sie mehr Ausgangsperren wünschen. ¡Oh Dr. Dolores Cahill, lass Hirn regnen!

  2. wielange lässt man eigentlich diesen ferguson noch herumdoktern?
    der hat schon mehrfach den staat völlig falsch informiert und Panik erzeugt.
    soll der das gegenstück zu drosten sein?
    solche typen braucht man um ein ganzes Volk zu manipulieren.
    wann werden diese herrschaften endlich von verantwortung und beratung entfernt???

  3. Für KW 01 in Nordirland, (UK), Schottland (UK), Wales (UK): Nichts! Für England (UK) ein leichter Anstieg über die Normalbereichs-Linie

    https://euromomo.eu/graphs-and-maps/

    das Starren auf die „Fälle“ die aufgrund eines aussagefreien Tests ausgewürfelt werden ist völlig sinnfrei und fehlführend.

  4. Für die deutsche und die österreichische Regierung kommt die Meldung über diese angeblich ansteckendere Variante jedenfalls gerade recht.
    Österreich: Lockdown 1 und 2 haben dem Anschein nach gewirkt, weil sie zu Beginn der fallenden Phasen der 1. und 2. Welle verhängt wurden. Lockdown 3 wirkt nun – für alle sichtbar – nicht. Dies würde die Lockdownpolitik massiv in Frage stellen. Nun gibt es aber einen willkommenen Vorwand: eine neue ansteckendere Variante, die sich anscheinend nur durch noch striktere Maßnahmen eindämmen lässt.
    Deutschland: Lockdown 1 hat scheinbar gewirkt, weil die Infektionszahlen rückläufig war, als er verhängt wurde. Lockdown 2 in Deutschland ist ein gutes Beispiel, dass die verhängten Maßnahmen nichts nützen. Auch hier ist nun der Sündenbock gefunden, die neue britische Virusvariante.
    Es ist wirklich unglaublich, welche Tricks die Politik immer wieder entwickelt, um ein Eingeständnis von Fehlern zu vermeiden, sich selbst als erfolgreich zu inszenieren und noch weitere Einschränkungen verhängen, um sich dann, wenn die Zahlen irgendwann runter gehen, dafür auch noch bejubeln zu lassen.

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