Die Grenzen der Vermittlung: Trumps Politik im Ukraine-Konflikt

20. Mai 2025von 4,9 Minuten Lesezeit

Das Telefonat zwischen Trump und Putin könnte der Beginn einer angepassten Position der USA im Konflikt markieren. Doch der Weg zum Frieden bleibt hochkomplex. 

Nach seinem jüngsten Gespräch mit Putin am Montag erkannte Trump offenbar die Grenzen einer Vermittlung durch Dritte zwischen Russland und der Ukraine. In einem Beitrag kündigte er „sofortige“ Waffenstillstandsverhandlungen an, betonte jedoch: „Die Bedingungen dafür werden zwischen den beiden Parteien ausgehandelt, wie es nur so sein kann, da sie Details kennen, die sonst niemand wüsste.“

Zusammengefasst wollten die USA bisher, dass Russland die Kontaktlinie (LOC) einfriert, im Gegenzug für lukrative (vermutlich rohstoffbasierte) Deals. Ohne Fortschritt drohen neue Sanktionen oder sogar die Wiederaufnahme umfassender Militärhilfe für die Ukraine. Sanktionen bleiben möglich, aber Trumps jüngster Beitrag war höflicher formuliert als frühere, die wachsende Ungeduld mit Putin zeigten, was auf Fortschritte hindeutet.

Was genau in ihrem zweistündigen Gespräch erreicht wurde, bleibt Spekulation. Trump deutete an, dass kreative wirtschaftliche und energiepolitische Initiativen der USA die Chancen auf Kompromisse Russlands mit der Ukraine erhöhen könnten. Er schrieb: „Russland will nach dem Ende dieses katastrophalen ‚Blutbads‘ großangelegten HANDEL mit den USA betreiben, und ich stimme zu. Das ist eine enorme Chance für Russland, um Jobs und Wohlstand zu schaffen. Sein Potenzial ist UNBEGRENZT.“

Putin lehnt einen bedingungslosen Waffenstillstand ab. Er erklärte im Juni, dass Russland nur zustimmen würde, wenn die Ukraine sich vollständig aus den umstrittenen Gebieten zurückzieht, ihre NATO-Pläne aufgibt und keine ausländischen Waffen mehr erhält. Zelensky betonte nach den Gesprächen am Montag, dass die Ukraine nicht abziehen wird, weiterhin an der NATO-Mitgliedschaft festhält und es für die USA schwierig sein dürfte, Europa von Waffenlieferungen abzuhalten. Wie die Waffenstillstandsverhandlungen weitergehen, ist unklar.

Dennoch sagte Putin nach dem Gespräch mit Trump: „Die zentrale Frage ist, dass die russische und die ukrainische Seite ihre Entschlossenheit zum Frieden zeigen und einen für alle akzeptablen Kompromiss schmieden. Russlands Position ist klar: Die Beseitigung der Ursachen dieser Krise ist entscheidend.“ Sein Wunsch nach einem Kompromiss deutet auf mehr Flexibilität hin, möglicherweise durch die wirtschaftlichen Angebote der USA motiviert.

Putin strebt eine strategische Partnerschaft mit den USA nach dem Konflikt an, bleibt aber fest dabei, die Ursachen der Krise zu beseitigen. Dies widerlegt Spekulationen, dass er die Ziele der „speziellen Operation“ – Wiederherstellung der Neutralität der Ukraine, Demilitarisierung, Entnazifizierung und Anerkennung der Gebietsrealitäten nach den Referenden von September 2022 – aufgeben könnte.

Neutralität und Gebietsansprüche sind für Russland nicht verhandelbar. Kompromisse könnten jedoch bei der Demilitarisierung und Entnazifizierung möglich sein, da diese Ziele interpretationsoffen sind. Hypothetisch könnte Russland die territoriale Dimension des Konflikts einfrieren, indem es auf die militärische Eroberung der restlichen umstrittenen Gebiete verzichtet, sofern die ukrainisch kontrollierten Teile die Autonomie erhalten, die dem Donbass in den Minsk-Abkommen versprochen wurde.

Es gibt keine Hinweise, dass dies derzeit diskutiert wird. Ebenso ist die Idee eines demilitarisierten „Trans-Dnipro“-Gebiets unter nicht-westlichen Friedenstruppen, das alles nördlich der LOC und östlich des Flusses umfasst, reine Spekulation. Dies könnte ein Kompromiss bei Demilitarisierung und Entnazifizierung sein, ist aber aktuell nicht Teil der Gespräche.

Entscheidend ist, dass Putin nur bei Demilitarisierung und Entnazifizierung Kompromisse eingehen könnte, wenn dies Russlands langfristige Sicherheitsinteressen dient. Das bedeutet, dass die Ukraine entweder kein NATO-Stellvertreter mehr sein darf oder die Bedrohungen weiter von der Grenze weg verlagert werden, etwa durch das „Trans-Dnipro“-Konzept.

Ideal wäre ein bahnbrechendes russisch-amerikanisches Tauwetter, das die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zwischen den USA und Russland durch Provokationen „eigensinniger“ NATO-Verbündeter stark reduziert. Dieses Ergebnis hätte enorme strategische Bedeutung, weshalb Putin möglicherweise mehr Kompromisse eingeht, wenn er glaubt, dass dies erreichbar ist.

Allerdings will er nur Kompromisse, keine einseitigen Zugeständnisse, wie sie Zelensky fordert und die USA angedeutet haben. Jegliche Kompromisse von Putin müssten von der Ukraine oder den USA erwidert werden. Sollte Zelensky sich weigern, müsste Trump ihn zum Einlenken zwingen, um die Friedenschance nicht zu verpassen.

Zelenskys Widerstand müsste konsequent geahndet werden, da sonst Trumps geplanter „großangelegter HANDEL“ mit Russland, dessen Potenzial er als „UNBEGRENZT“ sieht, scheitern würde – ebenso wie seine Chance auf den Friedensnobelpreis. Dies könnte bedeuten, alle militärische und nachrichtendienstliche Unterstützung einzustellen oder sogar Sanktionen gegen europäische Länder anzudrohen, die weiterhin Waffen liefern.

Trump deutete an, die Militärhilfe für die Ukraine erneut einzufrieren, und sagte nach dem Gespräch mit Putin: „Das ist nicht unser Krieg. Das ist nicht mein Krieg … Wir haben uns in etwas verstrickt, in das wir nicht hätten verwickelt werden sollen.“ Er bestätigte auch, dass Zelensky „nicht der einfachste Mensch ist. Aber ich denke, er will aufhören … Ich hoffe, er will eine Lösung.“ Sollte Trump Zelensky als Hindernis für den Frieden sehen, könnte er ihn fallen lassen.

Letztlich hängt alles von den Details der russisch-ukrainischen Waffenstillstandsverhandlungen ab, die entscheiden, ob die USA Russland sanktionieren oder die Ukraine abschneiden. Die Öffentlichkeit kennt weder die Verhandlungsstrategien noch die Flexibilität der Führungen, weshalb viel Falschinformation, Spekulation und begründete Vermutungen kursieren werden. Alle sollten sich darauf einstellen und ihre Medienkompetenz schärfen, um nicht getäuscht zu werden.

Bild „Erdogan, Trump, Putin“ by Stoerer Dresden is licensed under CC BY 2.0.

Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Andrew Korybko ist ein in Moskau ansässiger amerikanischer politischer Analyst, der sich auf den globalen systemischen Übergang zur Multipolarität spezialisiert hat. Er veröffentlicht auf Englisch auf seinem Substack-Blog. Auf Deutsch exklusiv bei TKP.


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20 Kommentare

  1. Michael Rosemeyer 22. Mai 2025 um 19:00 Uhr - Antworten

    Selenski wollte Krieg
    Boris Johnson sagte den Ukrainern, sie sollten „einfach weiterkämpfen“ – Selenskyj-Verbündeter
    2023_05_11
    https://www.berliner-zeitung.de/news/boris-johnson-fraktionsvorsitzender-der-selenskyj-partei-ukraine-krieg-haette-2022-beendet-sein-koennen-li.2162278

    Schweizer Ex-Botschafter zum Ukrainekrieg USA schuld an Abbruch der Istanbul-Verhandlungen
    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/schweizer-ex-botschafter-zum-ukrainekrieg-usa-schuld-an-abbruch-der-istanbul-verhandlungen-li.2282801

    Stimmen aus Ungarn: Moskaus Bereitschaft für eine Friedenslösung im Frühjahr 2022 war aufrichtig
    2024_01_26
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=110073

    Die Ukraine wollte den Krieg mit Russland
    Der Autor Thomas Mayer sprach mit Dieter Staudt. Dieser war bis 2022 Unternehmer in der Ukraine und ist aktiver Christ. Er berichtet von den Plänen dess ukrainischen Militärs zur Eroberung der Donbass-Republiken Anfang des Jahres 2022.
    2025_02_05
    https://tkp.at/2025/02/05/die-ukraine-wollte-den-krieg-mit-russland/

    Russland zog sich vor Kiew freiwillig zurück
    2023_06_19
    https://tkp.at/2023/06/19/russland-zog-sich-vor-kiew-freiwillig-zurueck/
    Putin zeigt Vertrag
    https://x.com/ZentraleV/status/1670302822259384320

  2. Sting2 21. Mai 2025 um 12:31 Uhr - Antworten

    Putin hat 2022 vollkommen richtig gehandelt nachdem der Westen zusammen der der NAZI-UKRAINE den Friedensvertrag sabotiert hat.

    Seit 2013 (Obama dann Biden) geht der Westen gegen Russland vor und möchte durch die Ukraine Russland erobern.

    Die Ukraine hat unaufhörlich die Russischen Menschen im DOnbas /Luganksk schikaniert und getötet, sodaß diese zu Russland gehören wollten !

    Die Minsker Verträge waren nur ein Mittel die Ukraine aufzurüsten was allerding erfolglos war.

    Wenn jemand glaubt die Russische Bevölkerung so gegen Putin aufhetzen zu können, der hat sich schwer geirrt, denn so gut wie alle stehen hinter ihm.

    In Russland gibt es keinerlei Versorgungsprobleme, die Läden strotzen nur so von Waren aus aller Welt, nur noch sehr wenige aus Europa !!

  3. Sting2 21. Mai 2025 um 11:54 Uhr - Antworten

    Der Rubel soll rollen und der Friede siegen

    https://opposition24.com/politik/der-rubel-soll-rollen-und-der-friede-siegen/#comment-36703

    Trumps starker Arm wird die Sanktionen vom Tisch fegen, wie Brösel. Am 19. Mai 2025 sprach Donald Trump zwei Stunden mit Wladimir Putin. Sein „Bonbon“: massive Ausweitung des Handels und „dicke Geschäfte“.

    Die Autorität des Papstes Leo XIV soll das auf Riff gelaufene Schiff freibekommen. Trump setzt damit ein klares Zeichen:

    Nicht Waffenlieferungen, sondern wirtschaftlicher Pragmatismus soll den Krieg beenden.

    Sein Prinzip ist so alt wie erfolgreich: Frieden durch Handel.

    Deutschlands Schuss ins Knie, eine Billion Schaden

    Während die USA sich wirtschaftlich absicherten, wählte Deutschland den harten Weg der Selbstdemontage.

    Seit Beginn der Sanktionen brach der Russlandhandel ein.

    Exporte aus Maschinenbau, Fahrzeugindustrie, Landwirtschaft und Chemie kamen zum Erliegen. Russland, einst stabiler Absatzmarkt wurde wurde freiwillig gekappt.

    Der wirtschaftliche Gesamtschaden wird inzwischen auf über eine Billion Euro geschätzt.

    Besonders bitter: russische Güter wie Kunstdünger, Getreide und Pharma-Produkte waren offiziell nie sanktioniert.

    Dennoch wurde der Eindruck völliger Entkopplung verbreitet.

    Die Realität sah anders aus: 2024 importierte die EU 6,2 Millionen Tonnen russischer Düngemittel, davon gingen allein 5.500 Tonnen per Frachtschiff von Kalin nach Bremen ohne mediale Schlagzeile. ..ALLES LESEN !!

    KOMMENTAR

    Heute Morgen wurde berichtet, daß schon wieder 196 Tausend Firmen in die Pleite gingen wegen der WUNDERBAREN SANKTIONSPOLITIK Deutschlands !!

  4. Sting2 21. Mai 2025 um 10:10 Uhr - Antworten

    Augstein: „Russland erobert Westeuropa? Diese Vorstellung ist dement“

    Jakob Augstein, Verleger der Wochenzeitung „Der Freitag“, hat am Montagabend scharfe Kritik an dem seiner Ansicht nach überzeichneten Narrativ einer russischen Bedrohung geübt, dem mit massiver Aufrüstung begegnet werden solle.

    „Ich finde die Vorstellung abenteuerlich, dass die Russen Deutschland angreifen wollen“, sagte er.

    Die daraus resultierende Erhöhung der Rüstungsausgaben bezeichnete er als eine „verrückte, fabulöse Idee“.

    • Varus 21. Mai 2025 um 10:46 Uhr - Antworten

      Nicht so sehr verrückt wie grenzenlos korrupt – einfach mit Planwirtschaft-Manier und Waffenschrott abkassieren. Vom Unternehmertum (oder auch Kapitalismus) würde ich erwarten, dass man Dinge und Dienstleistungen anbietet, die wem nutzen und daher freiwillig gekauft werden – klar, das beinhaltet auch unternehmerisches Risiko. Stattdessen denken sich westliche Oligarchen irgend eine Betrugsmasche aus, die mit Biegen und Brechen aufgezwungen wird – wenn nicht Klima, dann Plandemien oder auch Putin-Hysterie.

  5. Andreas I. 20. Mai 2025 um 19:52 Uhr - Antworten

    Hallo,
    ,,Nach seinem jüngsten Gespräch mit Putin am Montag erkannte Trump offenbar die Grenzen einer Vermittlung durch Dritte zwischen Russland und der Ukraine.“

    USA als Dritter, ja nee iss klar.

    Warum veröffentlicht tkp in der Rubrik Politik einen Schrott, den tkp in der Rubrik Wissenschaft niemals veröffentlichen würde?

    • Varus 21. Mai 2025 um 4:18 Uhr - Antworten

      Es ist nun mal so, dass die USA in diesem Stellvertreterkrieg immer noch eine Seite sind, sich aber auch als Richter aufspielen. Was kann TKP dafür? Schicken Sie Beschwerden an die Adresse: Pennsylvania Avenue 1600, Washington DC, USA.

      Bei Gelegenheit – Böses Medium berichtete gestern: „Tusk: Entsendung polnischer Truppen in Ukraine ad acta gelegt“. Kürzlich hieß es allerdings, Polen habe sich an einem Versuch der estnischen Ostsee-Piraterie mit einem Kampfjet beteiligt. Könnte wer Tusk fragen, ob auch solche Aktionen ausbleiben?

      Wenn polnische Soldateska nach Kampf dürstet – kürzlich las ich, Ungarn soll sich wegen den Ukro-Drohnen bereits auf den Punkt 5 des NATO-Paktes berufen haben. Müsste polnische Armee nicht zur Hilfe eilen und Richtung Lemberg stürmen?

  6. triple-delta 20. Mai 2025 um 16:35 Uhr - Antworten

    Trump könnte den Konflikt in 24h beenden, aber dann müssten die USA offen zugeben, dass alles auf ihrem Mist gewachsen ist. So viel Ehrlichkeit geht dann doch nicht, der Schein muss gewahrt werden. Also wird wie beim Billard über Bande gespielt. Dort steht aber der irrationale Selensky und agiert wie weiland der Ösi-Gefreite, weil diese Typen eben immer so handeln.

  7. Jan 20. Mai 2025 um 14:35 Uhr - Antworten

    Wenn die USA mit einem Nachbarstaat der EU Technologie gegen Rohstoffe tauschen, während die EU ihre Bürger auf eine energetische Magerkost setzt, sollte man erwarten, dass die Bürger ihre Führungen austauschen.

    Das tun die aber nicht! Die betteln um noch mehr Schäden! Das sind nämlich arme Opfer, die auf die einfachsten Kindergartentricks in den Medien hereinkippen. Wenn man einen Hund züchten würde, der sich ständig mit dem Hammer auf den Kopf schlägt und versucht, sein Auge mit einem herunterhängenden Draht des Gartenzauns herauszuziehen – den würde man wohl nicht weiterzüchten? Man darf also den EU-Führerinnen und -Führern ruhig erlauben, die Bevölkerung zu reduzieren, zu vergiften und in Kriegen abzuschlachten, denn so dämliche Idioten sollten sich nicht auch noch weitervermehren. Wo es aber zuweit geht, ist, wenn der 10.000 Jahre alte Lößboden abgetragen und zubetoniert wird oder wenn Europa mit nuklearem Fallout verseucht wird. Dieses Recht steht der armen, fehlgeleiteten und erkenntnisverweigernden Mehrheit nicht zu! Sie dürfen gerne ihren eigenen Nachwuchs genschädigen, aber nicht den anderer Leute, egal wie sehr sie das jetzt als staatsdelegitimierend empfinden.

    Mit dem aktuellen Deal muss ja dem dümmsten Europäer, unfähig in eine Zwiebel zu beißen, klar werden, dass er gelinkt worden ist!

    • Daisy 20. Mai 2025 um 15:44 Uhr - Antworten

      März winselt um die Unterstützung Trumps, die Nord Stream Pipelines für immer stillzulegen. Sie betteln darum, dass man Ihnen die Energieversorgung abdreht, damit sie VW endlich den Amis schenken dürfen…

      • Varus 20. Mai 2025 um 16:19 Uhr

        die Nord Stream Pipelines für immer stillzulegen

        Dabei ist die Idiotie des Anliegens schreiend – wenn man Nordstream nicht nutzen will, braucht man es nur nicht zu nutzen. Es ist ungefähr so, als ob sich jemand die Hand abhaken möchte, damit bloß mit dieser Hand kein Pulver in die Nase zugeführt wird.

        Ich begehe erst mal Suizid, damit ich es mir morgen nicht anders überlege? Und DAS wählten 28% der Michels?

      • Daisy 20. Mai 2025 um 16:23 Uhr

        Ja, das beweist eigentlich, dass sie das Attentat selbst verübt (mit Hilfe von Experten) haben und bloß sauer sind, dass ein Strang intakt geblieben ist.

  8. Varus 20. Mai 2025 um 14:13 Uhr - Antworten

    Hypothetisch könnte Russland die territoriale Dimension des Konflikts einfrieren, indem es auf die militärische Eroberung der restlichen umstrittenen Gebiete verzichtet, sofern die ukrainisch kontrollierten Teile die Autonomie erhalten, die dem Donbass in den Minsk-Abkommen versprochen wurde.

    Hypothetisch könnten diese Gebiete sogar als Lehen des Fürsten von Monaco übergeben werden – in der realen Welt bezeichnet Russland die 4+1 Oblasti in den ursprünglichen Grenzen als nicht verhandelbar. Praktisch werden wohl noch weitere Teile hinzukommen wie die Halbinsel südlich der Dnepr-Mündung, die formell zur Oblast Nikolajew gehört – wieso sollten die Russen sie abgeben? Dass der Preis mit der Zeit immer höher wird, hat Putin bereits vor einem Jahr gewarnt.

    Rechte für Russen wird Russland ohnehin im gesamten Ukrostan-Rest fordern.

  9. Daisy 20. Mai 2025 um 13:33 Uhr - Antworten

    Auch das ist positiv. Rubio hats scheinbar auch schon begriffen – endlich:

    US-Außenminister Marco Rubio und der russische Senator Konstantin Kossatschow sehen die Lage klar: Washington setzt auf Frieden, während europäische Länder auf Krieg und Sanktionen drängen. Nach dem Gespräch des US-Präsidenten mit dem russischen Staatsoberhaupt wächst die Kluft zwischen den russisch-amerikanischen und den ukrainisch-europäischen Perspektiven.
    Würde die EU Selenski nicht weiterhin den Rücken stärken, müsste er sich eingestehen, dass der Krieg ver!oren ist. Einzig die EU und die NATO verhindern den Frieden und zwar schon die ganze Zeit.

    Rubio wörtlich:
    „Ich sage den Leuten, dass wir einen Präsidenten des Friedens haben. Einer der Kardinäle, mit denen ich mich am Tag vor der Inaugurationsmesse von Papst Leo XIV. getroffen habe, sagte zu mir: ‚Für uns ist das eine sehr ungewohnte Situation – wir haben einen amerikanischen Präsidenten, der Frieden will, und einige Europäer sprechen ständig über kriegsbezogene Handlungen.‘ Das heißt, die Welt steht jetzt in ihren Köpfen auf dem Kopf – normalerweise ist die Situation umgekehrt.“

    Laut einem Bericht der Financial Times waren die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union über Trumps Aussagen nach dem Gespräch mit Putin schockiert – insbesondere über die Möglichkeit eines amerikanischen Rückzugs aus der Vermittlerrolle zwischen Russland und der Ukraine. In der Folge beschlossen die EU-Staaten, ihre antirussischen Sanktionen zu verschärfen.

    Ich erinnere mich, dass ein ZDF-Mann glaub ich, jubilierte, als es hieß, Trump schaffe es nicht, den Krieg so rasch zu beenden. Gefunden: „ZDF-Experte erleichtert: “Die gute Nachricht” sei, dass der Ukraine-Krieg weitergeht“ Link folgt..

    Unfassbar, nicht?

    • Varus 20. Mai 2025 um 14:42 Uhr - Antworten

      „ZDF-Experte erleichtert: “Die gute Nachricht” sei, dass der Ukraine-Krieg weitergeht“

      Für mich ist nicht so sehr schnelles Ende wichtig, sondern möglichst schmachvolle Niederlage der westlichen Wokeness, damit diese endlich auf dem Müllhaufen der Geschichte landet. Wahlen in den EUdSSR-Ländern alleine reichen dafür möglicherweise nicht – wie neulich in Rumänien, wo das Imperium sich doch noch irgendwie an die Macht mogeln konnte.

      Würde Russland sofort kapitulieren, wie sich das Westeuropas Popanze mit Schnorrlensky mit Lindsey Graham vorstellen, wäre das fatal.

      • Toilettentieftaucher 20. Mai 2025 um 20:38 Uhr

        ich bin sicher die russen sterben gerne, damit sie nachts nicht mehr von wokeness träumen müssen.

      • Varus 21. Mai 2025 um 9:35 Uhr

        Selbstredend ist auch Russland im Visier der Globalen Wokeness mit Zero Fleisch, Zero Milch, „own nothing“ (für Fußvolk) und den übrigen Dysotopien. Es wird vor allem darüber geredet, dass die NATO ferngehalten werden soll, doch das ist kein Selbstzweck – letztendlich geht es darum, dass der ganze Murks nicht aufgezwungen werden kann. Hin und wieder sprach Putin über die destruktive Rolle westlicher Oligarchen.

    • Andreas I. 20. Mai 2025 um 20:14 Uhr - Antworten

      Hallo,
      es könnte schon lange Frieden sein.
      USA hätte schon lange eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine ausschließen können.
      USA hätte schon lange die Waffenlieferungen, die Bedienung der USA-Waffen usw. einstellen können.
      USA hätte schon lange die ,,Sanktionen“ gegen Russland einstellen können.

      Und das wäre das Mindeste. Da ist noch nicht die Rede davon, dass USA ihren Raketenstützpunkt in Rumänien abbaut o.ä..

      • Daisy 21. Mai 2025 um 4:06 Uhr

        Das hatte Trump zunächst alles Putin angeboten.
        Dann wurde dieser positive Weg verlassen.

        Hier steht, Rubio wolle die Sanktionen erst beenden, wenn der Konflikt gelöst ist (Trump wollte sie sofort beenden). Mein Beitrag zu diesem Artikel ist übrigens exzellent..
        https://tkp.at/2025/02/19/kann-putin-trump-vertrauen/

        Hier finden wir, was nach Trumps 1. Telefonat mit Putin vereinbart war:
        https://tkp.at/2025/02/13/trump-und-putin-starten-verhandlungen-nach-90-minnuten-telefonat-eu-ignoriert/
        Die Mitgliedschaft der Ukraine in der NATO ist vom Tisch. Die Ukraine wird nicht zum NATO-Beitritt eingeladen werden.

        Die USA werden keine Truppen in die Ukraine schicken, aus keinem Grund, auch nicht zur Friedenssicherung.

        Die USA werden keine Waffen mehr an die Ukraine liefern oder für die Ukraine bezahlen. Es wird an den europäischen NATO-Mitgliedern liegen, die Ukraine zu unterstützen.

        Die USA unterstützen zwar die NATO, aber die amerikanische Beteiligung muss fair und gerecht sein, was bedeutet, dass die NATO-Mitglieder ihre Beiträge deutlich erhöhen müssen.

        Die Ukraine wird nicht in der Lage sein, zu den Grenzen zurückzukehren, die sie vor 2014 hatte, was bedeutet, dass die USA von der Ukraine wichtige territoriale Zugeständnisse erwarten.

        Etc. Zunächst schob Putin aber das Problem Selenski vor. Er sei nicht legitimiert, an Friedensverhandlungen teilzunehmen. Dann wollte Trump Selenski loswerden und beschimpfte ihn als Diktator usw. Aber auch das half nicht. Trump wollte Putin persônlich treffen, aber Putin hat sich bis heute geziert. Also Putin nahm schließlich all diese Angebote nicht an, weil er militärisch siegen wollte (was er auch tatsächlich mal so gesagt hat), und er ja bis jetzt immer noch mit seiner „Sonder-OP“ nicht fertig ist. Ebenso bremsten die Neocons im Trump-Team – Rubio und Kellogg, der ein Hardliner ist und die Sanktionen lieber verschärfen wollte. Weshalb Trump ihnen dann doch das Feld überlassen hat, weiß ich nicht. In obigem Link ist die Rede davon, dass Trump zunächst durchaus bewusst war, dass Kellogg auf EU-Linie ist. Möglicherweise hat er ihn eingesetzt, um Se!enskis Vertrauen/Zustimmung zu gewinnen und Witkoff für die Russen?

        Dass Rubio nun Einsicht zeigt, wie ich oben schrieb, ist jedoch ein gutes Zeichen. Seit Rubio die Sache übernommen hatte, geriet alles ins Stocken und was Trump zuvor zugesagt hatte, trat in den Hintergrund.

        Was wäre, wenn… Dass die Ukraine niemals NATO-Mitglied wird, wurde Russland schon mehrfach versprochen. Das gehôrte sogar zum Kellogg-Plan, der das Einfrieren der Frontlinie gefordert hätte, was Russland abgelehnt hat, obwohl Selenski davor schon alles verworfen hatte, bis auf die bedingungslose Waffenruhe. Sogar die Krim wollte er zurück. Wozu Russland den Friedensplan dann auch abgelehnt hat, ist mir nicht einsichtig, denn man hätte ja sagen kônnen, wie es zunächst Lawrow tat, das geht in die richtige Richtung, aber es gibt noch Details. Damit, dass Putin diesen Plan aber gänzlich abgekehnt hat, hat er Trump verärgert. Putin wollte die Oblaste fertig erobern. Wohl möchte er sich auch noch Odessa und weitere Gebiete einverleiben mit der Begründung, dass dort Russen leben – seit Katherina der Großen oder so.. Jüngst meinte er, das dauere mind. bis Ende 2025 oder bis Deutschland „kriegstüchtig“ ist, also 2030?

        Darauf rügte Vance, Russland wolle zuviel. Trump meinte scherzhaft, er wäre froh, wenn Russland das eine Zugeständnis machte, nicht die gesamte Ukraine zu erobern…

        Zusammenfassung und vollumfängliche Beantwortung. Das ist alles nicht so einfach, wie sich der kleine Maxi das vorstellt…

        Die Sanktionen hätte Trump sofort aufheben wollen, doch geschah es nicht. Das eingefrorene russ. Vermögen wollte er sofort herausgeben – ob das dann getan wurde, weiß ich nicht. Die Waffenlieferungen gingen auf Biden zurück, Trump hatte sie ausgesetzt, um Selenski dazu zu zwingen, Friedensbereitschaft zu zeigen. Rubio hat sie wieder laufen lassen, als Selenski verhandeln wollte, denn das wollte er ja auch zunächst nicht. Mittlerweile versiegt das Biden-Unterstützungspaket. Langstreckenraketen werden nicht mehr geliefert. Als Australien zuletzt amerikanisches Kriegsmaterial in die Ukraine schickte, war man in den US darüber sehr verärgert.

        Trump hat sich diese Dinge wohl auch als Druckmittel zurückbehalten – die Waffenlieferungen einzustellen usw., denn er wollte ja den selten dümmlichen Seltene Erden Deal mit der Ukraine unbedingt haben. Dazu kann ich nur sagen, entweder wissen wir nicht alles oder Trump hat einfach zu viel zu tun und weiß daher nicht soviel wie wir…

        Ich glaube, es gibt diese beiden Hauptgründe für die Verzögerung: a) Putin trödelt, Putin will noch nicht und b) die Neocons haben zuviel Einfluss. Aber vielleicht kommt Putin ja jetzt schneller voran, wenn sich die USA zurückziehen? Bloß ist das nicht gesagt. Noch scheint Trump Wladimir zu mögen und umgekehrt. Aber wenn er zornig wird, kann man nicht vorhersehen, welche Wendung es nimmt. Jedenfalls scheint nun die Gefahr, dass Trump sich mit den Europäern auf ein Packl wirft abgewendet zu sein, denn er hat nach dem Gespräch betont, es ist nicht sein Krieg… dann bleibts wohl hoffentlich auch dabei.

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