„Cancel Culture“: Neuer Rechtsextremismus erinnert an Fahrenheit 451

26. April 2023von 6,5 Minuten Lesezeit

In den vergangenen drei Jahren hat das, was als „Cancel Culture“ bekannt ist, neue Höhenflüge erlebt. Mit der Ausweitung des Ukraine Konfliktes wurde der Overdrive eingelegt. In mir erzeugt es Bilder von brennenden Scheiterhaufen in die Braunhemden unter Johlen Bücher werfen. Zu sehen ab 1966 im Film Fahrenheit 451 von François Truffaut mit dem unvergesslichen Oskar Werner. Damals stand dieses Verhalten noch für Rechtsextremismus, heute für Grün und deutschsprachige Gruppen, die sich links oder Antifa nennen.

Der Roman „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury spielt in einem Staat, in dem es als schweres Verbrechen gilt, Bücher zu besitzen oder zu lesen. Die Gesellschaft wird vom politischen System abhängig, anonym und unmündig gehalten. Drogen und Videowände lassen dennoch keine Langeweile aufkommen. Selbständiges Denken gilt als gefährlich, da es zu antisozialem Verhalten führe und so die Gesellschaft destabilisiere. Bücher gelten als Hauptgrund für nicht systemkonformes Denken und Handeln.

Die Bücher aufzuspüren und zu vernichten ist Aufgabe der Feuerwehr. Die Bücher werden an Ort und Stelle verbrannt. Mechanische Spürhunde helfen beim Aufspüren und Jagen von Buchbesitzern und Staatsfeinden, die gefangen oder getötet werden. Auf den Helmen und Uniformen der Feuerwehr steht die Zahl 451, jene (von Bradbury angenommene) Fahrenheit-Temperatur, bei der Papier Feuer fängt und Bücher sich entzünden.

Selbständiges Denken, Querdenken, Studien lesen, auf Grundrechten bestehen etc gilt heute wieder als gefährlich, es zu führe zu antisozialem Verhalten und ermögliche der Gesellschaft nicht eine Fake-Pandemie zu überwinden, so unisono die WHO, EU, WEF, NATO, Politik und ihre Experten und Ärztekammern.

Gecancelt wird gleich eine ganze Riege von Nobelpreisträgern beginnend beim Erfinder des PCR-Testverfahrens Kary Mullis. Sein Tod im August 2019 war die Voraussetzung für die Sichtbarmachung von Atemwegsinfektionen durch ein Coronavirus, angepasst von dem wissenschaftlich inferioren Cormann/Drosten Paper, das binnen 24 Stunden begutachtet veröffentlicht wurde. Mit einem lebenden Mullis wäre das wahrscheinlich nicht möglich gewesen, seine hinterlassenen Videos wurden von den Faktencheckern gecancelt.

Gecancelt wurden auch der meistzitierte Medizinwissenschaftler und Stanford Professor John Ioannidis sowie sein Stanford Kollege und Nobelpreisträger Michel Levitt, die beide unabhängig voneinander schon im März 2020 nachwiesen, dass C19 so gefährlich wie eine Grippe ist und vor allem vorerkrankte Menschen jenseits der 80 betrifft.

Gecancelt wurde Nobelpreisträger Luc Montagnier, bekannt durch seine Forschungen zu HIV, der an eine Studie mitarbeitet, die Prionen-Regionen in den Impf-Spikes nachwies, die zu Creutzfeldt-Jakob-Krankheit bei Geimpften führte. Die Studie wurde immer wieder gelöscht, mein Twitter Account wurde permanent gesperrt wegen Zitierung der Studie in einem Tweet.

Gecancelt wird schon seit längerer Zeit der doppelte Nobelpreisträger Linus Pauling wegen seiner bahnbrechenden Arbeit über die Beseitigung von Krebs durch hochdosiertes Vitamin C – unerwünscht, da es dem Milliardengeschäft Onkologie der Pharmaindustrie massiv schaden würde. Die Arbeit erschien übrigens 1966, ebenso wie der Film Fahrenheit 451.

Canceln von Büchern und wissenschaftlichen Erkenntnissen hat allerdings eine Jahrtausende alte Tradition. Mit dem Anzünden der Bibliothek von Alexandria durch christliche Eiferer wurde ungeheures antikes Wissen vernichtet, nur weitergepflegt von arabischen Wissenschaftlern wie Avicenna und Averroes – nachzulesen beim Tübinger Philosophen Ernst Bloch in „Avicenna und die Aristotelische Linke“. Giordano Bruno, der das alte Wissen in Europa wieder salonfähig machte, wurde dafür sogar am Scheiterhaufen gecancelt.

Der Unkultur der Verleugnung wissenschaftlicher Erkenntnisse und des „Canceln“ der Autoren fallen immer mehr großartige Wissenschaftler und Ärzte zum Opfer wie Robert Malone, Christian Peronne, Pierre Kory, Retsef Levi, Aseem Malhotra, Peter McCullough, Andreas Sönnichsen, Sucharit Bhakdi, Ronald Weikl, Gerd Reuther um nur einige von vielen zu nennen.

Und natürlich canceln die neuen Rechtsextremen eifrigst wer gegen die Terror-Kriege von USA und NATO von Korea über Vietnam, Jugoslawien bis hin jetzt zur Ukraine auftritt. Wieder dabei ein Nobelpreisträger, nämlich Peter Handke wie gestern Abend von einem Redakteur einer Wiener Stadtzeitung im ÖR-TV zu hören war. Und wenn russische Teilnehmer am KZ-Gedenken durch das Mauthausen Komitee gecancelt werden, führt das nicht zu Empörung, sondern kritische Journalisten, die darüber schreiben, können wieder als „Kostümjüdin“ bezeichnet werden. Soweit kommen wir wieder durch die rechtsextreme „Cancel Culture“.

Fußsoldaten des Imperialismus

Am Sonntag hat Hannes Hofbauer hier ein Essay unter dem Titel „Grün ist das neue Rechts“ veröffentlicht. Er schreibt über die heutige Rechte, die grün ist:

„Die Grünen vereinen dafür alle notwendigen Ingredienzen: Kriegsbegeisterung, Verbotskultur, geopolitischen und kulturellen Missionierungseifer, Affinität zum autoritären Staat und jede Menge erschaffene Feindbilder. Der Faschismus-Begriff ist für sie unpassend, steckte in diesem doch das Versprechen auf einen gemeinsamen Volkskörper mit entsprechender Abschottung nach außen, gepaart mit einer Betonung rassischer Überlegenheit. Das Gegenteil ist bei der neuen Rechten der Fall. Sie sagt es selbst, wofür sie steht: Weltoffenheit und die Betonung der Überlegenheit ihrer Werte bilden ein toxisches Gemisch, mit dem innere Repression und äußere Expansion gerechtfertigt werden. ….

Es war nicht zufällig ein grüner deutscher Außenminister, der im Verband mit den USA die europäische Nachkriegszeit beendete. Der Angriff der kurz zuvor auf 19 Mitglieder angewachsenen NATO-Allianz auf Serbien vom 24. März 1999 war der erste Feldzug des stärksten Militärbündnisses auf einen souveränen Staat in Europa nach 1945.“

Nicht die Terror-Bomben der NATO auf die Zivilbevölkerung und der langfristige Schaden für die Gesundheit durch die hochgiftige Uranmunition werden verurteilt, sondern der Nobelpreisträger, der sich dagegen ausspricht.

Gecancelt wird auch Julian Assange (und mit ihm die Freiheit der Presse), der seit vier Jahren als politischer Gefangener im britischen Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh einsitzt und gefoltert wird.

In James Petras 2007 erschienenem Buch “NGOs: in the service of imperialism” wird gezeigt wie sich die diversen „philantropischen“ Stiftungen der Rockefeller, Ford, Soros, Clinton, Gates, Warburg und anderen die Grünen und die früheren Linken als Fußsoldaten des Imperialismus dienstbar gemacht haben.

Worauf Petras hinweist, ist der intellektuelle Hintergrund und die Art des Diskurses, den sie verwenden, um Menschen zu mobilisieren.

“Die NGO übernehmen die Sprache der Linken: ‘Volksmacht’, ‘Empowerment’, ‘Gleichstellung der Geschlechter’, ‘nachhaltige Entwicklung’, ‘Führung von unten nach oben’ usw. Das Problem besteht darin, dass diese Sprache mit einem Rahmen der Zusammenarbeit mit Gebern und staatlichen Stellen verknüpft ist, die die Aktivitäten unterordnen” (J. Petras, 2007, S:434).

Indem er diese Netzwerke von Neo-Kriegern aufbaute, nutzte der Imperialismus seine eigenen Missetaten (d. h. die ausbeuterischen sozialen Bedingungen des Neoliberalismus), um seinen “revolutionären” Fußsoldaten Auftrieb zu geben.

“Das Wachstum radikaler sozio-politischer Bewegungen und Kämpfe stellte eine lukrative Ware dar, die ehemalige radikale und pseudo-populäre Intellektuelle an interessierte, besorgte und gut finanzierte private und öffentliche Stiftungen verkaufen konnten, die eng mit europäischen und US-amerikanischen multinationalen Unternehmen und Regierungen verbunden sind. (J. Petras, 2007, S:432).

Der Bedarf des Imperialismus an Verfechtern der „Cancel Culture“ hat den politischen Aktivismus in einen Arbeitsmarkt verwandelt. Dabei konkurrieren arbeitslose Intellektuelle und undisziplinierte Linke darum, ihre revolutionären Erfahrungen und ihr Potenzial an imperialistische Interessen zu verkaufen.

Diese Übernahme der Linken die NGOs der Oligarchen und das WEF war auch die perfekte Vorbereitung auf Pandemie und Kriege. Weitere Antikriegsbewegungen wie gegen den Vietnamkrieg konnten vermieden werden, die Grünen stellen sich jetzt an die Spitze der neuen Kriege, die Sozialdemokratie hat ohnehin schon beim WK I und den Ermächtigungsgesetzen mitgemacht. Gemeinsam mit CDU/CSU/ÖVP und NEOS/FDP bilden Grüne und Sozialisten die “extremistische Mitte” wie sie Kollege Thomas Oysmüller bezeichnet.


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Grün ist das neue Rechts

Zur Panik der extremen Mitte und der angeblich “roten Gefahr” in Österreich

So wurden Grüne und Salonlinke zu Fußsoldaten des Imperialismus

35 Kommentare

  1. […] „Cancel Culture“: Neuer Rechtsextremismus erinnert an Fahrenheit 451 […]

  2. anamcara 27. April 2023 at 10:56Antworten

    Auch in Frankreich läuft die Cancel-Culture in Bezug auf Corona immer noch aber sie fängt an zu bröckeln.
    Über die letzten Monate wurden in Frankreich zum Thema Corona eine Reihe interessanter Bücher von Spezialisten auf ihrem Fachgebiet veröffentlicht.
    Die Bücher gehören zu den meistverkauften in Frankreich und bringen die Corona-Verantwortlichen in Erklärungsnot.

    -In seinem Buch “Covid-19 ce que révélent les chiffres officiels” (Covid-19 was die offiziellen Zahlen zeigen) legt der Statistiker Pierre Chaillot die Ergebnisse seiner Analysen dar. Die von ihm gesammelten offiziellen Daten sind alle mit Quellenangaben versehen, seine Berechnungen können auf seiner Website vollständig eingesehen werden und seine Hypothesen wurden von Fachleuten (Statistik, Informatik, Mathematik, Epidemiologie) diskutiert und überprüft.
    Seine Schlussfolgerungen sind verblüffend. Mortalität, Krankenhausaufenthalte, Tests, Wirksamkeit der Impfung, Nebenwirkungen – nichts hält der geordneten Gegenüberstellung der Gesamtheit der Zahlen stand und vor den Augen der Leser bricht die Propaganda zusammen.

    -Ein weiteres aufklärendes Buch, das sehr viel Aufmerksamkeit erfährt ist das Buch “Les apprentis sorciers” (die Zauberlehrlinge) von Alexandra Henrion Claude, einer hochkarätigen Wissenschaftlerin, die sich auf RNA spezialisiert hat und die u.a. die Beteiligung der RNA an verschiedenen genetischen Krankheiten bei Kindern entdeckt hat und die, die Existenz von MitomiR-RNAs aufgedeckt hat, die für die grundlegenden Regulierungen der Zellen verantwortlich sind.

    “In diesem Buch erzähle ich Ihnen, was die Boten-RNA ist, aus der die Covid-Impfstoffe bestehen, denn Sie haben ein Recht darauf, es zu wissen, und sind Sie bereit?” A Henrion

    Sie schlussfolgert: “Nun da sie alles über RNA wissen, würden Sie Ihre Kinder impfen lassen?
    Würden Sie Ihr Impfabo verlängern lassen?”

    -Kathrin Janssen, Direktorin für Forschung und Entwicklung von Impfstoffen bei Pfizer, gestand am 11. November 2022 in der Zeitschrift Nature „COVID vaccines: “We flew the aeroplane while we were still building it“, kurz bevor sie ihren Posten verließ, dass wir das Flugzeug steuern, während wir es noch bauen.

  3. rudifluegl 26. April 2023 at 17:34Antworten

    Wie schön dass es die Archivschränke, statt Schubladen, mit den Beschriftungen “links” “rechts” gibt!
    Woran sollten sich die werten Kommentatoren denn dann sonst abarbeiten.
    Nach der Bücherverbrennung erfolgt dann das “kurz” und “klein” schlagen der Archive, dass hierzulande auch mal zu spät erfolgte und beim österreichischem Sprachidiom großteils erst gar nicht angelegt wurde. Die Agitatoren wussten zumindest genau was in welchem Schränken steckte und unzugänglich werden sollte. Für was die eigentlich angelegt wurden?
    Es wird wohl zur Unterfütterung einer Erfolgsstory gewesen sein. Die hatten die zu vernichtenden Ordner wohl auch irgendwie benamst?
    Wie schön, dass diese effektive Behandlung gemachter Spuren, deren Größe nicht in jedermanns Gangart passt, wieder einmal um sich greift.
    Verbrennen, zertrümmern, ins nicht mehr aussortierbare zu vermischen (man erinnere sich aber sogar bei den DDR Aktenstreifen erkannte man mit viel Mühe die Inhalte wieder) macht die begehrten Zielobjekte empfänglich für den Neusprech.
    Begriffe werden neu gewichtet, mit neuen Bildern, Filmen versehen, damit beglückte Influenzer machen sich wertig, jedenfalls einer Moderne zugehörig.
    Da das bei Emotionen, die auf althergebrachtes geprägt sind, nicht so leicht gelingt, deportiert man diese zu den extremen Rändern. da können sich die beglückten geballt untereinander austauschen und vertiefen den als praktisch empfundenen Abstand, Spaltung genannt.
    Da mir diese Diskussion nur für einen großen Aufwand würdig erscheint, verkürze ich auf ” Je mehr und schneller wir uns von unseren natürlichen Lehrmeistern entfernen desto hilfloser stehen wir in der Welt”!
    Das könnte auch auf tradierte Kunst und Kultur, opfervoll erbrachte Erkenntnis, passen.
    Auch wenn wir nicht wissen was daran richtig oder falsch sein könnte, dürfte doch Geschwindigkeit (Speed Kills) die gewünschte Rolle spielen um eventuelle Initiatoren mit verdrängte Attributen, ihrer maßlosen Gier, in ihrer gewünschten Welt, Erfolgszählen als das neue Maß der Dinge erscheinen zu lassen. Endlich gibt es dann nur den einen Erfolg.
    Links oder rechts war entsprechend einer Schere noch halbwegs gewichtet.
    “Looser and the rich” haben nunmehr die Archivierung überwunden.
    Außer die Looser bedürfen dieser, für eine erhofften Neuschreibung der Geschichte. Aber wo das Archiv verstecken bei den vielen Verlierern, die “eat the rich” als Aufforderung für “Essen wie die reichen” verstanden haben.
    Nun ja, noch mühsamer geht immer. Fragt nach bei den Begriffs neu Justierern.

    • Franz 27. April 2023 at 16:20Antworten

      “Wie schön dass es die Archivschränke, statt Schubladen, mit den Beschriftungen “links” “rechts” gibt!”

      Sie wissen schon wie die aktuellen Machthaber ihre Macht erreicht haben bzw. diese weiter ausbauen? Und sie wissen auch welche Rolle die von ihnen geschmähten Begriffe spielen?

      Eher nicht, sonst würden sie nicht solchen Unsinn von sich geben.

  4. Andreas 26. April 2023 at 14:11Antworten

    Die geschichtliche Einordnung war einleuchtend. Warum unterbleibt oder gelingt nicht die soziologische Einordnung des grünen Unwesens?

  5. Franz 26. April 2023 at 12:48Antworten

    Vor einigen Jahren habe ich begriffen dass wir in Menschen sehr oft etwas hineinprojizieren. Dann habe ich angefangen genau hinzuhören. Nicht nur die oberflächlichen Floskeln wahrzunehmen. Besondern Wert darauf zu legen was Menschen wirklich sagen und nicht was über sie gesagt wird.

    Mein Bild von Links und Rechts hat sich damit dramatisch verändert. Und ich will es ohne Umschweife mit einem Beispiel zeigen wie absurd das Traditionelle Links Rechts Schema ist.

    Im Zuge des oben genannten wollte ich wissen was denn nun dieser Martin Sellner genau sagt, dass er als einer der gefährlichsten Menschen des Planeten eingestuft wurde. Seither verfolge ich seine Beiträge wöchentlich. So wie auch TKP und etliche andere. Und was soll ich sagen. Sellner würde als Autor hervorragend zu TKP passen.

    In den wesentlichen übergeordneten Punkten wie gegen Rassismus, Umweltverschmutzung oder soziale Ausbeutung zu sein sind die meisten Rechten mit den meisten Linken einer Meinung. Nur in der Schlussfolgerung wie wir als Gesellschaft mit diesen Herausforderungen umgehen gibt es unterschiede. Die radikale Propaganda der Intelligenzbefreiten namens “Kampf gegen Rechts” ist ein gänzlich anderes Thema und hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Das ist eine reine Polititische, hinterhältige Waffe. Die meisten Linken und Rechten sind sich wesentlich näher als diese abscheuliche Propaganda suggeriert.

    Aber um das zu erkennen muss man sich seiner geistigen Fesseln der Ideologie entledigen.

    • audiatur et altera pars 26. April 2023 at 13:32Antworten

      Diesem stramm gescheitelten Provokateur geht es um Macht, wie er (auf Englisch) einst offen zugestand. Darin unterscheidet er sich wohl nicht großartig von anderen Politikern. Jedoch sehr stark von diesem Forum! Er benötigt ohnehin kein Forum, wird ihm doch (warum auch immer …) seit jeher eine vergleichsweise große Mainstreampräsenz eingeräumt. Mag sein, dass er und ähnliche Theatermacher in Ö in den kommenden Jahren noch Hauptrollen übernehmen. Meiner Ansicht sind sie schon jetzt Geschichte.

      • Franz 27. April 2023 at 16:29

        Politik – Sellner ist weder Politiker noch will er in die Politik

        Macht – Sind sie zufrieden mit dem was die aktuellen Machthaber in Europa / Österreich so treiben? Ich nehme an das sind sie nicht wenn sie in diesem Forum aktiv sind. Ok, dann müssen wir über Macht reden. Klingt unsymphatisch ist aber die Voraussetzung um irgendetwas ändern zu können. Ohne Macht ist das unmöglich. Sellner spricht von Macht für das konservative Spektrum. Legitim und unverzichtbar wenn einem die aktuellen an der Macht nicht behagen.

        Frisur – Ok, das ist natürlich ein derart scharfsinniges Argument. Dagegen kommt man nicht an.

        Provokation – Im vergleich zu den Links/Woken/Grünen ist Sellner ein Lausbuberl. Die Links/Woken/Grünen kippen Österreich in die Tonne und sie regen sich über Provokation auf? Ja was glauben sie denn wie die Grünen an die Macht kamen. Also wirklich…..

        Im übrigen geht es nicht um Sellner. Der steht ist nur Stellvertretent für all jene die ständig gecancelt und diskreditiert werden.

  6. Kriegsgegner 26. April 2023 at 12:45Antworten

    Im Mittelalter landeten die “Ketzer” auf dem Scheiterhaufen. Meinungsfreiheit gab es offiziell nicht!
    Heute gibt es diese auch nur auf dem Papier. Cancelculture ist moderne Bücherverbrennung. Diskriminierung Andersdenkender gibt es heute wie im Mittelalter.
    Ganze 4 Staaten (von weltweit ca. 200) haben sich dem Corona-Massnahmen-Irrsinn widersetzt (Burundi, Tanzania, Madagaskar und Haiti).
    Keiner der 4 damaligen Staatsoberhäupter lebt heute noch.
    Die Spaltung der Menschheit in links, rechts, mitte usw… dient der Ablenkung von der Tatsache, dass selbst das Eintreten für Freiheit und Wahrheit unter Verwendung erprobter Propagandatechniken entsprechend als “böse”, “unsolidarisch” usw. umcodiert werden darf oder sogar muss.
    Universelle Werte, Grundrechte, Naturrechte, humanistische Grundsätze……das war einmal.
    Der geistige Fortschritt in Bezug zum Mittelalter ist kaum noch wahrnehmbar. Wie damals dekretieren die Mächtigen auch heute, was wahr, unwahr, unsolidarisch, rechtsextrem, linksextrem oder was auch immer und wie es gerade passt, jedenfallswas einfach nur “böse” ist.
    Aber eben immer nur solange wie wir es, entweder aus Bequemlichkeit, Angst oder karrieristischem Anbiederungswillen an die Obrigkeit, glauben oder wider besserem Wissen vertreten.

  7. Wilfried 26. April 2023 at 12:42Antworten

    Liebe Frau Drescher

    Niemand spricht Ihnen “guten Willen” ab – aber leider kommen Sie aus dem “links-rechts-Geschwurble” selbst nicht heraus.
    Die Superreichen der Welt – wie z.B. Giga-Konzerne wie z.B. Black-Rock lachen sich krumm, wenn sie mitbekommen, dass ihr “Teile und Herrsche” aufgeht, und dabei niemand an die Wahrheit denkt, nämlich dass es jetzt nur mehr um “oben und unten” geht…

  8. Andreas I. 26. April 2023 at 11:58Antworten

    Hallo,
    dem kann man Diskussionskultur, Demokratie und Grundrechte entgegensetzen.
    Das ist es ja auch, was den Rechten im Weg steht (den Großkapitalisten bei der Gewinnmaximierung und deren Handlangern bei der Schaffung der dazu günstigsten Bedingungen).

  9. audiatur et altera pars 26. April 2023 at 11:52Antworten

    Obwohl ich mich nicht mit den historischen Kenntnissen des geschätzten Hannes Hofbauer messen kann (und will), maße ich mir an, von seiner Einordnung des aktuellen Totalitarismus in das verwirrende Rinks-Lechts-Schema rein gar nichts zu halten. Als typische „Nachkriegslinke“ der 70er scheinen mir Hofbauer und der Autor hier in einer tief verwurzelten Propagandablase festzustecken, die kurz gesagt lautet: Alles Schlechte kommt von „rechts“.

    Rechts, das bedeutet für mich konservativ. Im Gegensatz zu links im Sinn von progressiv. Der gegenwärtige Totalitarismus, der sich nirgends offener zeigt, als in der hier durchaus treffend als „Bücherverbrennung“ 2.0 dargestellten Cancel Culture, ist jedoch weder konservativ noch progressiv. Er ist schlicht GAGA. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

    • Andreas I. 26. April 2023 at 12:39Antworten

      Hallo,
      der gegenwärtige Totalitarismus ist insofern konservativ, als dass er die Macht von Black Rock, Bill Gates u.ä. konserviert.
      Aus deren Sicht ist daran nämlich gar nichts gaga, sondern das generiert alles satte Profite und mit noch mehr Geld haben diese Leute in liberalen Gesellschaften noch mehr politische Macht.

      Etliche der nützlichen Idioten in den politischen Parteien und etliche der Qualitätsjournalisten mögen sich selber für “links” halten, das ändert aber nichts daran, dass alle ihre Handlungen die Gewinnmaximierung der oben Genannten erhalten – konservieren.
      (Das zeigt höchstens, dass diese angeblichen “Linken” eine Diskrepanz zwischen ihren Selbstbild und ihren Handlungen haben, aber keine kognitive Dissonanz dabei empfinden, also auf Deutsch gesagt die eigenen Widersprüche nicht merken … darum nützliche Idioten.)

      Man kann durchaus so weit gehen, diese angeblichen “Linken” als reaktionär zu bezeichnen, was noch etwas rechter als konservativ ist, denn:
      Mit zunehmender Machtkonzentration in den Händen sehr weniger und zunehmendem Abbau von Grundrechten entwickelt sich die Gesellschaft zurück zu einem technologisch moderneren Feudalismus, bis hin zu moderner Leibeigenschaft = “Impf”pflicht = der Leib eines finanziell armen Menschen ist Objekt der Gewinnmaximierung der Geldadligen. Mit Bestrebungen Ernährung u.a. vorzuschreiben dito moderne Leibeigenschaft.
      Das ist eine Entwicklung zurück zu feudalen Zuständen, also zu Zuständen wie vor der französischen Revolution, also reaktionär und damit so klassisch rechts, wie es irgend geht.

      • audiatur et altera pars 26. April 2023 at 13:02

        @Andreas I.
        Guter Beitrag! Und Sie haben teilweise recht. Wenn es jedoch A) tatsächlich zu diesem aktuell angstbesetzten Neofeudalismus kommen sollte und B) ausgerechnet der sehr absehbare Sündenbock Gates zu seinen Profiteuren zählen wird, so will ich öffentlich einen Besen fressen. Oder gar auf ihm davon reiten!

      • Andreas I. 26. April 2023 at 20:02

        Hallo,
        Gates steht logischerweise stellvertretend für die Oligarchen / Plutokraten / dreistelligen Multimilliardäre.

  10. Jurgen 26. April 2023 at 11:22Antworten

    Fahrenheit 451 ist die Erinnerung an die Bücherverbrennungen der Nazis in Deutschland. Man kann die ganze Nachkriegsliteratur als Verarbeitungsmaterial zu dieser Nazi-Zeit erkennen, auch 1984. Mich macht es regelrecht krank, dass Menschen (in Machtpositionen) wieder so drauf reinfallen auf dieses Nazi-Denken und aus der Geschichte nichts (aber auch garnichts – sic!) gelernt haben und jedem den Bär aufbinden und einen Bock nach dem anderen schießen…

  11. anamcara 26. April 2023 at 10:56Antworten

    Nichts ist so, wie es zu sein scheint.

    Wer immer für unsere offizielle Geschichtsschreibung bereitwillig seine Hand ins Feuer legen will, sollte zuvor bedenken, dass eine ruchlose Finanz-Mafia seit vielen Jahrzehnten und länger ihr niederträchtiges Spiel im Hintergrund treibt, und zwar in sämtlichen Bereichen unseres Daseins.

    Wussten Sie, dass mit der Titanic reichste Finanziers der Welt untergingen, allesamt Gegner des privaten Zentralbankensystems FED?
    Eingeladen durch J.P. Morgan, Besitzer der Titanic, der selber aber „last minute“ absagte.

    Im Jahr darauf wurde dieses private Zentralbankensystem, eine globale Schuldenfalle, dann widerstandslos eingeführt.

    Von da an erhielt die Großmacht USA ihr Geld nicht mehr von ihrer Staatsbank, sondern nur noch gegen Zins und Zinseszins von dieser Vereinigung privater Großbankiers, genannt Federal Reserve, FED.
    Alles Geld kommt also von Privatbankiers.

    Auch das Geld für die Tilgung der Zinsen und Zinseszinsen muss als Kredit von diesem Finanzmonopol genommen werden. An diesem „Tropf“ hängen die USA und mit ihr alle Nationen bis zum heutigen Tag. Auf diesem Weg sichert sich diese Finanz-Mafia die Kontrolle über alle Bodenschätze, Produktionsstätten, Güter, Banken, Infrastrukturen, ja, ganze Staaten und deren Politiker.

    Akribische Forensiker und scharfsinnige Analytiker legen ihre Beweise dafür vor, dass es sich bei der Titanic um einen von langer Hand vorbereiteten Anschlag handelt.
    Der investigative Journalist Gerhard Wisnewski hat in seinem Buch „Das Titanic-Attentat“ auf 430 Seiten solche Fakten, Umstände, Zeugenaussagen usw. zusammengefasst, die eindeutig für eine vorsätzliche Versenkung sprechen:
    (“111 Jahre Anschlag auf die Titanic – überdenke Dein Weltbild!” in Bild und Text bei kla tv”)

  12. Corona Hotspott 26. April 2023 at 10:32Antworten

    “„Cancel Culture“: Neuer Rechtsextremismus erinnert an Fahrenheit 451”
    @_@ Neuer Rechtsextremismus oder Linksextremismus/Faschismus?

  13. Pfeiffer C 26. April 2023 at 10:17Antworten

    Treffender, gut verfasster Artikel. Erinnert mich – Denkmuster und Duktus – an den investigativen Journalisten Harald Schumann. Heißt für mich: Sie spielen damit in der europäischen Oberliga, Herr Mayer, Respekt!

    Fazit:
    Überall wo scharfsinniges Denken, wo Bildung und Logik, wo „Vernunft und Wissenschaft“ mit welchen Argumenten auch immer verächtlich gemacht oder gar für obsolet erklärt werden, ist etwas faul! Wer uns schlau verdummen will, will uns beherrschen. Wer uns das Selber-Denken und den Mund verbieten will, beabsichtigt, sich „zu unserem Vormund aufzuwerfen“.

    Denn zwei mal drei macht eben nicht vier, und zwei macht auch nicht Neune – sondern immer noch acht! Und die Erde ist eine Kugel. Und der Regen fällt von oben nach unten! Allen postmodernen Pirouetten zum Trotz. Es wird Zeit, dies nicht nur einer dekadenten akademisch-verdrehten Intellektuellen-Schickeria wieder zu verklaren!

    Denn leider tauchte das berühmte Kind, das dem Kaiser seine Nacktheit attestiert, in der Öffentlichkeit nie auf!

  14. Fritz Madersbacher 26. April 2023 at 10:15Antworten

    Das Wort “Haltung” wird gelegentlich in manchen Kommentare negativ bewertet, die Rede ist von “Haltungsjournalismus”. Ich finde in den weitgehend gleichgeschalteten Propaganda-Medien der herrschenden Gesellschaftsverhältnisse keine Haltung, vielmehr sehe ich mit Honoré de Balzac jenen Bereich adäquat für die Beschreibung dieser Journaille, “dem die Zoologie ihre Typenlehre über Ringelwürmer, Mollusken und Maden verdankt”.
    “Haltung” sehe ich im TKP-Blog, und zwar eine selten gewordene antifaschistische und antiimperialistische Haltung, seit Beginn der “Pandemie”-Inszenierung aus Wahrheitsliebe gegen den Strom schwimmend. Ein großes Glück für Österreich und darüber hinaus, wie die vielen wertvollen Kommentare aus dem ganzen deutschen Sprachraum beweisen …

    • Reinhard 26. April 2023 at 10:36Antworten

      Hört, Hört. Diesem Kommentar schließe ich mich gerne an.

    • Pfeiffer C 26. April 2023 at 10:59Antworten

      “Haltung” – ich stimme Ihrer Betrachtung zu. Ergänzend ist noch zu bemerken, daß wir mittlerweile in einer völlig pervertierten leitmedialen Journalistenepoche herumkrebsen.

      Stellen Sie sich den Optimalfall eines Journalisten vor, so wie man ihn in weltfremden Spielfilmen sieht. Sehen Sie ihn? Den neugierigen, auf Fakten schielenden, nachfragenden, nicht vor der Macht kuschenden Typus Chronist? Ja? Gut! Und jetzt ziehen Sie alles ins Gegenteil davon. Wenn Sie das getan haben, bekommen Sie was heraus? Richtig, ringsherum ein tiefreaktionäres Gebilde, der Aktencheckerismus.

      Wenn man einem jungen Menschen, der Journalismus studiert hat, eine Stelle als Faktenchecker anbietet, sagt man ihm damit eigentlich nur eines: Mach was, was nichts mit Journalismus zu tun hat. Verwirf alles, was du gelernt hast. Wenn er denn überhaupt etwas davon gelernt hat, was wir alten Säcke als journalistisch identifizieren würden.

      Das geht damit los, daß der Faktencheck, wie er sich in den letzten Jahren etabliert hat, kein ergebnisoffenes Unterfangen ist. Er arbeitet auf Zuruf. Er strampelt sich an der veröffentlichen Meinung ab, nicht aber, um sie einer Prüfung zu unterziehen, sondern um sie zu flankieren, sie mit Argumenten auszustatten – oft sind das nur mit viel Popanz aufgeblasene Scheinargumente oder Argumentationsausschnitte, die nur einem Umstand dienen: Die ohnehin verfestigte Meinung oder Haltung sattelfest zu machen.

      Und da ist sie schon wieder, die Haltung. Meinungen entstehen nicht durch Argumente – Argumente werden der ohnehin verfestigten Meinung untergeordnet. Daher wird nicht nach allen Seiten offen Argumente oder Indizien gesammelt, sondern man stellt vorher klar, was genau als gecheckter Fakt etabliert werden soll: Die Suche erfolgt dann nach einer klaren Selektion.

      Jemand, der sich als Faktenchecker verdingt, ist ein Zurufsagent, ein Auftragszertifizierer der herrschenden Narrative und Meinungen. Er setzt mit seiner Arbeit nicht etwa Schwerpunkte, wie das der optimale Journalismus täte: Er lässt sich Schwerpunkte vorgeben und stattet sie dann mit dem Notwendigen aus. Der Faktenchecker ist gewissermaßen der Raumausstatter des eingeengten Debattenraumes. Er legt die Böden mit Teppich aus: Einem Teppich, den andere für ihn ausgesucht haben.

      Und dient (prostituiert sich damit ist das treffende Synonym) damit einer “schwarzpädagogischen Haltung”.

      Unter Verwendung der Quelle – Roberto J. De Lapuente – “Journalismus für Nullchecker” (Der darbende Journalismus kennt seit einigen Jahren eine neue Gattung: Den Faktenchecker).

      • Andreas I. 26. April 2023 at 11:37

        Hallo,
        im Stalinismus bestimmten die Politkomissare, was “Fakt” war oder für welche Äußerungen jemand “gecancelt” wurde.
        Im Faschismus wurde Feindsender hören hart bestraft.
        Wie gut, dass das alles überwunden ist und hier und heute alles so schön freiheitlich-demokratisch ist.

  15. quappendorfer 26. April 2023 at 9:31Antworten

    Im Westen, das meint das Abendland und dessen „universellen“ Werte, war schon immer nach dem Prinzip verfahren worden: Was nicht sein kann, nicht sein darf! Dieses kanonisierte Prinzip ist das Wesen des Westens und seiner abendländisch-christlichen Kultur.

  16. Pony Express 26. April 2023 at 9:24Antworten

    Es sind Linksextreme, keine Rechten. Oder wollen Sie, dass man das alles, was jetzt schon wieder passiert, auch den Rechten andichtet? Damit man die Normalbürger, die keine Linken sind, noch mehr verfolgen kann?

    • Pepe 26. April 2023 at 9:37Antworten

      Sehe ich auch so. Es ist die Kindesweglegung der Linken, die auch den Nationalsozialismus als “rechtsextrem” einstuft. Wodurch sie heute ein Mittel hat, jeden Andersdenkenden als “Rechtsextremen” zu verfolgen.

      • OMS 26. April 2023 at 10:04

        Diese Nationale Sozialistische Deutsche Arbeiterbewegung war eindeutig eine Linke Bewegung und ist auch deutlich an deren Programm zu erkennen. Man muss nur den rassistischen verabscheuungswürdigen Hass (Text) ausblenden um zu erkennen, dass diese Verbrecherorganisation eindeutig linken Sozialismus predigte. Der Wiener Zahnarzt Dr. Jaroslav Belsky hat dazu auch ein Video gemacht mit Aussagen von den damaligen “Rechtsextremen”, welche sich selber als Sozialisten bezeichneten.

    • Andreas I. 26. April 2023 at 11:23Antworten

      Hallo,
      wenn es “Linke” oder gar “Linksextreme” seien, die die Interessen der Großkapitalisten durchsetzen – dreistelliger Milliardäre, Black Rock, Pharmaaktionäre, Rüstungsaktionäre, FED – dann fragt sich allerdings, welche Definition von “links” dem zu Grunde liegt.

      Fast ein Jahrhundert lang galten die Feinde der Kapitalisten (die Kommunisten) und diejenigen, die die Macht der Kapitalisten etwas eindämmen wollten (die Sozialdemokraten und teilweise die Gewerkschafter) als links.
      Und alle, die auf der Seite der Kapitalisten standen, galten als rechts.
      Das war mindestens so lange so, wie es global den “real existierenden Sozialismus” gab, also bis mindestens 1990.
      Jetzt aber seien diejenigen, die die Interessen der Großkapitalisten durchsetzen, also die Rechten, irgendwie “links”.
      Also entweder muss seit 1990 außer der “Wiedervereinigung”, der Nato-Osterweiterung, der Einführung des Euro, des Jugoslawienkrieges, Irak, Hartz-IV, Bankenrettung 2009 … noch irgendwas passiert sein, von dem ich nichts mitbekommen habe und was irgendwie dazu geführt hat, dass es eine so sehr viel rechtere Kraft als die Großkapitalisten gibt, so dass die Großkapitalisten nun “links” seien … oder die Propaganda funktioniert hervorragend.

      Ja die Faschisten nannten sich selbst “(National)Sozialisten”, aber die Aktionäre der IG Farben sahnten die Gewinne ab und die Söhne der Arbeiter wurden in den Tod geschickt an die Front.
      Wonach geht man da, nach dem Etikett oder nach dem Inhalt?!
      Ein Schelm wer bei Etikett an Etikettenschwindel denkt.

      • Andrea Drescher 26. April 2023 at 12:08

        Danke! Neusprech gibt es nicht erst seit 1984. Die Finanziers waren die gleichen – bzw. ihre Enkel.

        IBM war übrigens damals wie heute erfolgreich dabei. RKI auch.

        Nazis sind Linke.
        Krieg ist Frieden.
        Schwab ist ein Linke.
        Waffenliefernde Grüne agieren die Friedenspartei.

        Merken selbst TKP Leser nicht mal, was passiert und fallen auf den Etikettenschwindel rein?

      • lbrecht torz 26. April 2023 at 13:04

        Die politische Einordnung nach “links” und “rechts” heute ist völlig entgleist. Darum sollten wir aufhören, sie zu nutzen. Es stiftete nur Verwirrung.

        Wenn heute “Linke” für mehr Staat, mehr Zwang, mehr Verbot, mehr Autoritatismus stehen – was ist dann “rechts”?
        Wenn heute “Rechte” für Widerspruch, Kritik, Selbstermächtigung, Ruf nach Erneuerung stehen, was ist dann “links”?

        Das “links-rechts”-Schma ist heute nur noch ein von den Herrschenden übernommenes und definiertes Schema zum Zwecke des Spaltens und Herrschens.

      • Andreas I. 26. April 2023 at 19:56

        @ lbrecht torz Hallo,
        rechts und links dienen der politischen Orientierung analog der Sitzordnung im Parlament.

        Um ein Gleichnis zu wagen:
        “Nord” und “süd” und “ost” und “west” sind deshalb auf der Karte markiert, damit die Orientierung auch dann gegeben ist, wenn im Gelände die Karte “seitenverkehrt” oder “auf dem Kopf” gehalten wird.
        Ohne diese Orientierung wächst die Wahrscheinlichkeit, sich zu verlaufen.
        Wenn man allerdings Leuten glaubt, die einem erzählen wollen, neuerdings gehe die Sonne im Westen auf …
        Oder wenn junge Leute sich haben erzählen lassen, das bräuchten sie alles nicht mehr … und dann können sie im Gelände nicht ihre Smartphones laden und nicht Alexa oder ChatLMAA befragen und dann stehen sie da …

        “Wenn heute “Linke” für mehr Staat, mehr Zwang, mehr Verbot, mehr Autoritatismus stehen – was ist dann “rechts”?”

        Da gehts schon los.
        Mehr Staat wäre klassisch links; wenn es ökonomisch gemeint wäre, z.B. staatliche Energieversorgung wäre ein Thema.
        Das ist es aber heute i.d.R. nicht, sondern gemeint ist wahrscheinlich mehr Privatwirtschaft bzw. mehr Gewinne der Privatwirtschaft durch Anordnungen scheinbar staatlicher Akteure, aber wem nützt es ? Wo ist Norden?
        Pfizer u.a. sind Aktiengesellschaften und die Aktien befinden sich in Privatbesitz.
        Der Rest (mehr Zwang, mehr Verbot, mehr Autoritatismus) ist weder rechts noch links, das gab es im real existierenden Sozialismus und das gab gibt es im Kapitalismus, letzter Höhepunkt 2020 – 2022 mit rund 100 Mrd, außerordentlichem Gewinn für Pfizer u.a. Aktiengesellschaften, also für die Aktionäre → mehr privat.

        “Wenn heute “Rechte” für Widerspruch, Kritik, Selbstermächtigung, Ruf nach Erneuerung stehen, was ist dann “links”?”

        Rechte haben Linken u.a. widersprochen und Linke u.a. kritisiert, seit es Parlamente gibt (und vorher in Kneipen :)
        Selbstermächtigung ist klassisch links (weil gegen Herrschaft), also wenn ja, dann könnten das keine “Rechten” sein.
        Ruf nach Erneuerung; kommt drauf an, ob es tatsächlich neu ist oder alter Wein in neuen Schläuchen, z.B. alter Kapitalismus in philatrophischem Gewand.

        “Das “links-rechts”-Schma ist heute nur noch ein von den Herrschenden übernommenes und definiertes Schema zum Zwecke des Spaltens und Herrschens.”

        Und wo befinden sich die Herrschenden?
        “Oben”?
        Schön und gut, dann hätte man ein oben-unten-Schema und was exakt wäre damit gewonnen gegenüber einem rechts-links-Schema?

      • lbrecht torz 28. April 2023 at 13:25

        “Mehr Staat wäre klassisch links; wenn es ökonomisch gemeint wäre,”

        das meinen Sie

        bin ich dann als Lokaldemokrat in das Schema gar nicht einzuordnen? Für was ist es denn dann gut wenn es nur Scheinalternativen beschreibt? Rechter Totalitarismus versus linker Totalitarismus?

        Genau so sollen uns durch Schmata die Denkmöglichkeiten eingeschränkt werden. Die von Ihnen so begehrte “Orientierung” dient in Wahrheit zur REDUZIERUNG der Denk-Optionen.

        Auf einer Landkarte gibt es nur zwei Dimensionen, und damit vier Hauptrichtungen. Daher ist Nord-Süd und Ost-West ausreichend. Aber die Optionen der menschlichen Möglichkeiten sind vielfach multidimensional.

        Und darin soll durch eine Plattheit wie “links” versus “rechts” Orientierung möglich sein?

        Geehh …

  17. Karl Schlosser 26. April 2023 at 9:17Antworten

    Perfekt!

  18. SchauGenau 26. April 2023 at 9:15Antworten

    Nächstes Beispiel: Mehrere Landeshymnen sollen wegen Antisemitismus ihrer Autoren gecancelt werden.
    Hoffentlich finden sie nicht in den Archiven eine unkorrekte Aussage des Dombaumeisters von St. Stephan, sonst muss noch der Stephansdom abgerissen und durch einen politisch korrekten Betonblock eines Staatskünstlers ersetzt werden.

  19. Gabriele 26. April 2023 at 9:12Antworten

    Danke für den Hinweis auf das Buch, das in meiner Bücherei ganz an vorderster Front steht….neben 1984 und natürlich “Schöne neue Welt”…
    War zu meiner Zeit noch Allgemeinwissen jedes Gymnasiasten – und Pflichtlektüre für die Matura.
    Wie etwa auch “Jugend ohne Gott” oder “Der Herr der Fliegen”…

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