Neue große Studie zu Vitamin D: Reduktion von Todesfällen um 60%

Eine Studie an der Universidad de Cordoba, deren Ergebnisse im Sommer 2020 veröffentlicht wurde, fand einen starken Einfluss einer Gabe von Vitamin D bei der Aufnahme ins Spital. Gegeben wurde Vitamin D in der bereits bioaktiven Form von Calcifediol um eine sofortige Wirkung zu erreichen. Dadurch konnte die Zahl der Aufnahmen in die Intensivstation um 96% reduziert werden. Die Studie war mit 76 Patienten allerdings recht klein.

Nun gibt es eine in Barcelona durchgeführte wesentlich größere Studie. Das Ergebnis: Vitamin D reduziert die Covid-19-Todesfälle um 60 Prozent. Die Studie untersuchte ebenfalls die Wirksamkeit von Calcifediol [25(OH)D3] bei mehr als 550 Personen, die auf den Covid-19-Stationen des Hospital del Mar in Barcelona, Spanien, aufgenommen wurden.

Die Probanden wurden bei der Aufnahme nach dem Zufallsprinzip entweder als Empfänger der Calcifediol-Behandlung oder als Kontrollen eingeteilt und erhielten dann fünf Dosen des Vitamins in zunehmenden Abständen von zwei, vier, acht und 15 Tagen.

Sehr hohe Wirksamkeit

Die Studie, die vom Social Science Research Network veröffentlicht wurde, ergab, dass Covid-19-Patienten, die Vitamin-D-Dosen erhielten, mit 80 Prozent geringerer Wahrscheinlichkeit auf der Intensivstation behandelt werden mussten. Das ist etwas weniger als die erste Studie in Cordoba ergeben hatte, die aber eben nur bei einer kleinere Gruppe durchgeführt worden war.

Die Forscher von der Universität Barcelona kamen außerdem zu dem Schluss, dass die bereinigten Ergebnisse eine um mehr als 60 Prozent verringerte Sterblichkeit für diejenigen zeigten, die die Calcifediol-Behandlung erhielten. 36 der 551 mit Calcifediol behandelten Patienten starben an Covid-19, verglichen mit 57 von 379 Patienten in der Kontrollgruppe.

Viele Studien haben Wirksamkeit von Vitamin D bewiesen

Die in Barcelona durchgeführte Studie ist insofern wichtig, weil sie eine große Zahl von Teilnehmern hatte und direkt im Spital eingesetzt wurde. Viele andere Studien haben jedoch bewiesen, dass Vitamin D vor allem in der Prophylaxe sehr hilfreich ist. Das geht so weit, dass auch die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit steigendem Vitamin D Spiegel im Blut geringer wird.

Immer wieder hat sich auch gezeigt, dass selbst geringe regelmäßige Gaben von Vitamin D bei einer Infektion und Erkrankung für einen milden Verlauf sorgen. Selbst in Alten- und Pflegeheimen gab es bei Infektionen mit 50 bis 80 Heimbewohner in zwei Heimen in der Schweiz und einem in Polen keine Notwendigkeit der Hospitalisierung.

Aus früheren Forschungen wissen wir auch, wie Vitamin D im Immunsystem wirkt. Das habe ich zum Beispiel hier beschrieben.

Britischer Abgeordneter verlangt Verwendung von Vitamin D

In England, wo es schon früher Empfehlungen zur prophylaktischen Einnahme von Vitamin D gab, hat jetzt auch der Parlamentsabgeordnete David Davis die sofortige Einführung der Therapie in Krankenhäusern gefordert, um „viele Tausende von Leben zu retten“.

Die Ergebnisse dieser großen und gut durchgeführten Studie sollten dazu führen, dass diese Therapie bei jedem Covid-Patienten in jedem Krankenhaus in den gemäßigten Breiten verabreicht wird.

Da die Studie außerdem zeigt, dass der eindeutige Zusammenhang zwischen Vitamin D und der Covid-Mortalität kausal ist, sollte die britische Regierung die Dosis und Verfügbarkeit von freiem Vitamin D für alle gefährdeten Gruppen erhöhen.

Diese Ansätze werden viele Tausende von Leben retten. Sie sind überfällig und sollten sofort in Angriff genommen werden.‘

Vielleicht kommt ja auch bei uns mal jemand auf die Idee Vitamin D zur Prophylaxe und zur Behandlung zu empfehlen.

Update 21.2.2021: Gegen die Studie haben in der Zwischenzeit Pharma Lobbyisten mobil gemacht und Lancet hat  sie offline genommen. Die Studie kann allerdings noch hier als pdf abgerufen werden. Wie mit Vitamin Studien generell umgegangen wird und warum ein Teil davon vollkommen unwissenschaftlich und teils sogar betrügerisch ist, habe ich hier zusammengestellt.


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8 Kommentare zu „Neue große Studie zu Vitamin D: Reduktion von Todesfällen um 60%

    1. Solche von der Pharma-Branche bezahlten Artikel gibt es so ziemlich über alles, was der Körper zum richtigen Funtionieren benötigt. Wenn es nach Big Pharma geht, dann wird das alles verboten, damit die Menschen mehr Medikamente kaufen müssen um die aus dem Mangel folgenden Krankheiten zu lindern. Medikamente, die heilen, werden ohnehin ausgelistet.

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      1. Rauchen ist gesund sagte schon die Studie von Dr. Marlboro, das ist nichts neues. Was mich in den letzten Jahren mehr mit Sorge füllt ist die Ausbildung und Selbstverständnis des heutigen Gesundheitspersonals.

        Ich möchte nicht alle Menschen in einen Topf werfen und generalisieren, das ist nur mein persönlicher Blickwinkel. Ich bin seit knapp 15 Jahren Pfleger, vor ca. 10 Jahren im 2. Bildungsweg vom Pflegehelfer zum dipl. Pfleger. Schon vor 10 Jahren hatte ich im Praktikum mehrfach einen schlechten Eindruck von den FH Diplomschülern, zu akademisch gedrillt, zu wenig Praxis, kein Verständnis was eigentlich Kranken*pflege* ist. Man wollte uns Gesundheitspersonal unbedingt in die akademische Stufe drücken, quasi als Emanzipation gegenüber der Ärzteschaft. Kann mir nicht vorstellen das diese Richtung etwas Gutes für die Krankenpfleger der Zukunft bringt.

        Es lesen scheinbar auch einige Ärzte hier mit, vielleicht können die alten „Hasen“ etwas dazu sagen wie sie ihre jungen Kollegen beurteilen. Was die Hausärzte betrifft, kommt mir vor manche können nur noch Rezepte und Überweisungen schreiben ohne Dr. Google. Es ist klar das man nicht als fertiger Arzt auf die Welt kommt und Jahre an Berufserfahrung braucht… aber wo sind heute die *Mediziner*, die sich als Heiler sehen? Wo sind die heutigen Charcot, Billroth, usw? Ist das nur mein persönlicher, pessimistischer Eindruck?

        Gefällt 2 Personen

  1. „Vielleicht kommt ja auch bei uns mal jemand auf die Idee Vitamin D zur Prophylaxe und zur Behandlung zu empfehlen.“
    Das habe ich in einem Blogkommentar (Blog eines Gesundheitswissenschaftlers, der beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit beschäftigt ist) versucht. Bin dann erstmal gesperrt worden.
    https://scienceblogs.de/gesundheits-check/2020/12/20/mehr-covid-19-sterbefaelle-als-krebs-sterbefaelle-in-deutschland-und-ein-blick-ueber-den-nationalen-nabel-hinaus/#comment-101979
    In einem Artikel des Berliner Tagesspiegel vom 21.11.2020 wird der Einsatz von Vitamin D bei Covid-19 diskutiert. Der letzte Satz lautet: „Eine Anfrage an das Bundesgesundheitsministerium, wie die Bundesregierung derzeit zum Thema Vitamin D bei Covid-19 steht, blieb am Freitag unbeantwortet.“ Ein Update dieses Artikels ist mir nicht bekannt.
    https://www.tagesspiegel.de/wissen/covid-19-und-nahrungsergaenzung-hinweise-auf-schuetzende-wirkung-des-sonnenvitamins-d/26644304.html

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  2. Sie wollen nicht, sie wollen nicht. Die Liste der einfachen, günstigen, u.U. sogar selber herzustellenden / anzubauenden Mittel ist lang. Noch länger ist die Liste der immerwiederkehrenden offiziellen Argumente dagegen. Ein aktueller Fall ist Artemisia Annua (gew. Beifuß). Die Blätter der Pflanze als Tee genossen helfen nachweislich und viel erprobt gegen bestimmte Malariaarten (und auch andere Krankheiten). Trotzdem werden Forschung, Anwendung und Anbau massiv behindert, Leute eingeschüchtert und immer Märchen über negative Wirkung in die Welt gesetzt. Ich habe das Kraut jetzt immer im Einsatz wenn ich mich nur ansatzweise kränklich fühle und es hilft einfach. Hanf wird leider genauso stiefmütterlich behandelt.
    Ein uralter HNO-Arzt weigerte sich mal mir Antibiotika für eine immer wiederkehrende Rachenentzündung zu verschreiben und interessierte sich auch wenig für das Ergebnis des Abstriches. Er fragte mich nur ob ich zuviel Stress und zuwenig Schlaf hätte. Da war dann alles klar. Ich bin dem Mann bis heute dankbar.
    P.S.

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  3. Tipp: Ich würde die wichtige 80-prozentige Reduktion der Notwendigkeit einer Verlegung der Pat. auf Intensiv im Rahmen der Vit.-D-Therapie in der Barcelona-Studie noch mit in die Artikel-Überschrift aufnehmen; das ist ja auch ein sehr essentielles Ergebnis, wenn man die besonderen Risiken der Intensivtherapie bedenkt.
    Vielen Dank für Ihre Arbeit und weiterhin viel Erfolg und hohe Reichweite!

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