NATO-KFOR kündigt Übung im Kosovo an

20. Dezember 2022von 2,1 Minuten Lesezeit

In den kommenden Tagen wird unter der Leitung der NATO eine Militärübung im Kosovo abgehalten. Zum serbischen Antrag, 1.000 Soldaten und Polizisten in den Kosovo zu entsenden, gibt es noch keine Reaktion.

In den kommenden Tagen wird KFOR, die Kosovo-Mission unter der Leitung der NATO, „taktische Militärübungen“ abhalten. Schon in den letzten Monaten verstärkte das Militärbündnis seine Präsenz im Kosovo, am Sonntag kündigte man die Übung an. Die Spannungen gegen Serbien nahmen ebenfalls zu – TKP hat am Montag zur Lage im Kosovo berichtet.

Übung zur „Bewegungsfreiheit“

KFOR ist die multinationale Einheit unter der Leitung der NATO im Kosovo und soll der Friedenssicherung dienen. Sie soll auch die Serben im Norden der Regierung schützen und die UN-Resolution 1244 sichern. Auf Basis dieser Resolution hatte Serbien vergangene Woche die Entsendung von Truppen beantragt. Auch Österreich beteiligt sich mit bis zu 500 Soldaten an KFOR.

Die „reguläre Militärübung in der Nähe des Stützpunktes in Novo Selo“ soll die „Bewegungsfreiheit in einer Krisensituation“ üben. Dabei sollen „taktische Simulationen und logistische Aktivitäten“ trainiert werden. Spekuliert wird, dass sich die Formulierung „Bewegungsfreiheit“ auf die Räumung von Barrikaden bezieht. Solche hatte die serbische Minderheit Anfang des Monats errichtet, um das widerrechtliche Eindringen der kosovo-albanischen Polizei zu verhindern. Dem ging die Verhaftung eines serbischen Offiziers zuvor, der beschuldigt wurde, Patrouillen der Kosovo-Polizei angegriffen zu haben.

Auf das serbische Ansuchen, entsprechend der 1244-Resolution 1.000 serbische Soldaten und Polizisten im Kosovo zu stationieren, hat die KFOR bisher nicht reagiert. Nach der Resolution ist es Serbien erlaubt, in gewissen Situationen solche Kräfte zu entsenden. Etwa wenn das „friedliche und normale Leben“ der Bevölkerung bedroht ist. Der Vorschlag werde aktuell „geprüft“. Politiker wie Annalena Baerbock hatte dem Ansuchen allerdings umgehend eine Absage erteilt und sprach von einer „Provokation“.

Die Regierung um Aleksandar Vucic betont seit Monaten, keine Eskalation im Kosovo zu wollen. Jedoch sei Serbien verpflichtet, seine Bürger zu schützen, sollte ihre Sicherheit in Gefahr sein. Man wolle aber diplomatische Lösungen finden. Obwohl der Kosovo aus serbischer Perspektive eine „abtrünnige Provinz“ darstellt, gibt es keine Anstalten, militärisch vorzugehen. Die Lage im Kosovo hat Tatjana Kojić am Montag ausführlich analysiert.


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Das böse Spiel gegen Serbien – Kriegsgefahr im Kosovo

Vergebung oder Vergeltung? Liebe den Sünder, aber nicht die Sünde!

5 Kommentare

  1. Jurgen 21. Dezember 2022 um 0:44 Uhr

    Soll das eine zweite Front gegen Russlan geben? Oder dürfen sich die Serben jetzt gegen die Nato revanchieren für 1999? In der EU sind scheinbar alle dumm und der Kopf stinkt.

  2. Wahrheitssuchende 20. Dezember 2022 um 20:47 Uhr

    nur Chaos und Krieg, ob wir das mal hinbekommen eine Welt zu schaffen ohne Kriege? Die einfachen Leute wollen nur ein friedliches Leben und ein würdevolles.

  3. niklant 20. Dezember 2022 um 20:42 Uhr

    Die Nato verteilt ihre Einsatzkräfte entlang der Ost-Grenze zu Russland, anders ist hier nichts zu erkennen! Ein Krieg für eine Geitig Kranke Nation: Amerika!

  4. Heiko 20. Dezember 2022 um 14:56 Uhr

    Wieviele taktischen Übungen haben denn UNO-Friedenstruppen jemals irgendwo auf der Welt durchgeführt?
    Hier geht es eindeutig um den Versuch, Serbien einzuschüchtern. Aber auch dieses Manöver beruht auf einer tragischen Selbstüberschätzung des Westens.

    • Fritz Madersbacher 20. Dezember 2022 um 15:10 Uhr

      @Heiko
      20. Dezember 2022 at 14:56
      Sehe ich auch so ähnlich. Sehr „tragisch“ ist die Selbstüberschätzung des Westens allerdings nicht mehr, vielleicht tragikomisch. Österreich ist z.B. nicht mehr in der Lage, die „Mannschaftsstärke“ seines KFOR-Truppenkontingents aufrechtzuerhalten, es fehlt vor allem am medizinischen Personal …

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