Schweiz: Jahresübersterblichkeit nahe null

Es gibt mehrere Indikatoren, die für die Beurteilung eines Infektionsgeschehens maßgeblich sind. Die geringste Aussagekraft haben die „bestätigten Fälle“, die derzeit mit glänzenden Augen täglich berichtet werden und wo schon eine Abweichung um 10 Fälle Schlagzeilen im Boulevard verursachen. Wirklich belastbare Zahlen sind dagegen Hospitalisierungen, Intensivpflege und vor allem Todesfälle durch oder mit dem Virus. Der wichtigste Indikator ist aber die Übersterblichkeit, also die Abweichung vom Durchschnitt.

Die Schweiz hatte schon relativ früh im März eine relativ starke Infektionswelle und das Maximum der Todesfälle wurde schon Ende März und Anfang April erreicht. Es wurden 227 Todesfälle pro Million Einwohner verzeichnet.

Die Schweiz im befindet sich aber seit der Woche vom 20. April in einer relativen Untersterblichkeit. Die kumulierte Jahresübersterblichkeit dürfte bis Ende Juli voraussichtlich den Nullwert erreichen und damit unter den meisten Grippewellen der letzten zehn Jahre liegen (siehe Grafik).

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Der Grund für die vergleichsweise geringe Gesamtsterblichkeit ist der milde Grippewinter sowie das sehr hohe Medianalter der Corona-Todesfälle, das mit 84 Jahren über der Schweizer Lebenserwartung (!) liegt. 50% bis 75% der Todesfälle erfolgten in Pflegeeinrichtungen.

Der Schweizer Lockdown kam – wie in den meisten Ländern – erst nach der Infektionswelle von Mitte März und war aus epidemiologischer Sicht mithin wirkungslos oder – aufgrund der allgemein­medizinischen Unterversorgung – sogar kontraproduktiv.

In den letzten Wochen wurde die Testaktivität in der risikoschwachen Allgemeinbevölkerung stark ausgeweitet und die Anzahl der positiven Tests damit leicht angehoben. Die Positivenrate liegt indes weiterhin bei unter einem Prozent und damit im Bereich der PCR-Falschpositivenrate.

Im nordischen Vergleichsland Schweden, das der Corona-Pandemie ohne Lockdown und ohne Maskenpflicht begegnete, liegt die kumulierte Gesamtsterblichkeit derzeit 3.6% unter dem bevölkerungs­angepassten langjährigen Mittel und im Bereich einer mittleren Grippewelle.

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