Britische Grüne: Trans-Politik und Islam kollidieren

1. April 2026von 2,1 Minuten Lesezeit

Ein Auftritt des britischen Grünen-Chefs bei einer Transgender-Party stößt die Partei in die innere Krise. Die parteiinterne Islamlobby bläst zum Aufstand.

Ende März feierte man am Trafalgar Square eine Demo „gegen rechts“. Es folgte dann ein „House Against Hate“-Rave. Der Rave wurde organisiert von linksliberalen Gruppen wie Stand Up To Racism und Love Music Hate Racism. Zehntausende gegen „Aufstieg der Rechten“. Man kennt diese ritualisierte Tradition. Für die „Green-Party“, die ebenfalls fleißig am Tanzen gegen rechts war, hat die Party aber ein Nachspiel.

Parteichef Zack Polanski und die frisch gewählte Abgeordnete Hannah Spencer standen auf der Bühne – Polanski tanzte neben einem Mann in aufreizender Frauenkleidung. Der Clip ging viral. Für die muslimische Parteilobby ist das zu viel. Der innerparteiliche Konflikt, der bei den britischen Grünen schon lange existiert, eskaliert.

Die Partei ist entschieden pro-Transgender und islamophil und antisraelisch. Viele grüne Amtsträger sind islamisch und dabei „konservativ“ (allerdings konservativ im traditionellen islamischen Sinn, nicht im Sinne von Ursula von der Leyen oder EU-Konservativen). Der stellvertretende Parteichef Mothin Ali, praktizierender Muslim, weigerte sich kürzlich, die Formel „Trans-Frauen sind Frauen“ uneingeschränkt zu unterschreiben – seine Religion gehe vor.

Auf der anderen Seite warf der frühere Vize-Chef seiner Partei schon länger einen „toxischen Cocktail aus Islamismus“ vor und klagt wegen Diskriminierung genderkritischer und (!) islamkritischer Mitglieder. Es ist kompliziert. Und die britischen Grünen stehen hier durchaus exemplarisch für Probleme, mit denen die wokelinken in ganz Europa zunehmend zu kämpfen haben. Die Spannungen innerhalb der linksislamischen Allianz sind nicht ausgefochten.

Partei-Chef Polanski raved mit Transen und spricht von Freude und Einheit, islamische Parteigänger sehen es als Provokation. Pride-Flaggen wehten neben palästinensischen Fahnen – für viele unvereinbar mit islamischer Sexualmoral. Berichte über Austritte oder Unmut in muslimischen Ortsverbänden kursieren, auch wenn keine offiziellen Massenexodus-Zahlen vorliegen. Die Grünen brauchen die muslimisch-britische Wählerschaft – viele Muslime haben Labour wegen Gaza verlassen und wählen nun die Grünen, die sich deutlicher an die Seite der Hamas beziehungsweise der Muslimbruderschaft gestellt hat.

Die bekannt gewordene Politikerin Hannah Spencer gewann ihren Wahlkreis unter anderem durch gezielte Ansprache muslimischer Wähler, die Labour wegen Gaza verließen. Polanski und die Partei werben aktiv mit Urdu-Material und Moschee-Besuchen um muslimische Stimmen. Doch eine Partei, die „queere Befreiung“ und konservativen Islam bedienen will, kann sich offensichtlich sehr leicht zerreißen.

Bild JIPQueers for Palestine at Helsinki Pride Parade 2024CC BY-SA 4.0

Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge TKP auf Telegram oder GETTR und abonniere unseren Newsletter.



4 Kommentare

  1. Charles M. Schulz 1. April 2026 um 21:44 Uhr - Antworten

    Ich kann diese infantilen Lebenstheoretiker schon lange nicht mehr sehen und hören.
    Aber anscheinend haben diese Vögel immer noch eine breite Wählerbasis die ebenso in irgendeinem regenbogenfarbenen ver“queren“ Universum schweben.
    Wie lange wollen wir uns die Diktatur der Idiokraten noch bieten lassen?

  2. ibido 1. April 2026 um 19:53 Uhr - Antworten

    Das zeigt wie problematisch das System der Parteien ist. Es ist überholt!
    Ich fühle mich schon lange von keiner Partei in Ö mehr vertreten.
    Wir brauchen dringend ein neues System. Wie das ausschauen soll, weiß ich auch nicht.
    Zum Beispiel könnten Vertreter für bestimmte Anliegen ins Parlament per Personenwahl entsendet werden. Für Wirtschaft, Soziales, Verkehrsplanung, etc., von mir aus auch für Queer (dann würden wir auch sehen, von wie wenigen die Extremsten gewählt werden würden)

  3. Gabriele 1. April 2026 um 17:47 Uhr - Antworten

    „Kollateralschäden“… wie in jedem Krieg. Was insgesamt nur die Verrohung der Menschheit zeigt.
    Ich denke sogar an die vielen unschuldigen Tiere.. selbst die Schändung von Natur und Erdboden ist ein Todsünde. Wohin ich mir die Akteure dafür wünsche, soll man als Christenmensch nicht sagen…

  4. Jan 1. April 2026 um 15:56 Uhr - Antworten

    Was ich schmerzhaft vermisse sind Demonstrationen für den Schutz von Zivilisten, vor allem Kindern, und für humanitäre Hilfslieferungen in die betroffenen Kriegsgebiete auf allen Seiten.

    Den Kindern kann man nun wirklich keine Kontaktschuld mit Kriegstreibern vorwerfen.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge