
Katar: Tote in Ägypten, Deal mit US-Militär
Katar erhält eine eigene Einrichtung für seine Luftwaffe auf dem US-amerikanischen Militärstützpunkt Mountain Home Air Force Base in Idaho. Das Abkommen spiegelt die intensivierte militärische Kooperation zwischen Katar und Washington wider.
Während seiner ersten Präsidentschaft bezeichnete Donald Trump Katar als „Financier des Terrorismus auf höchster Ebene“. Der superreiche Golfstaat, der als Hort der Muslimbruderschaft gilt, galt damals als Feind. Im Jahr 2025 hat Trump Frieden mit Katar geschlossen. Kürzlich erklärten die USA neue Sicherheitsgarantien, und nun baut Katar sogar eine Einrichtung für seine Luftwaffe auf US-Boden.
Es handelt sich jedoch nicht um einen unabhängigen Stützpunkt, sondern um eine Trainings- und Wartungseinrichtung innerhalb der US-Basis. Diese bleibt unter US-Jurisdiktion und wird von US-Personal gesichert. Dort sollen katarische F-15-Piloten und Jets im Rahmen einer langjährigen Kooperation ausgebildet werden. Die Kosten trägt Katar.
Es ist anzunehmen, dass dieser „Deal“ mit dem Nahost-Plan der Trump-Administration zusammenhängt. Katar gewährte der Hamas-Elite Zuflucht, das Medium Al Jazeera ist de facto ein Staatsmedium, und der Golfstaat trat als eine Art Schutzmacht für die Hamas auf. Der Höhepunkt war ein israelischer Angriff auf das Territorium Dohas, der Westasien erschütterte.
- Mayer, Dr. Peter F.(Autor)
Einige Beobachter glauben, dass Katar sich im Zuge der neuen Gegebenheiten, die Trump mit seinem Plan geschaffen hat, von der Hamas distanzieren wird. Bereits einige Tage vor dem Waffenstillstand wurde die gesamte Redaktion von Al Jazeera ausgetauscht. Danach änderte sich der Ton gegenüber Israel spürbar.
Mit Katar scheint etwas im Gange zu sein. Nicht nur das Abkommen deutet darauf hin. In der Nacht auf Montag kamen vier Mitglieder der katarischen Delegation, die an den Friedensgesprächen zu Gaza beteiligt waren, ums Leben. Ihr Fahrzeug kippte in Sharm El-Sheikh um. Die Hintergründe sind noch unklar, ein Anschlag wird vermutet.
Katar ist ein wichtiger Akteur im globalen Kapitalismus. Der Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) verwaltet Vermögen von mehr als einer halben Billion US-Dollar. Dazu gehören Beteiligungen an Flughäfen in Europa (z. B. etwa 20 % am Flughafen Heathrow/London), in der Populärkultur (PSG Paris) sowie Investitionen in Digitalisierung, Überwachungstechnologien und Pharmaindustrie sowie Biotechnologie. Katar ist an Dutzenden börsennotierten Unternehmen beteiligt, und über die QIA ist man beispielsweise der größte Einzelaktionär von Volkswagen.
Bild Acroterion, Qatar Boeing 777-300ER A7-BES IAD VA1, CC BY-SA 4.0
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Gemeint wohl die westliche Variante. Die USA im Shutdown und halb im Bürgerkrieg (das behauptete vor ein paar Tagen Juri Podoljaka in einem Video zum Dritten Weltkrieg). Frankreich verarmt und unregierbar. Großbritannien verarmt und halb im Bürgerkrieg. Möchte sich Katar wirklich gerade jetzt an den Westen binden?
Es gibt viele Wege, jemanden zu binden, es muss nicht immer eine Win-Win-Situation sein, Epstein lässt grüßen. Bei einer Monarchie muss man nur wenige korrumpieren.
Das wird Israel nicht retten. Auch nicht die USA.
Solche militärischen Kooperationen gibt es in den USA übrigens schon lange. So werden zb auch seit vielen Jahren Kampfpiloten Saudi Arabiens ausgebildet, die in den USA auf den Fliegern & Helikoptern trainieren, die sie von den USA „erwerben“.
„To be an enemy of the USA is dangerous – to be our friend is lethal“
Dieser Satz ist so was von wahr, dass auch Katar das bald erkennen wird (müssen). Denn kurz zusammengefasst hat Katar derzeit 2 „Optionen“:
Entweder man ist in der Spur für Israel – und somit bald legitimes Ziel für den Iran, wenn dieser Krieg in seine nächste Runde gehen wird…..oder man wird von Israel bombardiert. Bomben hagelt es in jedem Fall, da sich der größte US-Stützpunkt der Region ebenfalls in Katar befindet.
Ich werte das Vorgehen so, dass man sich wohl mehr Vernunft von Seiten des Iran erwartet, als von Israel/USA, in diesem aufziehenden Krieg dann doch vom Iran unbehelligt zu bleiben.