Kein Ende der Einmischung durch EU-Politiker in rumänische Wahlen

14. Mai 2025von 4,2 Minuten Lesezeit

Die EU war wesentlich am Staatsstreich in Rumänien gegen die Wahl des stimmenstärksten Kandidaten Georgescu beteiligt. Auch gegen den Stimmenstärksten bei der Wahlwiederholung, George Simion,  wird aus Brüssel agitiert und Stimmung gemacht.

Die aus Frankreich kommende Präsidentin von Renew Europe, Valérie Hayer, ist wegen ihrer offenen Unterstützung des pro-europäischen Kandidaten Nicușor Dan bei den Präsidentschaftswahlen in Rumänien unter Beschuss geraten. Ihre Gegner werfen ihr Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes vor. Renew ist die derzeit drittgrößte Fraktion im EU-Parlament und politisch rechtsaußen, obwohl sie sich liberal nennt. Dazu gehören in Österreich auch die Neos mit der derzeitigen Außenministerin NATO-Beate Meinl-Reisinger.

Der unabhängige Kandidat Dan tritt in der Stichwahl am 18. Mai gegen den populistischen Anti-Establishment-Kandidaten George Simion von der Allianz für die Wiedervereinigung der Rumänen (AUR) an. Der AUR-Kandidat lag nach dem ersten Wahlgang klar mit fast 41 % vor Dan mit kanpp 21% in Führung und liegt auch in den Umfragen vorn.

Hayer, eine enge Verbündete des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, erklärte dem französischen Fernsehsender Franceinfo vor der entscheidenden Wahl, sie werde „vor Ort alles tun“, um sicherzustellen, dass Rumäniens nächster Präsident „pro-europäisch“ sei.

„Wir werden eine aktive Kampagne führen, um den Rumänen bewusst zu machen, dass es eine wichtige demokratische Frage für die Zukunft des Landes und Europas gibt“, sagte Hayer, die bei den Europawahlen 2024 die Liste von Renew anführte.

„Mit anderen Worten: ein pro-europäisches Projekt, das Werte und Rechtsstaatlichkeit achtet. Kein Projekt, das die Rechtsstaatlichkeit untergräbt, wie das von Viktor Orbán in Ungarn, oder sich pro-russischen Positionen anschließt, die Wladimir Putin unterstützen“, sagte sie.

Hayer versprach, die Unterstützung der rumänischen Diaspora in Frankreich zu mobilisieren, und erklärte: „Ich werde den pro-europäischen Kandidaten der Mitte unterstützen, indem ich Treffen in mehreren Ländern – darunter auch Frankreich – organisiere, insbesondere um die rumänische Gemeinschaft hier zu ermutigen, zur Wahl zu gehen und das europäische Projekt weiter aufzubauen, das ihnen gehört und ihnen wirtschaftliche, soziale und kulturelle Chancen bietet.“

Die Bemühungen der Renew-Vorsitzenden, Stimmen für ihren bevorzugten Kandidaten zu sammeln, stehen vor einer schwierigen Aufgabe, da Meinungsumfragen zeigen, dass Rumänen im Ausland Simion und sein Programm unterstützen, das auf einer Änderung der Politik basiert, die sie ursprünglich dazu veranlasst hat, ihr Heimatland zu verlassen.

Renew, Hayers Fraktion im Europäischen Parlament, hat Dan uneingeschränkt unterstützt. Ihre Erklärung stieß auf Widerspruch seitens Marine Le Pens Partei Rassemblement National (RN). Pierre Gentillet, ein ehemaliger Kandidat bei den Parlamentswahlen, fragte sich auf X: „Gibt es niemanden, der in einem solchen Fall Einmischung beklagt? Wie seltsam das ist.“

RN-Chef Le Pen schrieb am 11. Mai auf X: „In Rumänien wurden die Präsidentschaftswahlen mit dem Segen der Europäischen Kommission einfach abgesagt. Ich möchte hier meine uneingeschränkte Unterstützung für George Simion zum Ausdruck bringen, der am vergangenen Sonntag mit mehr als 40 Prozent der Stimmen die erste Runde gewonnen hat!“

Unterdessen schrieb die RN-Europaabgeordnete Virginie Joron auf demselben Medium: „Einmischung: Hayer im Wahlkampf in Rumänien. Wen wollen diese Leute veralbern? Zur Erinnerung: Es war die amtierende Partei, die eine Kampagne auf TikTok bezahlt hat, um die sogenannten ‚extremen‘ Parteien zu stärken, um sich den Sieg in der zweiten Runde zu sichern. All diese falschen Demokraten sind eine Gefahr für die Stimme des Volkes.“

Obwohl Hayer selbst Vorwürfe der Einmischung ausgesetzt ist, hat sie zuvor andere wegen ausländischer Einflussnahme in die europäische Politik kritisiert. Im Jahr 2025 beschuldigte sie Elon Musk, X zu nutzen, um durch angebliche algorithmische Manipulationen in die deutschen Wahlen einzugreifen. Sie forderte die EU nachdrücklich auf, Sanktionen im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste zu verhängen, da es notwendig sei, Desinformation zu bekämpfen und demokratische Werte zu schützen.

Übrigens hat der frühere französische Kommissar Thierry Breton, zuständig vor allem für die Zensur durch die EU, gedroht, Maßnahmen wie in Rumänien auch bei der deutschen Wahl oder in Polen anzuwenden falls die Wahlergebnisse nicht Pro-EU ausfallen sollten.

© European Union, 2025, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons


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11 Kommentare

  1. Andreas I. 15. Mai 2025 um 9:07 Uhr - Antworten

    Hallo,
    herrlich!
    Gegen EU-Staat Rumänien und seine Bürger, gegen EU-Staat Ungarn und seine Bürger, gegen den europäischen Staat Russland und seine Bürger, gegen die Wirtschaft aller EU-Staaten und damit auch gegen alle EU-Bürger, gegen den europäischen Staat Ukraine und seine Bürger …
    und es nützt, wenn auch nur kurzfristig, der USA-Oligarchie.
    Oder wie diese Hayer es kurz und knackig ausdrückt:

    „Mit anderen Worten: ein pro-europäisches Projekt“ :-)))

  2. therMOnukular 14. Mai 2025 um 18:48 Uhr - Antworten

    Ich halte das für Theaterdonner. Die EU muss sich amS keine Sorgen machen, da ich Simion für einen käuflichen Karrieristi halte.

    Sieht so aus, als ob die Russen diesmal bis nach Brüssel müssen und nicht „nur“ Berlin….die ganze EU ist heute „Herrenrasse“.

    • Varus 14. Mai 2025 um 20:36 Uhr - Antworten

      Brüssel-Stadt ist eigentlich längst muslimisch geprägt, das fällt bei jedem Besuch schnell auf – es muss sich nur irgendwann entladen… Dann wird die „Herrenrasse“ dort zu „Dhimmis“.

      Apropos Muslime – hat jemand eine Erklärung, wieso die Saudis brav 600 Milliarden im Amistan investieren und US-Militärschrott für 140 Milliarden kaufen wollen? MBS war gegenüber Biden reichlich frech. Könnte es sein, dass ein Deal abgeschlossen wurde – dafür lassen die Amis das Zionistenstan fallen?

      • Varus 14. Mai 2025 um 20:41 Uhr

        Apropos Brüsseler Bevölkerung:

        „… As of 2023, taking into account the nationality of birth of the parents, 55.84% of the City of Brussels’s population is of non-European origin (predominantly Moroccan, Indian and Congolese), 27.21% is of European origin other than Belgian (mainly French, Romanian, Italian, Spanish, and Polish), while 16.94% is solely of native Belgian ancestry. …“

        Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/City_of_Brussels

        Ich nehme an, mit der Zeit wird die „Herrenrasse“ immer weniger…

      • therMOnukular 15. Mai 2025 um 1:39 Uhr

        Der modernen „Herrenrasse“ genügt die „richtige“ Gesinnung als neuer „Arier-Nachweis“.
        Hat den Vorteil größerer Willkür für die am Drücker und somit auch größeres Bedrohungspotential für den gemeinen Pöbel.

    • Andreas I. 15. Mai 2025 um 9:54 Uhr - Antworten

      An therMOnukular Hallo,
      ,,die“ EU macht sich ja auch wirklich keine Sorgen, völlig unbekümmert folgen Führungskräfte wie Starmer, Macron und Merz ihrer Linie.

  3. cwsuisse 14. Mai 2025 um 17:14 Uhr - Antworten

    Vermutlich ist den Rumänen inzwischen bewusst, dass die EU-Kommission aktive Wahlmanipulation in Rumänien betreibt, sodass die Aktionen von Valerie Hayer eher kontraproduktiv sein werden.

  4. Glass Steagall Act 14. Mai 2025 um 16:19 Uhr - Antworten

    Man müsste einmal genau recherchieren, mit wem Macron, Hayer, Breton und v. d. Leyen verkehren und kommunizieren! Interessant ist eigentlich nur, von wem sie die Befehle für ihr handeln bekommen! Mein Verdacht liegt eindeutig auf Rothschild!

    • Varus 14. Mai 2025 um 16:28 Uhr - Antworten

      Mein Verdacht liegt eindeutig auf Rothschild!

      Macron hat ja früher ganz offiziell für die Rothschild-Bank gearbeitet. Ich finde es bereits merkwürdig, dass die Sippe auf bis zu zwei Billionen Vermögen geschätzt wird – und dennoch taucht sie nie auf den Listen der reichsten Familien auf, welche deutlich weniger besitzen. Das kann ich mir nur durch weit mehr Macht erklären, wodurch man die Privatsphäre schützen kann.

    • Varus 14. Mai 2025 um 22:33 Uhr - Antworten

      Wenn man noch genauer wüsste, welche Beziehungen hinter dem stehen: https://de.wikipedia.org/wiki/Jean-No%C3%ABl_Barrot

      Böses Medium berichtet nämlich heute: „“Russland an der Gurgel packen“ – Französischer Außenminister fordert verheerende Sanktionen“ – der Herr will sich in der Türkei mit Lindsey Graham treffen; beide schwärmen für 500% Zölle gegen jedes Land, welches mit Russland Handel treibt. Das wäre wohl vor allem China – haben die USA nicht gerade nach dem heftigen Zollkrieg gegen China kapituliert? Wollen die Indien endgültig zum Feind des Westens machen?

      Graham flirtet offenbar voll mit den Woken trotz Rep-Parteibuch – wäre Trump wirklich so genial, wäre er den Typen längst losgeworden.

  5. Varus 14. Mai 2025 um 14:44 Uhr - Antworten

    Hayer, eine enge Verbündete des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, erklärte dem französischen Fernsehsender Franceinfo vor der entscheidenden Wahl, sie werde „vor Ort alles tun“, um sicherzustellen, dass Rumäniens nächster Präsident „pro-europäisch“ sei.

    Vielleicht sollte sie deutlicher befehligen, dass sie im Namen von Macron, Von Der und der übrigen EUdSSR Wahlanweisungen erteilt. Dazu würde noch ein Kasernenhofton passen wie auch Erinnerungen, dass Rumänen im Osteuropa-„Dschungel“ lebend auf Befehle aus dem Westen zu hören haben. Damit es bloß keiner verpasst.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

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