Österreich verteuert Solar- und Windenergie

20. November 2025von 3,5 Minuten Lesezeit

Die Rechnung der Energiewende: Ein geplantes Gesetz wird den heimischen Strom aus Sonne- und Windenergie verteuern. Die Regierung nennt den Plan orwellianisch „Billigstromgesetz“, flüchtet dabei auch aus der gescheiterten Energiewende.

Wenn Österreichs Verlier-Koalition ein „Billigstromgesetz“ beschließt, kann man von einer Sache ausgehen: Der Strom wird dadurch nicht billiger. Österreicher, die also gehofft haben, der Strom wird durch das Gesetz gesenkt, werden enttäuscht werden. Im Gegenteil.

Die Roten loben sich für „sozialen Klimaschutz“, die Volkspartei lobt sich tatsächlich für billigeren Strom. Kernpunkt ist eine sogenannter „Österreich-Aufschlag“ Die Wirklichkeit schaut anders aus. Immerhin rumort es in der Regierung immer heftiger.

„Der Bund beeinflusst zwei Drittel der Stromrechnung – Netzkosten sowie Steuern und Abgaben – und genau diese würden in den letzten zwei Jahren deutlich erhöht. Während die Energiepreise selbst sinken, sehe ich im Gesetz keine einzige konkrete Maßnahme, die den bundesbedingten Teil der Rechnung 2026 reduziert. […] Die fallenden Energiepreise durch die Lieferanten kommen unten bei der Rechnung durch die Erhöhung der Bundesabgaben nicht beim Kunden an“, sagt der Burgenland-Energie-Vorstand Stephan Sharma.

Aus der SPÖ Burgenland, die Hochburg der Windräder, kommt ohnehin harte Kritik: „Durch die höheren Netzkosten und die mögliche Spitzenkappung verteuert sich die Windkraft. Häuslbauer, die eine Solaranlage gebaut haben, werden durch zusätzliche Einspeiseentgelte bestraft. Statt für günstigen Strom zu sorgen, verteuert dieses Gesetz in Burgenland produzierten Strom.“

Gedeckelt wird der Strompreis auf 10 Cent/KWh in „Krisenzeiten“., für Sozialfälle auf 6 Cent. Allerdings: Auf der Stromrechnung macht er rund ein Drittel aus, hinzu kommen die Netzgebühren – die 2026 im Österreich-Schnitt um 1,1 Prozent steigen sollen – sowie Steuern und Abgaben.

Offiziell sind private PV-Anlagen von bis zu 7 kW von der neuen Netzentgelte ausgenommen. Allerdings: Netzbetreiber können die Einspeisespitzen kappen– auch bei Kleinanlagen. Auf private PV-Betreiber mit zu viel Strom warten wohl Probleme. Der Blogger Gerald Markel dazu:

Die Hunderttausenden Menschen, die auf den Grünen Schmäh reingefallen sind und sich um Zehntausende Euro eine PV Anlage aufs Dach getackert haben, werden auch kräftig verarscht von dieser Regierung.

Ab sofort bezahlt Ihr dann Netzgebühr fürs Einspeisen eures Stroms, bekommt immer weniger für tatsächlich verkauften Strom und so nebenbei kündigen die hauptsächlich im Staatsbesitz stehenden Energieversorger gerade Tausende Einspeisverträge – statt Abnahmegarantie könnt Ihr in Zukunft darum betteln, dass Euch jemand den Strom vom Dach abkauft, müsst aber auf jeden Fall ZWEIMAL Netzgebühr zahlen !!

Einmal wenn Ihr im Sommer euren zu viel produzierten Strom verkauft und dann nochmal über die Stromrechnung wenn die Dunkelflaute über Monate die vermeintliche PV-Goldgrube als Geldvernichtung beweist.

Die Lobby der Erneuerbaren Energie ist in ziemlicher Panik: „Besser kein Gesetz als dieses“, so Martina Prechtl-Grundnig, Vertreterin der privaten Erzeuger von erneuerbarer Energie: „Wir sind fassungslos, wie mit einem plumpen Slogan ein problematisches Gesetz als Konsumentenvorteil verkauft wird. In seiner jetzigen Form wird das ElWG sicher nicht zu niedrigeren Strompreisen führen – im Gegenteil: Es gefährdet die Versorgungssicherheit, schwächt den Investitionsstandort und wird mittel- bis langfristig sogar die Preise erhöhen.“ Das Gesetz sei eine „Energiewendebremse und Preisaufschlagsgesetz“.

Aufs falsche Pferd gesetzt? Auch das österreichische Netz kommt durch die „Energiewende“ an seine Grenzen.

Deutlich ist auch der Verein Kleinwasserkraft Österreich. Der wahre Name sei  „Stromimport-Förderungsgesetz“, die logische Folge seien höhere Strompreise:

„Wird der Entwurf beschlossen, sind höhere Strompreise die logische Folge: Wenn heimische Erzeuger zusätzlich belastet werden, wird der Ausbau stagnieren, der Energiebedarf jedoch weiterhin steigen – ebenso wie die Abhängigkeit von Importen. Anstatt in Österreich in den Ausbau der Netze und Erneuerbaren zu investieren, werden Milliardenbeträge in das Ausland abfließen. All das geht zulasten der privaten EndverbraucherInnen, und vor allem der Wirtschaft.“

Die Wasserkraft in Österreich sei dadurch gefährdet.

Das Gesetz braucht eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament. Die Verliererkoalition braucht auch die Grünen, um dann als Einheitspartei gegen die FPÖ den Plan durchzuboxen.

Bild „2023-05-05 Sogenanntes Balkonkraftwerk, eine Mini-PV-Anlage, in Tauberbischofsheim 01“ by Triplec85 is licensed under CC BY-SA 4.0.

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Beispiel eines Impfschadens



 

4 Kommentare

  1. OMS 20. November 2025 um 18:53 Uhr - Antworten

    Die Lunte brennt! Ist nur eine Frage der Zeit bis dem Volk die Hutschnur reißt, das Fass überläuft und die Regierenden mit Spott und Schande davongejagt werden.

  2. Jan 20. November 2025 um 17:39 Uhr - Antworten

    Wie bestellt, so geliefert! Aber ich weiß: alles Opfer.

  3. Hausmann_Alexander 20. November 2025 um 14:56 Uhr - Antworten

    https://tkp.at/2025/04/29/solar-tsunami-offenbar-verantwortlich-fuer-blackout-in-spanien/

    Vielleicht gibt es da einen Zusammenhang.

  4. W. Baehring 20. November 2025 um 13:52 Uhr - Antworten

    Wir können sie nicht dazu zwingen die Wahrheit zu sagen, aber wir können sie dazu zwingen, immer dreister zu lügen (bis auch dem Letzten ein Licht aufgeht).

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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