Selbstbesinnung in der institutionalisierten Wissenschaft

12. November 2022von 6,6 Minuten Lesezeit

Die vergangenen drei Jahre haben so drastisch wie noch nie gezeigt, dass viele Bereiche der Wissenschaft immer stärker unter den Einfluss der Industrie und deren Profitinteressen gekommen sind. Diese stellen dann die „Experten“, auf deren Empfehlungen die Politik handelt. Reflexion der Wissenschaftler ist nun dringend geboten.

Es wäre mehr als begrüßenswert, ein „window of opportunity“, wenn die institutionalisierte Wissenschaft die ruhige Auslaufphase – oder nur trügerische Ruhe – der akuten Corona-Maßnahmen zum Anlass nehmen würde, zu reflektieren, was in den vergangenen mehr als zwei Jahren passiert ist, wie es passieren konnte, welche aktive oder passive Rolle die wissenschaftlichen Institutionen gespielt haben, welche Rolle die „Wissenschaft“ gespielt hat, wie es mit der Vorstellung von Wissenschaftlichkeit (und einfach Gedanken- und Meinungsfreiheit) auf sich hat, und vor allem wie es verhindert werden kann, dass ähnliches wieder passiert und wie es verhindert werden kann, dass die oder auch andere, noch dunklere Geschichten sich wiederholen.

Die wissenschaftlichen Institutionen, und auch „die Wissenschaft“ selber, sind nicht gestärkt, sondern in unterschiedlichen Hinsichten, nach Innen und nach Außen, be- und geschädigt aus der Situation herausgegangen. Weil „die Wissenschaft“ als nicht unwichtiges Argumentarium eingesetzt worden ist und wird, „science-washing“, und sich hat einsetzen lassen, gar aus einem eigenen befremdlich anmutenden Drang heraus, scheint eine Selbstreflexion und Besinnung besonders wichtig. Das meiste von dem Folgenden sollte selbstverständlich sein.

Es wäre wohl erstens festzuhalten, und auch darauf zu bestehen, dass die wissenschaftlichen Institutionen und auch die institutionalisierte Wissenschaft in einem bürgerlichen Rechtsstaat nicht Teil der Exekutive sind. Die Universitäten im Allgemeinen haben nicht die Aufgabe, als Exegeten, Apologeten oder Protagonisten für bestimmte politische Maßnahmen und Wunschvorstellungen zu dienen, oder bestimmte politische Ausrichtungen zu unterstützen, insbesondere nicht, wenn diese aus einem medialen Miasma ohne wirklich definierte Urheber aufsteigen: Industrie 4.0, Digitalisierung, diverse industrielle Revolutionen, künstliche Intelligenz, grüne Agenden, Kryptowährungen, flächendeckende medizinische Anwendungen als einziger Ausweg aus einer vermeintlichen Krise, unausweichliche Sanktionen gegen fremde Länder, Sprachreformen, monothematische Maßnahmen gegen bevorstehende klimatische Umwälzungen und weiteres.

Wissenschaft und Forschung arbeiten vermeintlich oder behauptet unabhängig, in zeitlich viel größeren Rahmen und Tiefen und von den Institutionen wäre zum Schutz so etwas wie eine „aktive Neutralität“ zu erwarten, eine Ablehnung der Vereinnahmung, eine Stärkung eigener und vielleicht sogar gesellschaftlicher Abwehrkräfte durch souveräne Analysen von all solchen Phänomenen.

Ganz konkret ist es nicht die Aufgabe von Universitäten, ohne vollständige Transparenz und Klarheit in der Auftragslage, Regierungen zu beraten und schon eingeschlagene, als alternativlos propagierte Wege durch bestellte Simulationen und Studien „wissenschaftlich“ zu bestätigen. Es wäre somit institutionell legitim, sich kritisch bis ablehnend bestimmten Maßnahmen gegenüber zu stellen und nicht aktiv mitzutragen, insbesondere wenn solche für das (auch finanzielle) Innenleben einer Institution schädlich sind.

Die wissenschaftlichen Institutionen sind auch nicht Bindeglied und Schmiermittel zwischen Industrie und Gesellschaft oder Politik, oder gar Werbeabteilung dergleichen. Deswegen sind Universitäten und andere Einrichtungen stets ausreichend vom Staate finanziert und nicht auf Drittmittel von verschiedenen Seiten, Wirtschaften, Stiftungen und Organisationen, angewiesen, womit per Definition erfolgreiche Projekte und Forschung betrieben und Durchbrüche errungen werden; es findet keine Anbiederung an das Gewünschte und keine subtile Korruption statt. Die gewährleistete Unabhängigkeit garantiert Vielfalt in Auffassungen und Zugangsweisen, Spruch und Widerspruch, keine Diskreditierung fundierter Zugangsweisen, und eine Diffamierung oder gar Aussonderung von Kritikern, Skeptikern und Andersdenkenden kann gar nicht erst stattfinden. Soweit die Theorie und das Eigenbild: Möge es zutreffen…

Wissenschaft ist zum Teil geschultes Misstrauen, die Fähigkeit einzuschätzen, welche Daten und Fakten eine Hypothese unterstützen, welche als Falsifikation gelten müssen, welche Argumente Gültigkeit haben und welche nicht, welche Modelle und Annahmen produktiv sein können, wo eine Simulation evtl. zutreffend sein könnte und wo nicht (welche Annahmen, Annäherungen, Vereinfachungen und Stellschrauben sind im Spiel?), wo wissenschaftliche Arbeit handwerklich gut gemacht ist. Statt Projekte zur Stärkung des Vertrauens in der Wissenschaft zu fördern (FWF) und teure PR Abteilungen zu unterhalten, wäre der gesellschaftliche Auftrag viel eher all dieses zu vermitteln. Studien zu lesen ist nicht einfach, erfordert Kenntnisse, Sach- und Hintergrundwissen und Gespür; nicht jede Studie, unabhängig von wo sie erschienen ist, „beweist“ auch das was behauptet wird, und ob eine Studie begutachtet ist oder nicht, ist nicht ohne weiteres dafür entscheidend ob sie auch „wahr“ ist. Zahlen, die sowohl falsch wie sinnlos sein können, sind nicht gleich Fakten. Große Datenmengen, „big data“, die künstlich intelligent verarbeitet werden, ändern hier natürlich nichts.

Die Evidenz für die Wirksamkeit von den seit März 2020 getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung einer Pandemie, die es nur gab, weil die seit 2009 geänderte Definition, diese Beschreibung des Zustandes erlaubt, ist schwach. Es gibt keine starke Evidenz dafür, dass Lockdowns, das allgemeine Tragen von Gesichtsmasken, G-Regeln, Kontaktverfolgung, Schulschließungen, „grüne Pässe“ oder flächendeckendes Testen, zur Verhinderung der Ausbreitung einer Atemwegsinfektion beigetragen haben, insofern dies das Ziel all dieser Maßnahmen war.

Umgekehrt sollte es nicht allzu unmöglich sein, aufzurechnen und wissenschaftlich zu belegen, was diese unterschiedlichen Maßnahmen gekostet haben, direkt, akut, und indirekt und langfristig. Die erhobenen (und nicht erhobenen) Zahlen und willkürlichen Definitionen („mit oder wegen“?) waren und sind, wenn überhaupt von gesellschaftlich-öffentlich-medialem Interesse, nicht geeignet um wissenschaftlich fundierte Aussagen zu treffen. Es ist, selbst Anhand dieser offiziell preisgegebenen Zahlen, mittlerweile völlig unkontroversiell, dass die Gefährlichkeit von der Viruserkrankung, worum alles sich angeblich dreht, auf oder unter der Ebene von gewöhnlichen Grippe- und anderen Virusinfektionen einzuordnen ist.

Dass die vorgeschlagene, alternativlose Behandlung im besten Fall nach kürzester Zeit wirkungslos ist, dafür aber erhebliche Nebenwirkungen mit sich ziehen kann, scheint empirisch belegbar (obwohl belastbare und sinnvolle Zahlen nicht vorzuliegen scheinen oder nicht vorgelegt werden sollen) und die Evidenz, dass sie bestimmte Verläufe verhindert, ebenso schwach wie schwammig. Weitaus besorgniserregender aus wissenschaftlicher Sicht ist der Abbau von Prüfverfahren und die gesenkte Schwelle, womit neuartige medizinische Präparate zugelassen und auf den Markt geworfen werden können, und sogar Pflicht zur Einnahme eingeführt werden kann, wie es tatsächlich in Österreich, aber auch anderswo passierte.

Die rechtsstaatlichen Kriterien von Notwendigkeit, Wirksamkeit und Verhältnismäßigkeit sind somit alle im schwersten Umfang verletzt worden, aber dies ist eine politische und keine wissenschaftliche Angelegenheit, obwohl die entsprechende Wissenschaft eigentlich darauf hinweisen müsste. Die Logik, dass die Gesamtbevölkerung, Problemen, die von der Politik verursacht bzw. nicht angegangen worden sind (Überlastung und Zusammenbruch des Gesundheitswesens), lösen muss durch verordnete Verhaltensweisen (erst zuhause bleiben, dann frieren), wird weiterhin unbeirrt aufrechterhalten. Das Tragische ist, dass all diese Sachverhalte schon unlängst von marginalisierten Teilen der Wissenschaft dargelegt und mit soliden Fakten und Argumenten belegt wurden.

Die vergangenen Jahre scheinen, zumindest in Teilen der Wissenschaftsinstitutionen, Grenzen der sogenannten „Digitalisierung“ aufgezeigt zu haben, und haben zB. eine zaghafte Rückkehr zur Präsenz in der Lehre eingeleitet. Die sich neu anbahnenden (schon permanenten) Krisen machen ebenfalls sichtbar, dass die digitale Infrastruktur nicht zum Nulltarif zu haben ist, und dass also die allumfassende, re-präsentierende „Digitalisierung“ einen sehr hohen Preis hat, auch in Form von Energiekosten, Anfälligkeit und gefährlichen Abhängigkeiten.


Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wieder.

Dr. Jesper Larsson Träff, geboren 1961 in Kopenhagen, ist Professor für Informatik (Paralleles Rechnen) in Wien. Die hier geäußerten Meinungen und Analysen sind rein privat und stehen in keinem Zusammenhang zu der TU Wien.


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13 Kommentare

  1. jhampe2 15. November 2022 at 5:01Antworten

    Danke für diesen Artikel!
    Kritisch hinterfragen ist dies:
    „Deswegen sind Universitäten und andere Einrichtungen stets ausreichend vom Staate finanziert und nicht auf Drittmittel von verschiedenen Seiten, Wirtschaften, Stiftungen und Organisationen, angewiesen, “
    Wer zahlt befielt. Es ist ein Fehler, die wissenschaftlich arbeitenden Institutionen von staatlicher Finanzierung abhängig zu machen. In den USA führt dies zu einer Lähmung des Wissenschaftsbetriebes: Unbequeme Wissenschaftler verlieren ihre Stelle bzw. der Staat droht, die Mittel für die Institution, für die ein unbequemer Wissenschaftler arbeitet, zu streichen. D.h. die Wissenschaftler in den USA wissen, dass sie sich in einem vom Staat akzeptierten Rahmen zu bewegen haben. Nach 9/11 konnten keine Physiker oder andere Wissenschafter sich kritisch zu den Geschehnissen äussern, ohne ihre Stelle zu verlieren. Es war Tabu, die offizielle Erklärung in Frage zu stellen. In der Schweiz verlor der Historiker Daniele Ganser seine universitären Stellen weil er die offizielle Erklärung kritisch hinterfragte. Auf Druck der USA haben die Universitäten die weitere Zusammenarbeit mit ihm gekündigt.

    Die Wissenschaft muss zwingend eine vom Staat wie auch von der Wirtschaft unabhängige Finanzierung erfahren. In der Medizin scheint mir die Sache am einfachsten. Die Milliarden, welche die Industrie an den Medikamenten verdient auf dem Buckel der Kranken, ist ein Unsinn. Damit wird kaum nützliche Forschung finanziert, sondern in erster Linie Gewinnbringende. Es ist eine Verschwendung von Mitteln. Es ist ein höchst ineffizientes System, das nicht auf den Nutzen für die Zahler und Bedürftigen ausgerichtet ist. Es ist institutionalisierte Misswirtschaft und sogar organisierte Kriminalität, wie Peter F. Goetzsche in seinem Buch „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität“ beschreibt. Im Grundsatz: wer forscht produziert nicht und umgekehrt. In dem Sinne wird eine Abgabe auf Medikamenten zur Finanzierung einer unabhängigen Forschung eingesetzt. Die Pharmaindustrie produziert, was an Therapien erforscht wurde und verdient nur an der Produktion. Eine Abgabe auf Medikamenten fliesst in einem oder besser mehreren Fond für Lehre und Forschung. Die Verwaltung dieser Fonds sollte hauptsächlich aus Wissenschaftlern bestehen. Es sind whs. weitere Massnahmen nötig, um die Wissenschaft vor Einflussnahme des Staates und der Industrie zu schützen. Gleichzeitig braucht es auch Mechanismen der Überprüfung der guten Verwaltung dieser Mittel um Vetternwirtschaft vorzubeugen. Jedenfalls ist die heutige Situation in den medizinischen Wissenschaften unhaltbar und lebensgefährlich, wie Peter F. Goetsche 2014 aufgezeigt hat. Nichts hat sich aber zum Schutz der Menschen und der Wissenschaften getan, im Gegenteil. Die Plandemie ist ein Höhepunkt dieser unhaltbaren Zustände in den medizinischen Wissenschaften.

  2. Andreas I. 13. November 2022 at 20:52Antworten

    Hallo,
    bei einer solchen Reflexion stünde der einzelne Wissenschaftler vor der Frage, inwieweit er die nötige psychologische Reife für innere Unabhängigkeit hat, oder wenn nicht, wo sein psychisches Defizit liegt und welcher Art es ist.

    Das Konformitätsexperiment von Salomon Asch zeigte, dass zum damaligen Zeitpunkt 3/4 der Versuchspersonen manipulierbar waren.
    Der Zeitraum von Februar 2020 bis jetzt zeigt nicht so klare Zahlen, aber angesichts der politischen Lage könnten es 3/4 bis 2/3 sein, die manipulierbar sind, also auch 3/4 bis 2/3 der „Wissenschaftler“.
    Wenn jeder von sich glaubt, er würde zu den 1/3 bis 1/4 unmanipulierbaren gehören, kann es nicht aufgehen, also muss sich zunächst jeder selber hinterfragen, ob und wenn ja er sich hat manipulieren lassen.
    Das werden diese „Wissenschaftler“ sich selbst nicht ohne weiteres eingestehen können (Verdrängung von Traumatisierungen), aber daraus entsteht für den einzelnen „Wissenschaftler“ die zweite Frage, wenn ja → warum, sprich wenn er sich hat manipulieren lassen, dann warum.
    (Und natürlich nicht nur er, sondern auch sie, nicht zu vergessen es war die Bundeskanzler_IN_ Diplomphysikerin Angela Merkel, die eine „pandemische Lage nationaler Tragweite“ verkündete, während die Zahlen die einer normalen Grippewelle waren.)

    Der Psychiater und Psychoanalytiker Hans Joachim Maaz sagte in einem Gespräch, dass man auf einer bekannten Videoplattform findet, etwas über den Typ des Mitläufers (und ob Konformitätsexperiment von Salomon Asch oder gesamtgesellschaftlich „Corona“, das Prinzip ist das gleiche), nämlich.
    dass der Mitläufer so sehr dazugehören möchte (zur Gruppe, zur Mehrheitsgesellschaft), das er auch dann noch alles mitmacht, wenn es schon längst pathologisch ist.
    Also:
    Es besteht die Möglichkeit, das auch diese „Wissenschaftler“ der 3/4 bis 2/3 manipulierbaren so sehr dazugehören wollen (zur Gruppe, zur Mehrheitsgesellschaft), das sie auch dann noch alles mitmachen, wenn es schon längst pathologisch ist.
    Auf deutsch: die sind psychisch krank .

  3. Jakob Thaller 13. November 2022 at 0:22Antworten

    Ich musste bereits beim ersten Satz stocken. „Es wäre wünschenswert … wenn die institutionalisierte Wissenschaft reflektieren würde…“. Tut mir leid Herr Doktor, aber Sie haben nicht verstanden was die Wissenschaft ist! Es gibt keine Institution. Es wird an allen Ecken und Enden gegeneinander gekämpft. Jeder weiß es besser und will sich besser verkaufen. Es herrscht der Dünkel und NIEMAND steht darüber in der Wissenschaft. Daher gibt es auch keinen KONSENS. Es gibt Einzelmeinungen die sich anderen anbiedern und dadurch eine Gruppenunterstützung suchen. Sobald man glaubt, diese Gruppe sei groß genug, behauptet man, „die Wissenschaft sei sich einig“ oder „es herrsche Konsens“. Dabei hat man nur eine Blase gewonnen, die mit einem übereinstimmt – und vielleicht nicht einmal, weil man Ihre Ergebnisse glaubt oder sogar nachvollziehen kann. Da reicht manchmal, dass man von derselben Uni stammt.

    Wer bitte ist die Institution die darüber wacht? Wer bitte? Jeder Lehrstuhlinhaber oder Rektor WELTWEIT ist darin gefangen. Jeder könnte für sich den Anfang machen zu reflektieren, aber sorry, das wird nicht passieren, solange kein überwältigendes Leid über diese Individuen kommt. Das ist der Lauf der Welt!

  4. Gustav Pfaff 12. November 2022 at 21:53Antworten

    Ich möchte mich für den Artikel bedanken: Gott segne sie!

  5. Petersen 12. November 2022 at 19:09Antworten

    Heutzutage gibt es für jede politisch gewünschte Meinung einen Prof.

    Das hat natürlich auch damit zu tun, dass Personal auf viele Stellen mit Parteibeziehungen und per Quote (- Frau, Migrationshintergrund etc) gehievt wird.

    Ungeniert wird ja nun die 50-%Quote für Professoren gefordert. Weil in den harten Fächern, Naturwissenschaft und Ingenieurswesen aber wenig Frauen studieren, gibt es eine sehr schmale Basis: Wenige mit Diplom, noch weniger mit Promotion, noch weniger Habilitation.

    Dann kommen auf die Fachlehrstühle Frauen, die zB über „Weibliche Benachteiligung in den Physik“ eine dünne Dr-Arbeit geschrieben haben.

  6. Dr. No 12. November 2022 at 12:46Antworten

    Die Korruption der Politik ist daran schuldig solche Verhältnisse in der Wissenschaft und der Medizin zu haben. Die Politik hat nie die Universitäten oder die Forschungszentren in ihren Budget priorisiert sondern diese dem Privatsektor überlassen. Bildung und Forschung ist wie Strom Wasser und Verkehrsnetze müssen aus strategischen Gründen, die wir leider erst jetzt begreifen, immer unter Verwaltung der öffentlichen Hand bleiben, und wer von den Firmen die Forschung noch unterstützen will, z.B. gegen steuerliche Begünstigung, kann das ruhig direkt an der Staatskassa richten. Ob diese Korrupten Politiker so ein Model noch in dieser 2. Republik für vernünftig finden, wage ich zu bezweifeln, daher sehe ich die Ausrufung einer neuen Republik, mit angepassten Verfassung und Institutionen, als der einzige Weg aus der jetzigen Misere.

    • baltiMOre ravens 12. November 2022 at 17:14Antworten

      Ihr Ansinnen in allen ehren – es wird leider nichts nützen.

      In einem immer faschistoideren Staat ist es früher oder später egal, wer „die Hand drauf hat“ – spätestens nachdem Wirtschaft und Politik eine Korporation bilden.

      Die (fast) gesamte Intelligentia hat versagt. Die handelnden Personen der Wissenschaft hätten sich wehren müssen. Es sind wie immer die Menschen, die die Verantwortung zu tragen haben – nie das System.

      • Hans im Glück 12. November 2022 at 19:18

        @Balti

        „In einem immer faschistoideren Staat…“

        Bitte im Pardon, aber diese Land ist längst nicht mehr „faschistoid“, sondern faschistisch! Auch ohne braune Uniform und Männer mit Schnauzern.
        Und, um mich selbst zu korrigieren: Es nicht nicht seit gestern faschistisch, sondern hat nie aufgehört so zu sein. Nur musste man es bisher am Stammtisch halten. Mit C19 durfte es Gassi gehen und wurde von Medien und Politik beklatscht, weil man endlich sagen durfte, was „wohl noch sagen darf“

      • Hans im Glück 12. November 2022 at 19:21

        Bitte um Pardon für die Tippis. Leider kann man Beiträge nicht nachträglich editieren.

      • Jakob Thaller 13. November 2022 at 0:50

        Ich stimme „Hans im Glück“ zu.

      • Toni 13. November 2022 at 19:22

        @Hans im Glück

        Wunderbar: „Gassi gehen“

        Faschisten – Kommunisten: Ich mag beide nicht, weil beide Feinde der Freiheit sind und jede Ideologie bereits bewiesen hat, dass ein Menschenleben nichts Wert ist. Aufklärung tut Not!

        Glück auf, Toni

  7. Pirmin 12. November 2022 at 10:17Antworten

    Etwas kürzer gesagt:
    -Wissenschaft hat nur ein Ziel: Wahrheit finden.
    -Wie kann das finanziert werden? Die Wissenschafter, Journals brauchen wieder ein bedingungsloses Grundeinkommen.
    -aber nichts darüber hinaus! Jeder Zusatzbeitrag von aussen ist Bestechung, es braucht hier Überwachung, aber nicht vom Staat finanziert, sondern den Journals, Verbänden etc.: Die Qualitätssicherung und Zielsetzungen erfolgen intern.
    -eigene Suchnaschinen, ebenfalls öffentlich finanziert. Google darf nicht das Zünglein an der Waage sein.
    -Falsifikation und Wiederholen von Studien müssen wieder mehr Wert haben, als Sensationsheische.
    -Der Wettbewerb um Rankings muss zurückgestutzt werden, und komplexere Bewertungen als nur ein einzelner Impact-Parameter wieder einen Wert : Wissenschaft ist kein Skirennen, sondern multidimensional.

    • Jakob Thaller 13. November 2022 at 1:08Antworten

      Tut mir leid, aber das ist naiv. Die Wahrheit finden… vielleicht die eigene Wahrheit. Sie haben die Menschen (und es sind Menschen die – sagen wir forschen) noch nicht kennengelernt. Früher hat man öfter das Wort Forscher verwendet. Genau dieses trifft die Tätigkeit eher. Wir Menschen sind keine Wissenschaftler, weil wir kaum etwas wissen. Genau das ist die Überheblichkeit, die alles in den Abgrund stürzt. Wir glauben die Genialität und Perfektion der Natur, der Schöpfung erreichen zu können. Wir erheben uns zu Göttern um letztendlich im Transhumanismus unterzugehen! Unsere besten Erfindungen sind KOPIEN von Vorgängen und Konstrukten der Natur. Wir sind Kopierer und wenn’s mal gut geht, Verbesserer – aber das war es schon. Je eher wir dieser Realität ins Auge sehen umso gesünder für uns! Da hilft keine Veränderung der Arbeitsbedingungen der Forscher. Hier ist Selbstreflexion notwendig.

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