Lithiummangel & Krebs

11. Juni 2025von 5,4 Minuten Lesezeit

Ein Mangel an essentiellem Lithium erhöht das Krebsrisiko. Das belegt nun auch eine neue Studie.

Die Hinweise waren längst da – in Das Lithium-Komplott habe ich detailliert beschrieben, welche zentrale Rolle Lithium für unser Immun- und Nervensystem spielt und warum ein Mangel das Krebsrisiko erhöht. Nun bestätigt eine neue Studie im renommierten Journal of the American Medical Association eindrucksvoll genau das: Bereits geringe Unterschiede in der Lithiumkonzentration im Trinkwasser haben messbare Auswirkungen auf die Krebsrate – mit einer Risikoreduktion von bis zu 71 %. Eine Sensation!

Das Entstehen von Krebszellen ist eine völlig natürliche, wenn auch unerwünschte „Nebenwirkung“ der Evolution, der wir unser Dasein verdanken: Bei jeder Zellteilung kann es zu zufälligen Veränderungen im Erbgut kommen. Bei Keimzellen führen diese manchmal zu Veränderungen der Spezies, falls sie sich als vorteilhaft erweisen. Meist sind sie jedoch neutral oder nachteilig und werden deshalb nicht weitervererbt. Derselbe zufällige Mechanismus kann bei der Verdopplung von Stammzellen, aus denen sich dann Körperzellen entwickeln, entweder dazu führen, dass die entsprechende Zelle nicht lebensfähig ist, oder entartet und als Krebszelle den gesamten Organismus gefährdet. Deshalb ist es ebenso natürlich und sozusagen „Tagesgeschäft“, dass unser körperliches Immunsystem derartige Veränderung erkennt und diese gefährlichen Zellen eliminiert.

Lithium ist, wie ich in „Das Lithium-Komplott“ aufzeige, nicht nur essentiell für die grundlegende Lebensfähigkeit von Organismen aller Art, sondern auch für ein gut funktionierendes Immunsystem, das uns vor Krebszellen schützt. Im Unterkapitel „Essentielles Lithium schützt vor Krebs“ weise ich dort unter Verweis auf zahlreiche Studien darauf hin, wie und warum Lithium in essentieller Menge für die Spezies Menschen und ihre evolutionäre Erfolgsgeschichte entscheidende Funktionen ausübt, die es uns ermöglichen, bis ins hohe Alter gesund zu bleiben (Stichwort „Evolution der Großmutter“, Kap. 1 in „Das Lithium-Komplott“).

Gesund bis ins hohe Alter – das umfasst auch die mentale Fitness. Entsprechend stärkt Lithium auch das mentale Immunsystem. Im Umkehrschluss führt ein Lithiummangel zu einer geschwächten psychischen Resilienz; hohe Stresshormonspiegel führen in Folge dazu, dass auch das körperliche Immunsystem geschwächt wird, wodurch das Krebsrisiko ansteigt.

Eine ausreichende Lithiumzufuhr ist somit nicht nur entscheidend für eine gesunde mentale Entwicklung und geistige Fitness bis in höchste Alter, sondern auch für die körperliche Gesundheit, zu der auch ein geringes Krebsrisiko gehört.

Studie: Krebsrisiko und geschätzte Lithiumexposition in trinkbarem Grundwasser in den USA

Im Feb. 2025 wurde im JAMA eine epidemiologische Studie publiziert, in der die Auswirkungen des Lithiummangels auf das Krebsrisiko eindrücklich illustriert wird.

Die Studie basiert auf der Erhebung der Lithiumkonzentration in 4700 Brunnen in den USA, sowie den Krebserkrankungen in den umliegenden Regionen zwischen dem 12. Mai 1999 und dem 6. November 2018.

Wie der folgenden Abbildung entnommen werden kann, gibt es ein klares Ost-West-Gefälle der Lithiumkonzentration im Grundwasser:

Dieses Gefälle zeigt sich auch im Hinblick auf das Krebsrisiko. Die Autoren schreiben unter Bezugnahme auf die folgende Abbildung:

„Im Vergleich zum ersten Quintil, das den niedrigsten Wert der Lithiumexposition darstellt, betrug das Erkrankungsrisiko für alle Krebsarten 0,49 (95 % KI, 0,31–0,78) für das vierte Quintil und 0,29 (95 % KI, 0,15–0,55) für das fünfte Quintil.“ (Quintil 1: 1,3–3,6 μg/l; Quintil 2: 3,7–6,1 μg/l; Quintil 3: 6,2–7,2 μg/l; Quintil 4: 7,3–25,5 μg/l; Quintil 5: 25,6–149,9 μg/l).“

„Diese Zusammenhänge“, so die Autoren, „wurden für alle untersuchten Krebsarten sowohl bei Frauen als auch bei Männern, bei Langzeitbewohnern sowie in westlichen und östlichen Bundesstaaten festgestellt.“

In Deutschland gibt es keine offiziellen Grenzwerte für Lithium im Trinkwasser, daher wird es auch nicht routinemäßig untersucht. Laut dem Bericht „Grundwasserüberwachungsprogramm“ des Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg aus dem Jahr 2010 wurden im Zeitraum 2007-2009 „2.134 Messstellen auf Lithium untersucht“. (siehe) Demnach lagen 80 % der Messwerte im Bereich von 1 und 2,3 μg/l, also auch in der höchsten Krebsrisikogruppe 1. Auch im Schweizer Leitungswasser ist die natürliche Lithiumkonzentration meist extrem gering, und liegt im Durchschnitt bei etwa 3 μg/l. (siehe) Der höchste Wert, der in Messproben des Bundesamts für Umwelt gefunden wurde, lag bei höchstens 11 μg/l. (siehe) In Österreich stellt sich die Lage ebenso dar. (siehe) Dies bestätigt erneut: Sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz und Österreich (und darüberhinaus vielen weiteren europäischen Ländern, siehe Kap. 3 in „Das Lithium-Komplott“) leben viele Menschen in extrem lithiumarmen Gebieten und somit unter erheblichen Mangelbedingungen. In Folge kommt ein erhöhtes Krebsrisiko zustande, was an sich leicht zu vermeiden wäre.

Fazit

Die JAMA-Studie bestätigt auf eindrückliche Weise die Auswirkungen von Lithiummangel auf die körperliche Gesundheit bzw. den Anstieg der Krebsrate. Die Autoren verweisen dabei auf dieselben Mechanismen, die auch für unsere Gehirngesundheit so entscheidend sind, und in „Das Lithium-Komplott“ ausführlich besprochen sind:

„Auf biologischer Ebene wurde außerdem festgestellt, dass Lithium mehrere Enzyme beeinflusst, die an der Entstehung von Krebs beteiligt sind, wie beispielsweise Glykogensynthasekinase-3 (GSK-3) und Inositol-Monophosphatase (IMPAse), was eine plausible biologische Grundlage für mögliche krebshemmende Wirkungen darstellt.“

Wobei hier eine nur vermeintliche Kleinigkeit mit Nachdruck korrigiert werden muss: Lithium ist nicht per se krebshemmend. Es ist vielmehr der (weitverbreitete) Mangel, der einen krebsfördernden Faktor darstellt. Die essentielle Funktion von Lithium im Körper wird dadurch unterstrichen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Wenn Sie Ihr Krebsrisiko senken möchten, ist eine adäquate Lithiumzufuhr die – mit Abstand – effektivste Maßnahme, während alle anderen essentiellen Aspekte einer artgerechten Lebensweise unverändert wichtig bleiben (siehe Kap. 4 in „Das Lithium-Komplott“).

Den Beweis der Essentialität von Lithium, sowie viele weitere hilfreiche und spannende Zusammenhänge habe ich ausführlich in diesem Buch für Sie erbracht und aufbereitet:

Das Lithium-Komplott


Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.

Privatdozent Dr. med. Michael Nehls ist Arzt und habilitierter Molekulargenetiker mit Schwerpunkt Immunologie. Als Grundlagenforscher entschlüsselte er die genetischen Ursachen verschiedener Erbkrankheiten, sowohl an deutschen als auch an internationalen Forschungseinrichtungen.


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10 Kommentare

  1. Jurgen 12. Juni 2025 um 20:03 Uhr - Antworten

    Und ich dachte immer Krebs ist eine starke Übersäuerung der Zelle, so dass die normale Zellteilung außer Rand und Band gerät? Auch Parasiten werden hie und da als Ursache genannt…
    Also, ich überdosiere bei mir z.Zt. vor allem Magnesium und liege gerne mittags in der Sonne (wenn die nicht gerade wieder weggechemtrailt wurde am Morgen). Natürlich ohne jede Zwangsbelastung der Haut durch schädlichen Sonnenschutz.
    Lithium teste ich gerade auch nebenher, aber für die kognitiven Fähigkeiten, d.h. ob man leistungsfähiger bleibt beim Nachdenken und langem Kopfarbeiten, da Lithium ja auch der Demenz und dem Leistungsabbau im Gehirn entgegen wirken soll. Wie immer mache ich diese Tests rein subjektiv in absoluter Selbstverantwortung…

  2. HelmutK 11. Juni 2025 um 18:25 Uhr - Antworten

    Lithiumchlorid und Lithiumoratat gibt es als Lösung oder Pulver.

  3. Karsten Mitka 11. Juni 2025 um 17:20 Uhr - Antworten

    Aber was soll man nun machen? Lithium-Ionen Akkus knabbern? Lithium ist eines der wenigen Elemente, die es nicht als Nahrungsergänzungsmittel gibt und auch so dürfte eine höhere Lithiumversorgung durch Pharma- und „Gesundheits“industrie unerwünscht sein, aus bekannten Gründen.

    • Christine 11. Juni 2025 um 19:48 Uhr - Antworten
    • Gabriele 11. Juni 2025 um 20:26 Uhr - Antworten

      Eine ganze Reihe von Lebensmitteln enthält natürliches Lithium – viele Leute essen manches davon nie, daher auch die Mängel.
      Tomaten und Paprika, Vollkornreis, Buchweizen, Hirse, Linsen, Kichererbsen, Nüsse und Samen wie Pistazien. Sogar Schokolade enthält Lithium. Liposomales Lithium wird für „technische Zwecke“ offen verkauft (und von manchen genommen). Ich würde es nicht tun, auch wenn Dr. Nehls Recht hat. Mir wäre es zu gefährlich, damit herumzuprobieren, denn das ist ein Hype wie viele andere, die noch kommen werden. Dass sich aber Krebs genau damit verhüten lassen soll, halte ich für großes Wunschdenken… Krebs ist zu komplex für so einfache Lösungen – man kann sich auch in etwas versteigen…

      • Christine 11. Juni 2025 um 21:52 Uhr

        „Krebs ist zu komplex für so einfache Lösungen“ Das ist das, was Pharma Dich glauben machen will.

        Natürlich gibt es nicht das eine Wundermittel. Aber natürliche Stoffe können unglaublich viel! Wenn ich an die Artemisia annua denke: Sie enthält lt. Prof. Duke 245 Wirkstoffe, davon 20 mit antitumoraler Wirkung. Dazu einige Wirkstoffe, die das Immunsystem stärken, auch keine schlechte Idee bei Krebs. Und, was ich besonders schick finde, das Artemisinin hat eine Peroxidbrücke im Molekül, die bei Kontakt mit Eisen (Krebszellen haben einen erhöhten Eisengehalt) aufbricht und die Radikale verbinden sich mit den Krebszellen und lösen den Zelltod aus. Deshalb wirkt das Zeug ja auch gegen Malaria: Die Malariaparasiten haben auch viel Eisen und werden auf diese Weise zerstört.

        Und wenn wir von „einfachen Lösungen“ reden: Der Midwestern Doctor hat diesen tollen Artikel verfasst: https://substack.com/home/post/p-158614659 Seinen Substack kann ich unbedingt empfehlen, selbst in der Free-Variante gibt’s unfassbar viel wissenschaftliche Erkenntnisse zu lesen. Er liefert dann auch die Gründe (und Belege), warum solche „einfachen“ (kostengünstigen, nebenwirkungsarmen) Lösungen uns bis heute vorenthalten werden.

      • Gabriele 12. Juni 2025 um 8:22 Uhr

        Liebe Christine, Sie müssen mich nicht belehren, ich beschäftige mich mit all diesen Themen seit über 30 Jahren. Gerne dürfen Sie Ihre Meinung dazu haben, aber bitte das Missionieren anderer unterlassen. Wie oft hatten Sie schon Krebs und was hat dann geholfen? Für jeden Betroffenen ist die Situation „komplex“ genug und dann erst weiß man, wie komplex… Man sollte denen zuhören, die ernsthaft nach Wahrheit suchen, statt immer denen nachzulaufen, die behaupten (und die meisten tun das seit Jahrhunderten) sie jetzt aber ganz sicher gefunden zu haben.

      • Christine 12. Juni 2025 um 12:12 Uhr

        @Gabriele: „Wie oft hatten Sie schon Krebs und was hat dann geholfen?“ Sie kennen meine gesundheitliche Situation nicht, also fände ich es anständig, solche Angriffe, die ich eigentlich nur von Gegnern der Naturheilkunde kenne, nicht zu fahren.
        Freuen Sie sich, wenn ich für andere Personen möglicherweise hilfreiche Informationen gebe, auch wenn Sie sie schon kennen. Wir sollten uns nicht gegenseitig bekämpfen und spalten.

    • Nurmalso 11. Juni 2025 um 22:21 Uhr - Antworten

      Lass die Finger von. Der hat ne Macke.

      • OMS 12. Juni 2025 um 10:03 Uhr

        Werter Nurmalso!
        Wie kommen sie darauf und welches Wissen qualifiziert sie für so eine Diffamierung?

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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