Rechenzentren verursachen laut Studie enorme Temperaturanstiege im Umkreis von mehreren Kilometern

2. April 2026von 4,9 Minuten Lesezeit

Die gute Wärme kommt von KI-Rechenzentren, die schlechte von Sonne CO2, oder? Jedenfalls verursachen die wie Pilze aus dem Boden wachsenden Rechenzentren enorme Umweltschäden, wie Infraschall, Wasserverbrauch und Belastung für Stromnetze. Und dazu eine deutliche Erwärmung der Umgebung bis zu 9 Grad.

Die Rechenzentren zur Befriedigung des KI-Booms erzeugen so viel Wärme, dass sie die Bodentemperaturen im Umkreis von mehreren Kilometern um bis zu 9 Grad in die Höhe treiben, wie neue Forschungsergebnisse nahelegen. Der Effekt ist so ausgeprägt, dass die Forscher davon sprechen, dass dadurch ganze „Wärmeinseln“ entstehen. Die Ergebnisse, die in einer Studie detailliert beschrieben sind tragen zu einem ohnehin schon düsteren Bild der Umweltauswirkungen dieser weitläufigen Anlagen bei, von denen die größten genug Energie verbrauchen, um ganze Städte mit Strom zu versorgen. Ihr Wasserverbrauch und der gesundheitsschädliche Infraschall sind jedoch offenbar nicht der einzige Schaden den sie anrichten.

Die Studie von Andrea Marinoni et al mit dem TitelThe data heat island effect: quantifying the impact of AI data centers in a warming world“ (Der Daten-Wärmeinseleffekt: Quantifizierung der Auswirkungen von KI-Rechenzentren in einer sich erwärmenden Welt) erschien am 21. März 2026 als Preprint, mit der letzten Revision von gestern. Fraglich ist allerdings, ob es dieser Inhalt in eines der Mainstream Journale schafft. Der Inhalt ist eher unerwünscht.

Die Forscher konzentrierten sich auf rund 8.400 sogenannte „Hyperscaler“ – ein Begriff, der Rechenzentren von unglaublicher Größe bezeichnet, die Cloud-Computing- und KI-Dienste anbieten. Ihr Bau hat in den letzten zehn Jahren stark zugenommen, und der KI-Boom hat ihre Nachfrage und ihren Umfang auf neue Höhen getrieben; das neue „Hyperion“-Rechenzentrum von Meta beispielsweise kostete 27 Milliarden Dollar und verfügt über eine erwartete Rechenkapazität von fünf Gigawatt – ein Appetit, den zehn gasbetriebene Kraftwerke stillen müssen.

Da die Temperatur durch andere Umweltfaktoren beeinflusst werden kann, untersuchten die Forscher Rechenzentren an abgelegeneren Standorten. Als sie deren Standorte mit regionalen Temperaturdaten der letzten 20 Jahre abglichen, die von Satelliten erfasst wurden, zeigte sich ein klares Muster. Die Landoberflächentemperaturen – also die Wärme des Bodens selbst und nicht die der Luft oder des Klimas – stiegen um durchschnittlich 2 Grad, nachdem ein Rechenzentrum in einem Gebiet in Betrieb genommen wurde – und in den extremsten Fällen stieg die Temperatur um außergewöhnliche 9 Grad.

Die Auswirkungen waren lokal, aber weitreichend. Die Forscher fanden heraus, dass die Temperaturanstiege bis zu 10 Kilometer entfernt spürbar waren, wovon insgesamt mehr als 340 Millionen Menschen betroffen waren. In der Berichterstattung von CNN wird darauf hingewiesen, dass sich dieser Trend weltweit fortsetzte: Mexikos aufstrebender Rechenzentrumsstandort in Bajio verzeichnete in den letzten 20 Jahren einen Anstieg von rund 2 Grad, ebenso wie Aragon in Spanien, selbst ein heißer neuer Standort für Hyperscaler.

Die Hauptautorin der Studie, Andrea Marinoni, außerordentliche Professorin in der Gruppe für Erdbeobachtung an der Universität Cambridge, erklärte gegenüber CNN, dass Rechenzentren „dramatische Auswirkungen auf die Gesellschaft“ haben könnten, was die Umwelt, das Wohlergehen der Menschen und die Wirtschaft angeht.

Wie zu erwarten gibt es an der Studie schon heftige Kritik. Der Mechanismus hinter der Erwärmung sei nicht sofort klar. „Es wäre lohnenswert, Folgeuntersuchungen durchzuführen, um zu verstehen, inwieweit es sich um die durch Rechenvorgänge erzeugte Wärme im Vergleich zur vom Gebäude selbst erzeugten Wärme handelt“, sagte Chris Preist von der Universität Bristol in Großbritannien gegenüber New Scientist und deutete an, dass das auf die Gebäude treffende Sonnenlicht den Erwärmungseffekt verursachen könnte. Dies sei Teil eines gut dokumentierten Phänomens, das Forscher als „städtische Wärmeinsel“ bezeichnen.

Städte haben allerdings komplett andere Strukturen als Rechenzentren und bei weitem nicht soviel elektrische Leistung pro Flächeneinheit installiert wie Rechenzentren. Ich kenne Leute, die mit Krypto-Mining Büros beheizt haben. Eine um Größenordnungen stärkere Wärmeproduktion haben die Rechenzentren mit ihren dicht gepackten Elektronik-Bauteilen, die nur mit Wasserkühlung vor Überhitzung zu schützen sind.

Die elektrische Energie muss bekanntlich in andere Energieformen umgewandelt werden, wobei die häufigste Form eben die Wärme ist. Ein kleiner Teil der Energie geht in den Infraschall, der für Mensch und Tier enorm schädlich ist.

Für den KI-Boom werden ungeheure Mengen an Energie benutzt um das Land ringsum zu erwärmen und weit reichenden Infraschall zu produzieren. Der materielle Output ist Null, die Information vorhanden und die neue Aufbereitung nur begrenzt richtig und wenig nützlich. Die KI Blase wird größer und bald platzen.

Hier noch der Text des Abstract:

Der starke und anhaltende Anstieg KI-basierter Dienste führt weltweit zu einer stetigen Zunahme von KI-Rechenzentren, verbunden mit einem unvermeidlichen Anstieg ihres Stromverbrauchs. Es ist noch nicht bekannt, wie sich dieser Energiebedarf für Rechenzwecke auf die Umgebung auswirken wird. Hier konzentrieren wir uns auf die Wärmeabgabe von KI-Hyperscalern. Unter Nutzung von Landoberflächentemperaturmessungen, die in den letzten Jahrzehnten von Fernerkundungsplattformen erfasst wurden, können wir eine fundierte Einschätzung des Temperaturanstiegs vornehmen, der weltweit in der Umgebung von KI-Rechenzentren verzeichnet wurde. Wir schätzen, dass die Landoberflächentemperatur nach der Inbetriebnahme eines KI-Rechenzentrums um durchschnittlich 2 °C ansteigt, was lokale Mikroklimazonen hervorruft, die wir als „Daten-Wärmeinseleffekt“ bezeichnen. Wir bewerten die Auswirkungen auf die Bevölkerung und beziffern, dass mehr als 340 Millionen Menschen von diesem Temperaturanstieg betroffen sein könnten. Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Daten-Heat-Island-Effekt in Zukunft einen erheblichen Einfluss auf die Bevölkerung und das regionale Wohlergehen haben könnte und somit weltweit Teil der Debatte um ökologisch nachhaltige KI wird.

Bild von Cliff Hang auf Pixabay

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2 Kommentare

  1. Hanspeter 3. April 2026 um 1:13 Uhr - Antworten

    Politiker reden von Klimaerwärmung,Naturschutz und so weiter…. Nahe Linz bei Kronstorf, ist auch eine Google Serverfarm auf der grüne Wiese geplant,die ein Gigawatt Strom braucht. laut Medien. Es soll bereits eine doppelte Größe geplant sein, die dann wohl 2 Gigawatt Strom verbraucht. Ein Gigawatt reicht ca.für ungefähr 3 Millionen Haushalte. 2 GW für ca.6 mio. Haushalte. Daher werden massive ENERGIE Probleme mit Serverfarmen für die Umwelt auftreten. Die Hitzeentwicklungen der Datensauger und Wasserbelastung, wie im TKP Bericht ist eine unfassbare Belastung für Umwelt und Bewohner. Google Datenzentren sollen private und öffentliche Daten sammeln. Was mit diesen Daten passiert kann sich jeder ausmalen. Und nach drei Jahren ist eine solche umweltbelastende Serverfarm technologisch veraltet, so Medienberichte. Zudem steht diese Google Baustelle still,weil die Finanzbehörde fast nur illegale Schwarz Arbeiter vorfand. Im kleinen Österreich wird ein Google Datenzentrum errichtet,weil man bei der Digitalisierung des Alltags der Menschen und der neuen digitalen Überwachungs- Weltordung eine Vorreiterrolle spielen will. Daher spielt die Politik brav mit und von den Natur- und Umweltschutzorganisationen ist nichts mehr zu hören. Die Menschen werden mit Kriegen, CORONA, Energielockdowns,welthöchsten Steuern, Lebensmittelverknappung und medialer Klimahysterie in Angst und Schrecken versetzt und anderseits wird an der KI und am Überwachungskapitalismus mit digitaler WÄHRUNG und Abschaffung des Bargeldes erfolgreich gearbeitet. Natürlich mit Steuergeldern. Wenn der Überwachungskapitalismus mit der KI, in diesem TEMPO weitermacht, wird für Frieden und FREIHEIT kein Platz mehr sein. Der MENSCH wird diesen Entwicklungen nicht gewachsen sein. Und von den gleichgeschalteten Massenmedien ist nichts zu hören.

  2. Jan 2. April 2026 um 16:08 Uhr - Antworten

    Um ein Rechenzentrum mit 5 GW zu betreiben, bräuchte man 5.556 3-MW-Windkraftanlagen bei einem üblichen Kapazitätsfaktor von 30%. In Österreich stehen aktuell etwas über 1000 Windräder, also ein Fünftel davon.

    Der offizielle Primärenergieverbrauch der EU liegt bei 1370 GW. Ich habe argumentiert, dass der reale Energieverbrauch in der EU etwa doppelt so hoch sein muss, da der Energieanteil importierter Waren nicht gemessen wird.

    Um 1370 GW GW mit Windkraftanlagen zu erzeugen, bräuchten wir 1,5 Millionen Stück. Aktuell installiert sind 95.000.

    Es wäre an der Zeit, die Leyen zur Rede zu stellen!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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