Übergewicht gefährdet vor allem jüngere Menschen

Nach einem Jahr wissen die meisten von uns, dass ältere Menschen einem viel höheren Risiko durch das Coronavirus ausgesetzt sind, obwohl selbst gut informierte Menschen vielleicht nicht wissen, WIE viel höher das Risiko ist. Der Unterschied zur Altersgruppe 5-17 Jahre beträgt bis zu einem Faktor von 8000 bis 10.000, also ein wirklich enormer Unterschied.

Aber was die Gesundheitsbehörden bisher verschwiegen haben, ist, wie sehr Übergewicht – vor allem schwere Fettleibigkeit – das Risiko für das Coronavirus bei jüngeren Menschen erhöht.

Im April veröffentlichten britische Forscher in der Fachzeitschrift The Lancet Diabetes & Endocrinology eine maßgebliche Arbeit zu diesem Thema. Die Forscher untersuchten die Krankenakten von fast 7 Millionen Menschen in England, um den Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und schweren Folgen von Covid, einschließlich Krankenhausaufenthalten und Tod, zu untersuchen.

Die ersten Ergebnisse zeigten nur einen moderaten Zusammenhang zwischen Übergewicht und Covid-Risiko. Aber als die Forscher genauer hinsahen, fanden sie heraus, dass das daran liegt, dass bei älteren Menschen Übergewicht nicht zu einem erhöhten Risiko führt.

Also teilten sie die Patienten in vier Altersgruppen ein: 20-39, 40-59, 60-79 und über 80. Sie fanden heraus, dass in den beiden jüngeren Gruppen – einschließlich der Erwachsenen bis zum Alter von 60 Jahren – fettleibig zu sein, mit fast dem gesamten Risiko verbunden war, dass Covid zu einer Intensivbehandlung oder zum Tod führen würde. Die Ergebnisse blieben auch nach Bereinigung um viele verschiedene potenzielle Störfaktoren wie Rauchen sowie nicht gewichtsbedingte Krankheiten und Wohlstand bestehen.

Das überhöhte Risiko war selbst bei Menschen, die nicht krankhaft fettleibig waren – definiert als ein Body-Mass-Index von 40 oder mehr – extrem hoch. Eine Person zwischen 40 und 60 Jahren mit einem BMI von 35 – jemand, der 115 Kilo wiegt und 1,80 m groß ist – hatte ein etwa fünfmal höheres Risiko, an Covid zu sterben als eine normalgewichtige Person. Bei jüngeren Erwachsenen war das überhöhte Risiko sogar noch höher, bei krankhaft fettleibigen Menschen sogar noch höher.

Im Gegensatz dazu haben normalgewichtige Menschen unter 40 Jahren im Wesentlichen kein Risiko, an Covid zu sterben. Die Forscher fanden heraus, dass ihre Rate bei unter 1 zu 10.000 pro Jahr liegt. Selbst in der Altersgruppe der 40- bis 59-Jährigen hatten normalgewichtige Erwachsene ein jährliches Risiko von deutlich unter 1 zu 1.000.

 Das zeigt diese Tabelle, die im Appendix zu finden ist:

Hier nochmal der rechte Teil der Tabelle mit den Prozentsätzen:

Die Forscher haben diese verblüffenden Ergebnisse nicht in den Hauptteil der Studie aufgenommen, sondern nur in den Anhang. Dennoch waren sie klar in ihrer Diskussion über die Gesamtergebnisse:

Unsere Ergebnisse aus dieser großen bevölkerungsbasierten Kohorte unterstreichen, dass Übergewicht mit einem deutlich erhöhten Risiko für schwere COVID-19-Erkrankungen verbunden ist und einen der wichtigsten modifizierbaren Risikofaktoren darstellt, die bis heute identifiziert wurden.“

Tatsächlich legen die Ergebnisse nahe, dass für Menschen unter 60 Jahren eine Gewichtsabnahme die beste Möglichkeit wäre, das Covid-Risiko zu senken – wahrscheinlich sogar mehr als eine Impfung (und das ohne Nebenwirkungen).

Aber natürlich hat niemand von dieser Studie gehört. Daten aus England werden ohnehin sehr selektiv wiedergegeben und interpretiert. Wie bei der Delta-Variante – es wird nur berichtet, dass sie ansteckender ist, aber dass sie gleichzeitig um den Faktor 10 bis 20 weniger Hospitalisierungen und Todesfälle verursacht, ist keiner Erwähnung wert. Denn damit würde klar, dass sie weniger gefährlich ist als eine leichte Grippe und damit werden Impfungen mit den derzeit verfügbaren Präparaten gefährlicher als eine Infektion

Das öffentliche Gesundheits-Establishment hat beschlossen, dass eine ehrliche Diskussion darüber, wer wirklich durch Covid gefährdet ist, den Beigeschmack von Opferbeschuldigung haben könnte.

Das veranstaltete Lockdown-Theater war viel zerstörerischer für Kinder, die ein Jahr Schule verloren haben und für alle anderen. Wirklich eine Ironie ist, dass die mit dem Lockdown verbundene Gewichtszunahme die Risiken im letzten Jahr sogar noch verschlimmert haben dürfte.

Übrigens wissen wir auch, was das Problem mit Übergewicht ist, nämlich das in Zwischenräumen eingelagerte Bauchfett. Es behindert einerseits die freie Atmung und verursacht anderseits heftige, permanente Entzündungen, die das Immunsystem dauerhaft belasten, und bei hohem BMI überlasten. (Anmerkung am Rande: Übergewicht kommt vom Verzehr von Kohlehydraten und zuckerhaltigen Speisen und Getränken, nicht aber von Fett oder Öl.)

Ein weiteres Problem ist die Reduzierung der Wirkung von Impfungen. Längst bekannt und erforscht bei Grippe-Impfungen. Je höher das Übergewicht, desto weniger wirksam ist die Impfung. Damit wirkt der Schutz partout bei denen am wenigsten, die ihn am meisten nötig hätten. Es bestätigt sich wieder, dass ein von außen kommender Schutz weniger wirkt, als die Stärkung des eigenen Immunsystems und Entfernung von allem was es schwächt. Die Fernsehübertragungen der Fußball EM sind übrigens gute Gelegenheiten sich anzusehen, wie ein Körper (und der Bauch) aussehen sollte um leistungsfähig zu sein.


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12 Kommentare zu „Übergewicht gefährdet vor allem jüngere Menschen

  1. Es ist falsch, dass Übergewicht von Zucker und Kohlehydraten herrührt. Diese Mär geistert zwar durch die Szene der Ernährungsberater, sie hat aber keinen wahren Kern.

    Das kann jeder gerne im Selbstversuch überprüfen. Eine Woche nur Wasser und Zucker (oder der Einfachheit Limonaden) zu sich nehmen und staunen, wie die Pfunde purzeln.

    Nächste Woche dann nur Wasser und Butter/Öl. Das Gewicht geht rapide hoch.

    Beides versorgt natürlich nicht mit Mineralien und Vitaminen, aber darum geht es ja auch nicht.

    Der Grund ist schlicht, dass Zucker direkt verbraucht wird, weil er nicht erst umgewandelt werden muss. Was nicht verbraucht wird, wird in der Regel im Darm von Bakterien verstoffwechselt (wird also von Dritten gefressen)und wegen osmotischer Effekte und ähnlichem
    wieder rausgespült.

    Das gleiche passiert mit Ölen und Fetten. Die werden dort, wo sie benötigt werden, direkt eingelagert. Der Körper wäre ja völlig bescheuert, wenn er seinen Fetthaushalt mit energetisch aufwendig veredelten Kohlehydraten ausstattet, anstatt die bereits fertigen Fette zu verwenden.

    Jesus mag Wasser in Wein verwandeln, der Körper verwandelt Haushaltszucker aber nicht in Fett. Wäre auch wenn es denn so liefe ein Nullsummenspiel, denn Zucker hat einen weit geringeren Energieanteil, zusammen mit dem energetischen Aufwand der Verstoffwechselung bleibt kaum was über.

    Ein bisschen Wahrheit ist aber dran an der Mär. Einige Fruchtzucker werden zu Fett ungewandelt, weil diese Zucker schlecht verdaulich sind und nicht anders verstoffwechselt werden. Wer mag, kann das mal nachlesen.

    1. Ja macht mal alle den Versuch. Wir ernähren uns jedenfalls seit vielen Jahren sehr fettreich und sind rank und schlank (mein Mann war von Kind an stark übergewichtig) und vor allem gesund, einschließlich Asthma und Allergie weg. Wie macht man es denn bei Tieren. Für die Fettleber (Stopfleber, Foie gras) der Gänse wird reichlich Getreide gefüttert, für magere Schweine gibt man Öl.

    2. Selbstverständlich wandelt der Körper Zucker und polymere Zucker (=Kohlehydrate), die er nicht unmittelbar mit Hilfe von Insulin verbraucht in Fett um. Das Märchen, dass Zucker gesund und Fett schlecht ist, hat die Zuckerindustrie jahrzehntelang mit viel Geld für Lobbying geprägt. Empfehle dazu das Buch „Dumm wie Brot: Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört“ von amerikanischen Neurologen Dr. David Perlmutter

    3. Sehr richtig Peter F. Mayer, das Hauptproblem dreht sich dabei um das Insulin, welches den Zellen signalisiert: Energie speichern und nicht abgeben. Insulin bewirkt, dass Glucose als Glykogen gespeichert wird – Glykogenolyse.

      Wenn man es wie früher die Menschen bei harter Arbeit verbrennt, dann sind Kohlenhydrate nicht das ganz große Problem. Die von der Industrie heutzutage dargebotenen Zuckermenge übersteigt jedoch bei weitem die Menge, die Menschen früherer Zeit vorgefunden haben. Ein gewisser “ Hunger“ und Not gehörten sogar eher zum Alltag. Und dies ist noch nicht einmal allzulange her.

      Beim heutigen Bewegungsmangel und dem zuviel an Energie, sieht dies anders aus. Man schaue nur mal viele Mitmenschen auf den Straßen an.

    4. Tja, meine Erkenntnis dazu. Verarbeitete Kohlenhydrate und verarbeitete Fette machen Adipositas. Also Nudeln, Reis, Gebäck und Rapsöl/Sonnenblumenöl versus kaltgepresste Öle/Butterschmalz/Butter/Schweineschmalz sowie Fructose in verarbeiteter Reinform(Säfte) oder überzüchteter Obstform (Melone, Weintraube, Apfel. Banane vom. Supermarkt)

      Siehe Dr Lustig/Dr Eckberg/Dr berg/Dr Seyfried

    5. Um Gottes Willen, hören sie bitte auf solchen absoluten, biochemisch völlig schwachsinnigen Bullshit zu verbreiten.

  2. Das ist wieder ein super informativer Artikel Herr Mayer. Danke.

    Erwähnenswert wäre hier noch der Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und der Verwertung von Vitamin D. Der Körper speichert das Vitamin D im Fettgewebe, so dass dicke Menschen einen wesentlich höheren Bedarf haben als Normalgewichtige. Und Vitamin D-Mangel scheint ja ebenfalls ein Risikofaktor für Viruserkrankungen aller Art zu sein. Siehe dazu den vorzüglichen Vortrag von Professor Roger Seheult, Link unten. (inzwischen 10 Mio Zugriffe und erstaunlicherweise von Youtube noch nicht gelöscht)

    1. Ob sich wohl ein Wissenschaftler traut, über die o.g. Faktoren, Fettleibigkeit in V. mit dem Alter + Vitamin D, hinaus auch noch die Rolle der Hautfarbe nochmals zu beleuchten?

      Der hohe Anteil von Migranten auf den Intensivstationen wurde meines Wissens selbst vom deutschen RKI-Chef Wieler bestätigt. Gerüchte darüber hatte es schon lange davor gegeben.

      Könnte also dunkle Hautfarbe in nördlichen Breitengraden + Fettleibigkeit der ultimative Risikofaktor sein?

    2. Ja absolut, der Mangel an Vitamin D ruft bei dunkelhäutigen Menschen eine vermehrte Verbreitung auch anderer Krankheiten hervor, wenn sie in den sonnenarmen nördlichen Ländern wohnen (In New York war ja die dunkelhäutige Population von Covid-19 auch besonders betroffen). Nicht umsonst hat die Evolution sehr hellhäutige Schweden erzeugt.

  3. Ich empfehle das Video von Dr. Robert Lustig:

    „Sugar: The Bitter Truth“

    Mittlerweile gibt es das auch auf Deutsch in Buchform:

    Die bittere Wahrheit über Zucker: Wie Übergewicht, Diabetes und andere chronische Krankheiten entstehen und wie wir sie besiegen können

    Robert H. Lustig

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