ChatGPT nun offiziell Teil der US-Kriegsmaschine

4. März 2026von 2,2 Minuten Lesezeit

Ihre Gespräche mit ChatGPT landen nun offiziell beim US-Militär. OpenAI, das Unternehmen hinter dem Chatbot, hat einen Vertrag mit dem Pentagon geschlossen – nur wenige Stunden vor dem Angriff auf den Iran.

Ende Februar 2026, nur wenige Tage, fast Stunden, bevor die USA und Israel den Krieg gegen den Iran aufnahmen, schloss OpenAI einen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium (unter Trump offiziell oft als „Department of War“ oder „Kriegsministerium“ bezeichnet) ab. Die KI-Technologie von OpenAI darf nun in klassifizierten militärischen Netzwerken eingesetzt werden. Der Deal kam auffällig schnell zustande – nur Stunden, nachdem die Regierung den Konkurrenten Anthropic fallen gelassen hatte.

Anthropic hatte sich geweigert, seine ethischen „Red Lines“ aufzugeben: kein Einsatz der KI für Massenüberwachung amerikanischer Bürger und keine autonomen Waffensysteme („Killer Robots“). Das Pentagon akzeptierte das nicht, stufte Anthropic als „Supply-Chain-Risk“ ein und schloss die Firma praktisch vollständig vom US-Militär aus. OpenAI sprang sofort ein und unterzeichnete den Vertrag.

OpenAI hat seitdem mit einer Welle der Empörung zu kämpfen. Die Reaktionen im Netz waren vernichtend: Viele Nutzer warfen OpenAI Verrat an den eigenen Prinzipien vor. Daraufhin löschten zahlreiche Menschen ihren Account, ChatGPT-Abo-Kündigungen explodierten, App-Deinstallationen vervielfachten sich. Offenbar haben viele Menschen – ob aus Amerika oder von anderen Kontinenten – wenig Interesse daran, dem US-Militär zuzuarbeiten.

Konkurrent Anthropic verzeichnete hingegen massive Zuwächse und toppte sogar die US-App-Charts. Sam Altman, das Gesicht des Konzerns, ruderte zuletzt zurück. Er teilte ein (angebliches) internes Memo: Der Deal wirke „opportunistisch und schlampig“ und man hätte ihn „nicht so überstürzen sollen“. OpenAI arbeite nun mit dem Pentagon an Nachbesserungen. Geplante Ergänzungen sollen klarstellen:

  • Die KI darf nicht für die Überwachung von US-Bürgern eingesetzt werden.
  • Dienste wie die NSA bekommen keinen Zugriff (jedenfalls nicht ohne weitere Vertragsänderung).
  • Es gebe weiterhin rote Linien bei Massenüberwachung und autonomen Waffen – auch wenn Letzteres nicht explizit im neuen Text auftaucht.

Das dürfte maximal Schadensbegrenzung sein. OpenAI behauptet weiter, man habe ähnliche ethische Grenzen wie Anthropic und wolle Eskalation verhindern. Kritiker sehen das anders: Für viele gilt OpenAI nun als quasi Regierungsprogramm.

Wer ChatGPT weiter nutzt, sollte wissen: Die KI, die du gerade nutzt, arbeitet inzwischen auch für das mächtigste Militär der Welt. Ob das nur für Logistik, Analyse oder mehr ist, bleibt offiziell vage. Aber die Daten und Modelle fließen in Systeme, die letztlich auch für Kriegseinsätze genutzt werden können – oder im Fall des Iran-Kriegs vielleicht auch schon genutzt werden.

Bild „ChatGPT“ by focal5 is licensed under CC BY-NC 2.0.

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2 Kommentare

  1. Jakob 4. März 2026 um 17:52 Uhr - Antworten

    Ist das usMilitär noch immer das mächtigste der Welt?

    Das mit Abstand teuerste ganz sicher.
    Das schlampigste ebenso (wieviele Mrd. Dollar sind verschwunden?)
    Eines der korruptesten auch ganz sicher.
    Genauso das feigste und am meisten kriegsverbrecherische (Bomben, Bomben, Bomben, ….)

    Aber das mächtigste?

  2. Patient Null 4. März 2026 um 17:38 Uhr - Antworten

    Man sollte loben das es in den USA noch Firmen gibt die sich weigern. Wenn hier in D das Militär mit Geld wedelt schreien alle hier, selbst die Universitäten. Zumindest ist mir kein gegenteiliges Beispiel bekannt.

    Offenbar haben viele Menschen – ob aus Amerika oder von anderen Kontinenten – wenig Interesse daran, dem US-Militär zuzuarbeiten.

    Den Crawlern ist das allerdings egal. Davon bleibt man nur schwer verschont.

    OpenAI war bis vor kurzem noch mit altruistischen Ansatz unterwegs, da ist in letzter Zeit der Lack diesbzgl ziemlich schnell abgeblättert. Geld verdirbt den Charakter, oft.

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