Das Versagen westlicher Kriegsstrategien

3. April 2026von 3 Minuten Lesezeit

Die westlichen Wunderwaffen zeigen sowohl im Ukraine-Konflikt als auch beim Angriffskrieg gegen den Iran ein Versagen westlicher Kriegsstrategien, welche auf High-Tech und Blitzkrieg basieren. Sobald der Krieg in einen Abnützungskrieg übergeht, droht eher ein Bankrott des westlichen Angreifers, als ein Sieg. Aber das war voraussehbar, eine Lehre schon aus dem 2. Weltkrieg.

Im zweiten Weltkrieg hatte Deutschland auf technische Überlegenheit gesetzt, während Stalin Massenproduktion vorantrieb. Und letztere zeigte sich dann im Krieg als überlegen. Deutsche damaligen HighTech-Panzer konnten war drei oder vier einfache russische Panzer ausschalten, aber eben nicht 10, die ihrerseits auf den deutschen Panzer schossen. Und während Stalin von Anfang an die Verluste durch Ersatz einkalkuliert hatte, war das den Deutschen nicht möglich gewesen. Vertrauend auf ihre technische Überlegenheit hatten sie nicht die Folgen eines Abnutzungskrieges ausreichend berücksichtigt. Und daraus hätten westliche Planer eigentlich lernen können.

Wenn in einem kapitalistischen System da nicht der militärisch industrielle Komplex wäre. Der ein Interesse daran hat, möglichst komplexe, einzigartige, teure Waffen zu produzieren. Diese Manager können sich nicht vorstellen, unter feindlichem Beschuss eine Fabrik abzubauen, um sie ins Hinterland zu verlagern und sofort wieder mit der Produktion zu beginnen. Sie produzieren für imperiale, koloniale Überlegenheit.

Hisbollahs neue Raketenstärke

Und so wundert sich die Fachwelt nun, woher denn die Hisbollah plötzlich eine Rakete mit einer Reichweite von über 700km und einem Sprengkopf von fast 1000 kg hat, und dann auch noch in der Lage ist, eine Militärbasis Israels damit zu treffen, ohne dass die Rakete abgefangen wurde. Vermutet wird, dass es sich um ein „Geschenk“ des abgedankten syrischen Präsidenten Assads gehandelt hatte, welche von der Hisbollah nur angepasst wurde. Erstaunlich ist, dass die Rakete, welche fast eine Stunde Startvorbereitung verlangt, weil sie noch flüssigen Treibstoff benutzt, nicht von der israelischen Überwachung registriert wurde. Die große Frage, die sich nun stellt ist, ob dies ein Einzelstück war, oder ob die Hisbollah noch über weitere Exemplare verfügt.

Kriegswaffenmassenproduktion

Derweil suchen die USA händeringend nach eine Lösung, das Problem des Abnutzungskriegs in den Griff zu bekommen. Ein X-Nutzer schreib in einem Artikel eine interessante Analyse.

„DARPA hofft auf ein Wunder: Billige Raketen, in Stunden gefertigt. Dem Pentagon ist gerade klar geworden, dass es einen Krieg führt, den es sich nicht leisten kann zu gewinnen. Warum? Weil das Abfangen einer iranischen Drohne im Wert von 50.000 US-Dollar eine amerikanische Rakete im Wert von 2 Millionen US-Dollar kostet. Wiederholt man das 100 Mal, ist die Luftverteidigung wirkungslos. In einem seltenen Moment der Ehrlichkeit gab DARPA – die Forschungsagentur des Pentagons – zu, dass ihre Strategie der ‚Wunderwaffe‘ gescheitert ist.“

Der Autor fährt dann fort zu erklären, dass die Agentur erst vor wenigen Tagen einen dringenden Aufruf an Unternehmen veröffentlich habe, die Produktion von US-Luftverteidigungsraketen zu modernisieren. Insbesondere würden billige Raketenmotoren gesucht, die in Stunden oder Tagen, nicht in Monaten, gefertigt werden können. Die DARPA selbst habe die Motorenproduktion als „bekannten Engpass“ in der Raketenmontage bezeichnet. Massenproduktion habe nun plötzlich Vorrang vor HighTech, oder wie der Artikel sagt „Kampfleistung„.

„Das ist ein stilles Eingeständnis. Der mächtige militärisch-industrielle Komplex der USA – berühmt für Tarnkappenbomber und Präzisionsbomben – ist völlig unvorbereitet auf einen Fabrikkrieg. Einen Krieg, in dem nicht die Seite mit der intelligenteren Rakete siegt, sondern diejenige, deren Maschinen schneller und billiger laufen.“


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



Wie „Stealth“ sind Tarnkappen-Jets der USA noch gegenüber chinesischem Radar und russischer S-400 Luftabwehr im Iran?

Komplizierte Kriegsfinanzierung

US-Drohnen im Kriegsgebiet – so kam es zum Absturz der Reaper

8 Kommentare

  1. 1150 3. April 2026 um 15:42 Uhr - Antworten

    wie sagte josef stalin einst:
    quantität ist auch eine form von qualität

    • 1150 3. April 2026 um 15:52 Uhr - Antworten

      immerhin hat den t34 tank ein gelernter zuckerbäcker konstruiert …….

  2. joseph53 3. April 2026 um 15:02 Uhr - Antworten

    Allein von „Kriegsstrategien“ zu reden, ist mMn unangebracht – wenn einmal diplomatisch gar nix zu erreichen wäre, müßte die beste „Verteidigungsstrategie“ das Schlimmste verhindern!

    Wir – vor allem im soo guten Westen – sollten uns endlich um eine dauerhafte Friedensstrategie bemühen.
    Dafür brauchen wir mindestens kluge und vor allem ehrliche Volksvertreter.

    Derart primitive Monster wie Trump und Netanjahu sind sofort aus dem Verkehr zu ziehen und durch Volksvertreter zu ersetzen, die selber diplomatisch agieren wollen und können, eine gleichgesinnte Mannschaft um sich scharen und primär insgesamt gute Politik für ihre Mitbürger machen müssen.

    Und ja – da kann man was machen !!!
    Wir müssen durchsetzen, daß Länder mit Regimen wie USA / Israel konsequent sanktioniert werden.
    Import und Export aller Waren – natürlich auch von Waffen – ist streng verboten !!!

    Trotzdem muß die Landesverteidigung in ganz Europa funktionieren.
    Dafür sollten die befreundeten Staaten im „subsidiären Europa der Vaterländer“ ständig gemeinsam forschen und entwickeln. Diese dabei konstruierten höchst wirksamen Verteidigungsgeräte erzeugen wir jeweils in passender Menge auch selber, womit wir Angriffe gegen uns fast ausschliessen können!
    Und sogar unsere Wirtschaft wird davon profitieren.
    Sollten unsere aktuellen Politiker das nicht verstehten, müssen anerkannte Fachleute es ihnen beibringen oder sie werden durch diese ersetzt.

    Übrigens – die restliche Welt mit dem vielfach gering geschätzten globalen Süden, ist auf der Überholspur.
    Dort weiß man schon, daß die multipolare Weltordnung (mit BRICS & Co) die Erde friedlicher machen kann.

    • Hello 3. April 2026 um 16:14 Uhr - Antworten

      Legen Sie Ihre Strategien eigentlich nur tkp vor, oder schreiben Sie auch Politiker und MSM an?

      • joseph53 3. April 2026 um 19:39 Uhr

        In den letzten Wochen hatte ich einige tkp-Reporte (auch mit eigenen Kommentaren) an in – und ausländische alternative Medien weitergeleitet, allerdings kam außer automatisierten Standardfloskeln kaum etwas zurück.
        Die FPÖ hatte ich als Sympathisant früher (eher erfolglos) kontaktiert.
        Vor kurzem bat ich um einen deutlichen offiziellen Aufruf zur Beendigung des Iran-Krieges.
        LH Kunasek hat 2 x ordentlich geantwortet – ob er etwas getan hat (Parteichef, BK, BP wie angeregt) weiß ich nicht.

        Bezügl. Irankrieg ist in Österreich offensichtlich von keiner Partei gerechte Hilfe zu erwarten.
        Entweder informiert sich niemand, sind sie alle zu feig, erpressbar, bedroht oder sogar freiwillige Mittäter.
        Aktuell bin ich von allen Parteien mehr oder weniger frustriert – wenn Wahlen anstünden – ohne mich.

        MSM gar nicht mehr – ORF zensiert, löscht, schikaniert laufend – zurzeit 6 Monate noch bis 06/26 gesperrt.

        Ich denke inzwischen, weitere Konsumenten für tkp zu gewinnen, wäre fast der beste Beitrag für bessere Information.

    • triple-delta 3. April 2026 um 19:17 Uhr - Antworten

      Wo und wie wollen Sie leben, wenn Sie mit Ihrer Landesverteidigung fertig sind?
      Was wollen Sie denn gegen wen verteidigen, wenn doch alles dem multinationalen Finanzkapital gehört? Warum sollte dieses in Westeuropa Krieg führen wollen. Es ist doch nur Russland, dass noch auf der Wunschliste steht.

      • joseph53 3. April 2026 um 20:27 Uhr

        a) Solange wie möglich in meinem Eigenheim am Land.
        Nachher falls nötig auf Kreuzfahrt-Schiffen statt Seniorenheim.
        b) Ich werde mich mit aller Kraft gegen jede mögliche Verarmung wehren.

        c) Die Groß-Zion-Ideologie ist auch bekannt dafür, überall für Chaos, Elend, Hungersnot, Krankheit etc. zu sorgen, wenn daraus Vorteile erwartbar wären.
        Wenn die USA weitermachen wie bisher, ist gar nix auszuschließen!

  3. LMohikan 3. April 2026 um 15:01 Uhr - Antworten

    Wenn wir berücksichtigen daß Amerika den derzeitigen Irankrieg verlieren, die USA, Israel und der gesamte sogenannte Westen am Boden sein soll, damit die Globale Macht nach China verlagert werden kann – passt alles zusammen und ist im Plan des Prädiktors – siehe
    https://t.me/fktdeutsch/1749
    Ab ca. Minute 10

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge