US-Militär nützt Österreichs Luftraum

3. April 2026von 2,5 Minuten Lesezeit

Die NATO nützt Österreich zu Land und Luft als Transitgebiet für den Ukraine-Krieg. Die Neutralität wird ignoriert. Und auch die USA fliegen für ihren Krieg gegen den Iran einfach über Österreich – obwohl die österreichische Regierung etwas anderes behauptet.

Am Donnerstag verkündete das österreichische Verteidigungsministerium mit großer Geste: Die USA dürfen den österreichischen Luftraum nicht für militärische Operationen im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt nutzen. Vizekanzler Babler legte nach und berief sich voller Stolz auf die Neutralität – ohnehin sehr absurd, nachdem Österreich seit Jahren als Transitgebiet der NATO verwendet wird, um Kriegsgerät an die ukrainische Front zu liefern.

Gegen Washington will man sich nun im Iran-Krieg aber angeblich behaupten. Grund: das Neutralitätsgesetz. „Mehrere Anfragen aus Washington“ seien abgelehnt worden, hieß es offiziell. Eben aufgrund des Neutralitätsgesetzes, das bei der Ukraine offenbar nicht gilt. Ein sehr seltsames Gesetz. Jeder Einzelfall werde geprüft – ein generelles Überflugverbot gebe es nicht, aber die Neutralität stehe über allem. Besonders die SPÖ ist plötzlich ganz laut.

Problem: Es stimmt nicht. Die Realität fliegt über die Politikwerbung einfach drüber. US-Militärflugzeuge fliegen einfach über Österreich drüber, sogar sogenannte „Superflieger“ mit modernster Ausrüstung für elektronische Kriegsführung.

Der österreichische Journalist Michel Jungwirth dokumentierte den Vorfall mit Fotos und schrieb lakonisch: „Absurd: Österreich verkündet heute, dass man keine US-Militärflieger über Österreich lässt. In den Nachmittagsstunden entdecken Militärspotter US-Superflieger…“

Fast zeitgleich, während die Politik medienwirksam plötzlich die Neutralität wiederentdeckt hat, zogen die US-Maschinen unbehelligt ihre Bahn. Nicht unmöglich, dass zeitgleich auch Kriegsmaterial per Schiene in die Ukraine verschafft wurde.

Ob die Regierung wirklich nichts davon weiß, dass die USA einfach über Österreich fliegen, wie es ihnen beliebt? Zuzutrauen ist es der Verlierer-Koalition. Aber vielleicht ist die Ablehnung auch nur pro forma. Die offizielle Botschaft „Kein US-Militär über Österreich“ hielt keine vier Stunden. Die Politik behauptet ein Verbot – die US-Air Force ignoriert es. Haus- und Hofmedien werden aber vermutlich ohnehin nicht darüber berichten, und so glaubt manch ein Österreicher vielleicht wirklich, Babler hätte sich gegen die USA durchgesetzt.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte am Donnerstag: „Für die Kontrolle über unseren Luftraum und um zu verhindern, dass er von anderen genutzt wird, benötigen wir Kampfflugzeuge. Mindestens 36. Wie sollte man Überflüge sonst verhindern?“ Er nützt das Thema also, um für Aufrüstung zu werben. Mit 36 Kampfflugzeuge würde man die USA dann bestimmt aufhalten.

Bild „US Airforce B-52 Stratofortress“ by cclark395 is licensed under CC BY-NC 2.0.

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15 Kommentare

  1. ibido 3. April 2026 um 17:14 Uhr - Antworten

    Ja, ich kann das bestätigen. Die fliegen seit dem UK-Krieg schamlos drüber. Ich wohne in einer sehr ruhigen Gegend und höre sie drüberfliegen. Vor allem abds. Früher hab ich seltenst Flieger gehört.

  2. Jakob 3. April 2026 um 13:19 Uhr - Antworten

    Sollte die Regierung tatsächlich ganz formell diese Überflüge verboten haben (was ich nicht glaube), so müssten Taten folgen.
    Der möglicherweise eingestellte Botschafter würde vielleicht reuig Habt Acht vor unserer besten Verteidigungsministerin stehen und zähneknirschend um Entschuldigung bitten, beim Hinausgehen aber fröhlich grinsend nach Washington melden alles bleibt wie es ist.
    Und was kann Ö dann tun? Abschiessen? Mit den mit usanischer Software ausgestatteten Eurofightern?

    • joseph53 3. April 2026 um 13:45 Uhr - Antworten

      Üblicherweise funktioniert das so:

      Jedes Flugzeug wird am Radarschirm beobachtet und identifiziert (über Flug-Anmeldung, Abflug-, Überflugzeiten, Funkkontakt etc.)
      Wenn über einen Flug keine Daten vorliegen, kein Funkkontakt möglich ist, läßt die Radarleitstelle Abfangjäger aufsteigen, das Objekt identifizieren, Kontakt aufnehmen und zur Umkehr zwingen oder aus dem Luftraum hinausdrängen oder zur Landung zwingen oder Schußwarnung oder Abschuß.
      Das war vor mehr als 50 Jahren schon so.
      Ein Überflug von ausländischen Militärflugzeugen kann also niemals ohne Genehmigung passieren.

      Die Ministerin / Regierung ist damit verantwortlich für die Hilfeleistung zu schwersten Kriegsverbrechen und belügt uns schon wieder einmal in dreistester Weise!

      • audiatur et altera pars 3. April 2026 um 14:52 Uhr

        Sie vergessen: US-Flugzeuge sind die unsichtbarsten „ever seen on this planet“.

  3. audiatur et altera pars 3. April 2026 um 13:18 Uhr - Antworten

    Im Vergleich zu den bisherigen Aussagen der Regierung zum Irankrieg ist es jedenfalls ein Fortschritt. Super, dass es Journalisten gibt, die mögliche Heucheleien aufdecken. Ganz ohne Heuchelei ist aber keine Interessenpolitik möglich. Es ist doch ein Riesenunterschied, ob ich als neutrales Land zu dümmlichst hinausposaunten Kriegsverbrechen schweige oder dagegen (wenn auch nur förmlich) Protest einlege.

  4. Daisy 3. April 2026 um 11:32 Uhr - Antworten

    Das läuft unter dem Motto: Es is eh scho ois wuascht.

    Mir ist jetzt ein Schreiben vom Netz ins Haus geflattert, die Smartmeterablesung muss jetzt viertelstündlich erfolgen. Jene, die ein Opt Out gewählt haben (wie ich) werden jetzt monatlich (statt 1 x pro Jahr) überwacht und zusätzlich wird die Viertelstunde mit dem höchsten Stromverbrauch notiert +wimperklimper+ (dazu müssens mich aber auch viertelstündlich beobachten…) – braucht man, um die Preise rascher anpassen zu können, sei leider Vorschrift jetzt…

    Weiters belästigt mich der Verkehsminister mit einer Befragung. Man kommt zu mir und fragt mich über alles aus, dann krieg ich ein Smartphone, das für einen Tag lang aufzeichnen soll, wo ich überall hingeh, dann holt mans wieder ab usw….man läute demnächst bei mir an. Mir blieb das Herz stehen. Ich bin eh meistens nicht da…zum Glück entdeckte ich ganz unten auf der Antwortkarte, dass man nein sagen kann, kreuzte es an und gab es mit dem mitgelieferten Antwortkuvert in den nächsten Postkasten. Durchatmen, schwitz! Ich überlegte schon, dass ich sagen würde, dass es mich nicht interessiert, aber nicht schnippisch sein, sonst fällst auf – und das fällt mir so schwer…

    Weiters sind jetzt immer öfter totale Langsamfahrer zu beobachten. Das sind wohl die braven freiwilligen Benzinsparer. Wenn ich sie staube und in den Rückspiegel schaue, sind sie empört. OK, das sind die Geboosterten, die es damals nicht erwarten konnten, dass alle zwangsgeimpft werden, dachte ich. Erstaunlich, dass da noch welche leben…diese Denunzianten und Mitläuferschafe gibts immer noch. Naja, Mikl-Leitner-Wähler…..sie fahren im Ort 30 und auf Freilandstraßen 50, Senioren…

    • Gabriele 3. April 2026 um 12:06 Uhr - Antworten

      Smartmeter: Kein Opt out mehr möglich?? Das kann ich nicht ganz glauben.

      • Daisy 3. April 2026 um 12:14 Uhr

        Doch, es gibt eh noch ein Opt Out, nur wirds von jährlich auf monatlich umgestellt… steht eh da.
        https://netz-noe.at/getContentAsset/f5254ff9-6ec0-4858-9b93-601cfd71460d/0ee16eb8-9692-4f25-b8a4-d007b35915a4/Kundenschreibung_Erklaerung.pdf?language=de

      • Daisy 3. April 2026 um 12:16 Uhr

        …und noch an hoibn Joah schreims da daunn, die mit Opt Out werden nun auch viertelstündlich beobachtet…vastehst? ;-)

      • Gabriele 3. April 2026 um 13:37 Uhr

        Wie ich mir denke – pure Frotzelei. Noch habe ich das Ding gar nicht, mal sehen wie lange sie auf mich hören…

      • Daisy 3. April 2026 um 14:17 Uhr

        Ah, Sie haben noch gar keinen. Hab ich auch lange abwehren können, aber vor ca. 2 Jahren musste ichs aufgeben. Das Opt Out behielt ich insofern, dass die nur 1x im Jahr ablesen.

  5. OMS 3. April 2026 um 11:32 Uhr - Antworten

    Außenminister der USA einbestellen und die ganze Angriffsbagage ausweisen! Dazu müsste man aber ein Rückgrat haben als Staat und sein Neutralitätsgesetz ernst nehmen!

  6. joseph53 3. April 2026 um 10:57 Uhr - Antworten

    Was soll man da noch sagen?

    Eine Bestätigung meiner Beibachtungen, als ich mit meinen Hund unterwegs war.
    Aussehen, Lärmabsonderung und Geschwindigkeit ganz anders als üblich und – sogar auf die üblichen Chemtrails wird verzichtet.

    Wieder ein Fall für das höchst nötige Einschreiten der Opposition – wobei ich immer mehr zweifle, ob es diese denn tatsächlich gibt 😢!?

    Politikerpack in Österreich, Europa, im ganzen Westen ….

    • joseph53 3. April 2026 um 11:37 Uhr - Antworten

      Übrigens – die paar Eurofighter die fliegen, reichen vollkommen aus um ein fremdes Militärflugzeug – das langsam fliegt – zum Landen bewegen zu wollen, was es kaum tun wird.
      Einige moderne Flugabwehr-Kanonen, um endlich einmal ein paar Löcher in diese Verbrecher-Werkzeuge zu schießen, würden reichen.
      Ziemlich sicher wird dann die nächste Landemöglichkeit gesucht !?

      Sonst werden alle Proteste zukünftig noch wirkungsloser.

      • 1150 3. April 2026 um 16:23 Uhr

        @,
        mit skyshield wird so etwas in zukunft nicht mehr passieren ……..
        (ironie)

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