Kein rationaler Grund für Schulschließungen erkennbar

Nicht nur in Österreich auch in Deutschland gibt es immer heftigere Debatten zum Thema Schulschließungen. Nicht zuletzt ein Grund dafür sind die Eltern, die an ihren Kindern und an den Zuständen in der Familie ja direkt gesehen haben, wie es den Kindern im Frühjahr gegangen ist und wie es ihnen jetzt geht. Und von denen in Österreich mittlerweile zwei Drittel gegen Schulschließungen sind. Sie haben den Blick auf das Wesentliche, der Virologen und vielen Politikern fehlt.

Dabei wird in Deutschland die Debatte mittlerweile auch von Fachleuten außerhalb der Virologen Blase geprägt. So kommt in der Frankfurter Rundschau René Gottschalk, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes Frankfurt, zu Wort. Seine klare Ansage: „Es gibt überhaupt keinen Grund, Schulen zu schließen. Diese Entscheidung hatte schon im Frühjahr kaum einen Anteil daran, dass die Zahlen gesunken sind.“

Und Gottschalk verwahrt sich auch gegen Virologen, die Urteile den angeblichen Infektionsherd Schule abgeben: „Bei allem Respekt vor Virologen: Das zu beurteilen, ist nicht ihre Aufgabe. Das müssen Fachärzte für den öffentlichen Gesundheitsdienst entscheiden, zum Beispiel anhand der Ansteckungszahlen in Schulen. Dafür fehlt Virologen die Expertise.“

Nach seiner Erkenntnissen finden keine Ansteckungen in den Schulen statt: „Finden Ansteckungen in den Schulen statt? Und das ist nicht der Fall. Wir wissen von kleineren Kindern, dass sie erheblich weniger ansteckend sind als Erwachsene. Das heißt: Lehrkräfte stecken Kinder an und nicht umgekehrt.“

Vernichtende Kritik von Kindheitswissenschaftlern

Untergegangen ist die vernichtende Kritik des Kindheitswissenschaftler Michael Klundt. Professor im Fachbereich Angewandte Humanwissenschaften an der Hochschule Magdeburg-Stendal, vom 9. September an allen Maßnahmen Kinder betreffend. In der Kinderkommission des Deutschen Bundestages, in der auch von anderen Teilnehmern kritische Töne in Sachen Corona-Maßnahmen laut wurden, hat Klundt die Fehler der Politik dargestellt, die in einen Zusammenschnitt von Klundts Äußerungen hier zu hören sind. Weder der Bund noch die Länder hätten ihre Verpflichtung zu Schutz und Fürsorge für 13 Millionen Kinder erfüllt. Stattdessen seien die Kinder von ihnen „wie Objekte behandelt“ worden.

Meine Ergebnisse: Obgleich Bund, Länder und Kommunen auch in Zeiten der Corona-Pandemie zur vollumfänglichen Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet waren und sind, konnte mit dieser Untersuchung nachgewiesen werden, dass dies in der Praxis weitgehend versäumt wurde“, sagte der Professor. „So sind nachweislich elementare Schutz-, Fürsorge– und Beteiligungsrechte von ca. 13 Millionen Kindern und Jugendlichen verletzt worden. Faktisch alle Entscheidungen und Maßnahmen der Politik seit März/April wurden somit völkerrechtsverstoßend und bundesgesetzwidrig ohne vorrangige Berücksichtigung des Kindeswohls vorgenommen. Die Kinder sind aus der Perspektive rausgefallen, die Familien sind aus der Perspektive rausgefallen.“

Er kritisiert auch den virologischen Tunnelblick und die Einschränkung auf nur ganz wenige Personen dieser berufsgruppe als Berater. Psychologen, die Kinderärzte, die Sozialwissenschaftler, die Pädagogen sein nicht zu Wort gekommen. Deshalb sind die Kinder und das Kindeswohl nicht nur ignoriert worden, aus dem Schutz des Kindeswohls sei der „Schutz vor Kindern“ geworden. Denn sie galten als die einzigen „Super-Spreader“: „Sie wurden wie Objekte behandelt, die man nicht fragen muss, sondern sie müssen einfach nur weg.“ Hier müsse eine kritische Aufarbeitung geschehen: „Wie kann das sein, dass wir so mit unseren Kindern vorgegangen sind, mit den entsprechenden Begleiterscheinungen für unsere Familien. Es ist wichtig, das aufzuarbeiten.“

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