Windräder: technisch mangelhaft und gefährlich für Mensch und Tier

25. Juli 2024von 8,6 Minuten Lesezeit

Weltweit nimmt die Zahl der Windräder drastisch zu. Sie sollen für die „Energiewende“ sorgen um das Klima zu „schützen“. Trotz massiver Förderungen mit Steuergeld, sind sie wirtschaftlich kaum konkurrenzfähig und Erzeuger und Betreiber greifen daher gerne zu technisch minderwertigen Lösungen.

Mit zunehmender Anzahl von Windrädern an Land (28677 Stück in Deutschland am 31.12.23 – Deutsche Windguard), die nahe an Siedlungen oder Verkehrswegen stehen, ist für die Menschen immer ersichtlicher, wenn spektakuläre Schäden auftreten.

Störfälle an Windturbinen sind häufig, jene an Wasserturbinen selten. Dies hat uns veranlasst einmal zu prüfen, welche konstruktiven oder lokalen Unterschiede zwischen diesen Tubinentypen bestehen und mit welchen konstruktiven Maßnahmen jeweils Schäden vorgebeugt werden.

Man sollte eigentlich annehmen, dass Turbinen mit Flügelverstellung in der Nabe ähnlich konstruiert sind bzw. man bei der Konstruktion der jüngeren Windturbinen auf die Erfahrungen bei den Wasserturbinen zurückgegriffen hat, um die gleiche Betriebssicherheit zu erreichen. Leider ist das nicht der Fall.

Das Kernproblem bei Windturbinen ist dieses: Schlägt der Blitz ein, wird oftmals die elektronische Steuerung gestört, welche die hydraulischen oder elektrischen Stellmotoren steuern. Somit ist das Abstellen der Turbine nicht mehr möglich ist, da Steuerstrom und Steuermöglichkeiten ausgefallen sind.

Wasserturbinen sind ‚fail-safe‘, fehlersicher, Windturbinen nicht!

Vernunftkraft erstellt regelmäßig eine Liste mit Störfällen (s.u., Stand 2.2.24) die nach Kategorien aufgeteilt sind, die Störfallart, Hersteller, Baujahr, Presse und Fernsehberichte umfasst, siehe hier die Kopfzeile der Statistik:

Besonders häufig traten seit 2000 folgende Störfälle auf:

  • 108 Brände, davon 5 allein im Jahr 2024 (B)
  • 105 Gondel- oder Rotorblattabwürfe (GRBA)
  • 18 Turmfälle (TF)
  • 12 Tödliche Arbeitsunfälle (TA)
  • 17 Kranunfälle (KU)
  • 219 Sonstige Vorfälle (S)

Möglicherweise könnte man Kran- oder Arbeitsunfälle durch bessere Schulungen vermeiden, aber Arbeiten in großer Höhe sind grundsätzlich gefährlich und erlauben keine Fehler.

In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den technischen Fehlern und ihren Ursachen, auch im Vergleich zu anderen Installationen.

Vorfälle

Brände

Brände entstehen durch Blitzschlag, Auslaufen und Entzünden von Betriebsstoffen oder thermische Überhitzung an Bauteilen.

  • Blitzschlag

Moderne Windturbinen sind sehr groß und die höchsten Erhebungen in der Umgebung. Sie sind alle geerdet und für moderate Blitzschläge ausgelegt, bei stärkerer Entladung nehmen sie Schaden, sei es durch Brand des Holzkernes der Rotoren, des Schmier- und Steueröles oder durch Ausfall der Steuerelektronik mit Durchdrehen und Zusammenbruch des Rotors mit nachfolgendem Absturz der Gondel.

Ein Beispiel für Schäden durch Ausfall der Steuerelektronik zeigt nachfolgendes Video eines Vorfalls in Gnoien, bei dem zunächst der Blitz eingeschlagen hatte, dadurch die Steuerelektronik versagte, einige Tage später die Turbine rückwärts angeströmt erst durchdrehte und dann mitsamt dem Turm umfiel.

  • Auslaufen/Entzünden von Betriebsstoffen

Alle schnell drehenden Lager und Gleitflächen innerhalb von Turbinen und deren Getrieben werden ölgeschmiert; stockt der Ölfluss kann sich das Öl entzünden und Schäden verursachen. Große, langsam drehende Turbinen mit Getriebe, wie die Vestas V 172 mit 7,2 MW bringen beim Nennmoment 7,2 MNm eine Antriebskraft von 720 t auf die erste Stufe des Planetengetriebes bzw. bei 95% Getriebewirkungsgrad eine permanente Aufheizung von 0,05 x 7200 kW = 360 kW Reibleistung. Ohne ausreichenden Ölfluss und dessen Kühlung ist ein Brand nur eine Frage der Zeit.

Hydraulische Verstelleinrichtungen für die Rotorblätter werden mit Hydrauliköl aus der Gondel über ein Zentralrohr versorgt, das in einem mit Gleitringdichtungen versehenen Drehteil endet, welches sich mit der Nabe dreht und die Verstellzylinder an jedem Rotorblatt mit 260 bar Drucköl versorgt. Die starken Vibrationen der Nabe verbunden mit dem hohen Betriebsdruck verschleißen die Gleitringdichtungen, was zu häufigen Ölaustritten, aber auch Bränden führt. Bei Wasserturbinen dagegen beschränkt man sich wegen der Dichtigkeits- und Verschleißprobleme in der Regel auf einen Maximaldruck von 80 bar, was bei hohen Betriebskräften recht große Zylinder erfordert. Jene von Windrädern sind klein, die Undichtigkeitsprobleme aber groß.

Rotorblattbrüche

Rotorblätter bestehen aus einem Verbund aus Stahl, Balsaholz, GFK und Carbon. Sie werden handgefertigt und sind im Aufbau nicht besonders homogen. Dies begrenzt das Schwingvermögen und kann daher in Extremfällen zu Überlastungen führen. Turbinen, die für Schwachwind ausgelegt sind, halten Starkwind naturgemäß schlechter aus, statt von vornherein für höhere Windgeschwindigkeiten konzipiert zu werden. Hier sollte das Risiko stärker berücksichtigt werden als das letzte Zehntel Wirkungsgrad bei Schwachwind.

Bei zu starkem Wind kann es zum Bruch durch Überlast kommen und ‚fiese Fasern‘ aus dem Kohlefaserverbund freisetzen, bei Bränden wird es noch schlimmer, weshalb die Feuerwehr die Abfälle nur mit Schutzkleidung und Atemschutz einsammelt. Insbesonder die Teil mit Verstärkung durch scharfkantigen Glasfasern sind sehr gefährlich.

Turmfälle

Bricht ein Rotorblatt ab, wird die Unwucht an der Turbinenwelle meist so groß, dass die gesamte Turbine in Schwingung gerät und umfallen kann. Es kommt zu Gondelabwürfen und Abbrüchen des Turmes.

Neuerdings, bei großen Turbinen, kommt noch ein Phänomen hinzu: Rissbildung im Turm, vermutlich weil bei Großmaschinen die Eigenfrequenz des Turmes in der Nähe der Betriebsfrequenz liegt, was zu Resonanzerscheinungen führen kann. Zurzeit sind 16 Türme von Max Bögl am Übergang von unterem Beton- zum oberen Stahlteil betroffen, alles Enercon E 138 EP 3 E2 Windturbinen im Windpark Fehndorf-Lindloh.

Bögl führt das auf eine falsch verarbeitete Dichtmasse zurück, erneuert aber nicht nur diese, sondern fügt zusätzlich Stützringe im Übergangsbereich ein. Bleibt zu vermuten, dass bei Großturbinen die niedrige Eigenfrequenz des Turmes selbst nicht zu vernachlässigen ist und in der Statik die Resonanzanregung ausgeschlossen werden muss, was bisher noch nicht geschieht.

Schutz und Abhilfemaßnahmen

Brände

Grundsätzlich sollten nicht nur automatische Löschvorrichtungen in der Gondel vorgesehen werden, sondern (und vor allem) bei Installation im Wald, zusätzlich ausreichende, große Löschwasservorräte im Bereich der Absturzzone von Windradteilen.

  • Blitzschutz

Ausreichenden Blitzschutz vorsehen von der Flügelspitze bis herab zur Erdfahne; nach jedem Blitzschlag (laut Statistik schlägt der Blitz 0,6 – 1 mal jährlich in jede Windturbine ein) die gesamte Blitzschutzanlage auf Schäden untersuchen, ggf. reparieren und danach den Übergangswiderstand von der Turmspitze bis zur Erdfahne nachprüfen.

Ist der Widerstand zu hoch, ist die Blitzableitung an einer Stelle des Weges geschwächt oder zerstört und muss instandgesetzt werden. Blitzschläge durch Überspannungsmessung im Turm detektieren, melden und danach sofort eine Inspektion durchführen.

  • Auslaufen und Entzünden von Betriebsstoffen

Das Auslaufen und Entzünden von Betriebsstoffen verhindert man am besten durch deren sparsamste Anwendung, weshalb hydraulische Verstelleinrichtungen und Getriebe möglichst vermieden werden sollten. Sind sie nicht zu vermeiden, sollten an geeigneter Stelle Auffangwannen und automatische Löschvorrichtungen vorgesehen werden, die einen Brand ersticken, bevor er gefährlich werden kann.

Versagen der elektronischen Steuerung

Das Versagen der elektronischen Steuerung durch Blitzschlag oder Brände führt bei Windrädern immer zu fatalen Schäden, weil keine Windturbine mit einem fehlersicheren Abschaltsystem, wie bei Wasserturbinen, ausgerüstet ist, die bei Ausfall der Steuerspannung immer durch Feder-, Strömungs- oder Gewichtskraft in eine sichere Ruhelage verbracht werden. Es ist unverständlich, warum bei Windturbinen aus Kostengründen auf

  • ein Steuerkreuz verzichtet wird, das alle 3 Flügel zwangsweise synchronisiert wie bei Kaplan-Turbinen,
  • einen zentralen Verstellkolben in der Nabe verzichtet wird, der bei Steuerungsausfall mittels Gewichts- oder Federkraft die Flügel in Neutralstellung zurückführt.

Windturbinen werden bisher immer aktiv mittels Hydraulik oder elektrischem Stellmotor verfahren. Fehlt die Hilfsenergie oder fällt die Steuerung aus, gehen sie durch!

  • Fehlen von Hilfsenergie

Wasserturbinen sind in der Regel ‚schwarzstartfähig‘, das heißt mit einer kleinen Batterie für die elektronische Steuerung und einem Hydraulikspeicher können Sie das Verschlussorgan öffnen und die Turbine ohne externe Energieversorgung starten.

Große Windturbinen hingegen benötigen elektrische Hilfsenergie um die Turbine per Elektromotor in den Wind zu drehen und die Windradflügel elektrisch in Anfahrstellung zu bringen. Noch wichtiger wird die Hilfsenergie beim Abstellen wegen Starkwind oder Störfällen, da es wegen der hohen Schwungmomente keine Betriebsbremse gibt. Die Turbine kann nur anhalten mit Verstellung der Flügel in Neutralstellung, Austrudeln und endgültiges Stoppen der Turbine durch eine Haltebremse. Um immer sichere Hilfsenergie zur Verfügung zu haben, sollte man zwe unabhängige Versorgungsleitungen oder eine Leitung und einen Notstromdiesel einsetzen.

Fehlersicherheit kostet viel Geld

Windräder sind oft gut zugänglich, aber an der Fehlersicherheit wird gespart, wirtschaftliche sowie Personenschäden werden scheinbar in Kauf genommen. Jedes Wasserkraftwerk kann automatisch abschalten, selbst bei ausfallender Steuerung. Das wäre auch bei der Windkraft möglich, kostet aber Geld, wie oben dargelegt.

Man sollte ernsthaft überlegen, ob man weiterhin Windräder ohne ausreichende Verstell-, Abschalt- und Brandsicherheit genehmigt. Auf alle Fälle sollten mindestens jährliche Inspektionen der gesamten Windkraftanlage vorgeschrieben werden, bei Blitzschlag sofort nach dem Vorfall. Will man die bisherige Technik weiter zulassen, sollte man die Windräder zumindest im Gefahrenbereich ausreichend abschirmen, auch wenn das Touristen bei ihren Spaziergängen oder Bauern bei der Feldarbeit einschränkt. Zudem müssen die Zuwegungen immer für Schwertransporte und Großkräne offengehalten werden, um bei Störfällen frühzeitig einschreiten zu können.


Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

DI Klaus Richard  ist Energietechniker mit jahrzehntelanger Erfahrung.

DI Dr. Martin J.F. Steiner ist Experte für Energieautarkie und Coach.


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5 Kommentare

  1. Jan 25. Juli 2024 um 21:01 Uhr - Antworten

    Wenn für die Wartung der Windräder befestigte Zufahrtswege benötigt werden, müssen diese ins EROI eingerechnet werden.

  2. Sabine Schönfelder 25. Juli 2024 um 13:06 Uhr - Antworten

    Windkraftanlagen = in Rotorblätter verarbeitete menschliche Blödheit.
    Umweltbelastende Tier- Schreddermaschinen, die für ihre Nutzung
    A. fossile Ausgleichsenergie benötigen,
    B. das Landschaftsbild p e r v e r t i e r e n,
    C. des Menschen Gesundheit bei der Herstellung und in Betrieb ( Ultraschall) schädigen,
    D. Geld und Rohstoffe verschwenden für eine unzuverlässige Energiebereitstellung.
    E. Betrug forcieren und uns Milliarden dank Redispatch ‼️kosten.

    Eine Recherche des Magazins Bloomberg offenbarte, daß Dutzende Windparks, die von einigen der größten Energieunternehmen Europas betrieben werden, routinemäßig ihre Stromproduktion bewusst überschätzten, um Ausgleichszahlungen für nicht-eingespeisten Strom in die Höhe zu treiben. In Milliardenbeträgen. 🤮

  3. Heiko S 25. Juli 2024 um 9:11 Uhr - Antworten

    Warum gibt es mehr alte Lokomotiven als alte Flugzeuge? Mechanische Stabilität ist proportional zur Masse des eingesetzten Materials. Man kann Lokomotiven einfach stabiler bauen als Flugzeuge. Hier muss man mit Lebensdauern der eingesetzten Teile arbeiten. Ähnlich ist es bei Windrädern. Man kann die Gondeln einfach nicht schwerer bauen.
    Wer in die Zukunft investieren will, der gründe eine Firma für den Rückbau von Windrädern und entwickele entsprechende Technik und Technologien.

    • suzi 25. Juli 2024 um 12:42 Uhr - Antworten

      Ich würde auch in Flügel-Kunststoffrecycling und Abrissunternehmen investieren, welche sich auf Solarparks und Windkraftparks spezialisiert haben. Irgendjemand wird den Rückbau vornehmen. Definitiv.
      Auch Solarzellen- und Wärmepumpenrecycling ist nicht zu verachten.
      Hierbei sollten bei der Demontage vor allem das hochintelligente Personal der Klimakleberschnüffler zum tragen kommen. Die wollen doch was für die Umwelt erreichen. Hier können sie das mit Fleiß und Geschick anstellen.

      • Lars Werner 25. Juli 2024 um 13:42 Uhr

        Es gibt kein Rec. für Carbonfaser.Verbrannt werden kann es auch nicht da die Filter davon verstopfen.
        Sie werden irgendwo gelagert.Sparlampen mit Quecksilber werden in alten Stollen gelagert.Warum die HErsteller sich nicht darum kümmern mussten ist mir ein Rätsel.

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