Tschechische Regierung deckelt Treibstoffpreis

4. April 2026von 1,6 Minuten Lesezeit

Am 8. April wird auch Tschechien die Spritpreise deckeln und die Steuern auf den Sprit senken. Ob der Eingriff Wirkung zeigt, wird sich zeigen.

Ab dem 8. April 2026 gelten in Tschechien tägliche Höchstpreise für Benzin und Diesel, außerdem wird die Verbrauchssteuer auf Diesel gesenkt. Ministerpräsident Andrej Babiš kündigte die Schritte am Donnerstag nach einer Regierungssitzung an. In Österreich ist die groß angekündigte „Spritpreisbremse“ nach wenigen Stunden verpufft. Macht es Tschechien besser?

In Prag wird das Finanzministerium wird künftig werktags um 14 Uhr den Maximalpreis für den nächsten Tag veröffentlichen. Er berechnet sich aus dem Durchschnitt der Großhandelspreise von Čepro, Orlen und MOL plus einer festen Händlermarge von 2,50 Kronen (rund 0,10 Euro) und der Mehrwertsteuer.

Bei aktuellen Werten würde Diesel damit auf etwa 46,43 Kronen (1,89 Euro) pro Liter gedeckelt. Gleichzeitig wird die Verbrauchssteuer auf Diesel um 2,35 Kronen pro Liter (inklusive MwSt.) gesenkt – von derzeit 9,95 Kronen auf rund 7,60 Kronen.  Anders als Österreich hat Tschechien keine CO2-Steuern auf dem Sprit, was bis zu 20 Cent pro Liter ausmacht.

. In den vergangenen Wochen verteuerte sich Diesel um fast 15 Kronen auf durchschnittlich rund 48 Kronen (1,95 Euro) pro Liter, Benzin liegt bei etwa 41,30 Kronen (1,68 Euro). Babiš warf den Händlern vor, überhöhte Margen zu verlangen. Frühere Verhandlungen mit den Betreibern hätten nur teilweise Erfolg gebracht. „Wir haben die Margen beobachtet: Am Anfang des Konflikts waren sie noch normal, doch sie sind allmählich übermäßig geworden“, sagte der Ministerpräsident. Das Finanzministerium betonte, die Kombination aus Preiskappe und Steuersenkung entlaste Verbraucher, Unternehmen und die gesamte Wirtschaft.

Die Maßnahmen sind EU-konform und sollen vor allem Dieselfahrer und die Logistikbranche schützen. Ähnlich wie in Rumänien, das ebenfalls die Dieselsteuer senkt, reagiert Prag damit auf regionale Preisexplosionen.

Bild „Tanken in Tschechien.“ by Last Hero is licensed under CC BY-SA 2.0.

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4 Kommentare

  1. Patient Null 4. April 2026 um 11:57 Uhr - Antworten

    Auf der einen Seite schön für den Verbraucher, auf der anderen Seite wird mehr verbraucht, von dem wovon zu wenig da ist. Das ist sozialistische Planwirtschaft und verschlimmert das Problem nur.

  2. Jan 4. April 2026 um 11:00 Uhr - Antworten

    Branchenbezogende Eingriffe sind sicher bereits gerechtfertigt, außerdem „Helikoptermoney“ für die finanziell Schwachen, um der Deflation vorzubeugen.

  3. 1150 4. April 2026 um 10:41 Uhr - Antworten

    was tschechien besser macht?
    wieviele maden hat die einheitsmarionettenbagage nochmal?
    money for nothing

  4. Daisy 4. April 2026 um 10:40 Uhr - Antworten

    Das sind halt echte Volksvertreter und keine Marionetten, die demokratisch korrekt gewählt wurden und ihr eigenes Volk nicht hassen… Wird Ôsterreich sich daran ein Beispiel nehmen? Gewiss nicht. Marterbauer überlegt gerade, dass der Reichtum begrenzt werden muss – Enteignung – und träumt von Erbschaftssteuern (L-Fledderei) = auch Enteignung. Aber dass sie ein Gesetz schaffen, das den Einfluss der reichen internationalen Börsenspekulanten auf die Politik verbietet, darauf kommen sie nicht, zumal sie ja selbst deren Marionetten sind….

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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