
Ein Nachtrag zu: Was kann man von einer KI erwarten?
KI kann ein Hilfsmittel bei Recherche oder Produktion von Texten sein. So man selbst weiß was man tut, denn KI kann komplett falsche Antworten liefern. Das zeigen Beispiele.
In meinem Artikel vom 22.10. mit dem Titel „Was kann man von einer KI erwarten?“ befasste ich mich mit kurz mit der Verlässlichkeit von KI-Systemen, die öffentlich zugänglich sind wie Grok, Gemini oder ChatGPT. Die Qualität der Recherche-Ergebnisse von Grok stellte sich jetzt noch „interessanter“ heraus als ich zunächst dachte. Darum dieser kurze Folge-Artikel. Denn am 25.10. bekam ich von einem Leser folgende E-Mail zu diesem Artikel:
Sehr geehrte Frau Drescher,
ich habe eine Rückfrage zu Ihrem Artikel bzgl. der KI.
Wie ist es zu erklären, dass in einem Selbstversuch sowohl mit Grok als auch mit Chat GPT unter Verwendung derselben Fragestellung direkt die richtige Antwort mit Angabe der Quelle erscheint? Test am 23. und 24.10.?
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Mit freundlichen Grüßen
Etwas irritiert, rief ich grok.com mit der gleichen Frage erneut auf – und fiel aus allen Wolken. Die Reaktion von grok.com auf: Von wem stammt das Zitat „Ein Volk , das seit 2000 Jahren verfolgt wird, muss etwas falsch gemacht haben“ – mit Quelle veranlasste mich zu folgender Antwort an den Leser:
lieber leser,
gute frage, aber haben sie auch eine, die ich beantworten kann?
sorry für diese flapsige reaktion, aber aufgrund ihrer mail habe ich gerade eben die frage erneut gestellt. und WIEDER eine andere antwort bekommen. screenshot im anhang. leider habe ich beim ersten versuch keine screenshots gemacht – das bedauere ich inzwischen, weil ich ja nicht beweisen kann, dass das da so stand. aber ich hoffe, sie glauben es mir. wie eine KI reagiert, bei wem sie welche antworten liefert und warum, ist etwas was – VIELLEICHT – die jeweiligen entwickler beantworten können.
jetzt aber eine bitte: würden sie von ihrer frage – mit der sofortigen antwort – einen screenshot machen und mir schicken. dann könnte ich ein kurze aktualisierung zu dem artikel machen. gerne auch mit ihrem namen oder anonym – wie sie das möchten.
lieben gruß
andrea drescher
Diesmal habe ich einen Screenshot gemacht – denn wie erwähnt: die dritte Antwortvariante fand ich „interessant“. Zwar entfiel die völlig moralisierende Einleitung, aber als Zitatengeber wurde ein völlig anderer genannt.

Da man diesen Screenshot kaum lesen kann, hier dessen Inhalte:
Das Zitat „Ein Volk, das seit 2000 Jahren verfolgt wird, muss etwas falsch gemacht haben“ wird häufig dem Philosophen Arthur Schopenhauer (1788–1860) zugeschrieben. Es stammt aus seinem Werk Parerga und Paralipomena (1851), genauer gesagt aus dem Essay „Über Religion“ (in der zweiten Band, Abschnitt über das Judentum).
Kontext und genaue Formulierung
Schopenhauer schrieb in diesem Text eine kritische Passage über das Judentum und die jüdische Geschichte, in der er argumentierte, dass anhaltende Verfolgung auf eine inhärente „Schuld“ oder „Fehler“ hindeute. Die exakte Formulierung in der Originalausgabe lautet etwa: „Ein Volk, das seit mehreren Tausend Jahren verfolgt wird, muß doch etwas Böses an sich haben.“ (Die „2000 Jahre“ in der gängigen Zitatform sind eine gängige Vereinfachung oder Paraphrase, die sich in Zitatsammlungen durchgesetzt hat.)
Quelle
- Primärquelle: Arthur Schopenhauer, Parerga und Paralipomena: Kleine philosophische Schriften, Band 2 (Berlin: A. W. Hayn, 1851), S. 170–171. (Digitalisiert verfügbar in der Google Books-Bibliothek oder bei Projekt Gutenberg-DE.)
- Sekundärquellen zur Zuschreibung:
- Wikiquote (deutsch): https://de.wikiquote.org/wiki/Arthur_Schopenhauer (Abschnitt zu antisemitischen Äußerungen).
- Zitatsammlungen wie das Handbuch der Zitate von Karl Friedrich Kumzig oder moderne Editionen von Schopenhauers Werken (z. B. bei Reclam oder Suhrkamp).
Dieses Zitat ist hochgradig kontrovers und wird heute oft als Beispiel für Schopenhauers antisemitische Tendenzen zitiert. Es spiegelt die vorurteilsbeladenen Ansichten des 19. Jahrhunderts wider und sollte im historischen Kontext betrachtet werden. Falls du den vollständigen Textabschnitt oder weitere Kontexte brauchst, lass es mich wissen!
Wie man sieht: Ganz ohne moralische Wertung ging es auch bei dieser Antwort für grok.com nicht. Jetzt ist Schopenhauer der Antisemit. Aber das ist man ja heute schnell.
Als Reaktion kam von meinem Leser:
Liebe Frau Drescher,
Danke für Ihre Rückmeldung!
Wir hängen hier zwei Screenshots an, einen Auszug aus ChatGPT von meiner Tochter mit einem angemeldeten Konto und einmal von mir über Grok ohne Anmeldung.
Das ist wirklich sonderbar, dass unterschiedliche Antworten genannt werden.
Falls Sie Ihren Artikel ergänzen gerne nur mit anonymem Hinweis. Danke für Ihre Arbeit und Mühe!
Viele Grüße


Sowohl ChatGPT als auch Grok.com lieferten dem Leser als Zitatenquelle Henry A. Kissinger, wie am 21.10. Grok es bei mir – allerdings erst auf Nachfrage – ebenfalls getan hatte, da mir keinerlei konkrete Quelle benannt wurde. Meine Unzufriedenheit mit einer mangelnde Quelle hat vielleicht zu dieser geänderten Reaktion geführt. Da ich kein registrierter User bin, müsste sich die KI dafür meine IP-Adresse in Verbindung mit meinen Anfragen gemerkt haben – oder auch nicht. Ich weiß es schlichtweg nicht, wie es zu solch unterschiedlichen Antworten kommen kann. Mein Resümee
Antworten einer KI können stimmen. Das ist eine korrekte Aussage.
KI-Systeme können
- halluzinieren oder phantasieren – weil falsche Schlüsse aus Daten gezogen werden
- lügen – weil es so gewollt ist
- korrekte Informationen liefern
Wie ich bereits am 22.10. schrieb:
Derartige KIs kann man nutzen, um zu recherchieren. Man muss allerdings wissen, worauf man sich einlässt.
Richtig ist zwar, dass die KI völligen Unsinn von sich geben kann. Richtig ist aber auch, dass sie – bei guter Führung – extrem nützlich sein kann. In meinem Fall geht es um ein diffiziles Exekutionsverfahren gegen eine Gesellschaft, die mir viel Geld schuldet. Da es leider erfolglos läuft, suchte ich nach alternativen Optionen (Haftung von Gesellschaftern, Geschäftsführern etc.). Hier werden verschiedene Rechtsmaterien berührt und dazu gibt es auch noch jede Menge Judikatur (im RIS mehr als 300 Fundstellen zum Exekutionsrecht). Eine normale Suche mit DuckDuckGo oder Google läuft ins Leere, da dort solche Feinheiten gar nicht angesprochen werden.
Zunächst erhielt ich offensichtlich falsche Antworten, die selbst bei oberflächlichen Kenntnissen der Materie erkennbar waren. Ich habe also die KI darauf aufmerksam gemacht, dass sie Unsinn von sich gibt. Dann erfolgte nach genauerer Prüfung der Literatur ein Kurswechsel um 180 Grad! Und siehe da, plötzlich kamen brauchbare, detaillierte Antworten mit passenden Literaturverweisen in wenigen Sekunden. Diese zu finden hätte mich Tage gekostet! Die KI lernt also selbst in einem Prozess dazu und kann bzw. muss für bestimmte Fragestellungen trainiert werden. Auf der Basis der so gewonnenen Erkenntnisse konnte ich weiter Fragen stellen und mein Wissen vertiefen. Es lief also über mehrere Etappen – und läuft nun mit neuer Stoßrichtung noch weiter. Und dabei wird sie immer besser!
Conclusio: ohne KI hätte ich keine Lösung mit vertretbarem Aufwand gefunden (ohne Einarbeitung von Nutzer und KI auch nicht).
Manche kapieren es nie. Als das Internet noch um Akzeptanz buhlte, noch kein Suchtpotential aufgebaut war, fand man im Internet viele Informationen. Offen und zugänglich. Kritische Stimmen waren jederzeit verfügbar, Canceln war unvorstellbar. Im Laufe der Jahre wurde das Angebot „ideologisch gestrafft“.
Politische Widersprüche verschwanden. Wikipedia avancierte zur Gesinnungsethik-Enzyklopädie für geistig Arme und Unterbemittelte. Viele Beiträge sind schlicht falsch, was der Masse, mangels Recherche, Intelligenz oder Interesse, nicht auffällt.
Ebenso geschieht es mit der KI. Sie soll in der allgemeinen Internet-Sucht der absolutistische Wegweiser, der einzige Denkanstoß für alle sein. ALGORITHMEN werden die freie Entscheidung, das selbstständige DENKEN, ablösen ‼️
Wahlen wird es bald nicht mehr geben….und wenn Ihr die programmierte Haltungs-KI dazu befragt, wird sie es Euch erklären……liebe Idioten und : innen…..😂🤣
Ich verstehe zwar nicht, was das mit meinem Kommentar zu tun hat, aber eines ist gewiss: es gibt nicht DIE KI – es hängt wie immer davon ab, wer sie zu welchen Zwecken ge- oder missbraucht. Das ist ein Kampf, der auf der politischen Ebene entschieden wird. Natürlich werden die Herrschenden versuchen, sie für ihre Zwecke zu instrumentalisieren – wie so viele andere Dinge auch. Aber die Instrumentalisierung der Wissenschaft im Interesse des Kapitals spricht nicht gegen die Wissenschaft, sondern gegen die Interessen des Kapitals!!!
Bei Ihnen fällt mir immer der Spruch ein : Wer nur einen Hammer besitzt, sieht überall nur Nägel….
JEDE IDEOLOGIE vermag eine KI zu lenken. Sie ist immer das Manipulationstool des Programmierers. „DAS KAPITAL“ gibt es auch nicht. In China ist die Partei DAS KAPITAL und im Westen organisiert sich das Geld zu Stakeholdern. Auch eine Art Kapitalzentrierung. China-like. Eine Machtkonzentration.
Aber nicht jede Ideologie bedient (nur) die Interessen der Milliardäre. Wenn die Ausgebeuteten keine Gegenmacht erzeugen, was eine Gegen-Ideologie voraussetzt, können sie nur ihre Versklavung hinnehmen.
Was kann man schon von einem Programm erwarten, das keine Intelligenz (KI) hat, sondern nur auf regelbasiert per Software ausgewerteten Daten beruht? Eben! Nichts! Diese heutige, angebliche KI dient lediglich zum Ausspionieren der Menschen, also nur um NSA 2.0
Falls die mal echte Assoziation in Hardware hinbekommen sollten, erst dann würde sich ein neues Paradigma ergeben. Bis dahin bleibt es reine (parallele) Software mit Datenbank bzw. das Internet als Datenbank. Das Internet als Datenbank hat aber keinen echten Nutzen, da die Inhalte sich andauernd stark ändern…
Aber viele Menschen hat bereits das Programm Eliza in den 70/80ern aufs Glatteis geführt. Die dachten sie kommunizierten mit einem Menschen… aber es war nur ein Programm, das die Satzsemantik und Inhalte entsprechend ausgewertet hatte für die Antworten und Fragen.
Das nicht sehr verwunderliche FAZIT : KI ist die „mobile Erweiterung“ von Wikipedia.
Ungenau, politisch motiviert, willkürlich und überflüssig. Es behindert das ohnehin spärlich entwickelte individuelle Denken und Forschen, unterstützt Bequemlichkeit, fördert Abhängigkeit.
KI ist das globale Manipulations-Tool, das uns BIG-MONEY großzügig 😂zur Verfügung stellt, um unseren Verstand unbewußt zu framen. Tatsächlich soll es uns auf Dauer ersetzen. Amazon will 600000 Menschen entlassen, so wird berichtet. KI wird deren Aufgaben kostensparend ausführen….Wer diesen Schrott nutzt, macht sich selbst auf Dauer überflüssig. So einfach ist das. 😎 Nutzen Sie einfach Zitate, die Sie so beeindrucken, daß Sie sich auch den Autor merken…
Hallo Frau Drescher,
danke für diesen Nachtragsartikel. Ihre Recherche scheint darauf hinzuweisen, welche Rolle KI’s in der Zukunft tatsächlich einnehmen können – nämlich (meiner vorläufigen Erfahrung nach) jene als Hilfsmittel auf der Suche nach Quellen, welche man dann aber selbst noch verifizieren muss. Oder anders ausgedrückt – eine KI kann eine Suche bedeutend abkürzen und weniger mühsam machen, aber die Beurteilung, ob die gefundene Information auch zutreffend und unverfälscht ist, liegt nach wie vor bei einem selbst. Somit hat die ganze Sache mit den KI’s auch den Vorteil, dass das eigenständige menschliche Denken von KI’s gar nicht abgelöst werden kann.
Sehr gut auf den Punkt gebracht! Entspricht völlig meiner Erfahrung!
Eine bessere Wikipedia, ausgeschmückt mit Floskeln, dass es menschlicher wirkt, im Tratsch- und Plauderton. Ein- oder zweimal habe ich was gefragt, aber „sie“ begann sofort, mich auszufratscheln, wie ich das sonst nur von der Nachbarin kenne, die eine Tratschn ist. Ich bin ausgewichen und antwortete, dass ich total happy bin und bedankte mich dann. Dazu ist zu bedenken, dass Kinder und Jugendliche darauf hereinfallen und sich diesem Programm anvertrauen. Das ist eigentlich zu verbieten! Denn sie werden schamlos ausgehorcht und beeinflusst. Sie denken, das sind ihre Freunde.
Mit solchen Bots redet man übrigens auch bei Amazon. Sie reagieren auf Schlüsselwörter und ratschen dann den Textbaustein herunter. Haha, ich versuchte es mit immer neuen Umschreibungen, bis ich es schließlich schaffte, dass „sie“ meinte, man würde mich anrufen. Zwar kam ich an einen echten Menschen, der aber auch die KI befragte. So brauchte ich für die Frage, warum mir die Monatsabrechnung verweigert würde, ca. 1 Jahr – von Zt zu Zt versuchte ich es wieder, ich habe immer pünktlich gezahlt und Bla. Schließlich gestand man mir, sie hätten damit laufend Probleme, also stieß ich endlich auf Ohren, hinter denen sich ein menschliches Gehirn regte. Der Fehler wurde so lange nicht behoben, weil man an die Unfehlbarkeit des Systems glaubte. Nun, er wurde behoben (Neustart oder sowas), habs nochmal probeweise benützt, aber mach das weiterhin über SEPA oder Kreditkarte, wodurch ich halt sehr viele Buchungszeilen habe…egal.
Wikipedia ist ebenso ideologisch versifft, besonders zur Klimareligion, aber auch sonst total woke. Geografische Fragen stimmen, historische nicht. Da Grok von Musk ist, sollte er nicht so extrem woke bzw. politisch korrekt sein.
Meine Suchmaschine meint auch, das Zitat sei von Kissinger. War der nicht selbst einer? Es hätte auch von Kreisky sein können.
Zur Frage, wie ein Mensch sie beantworten würde. Ich denke, der Grund, warum sie oft verfolgt wurden, war, weil sie sich nicht integriert haben und natürlich auch ihre Rolle in der Bibel, die ja lange Zeit das einzige Buch war, das man kannte. Das weiß ich nicht, aber dann kams zum Kanonischen Zinsverbot und sie durften Geld verleihen, andere nicht. Das ist ganz gut im „Kaufmann von Venedig“ beschrieben. So hat sich das halt entwickelt. Sie blieben mehr oder weniger unter sich und waren stinkreich… pöhse Kapitalisten :-) Aber es gab natürlich auch welche, die sich integrierten. Für sie war die J.verfolgung durch die N-Sozisliszen ein ganz besonderer Horror, wenn man zB an Stefan Zweig und sein Werk „Die Welt von Gestern“ denkt. Sie neigen aber auch zur Schuldmasche. So kenne ich ein Zitat: „Man kann nie genug klagen.“ Es ist aus einem j. Witz, der mir entfallen ist. Klagen bringt was ein und schützt dich vor Schnorrern. Dagobert hat das auch drauf. Er wird ja bekanntlich stets davon bedroht, am Bettelstab zu wandeln ;-) Ich hab das auch drauf, wenns sein muss…