
Silber so teuer wie noch nie
Der weltweite Edelmetallboom geht kontinuierlich weiter: Am 1. Dezember war Silber so teuer wie noch nie. In diesem Jahr hat sich der Preis von Silber fast verdoppelt, was sogar noch die Entwicklung des Goldpreises übertrifft.
Der Boom bei Edelmetallen hält weiter an. Während Gold nach der Rally im Oktober zunächst korrigierte, mittlerweile sich aber dem Höchstpreis wieder annähert, erlebt Silber noch einen massiveren Boom. Am Montag erreichte Silber den Preis von 58,85 US-Dollar pro Feinunze.
Es ist der Höhepunkt einer Börsenrallye, die vor allem mit Beginn des Jahres 2024 begonnen hat und seither anhält. Der Preis hat sich seither deutlich um mehr als das Doppelte erhöht und die Entwicklung zeigte in den letzten Monaten immer steiler nach oben. Am heutigen Dienstag hat der Preis nur leicht um 0,6 Prozent korrigiert.
Historische Höchststände etwa aus den 1980er oder 2000er Jahren hat man mittlerweile deutlich überschritten.
Ein Ende des Gold- und Silberrausches scheint nicht in Sicht. Aktuell wird erwartet, dass die US-Notenbank im Dezember eine Zinssenkung verkünden wird. Die US-Notenbank spielt eine zentrale Rolle. Niedrigere Zinsen führen in der Regel zu mehr Investitionen im „sicheren Hafen“ Gold und Silber. Die Nachfrage nach Silber steigt aber nicht nur am Anlagemarkt. Silber wird auch von der Industrie benötigt, etwa für Solarpaneele oder E-Autos. Ebenso wie Gold wird Silber zudem von der geopolitischen Unruhe getrieben, profitiert allerdings von seiner Dualität als Industrie- und Anlagemetall.
Zudem gibt es seit Jahren eine Internetszene, die einen „Silver Squeeze“ forcieren will. Laut der Szene ist der Silberpreis seit Jahrzehnten massiv nach unten manipuliert – ebenso wie Gold, allerdings noch viel stärker. Demnach gebe es viel weniger Silber, als an den Börsen mit Termingeschäften gehandelt wird. Massenkäufe an physischem Silber würden demnach einen Preisschock auslösen – es würde dann der Silberpreis noch deutlich stärker steigen als in den letzten Jahren.
Physisches Silber boomt jedenfalls bei privaten Kleinanlegern ebenso wie Gold – obwohl das Edelmetall weniger attraktiv ist, da man beim Kauf auch eine Steuer zu entrichten hat. Anders als beim Gold.
Es sieht wohl so aus, dass derzeit das Verhältnis von Papier-Silber zu physischen bei 357:1 liegt. Mit anderen Worten, Papier-Silber ist nur ein Zettel, den man für Silber bekommt, wenn man es kauft. Dies kaufen vor allem für institutionelle Anleger. Wenn diese nun ihr physisches Silber haben wollen, ist keines mehr vorhanden, weil die gleiche Unze 357x verkauft wurde! Das wird auf jeden Fall noch ein Spektakel geben und der hohe Silberpreis zur Zeit, wird nur der Anfang sein. Vor allem wenn die Papier-Silber Anleger feststellen, ihr physisches Silber gibt es gar nicht mehr! Bei Gold gibt es ähnliches, nur nicht ganz so krass.