
Selbstversorgung im Berliner Hochhaus ohne Balkon
Meine Freundin Sabine, Rentnerin aus Berlin, beweist, wie richtig der Satz „Wer nicht will, findet einen Grund, wer will, findet einen Weg“ ist. Sie fühlt sich auf kommende Krisen halbwegs gut vorbereitet – und das trotz erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen und in einem Berliner Wohnblock lebend.
Kennengelernt haben wir uns 2020 auf den Corona-Demos in Berlin, wo sie mit Rollator an allen großen Demos teilnahmen, um ihren Widerstand gegen die wahnwitzigen Maßnahmen der deutschen Politik kund zu tun. Auch am 18.11.2020 war sie dabei, als die Wasserwerfer gegen die Demonstranten aufgefahren wurden und für „Erfrischung“ bei kaltem November-Wetter sorgten.
Seitdem sind wir regelmäßig in Kontakt. Sie gehört zu denjenigen, die mit dafür sorgt, dass meine Texte, der deutschen Rechtschreibung genügen. Das ist aber nicht der Anlass, warum ich ein Interview mit ihr geführt habe. Der Grund ist, dass sie zeigt, dass es auch in der Berliner Innenstadt in der Nähe vom sowjetischen Ehrenmal in einem Hochhaus wohnend möglich ist, sich sukzessive vom System abzukoppeln.
Selbstversorgung heißt ja nicht, dass man zu 100% autark lebt. Das verwechseln leider viele – und fangen gar nicht erst damit an. Sich selbst zu versorgen heißt, das maximal mögliche Maß an Eigenverantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Es heißt auch, dass man sich so wenig wie möglich von Konzernen und Supermärkten abhängig macht.
Der Grad der Selbstversorgung ist dabei je nach Wohn- und Lebenssituation ein anderer. Als Selbstversorgerin in Österreich am Land unter Bauern mit einem kleinen Grundstück und zahlreichen Hoch- und Gemüsebeeten kann ich inzwischen zu 95% auf den Supermarkt verzichten. Was ich nicht anbauen kann, haben meine Nachbarn. Aber Sabine demonstriert, dass man eben auch in Berlin in der Lage ist, statt Konzernen Bauern zu finanzieren – und das, obwohl sie aufgrund ihrer Erkrankung an Multipler Sklerose nicht mal selbst autofahren kann.
Im Gespräch erzählt sie, wie es sich bei ihr mit der Selbstversorgung entwickelt hat.
Wann und warum hast Du angefangen, Deinen Einkauf in Supermärkten zu reduzieren?
Das fing 2020 an, als mir während der Hochzeit von Corona zunehmend der Zugang in die Supermärkte erschwert wurde. In Deutschland war überall Maskenpflicht, die wollte ich aber nicht tragen und da ich zeitnah andere Gegner der Maßnahmen kennenlernte, haben wir uns überlegt, was wir machen können.
Uns wurde ein Auto zur Verfügung gestellt und wir sind damit zu den Wochenmärkten in Berlin und ins Umland zu den Bauern gefahren. Da haben wir dann für die ganze Gruppe eingekauft. Bei den Bauern wurden die Maßnahmen nicht so strikt umgesetzt, so dass man dort auch maskenlos an Nahrungsmittel rankam. Dabei ist es weitgehend geblieben. Mir ist dann im Nachgang in den Supermärkten aufgefallen, wie schlecht die Qualität der Lebensmittel dort ist, gerade was Gemüse und Fleisch angeht.
Du fährst weiterhin zu den Bauern?
Ja, aber wir fahren nur noch zu zweit – ein guter Freund und ich. Weder die Gruppe noch der Bauer sind mehr daran interessiert.
Und wo fahrt Ihr jetzt hin?
Wir steuern die verschiedenen Hofläden an, die wir nach und nach entdeckt haben. Viele Höfe rund um Berlin haben solche Läden. Und sogar in Berlin gibt es einen, den mein Bekannter regelmäßig aufsucht. Das ist ein Rinderzüchter, der Milch, Käse, Eier, etwas Gemüse und – wenn geschlachtet wird – richtig gutes Rindfleisch verkauft. Jetzt in der Vorweihnachtszeit gibt es auch Enten und Gänse auf Bestellung. Das Gute am Fleisch: es sind Tiere, die normal in die Schlachtreife geführt werden, es muss nicht ganz schnell gehen. Das merkt man dem Fleisch deutlich an. Das ist ein Riesenunterschied.
Also Gemüse, Obst, Fleisch- und Milchprodukte – sonst noch was?
Getreide findet man auch im Umland, weil es sowohl im Spreewald als auch nordwestlich mehrere Mühlen gibt, wo man frisches Getreide kaufen kann. Mittlerweile backe ich mein Brot selbst, weniger für mich, da ich kein Brot-Fan bin, aber mein Bekannter bekommt regelmäßig frisches und gesundes Brot, das ich ohne Maschine zubereite. Das ist aber trotzdem nicht schwer. Und das Experimentieren mit den Zutaten macht auch einfach Spaß. Auch Nudeln kann man in den entsprechenden Hofläden finden, die das aus eigenen Zutaten herstellen.
Mein persönliches Hauptnahrungsmittel, Haferflocken, kaufe ich noch in Großmengen in der Metro. Ich möchte mir aber eine Quetsche besorgen und zukünftig Hafer als Körner vom Bauern beziehen.
Und wo greifst Du noch im Supermarkt zu?
Ab und an für Joghurt, wenn ich ihn nicht selbst mache, Katzenfutter, das hochwertig sein muss, wenn ich kein Rindfleisch für meinen Kater habe, Essig, Kaffee und Öl. Das Olivenöl beschaffe ich mir aber lieber auf den Wochenmärkten oder auf guten Weihnachtsmärkten – da gibt es Öle, die direkt aus Griechenland kommen.
Du machst Joghurt meistens selbst, was produzierst Du sonst noch zuhause?
Putzmittel stelle ich mir mittlerweile fast 100% selbst her. Die Zutaten muss ich mir allerdings konventionell kaufen. Zitronensäure, Natron, Backsoda und Rügener Heilkreide beschaffe ich aus dem Internet in 5kg-Gebinden. Dazu Kernseife – die bekomme ich entweder online oder in der Drogerie und Essig. Daraus kann man sämtliche Dinge machen, die man für den Haushalt als Reinigung braucht. Für die Reinigung verwende ich Essigessenz, für feinere Sachen nehme ich Apfelessig. Wenn ich Äpfel habe, kann ich mir den auch selbst machen. Rund um Berlin gibt es Menschen, die haben so viele Äpfel, dass sie nicht wissen, wie sie die loswerden können.
In Kürze startet mein nächstes Experiment: Seife selbst machen. Holzasche als Grundbestandteil habe ich mir schon beschafft. Vom Prinzip ist das nicht schwer. Neben Holzasche und Wasser braucht man nur noch ein paar schöne Öle oder Fette und ein wenig Kräuterduft. Ich bin gespannt auf das Ergebnis.
Wer wie ich in einer Wohnung ohne Balkon lebt, hat noch eine andere Option: die Micro-Greens. Man kann mit einfachen Mitteln auf der Fensterbank Sprossen ziehen und ernten. Man kann diese Mikropflanzen, die man aus allen möglichen Gemüsesorten und Kräutern produzieren kann, aber auch in Salaten verwerten. Dann nutze ich Saatpads auf der Fensterbank und überlege, sie im Sommer auf unseren temporären Acker auszupflanzen, aber das weiß ich noch nicht.
Temporärer Acker – was heißt denn das?
Ein anderer Bekannter, der auch zur Maßnahmenkritiker-Gruppe gehörte, hat einen temporären Acker hier in Berlin. Den nutzt er von Frühjahr bis zum Herbst, im November wird der Acker immer aufgelöst, der Besitzer geht mit Maschinen drüber und bereitet den Boden für das neue Pflanzjahr vor.
Bereits in diesem Jahr habe ich eine Menge Gemüse von ihm bekommen, das ich eingeweckt und getrocknet habe. Auch selbstgemachtes Sauerkraut gab es. Im nächsten Jahr beteilige ich mich finanziell am Acker, so dass wir ein doppelt so großes Gelände nutzen werden. Also wird es mehr Gemüse und einjährige Kräuter geben.
Wie ich weiß, bist Du inzwischen auch im medizinischen Bereich teilweise „ausgestiegen“, obwohl Du ja an einer Autoimmunerkrankung leidest. Was tust Du? Und was hast Du an Wirkungen feststellen können?
Was die MS angeht, die ist zum Sillstand gekommen, seit ich den negativen Stress von der Arbeit hinter mir habe. Ich habe durch den Heilpraktiker erfahren, dass die MS ziemlich wahrscheinlich ein Impfschaden war. Also leite ich über Bitterstoffe und Homöopathie aus. Meine Hausärztin, die aufgeschlossen ist und sich regelmäßig weiterbildet, wendet parallel dazu das Coimbraprotokoll bei mir an, mit hochdosierten Vitamin D plus andere Vitamine und Mineralstoffe. Die Wirkung ist noch nicht direkt spürbar, aber mir wurde gesagt, dass es länger dauern wird.
Mein Gonarthrose im rechten Knie behandele ich mit DMSO, Magnesiumöl sowie Borax und habe seitdem so gut wie keine Schmerzen mehr. In der Vergangenheit musste ich das immer mit heftigen Schmerzmitteln behandeln. Das ist jetzt nicht mehr notwendig.
Was Gesundheit insgesamt angeht, sorge ich dafür, mich möglichst gesund zu ernähren, gutes Gemüse und Obst zu essen, also Produkte, die noch Inhaltsstoffe haben. Es gibt bei mir kein industriell hergestelltes Essen mehr, sondern ich koche jetzt alles selbst.
Dein Ausstieg geht schrittweise immer weiter?
Exakt. Ich möchte sehen, wie weit ich komme. Ich möchte soweit kommen, dass ich die Dinge, die ich existenziell brauche, auch selbst machen kann.
Du bist inzwischen für einen Städter ohne Balkon schon ziemlich weit ausgestiegen.
Ich kann nur sagen, die Coronakrise war für mich eine sehr lehrreiche Zeit. Die Umsetzung der absurden Maßnahmen bar jedweder Evidenz und Wissenschaftlichkeit hat mich dazu gebracht, mein Leben noch mal komplett zu überdenken und Dinge, die ich eigentlich aus meiner Kindheit kannte, wieder neu zu lernen.
Und mir geht es dabei gut. Ich habe Menschen um mich, die ebenso denken wie ich. Für mich war es ein Gewinn ausgegrenzt worden zu sein. Ich war gezwungen, mich aus dem System zurückzuziehen. Die wollten mich nicht, jetzt bin ich halt weg. Es ist befreiend, nicht mehr an den Konsumtempeln interessiert zu sein. Es war ein Befreiungsschlag, da ich erneut gemerkt habe, was ich alles nicht brauche, um glücklich zu sein. Eigentlich bin ich dankbar für die Zeit.
Was mir ganz wichtig ist: Menschen, die wie ich angefangen haben, sich auf eigene Füße zu stellen, lassen sich von diesem System nie wieder einfangen.
Ein kurzes Resümee
Sabine hat ihren Weg gefunden. Ihre Situation zeigt, dass auch ein Einzelner in der Großstadt sehr wohl etwas tun kann, um aus dem System auszusteigen, selbst wenn die Umstände vordergründig nicht die Besten sind.
Wer nicht will, findet einen Grund, wer will, findet einen Weg.
Die Lebenssituation der Menschen ist unterschiedlich, darum gibt es nicht „den“ Weg, sondern jeder hat seinen individuellen Weg, seine eigenen Möglichkeiten.
Das Traurige: die meisten Menschen sind zu bequem, nach diesen Wegen zu suchen.
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Wo die gesündesten Kinder der USA leben
So schön und richtig das alles klingt, ist es trotzdem leicht blauäugig zu glauben, jeder KANN, wenn er oder sie will. Was ist mit Menschen, die krank sind, keinerlei Hilfe haben oder das schlicht altersmäßig nicht (mehr) schaffen? Jeder kann natürlich mit etwas Bestimmtem anfangen.
Aber wir sollten nicht immer so tun, als wäre alles kinderleicht. Es gibt etwa auch Alleinstehende (immer mehr), Alleinerzieherinnen etc., die arbeiten müssen, um zu überleben – wann sollen sie das alles dann bitte tun und machen? Das ist wieder so die großartige Super-Öko-Schiene, so wie manche einem einreden möchten, es sei wunderbar, mindestens sechs Kinder zu haben…. Darum würde ich auch hier sagen: Kirche im Dorf lassen. Es gibt außerdem auch Menschen, denen ein solcher „Lebensstil“ aus diversen guten Gründen wenig gibt.
Alleine wenn ALLE die könnten, ein wenig von ihrer Bequemlichkeit aufgäben und Großkonzerne und Stakeholder meideten, wäre viel gewonnen. Es wäre eine Rückeroberung unserer Selbstständigkeit, ein Freiheitsgrad mehr in 👉 Richtung dezentrale Versorgung…..und was Gabriele ist denn die ALTERNATIVE ? 😳
Sie sagen es ja richtig – jeder dort, wo er oder sie kann. Und jeder ein bisschen… Aber oft sind es gerade jene, die leicht könnten und es nicht tun. Lieber eine Stunde mehr ins Smartphone gaffen oder TV-Streamen… da habe ich auch keine Lösung. Alleine, wenn ich bei meinen Nachbarn drei Autos stehen sehe (Ehepaar und zwei Kinder). Kein Schritt wird zu Fuß gegangen, bald bekommt auch die zweite Tochter ihr eigenes Auto. Eingekauft wird nur superteuer und exklusiv. Man führt ein „gutes Leben“, die „anderen“ sind egal und von der Welt kriegt man ansonsten nichts mit – man war „eh impfen“ und hat damit seinen Beitrag geleistet.
Oder wenn hier der Billa Miniriegel von Dubai-Schokolade um 7 Euro verkauft… da möchte man…
🤝🥂
Die Idee, sich in der Stadt abseits von Supermärkten mit Lebensmitteln zu versorgen, ist keineswegs neu. Aus dieser Idee heraus wurden schon vor Jahrzehnten zahlreiche Bestellgemeinschaften/FoodCoops gegründet. Die Entwicklung dieser Gemeinschaften zeigt aber alle Probleme der heutigen Gesellschaft: Der Großhändler Naturkost Erfurt beispielsweise wurde durch solche Bestellgemeinschaften groß, bevor es im Osten nennenswert Bioläden gab. Als es genügend klassische Bioläden gab, hat Naturkost Erfurt aufgehört, neue Bestellgemeinschaften zu beliefern. Lohnt sich für die nicht mehr. Die VG in Dresden ist selbst zu einer Art Biosupermarktkette verkommen. Bestellgemeinschaften mit Läden waren während der Corona-Maßnahmen begehrte Spielwiese für Blockwarte und Ausgrenzer. Es gab einen großen Shitstorm unter den FoodCoops, als Bode Naturkost im Wahlkampf 2021 in Hamburg 60.000€ an DieBasis gespendet hat. Ein Witz verglichen mit den Rüstungs- und Bankenspenden an die Grünen, über die sich niemand erregt hat. Mit dem Ende der Maßnahmen haben auch viele Bestellgemeinschaften mit Mitgliederschwund zu kämpfen.
Ein Text ist immer dann besonders bereichernd, wenn man bemerkt, daß man nach dem Lesen l ä c h e l t.
Lebenskunst ist, auch aus schwierigen Zeiten positive Erkenntnisse und lebensbejahende Stimulationen zu generieren.
Traf zur Coronazeit auf eine fremde Frau in einem Café. Sie trug bereits sichtbar die Folgen verfehlter Pharmapolitik. Sie war Contergan-geschädigt.
„Corona“ sagte Sie zu mir, „bringt KLARHEIT“. Denke oft an diese Begegnung. Ja, es wurde klar, daß wir schrecklich angelogen wurden. Es wurde klar, daß wir Politik und Regierung nicht trauen können. Es wurde klar, daß das a u c h schon vor Corona oft der Fall war, 👉 aber jetzt ist es k l a r.
Ich bekämpfe die Schmerzen in meinem Knie seit einem Jahr erfolgreich mit Arnikasalbe.
Übrigens fehlt bei der ganzen Aufzählung ein Trockenklo. Bei Stromausfall geht nichts mehr.
Bei Stromausfall ist nur wichtig, dass man im obersten Stock wohnt.