Geschichte der Stigmatisierung und Ausgrenzung Infizierter und Erkrankter

Während die Impfkampagne zumindest in den westlichen Staaten schon weite Teile der Bevölkerung erreicht hat, die Varianten zwar infektiöser aber immer ungefährlicher werden und die Wirksamkeit von den derzeitigen Impfstoffen stark zurückgegangen ist, macht sich eine unangenehme Nebenwirkung breit: Diskriminierung und Ausgrenzung. Es läuft eine richtige Hetzkampagne gegen Ungeimpfte und sie sollen aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen werden. Innerhalb Chinas werden dagegen Menschen aus Wuhan wie Aussätzige behandelt.

Der Witz ist, dass weder die Ungeimpften die Pandemietreiber sind, noch die Geimpften. Jede Spaltung der Gesellschaft nützt nur dem Virus, wie einige Tausend Jahre Menschheitsgeschichte zeigen. Die in Wuhan lebenden Chinesen zu beschuldigen ist ohnehin völlig falsch. Unten ist ein längeres Video mit dem Finanzanalysten und Entrepreneur David Martin. In diesem Interview erläutert er die Probleme mit dem Patentsystem, die über 5000 Corona-Virus-Patente, die an der Pandemie beteiligten Akteure, die dabei verletzten Strafgesetze und seine Ansichten zur Lösung des Problems. Die Gain-of-Function Experimente, die das Virus gefährlicher und ansteckender machten, sind vor allem von den USA betrieben worden. Die Menschen in Wuhan kommen völlig unschuldig zum Handkuss.

Schuldzuweisungen

Frühere Ausbrüche gingen oft mit hässlichen Vorurteilen einher, wobei verschiedene ethnische oder rassische Gruppen für die Krankheit verantwortlich gemacht wurden. Doch dieses Verhalten, das in der Vergangenheit gang und gäbe war, hat sich aus den naheliegendsten Gründen stets als Fehlschlag erwiesen: Krankheiten diskriminieren nicht. Das Virus sucht sich auch keine bestimmten Mensch zur Infektion aus – egal ob geimpft oder nicht.

Das jüngste Beispiel ist AIDS, wo eine Diffamierungskampagne gegen Schwule einsetzte. Es war auch eine Gegenbewegung gegen die sexuelle Befreiung von mittelalterlichen Zwängen, die die 68er-Bewegung eingeleitet hatte. Wie heute gab es noch in den späten 1990er Jahren Tests, die manche als Bedingung für Sex forderten.

Das Mittelalter

Der in Corona-Fragen besonders aktive US-Anwalt Michael P. Senger hat auf Twitter ein interessantes Beispiel gepostet

Die Beulenpest, besser bekannt als der Schwarze Tod, brach im Jahr 1348 über Europa herein und tötete innerhalb weniger Jahre ein Viertel der Bevölkerung. Senger schreibt dazu:

Städte griffen zu einer neuartigen Strategie für die öffentliche Gesundheit: das Töten aller Katzen, von denen angenommen wurde, dass sie Überträger von Krankheiten und Hexerei waren.

Als das Töten von Katzen die unbeabsichtigte Folge eines zunehmenden Nagetierbefalls und einer Verschlimmerung der Pest hatte, überlegten die Stadtbewohner und stellten fest, dass ihre Politik nicht streng genug war, und begannen auch, Katzenbesitzer zu töten. Dieselbe Zivilisation – die letztendlich fast die Hälfte ihrer Bevölkerung durch die Pest verlor – gab uns auch das Konzept der Quarantäne, das moderne Propagandisten regelmäßig (fälschlicherweise) als Präzedenzfall für unsere bevölkerungsweiten Sperren anführen.

Als die Zahl der Todesopfer in die Höhe schoss, suchten viele bekennende Christen nach einer Erklärung – und nach einem Weg, der Epidemie ein Ende zu setzen.

Sie griffen auf den Antisemitismus zurück. Da einige jüdische Gemeinden zunächst von der Epidemie verschont blieben, beschuldigten die Christen sie, für den Ausbruch der Seuche verantwortlich zu sein. In Ermangelung einer Keimtheorie für Krankheiten behaupteten sie, die Juden hätten die Brunnen vergiftet, oder, wie ein geistesgestörter mittelalterlicher Verschwörungstheoretiker behauptete, die Juden „wollten die gesamte Christenheit auslöschen, durch ihre Gifte aus Fröschen und Spinnen, gemischt mit Öl und Käse“.

Schuld sind „Die Anderen“

Das allgemeine Muster, Außenseiter zum Sündenbock zu machen, setzte sich fort, ebenso wie der seltsame Glaube, dass die Eliminierung dieser Außenseiter – oder zumindest die Einschränkung des Kontakts – vor der Krankheit schützen würde.

Typisch war auch die Ausbreitung der Syphilis im 15. Jahrhundert. Anders als die Pest tötete die Syphilis ihre Opfer sehr langsam und löste nicht die gleiche Panik aus, die die Pest begleitete. Als sie sich jedoch in ganz Europa ausbreitete, machte jede Bevölkerung unweigerlich andere Ausländer für die Krankheit verantwortlich.

Wie ein Historiker ironisch bemerkte, „verstärkte die zunehmende Bewegung von Menschen über nationale Grenzen hinweg die Notwendigkeit, soziale Grenzen zu schützen. Jede nationale Gruppe in Europa definierte die Syphilis als eine Krankheit der anderen Nationen“. Die Deutschen gaben den Franzosen die Schuld und nannten sie die „Franzosenkrankheit“. Die Franzosen wiederum schoben die Schuld auf die Italiener. Später gaben die Polen den Russen, die Perser den Türken, die Muslime den Hindus und die Japaner den Portugiesen die Schuld.

Jüdische Einwanderer in die USA, die in Europa als Überträger von Pest und Typhus verschrien waren, wurden beschuldigt, die „Schwindsucht“, besser bekannt als Tuberkulose, in die USA zu bringen.

Dies war die „jüdische Krankheit“ oder die „Schneiderkrankheit“, die so genannt wurde, weil so viele Juden diesem Beruf nachgingen. Prominente Antisemiten gingen mit diesem Glauben fröhlich hausieren und behaupteten, Juden seien kränklich, schwach und krank – im Gegensatz zu strammen, gebürtigen „Angelsachsen“. Dies entbehrte jeglicher Grundlage. In Wirklichkeit hatten jüdische Einwanderer eine höhere Lebenserwartung als ihre einheimischen Kollegen und erkrankten seltener an Tuberkulose. Das hielt diese „Rassentheoretiker“ jedoch nicht davon ab, diese Behauptungen zur Rechtfertigung drakonischer Einwanderungsbeschränkungen in den 1920er Jahren zu verwenden.

Ausgrenzung findet sich schon in der Bibel

Aber Ausgrenzung hat noch altere Wurzeln, inklusive der Masken. In der Bibel findet sich Levitkus 13,45- 36:

Der Aussätzige, der von diesem Übel betroffen ist, soll eingerissene Kleider tragen und das Kopfhaar ungepflegt lassen; er soll den Schnurrbart verhüllen und ausrufen: Unrein! Unrein!

Solange das Übel besteht, bleibt er unrein; er ist unrein. Er soll abgesondert wohnen, außerhalb des Lagers soll er sich aufhalten.

Das praktische Problem bei der Identifizierung einer bestimmten Gruppe als ausschließliche Krankheitsüberträger (oder als Schuldige für die Ausbreitung der Krankheit) besteht darin, dass die Menschen dadurch die Augen vor der Realität verschließen, dass es Viren und Bakterien egal ist, ob man aus Wuhan oder Mailand, Berlin oder Wien stammt. Wer einen Puls hat, ist ein hervorragender Wirt. Und nur das eigene Immunsystem bietet Schutz.

Da Coronavirus-Fälle über die ganze Welt verstreut sind, ist es genauso wahrscheinlich, dass man das Coronavirus von jemandem bekommt, der genauso ist wie man selbst.

Ein Schmankerl noch zur Quarantäne: Eine Forschergruppe war im Jahr 1973 in der Antarktis 17 Wochen vollständig isoliert gewesen, als plötzlich eine Coronainfektion die Mitglieder der Expedition erfasste. Wie ich früher berichtet habe, fand der Vorfall Aufnahme im Journal of Hygiene der Cambridge University Press.

Und hier noch das Video mit David Martin:


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11 Kommentare zu „Geschichte der Stigmatisierung und Ausgrenzung Infizierter und Erkrankter

  1. Bald keine Bahnfahrt mehr möglich für Ungeimpfte?

    Einem Bericht der „Bild“-Zeitung zufolge erwägt das Kanzleramt, die 3G-Regel auch in Zügen anzuwenden. Dann könnten nur noch Geimpfte, Genesene oder getestete Personen mit der Bahn fahren. Dem Bericht zufolge soll das Bundeskanzleramt Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) beauftragt haben, die Einführung von 3G zu prüfen.

    Die Franzosen machen es vor:

    https://www.sncf.com/de/fahrgast-angebote/mit-dem-zug-reisen/covid19-bahnverkehr-was-sie-wissen-muessen

    Aber all das wird nicht fruchten, wenn wir standhaft bleiben! Ich jedenfalls werde mich nicht erpressen lassen. Eher steige ich aus und lebe wieder in Freiheit. Um aus dem Thema mal geistig etwas rauszukommen, empfehle ich den ungarischen Autor Sándor Márai „Die Schule der Armen“ 🙂

  2. Ja, in Berlin scheint sie besonders ausgeprägt zu sein. Und das schlimme ist, das hier die sogeannnten Linken an den politischen Hebeln der Macht sitzen und im Bund die Neoliberalen. Was die Linken machen macht mich wirklich wütend.

    1. Die „Pandemie“ und ihre (un-)“geistigen“ Begleiterscheinungen stehen in einr schlimmen Tradition, aber das scheint weder aufzufallen noch zu stören …

    2. Die Neoliberalen bedienen die marxistische Gesellschaftstheorie der Linken, den Kulturmarxismus, lassen die Verstaatlichung aber außen vor. Manchmal gibt es zwar Durchbrüche wie in Berlin, weil die Basis nicht versteht, wie die Führung tickt, aber den Sozialismus will keiner. Auch KenFM hält die Führung von Roten und Grün für neoliberal.

      Die Regierung Schröder/Fischer hat die Börsen dereguliert, und so das Tor für den Raubtierkapitalismus weit aufgerissen, und die Körperschaftssteuer (Spekulationssteuer) und den Spitzensteuersatz merklich gesenkt.
      Das war ganz klar eine rechtslastige Politik, die da betrieben worden ist. Politisch rechts steht seit Karl Marx berühmten Buch „Das Kapital“ der Kapitalismus.

      Die Parteien schaffen es, Schimären zu erzeugen, an die die Wähler glauben. Bill Gates, George Soros, David Rockefeller und Warren Buffett, die reichtsten Menschen der Welt, verkaufen die den Idioten, sorry, als Linke.

      Die Linken fungieren in diesem System meines Erachtens als Staubsauger für den prekären Rand.

      Das war schwerer, das System zu durchschauen, aber so schwer war das auch nicht. Die Parole, „Das ist alles Sozialismus“, haut aber vollständig daneben. Leider hat genau die Fuß gefaßt.

  3. Es ist mM eine weltweite Aktion T4 2.0.
    Und wieder scheinen es Mediziner und „aktivistische“ Wissenschaftler zu sein, die anscheinend den Hippokratischen Eid -ca. 370 vChr-, dem heute berufsbildgebenen Genfer Gelöbnis, beruhend ua. auf dem Nürnberger Kodex´47 ,vergessen haben, und wieder mal „polit-/ökonomischen Herren“ dienlich sind?
    „Ärzte“ stellen sich wieder(!) in eine Katastrophen-Propagandareihe, iS: „Geimpfte -politisch zuverlässig, iwS gesellschaftswertig- vs. Ungeimpfte -gefährliche Schädlinge, unwert…..-, die man entweder sogar zwangs-/nötigenderweise „behandeln“ kann, darf und muß, oder internieren, oder am besten beides?
    -> sa Eichberg/Rhg. ua. „T4-Heilanstalten“ …..

    1. “ Wo wird das enden? “

      Wo?
      Ei, die Frage habe ich mir noch garnicht gestellt.

      Und für wen.

  4. Ab dem folgenden Teil ist der Text wohl nicht fertig geworden. Bitte korrigieren / ergänzen.

    “ Wie heute gab es noch in den späten 1990er Jahren Tests, edingung für Sex forderten.die manche als “

    ( Kurz vor der Überschrift: Das Mittelalter )

    PS: brauchst du nicht veröffentlichen. Nur als Hinweis gedacht, dass dort Text fehlt.

    WEITER SO! ICH HABS SO SATT WAS AUCH BEI MIR IN DEUTSCHLAND ABGEHT!

    Grüße

  5. https://ovaltube.codinglab.ch/videos/watch/2ea2d1ea-90af-44bc-a480-a92ba281b971

    Narrative #59 – Dr. Gerd Reuther
    Jeder ist Patient
    Dr. Gerd Reuther analysiert zusammen mit dem Filmemacher Robert Cibis den Stellenwert der Medizin der Geschichte, vom Mittelalter bis zur Coronakrise. In den letzten Jahrhunderten ist immer mehr Geld in die Medizin hineingeflossen. Die Grenzen des Wachstums schienen erreicht: Könnte es sein, dass die Kranken nicht mehr ausreichen, dass man den Markt um die Gesunden erweitern muss? Medizin wird zum allgemeinen Gesellschaftsraum.

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