Ist Frieden „progressiv“?

24. September 2024von 4 Minuten Lesezeit

„Wir brauchen eine progressive Friedensbewegung“, war am 21.9.2024 auf der Friedensdemo in Wien zu hören. Hier war „progressiv“ wohl im Sinne von „links“ gemeint. Stellt sich die Frage: Brauchen wir die wirklich? Ich meine: Nein.

Als ich hörte, wie eine offensichtlich kommunistische Gewerkschafterin diese Forderung aufstellte, konnte und wollte ich es nicht glauben. Man „dürfe den Frieden nicht den Rechtsextremen und Verschwörungstheorien überlassen„.

 

Der Ausschnitt stammt aus diesem Youtube-Video. Danke an den Streamer.

Ich gehe davon aus, diese Dame meinte „Verschwörungstheoretiker“ – und damit Menschen wie mich. Denn jeder, der das „Heil“-Versprechen gewisser mRNA-basierter Spritzen in Frage stellte, wurde ja in den vergangenen vier Jahren schnell als Verschwörungstheoretiker diffamiert, wenn nicht sogar als Nazi verunglimpft.

Im Vorfeld dieser Demo zeichnete sich eine derartige Entwicklung aber bereits ab. Die bürgerliche Mitte, vertreten durch die MFG, soll an dieser Friedensdemo nicht teilnehmen, weil sie rechts sei. Dies forderte – wie ich erfuhr – ein Mitglied einer Gewerkschaft und seiner Forderung wurde stattgegeben. Das führte dazu, dass die MFG bereits am Freitag eine eigene Mahnwache „Neutralitätswache & Volksbegehren ‚Stoppt SKY SHIELD‘“ am Wiener Hauptbahnhof veranstaltete, die lt. Robert Glaubauf sehr positiv verlief.

Er schrieb mir heute: „Unsere Sky Shield-Aktion war trotz der anfänglichen Hürden ein wirklicher Erfolg: wir wurden gesehen, Menschen haben sich die Durchsagen angehört, wir konnten Infos verteilen, hatten gute Gespräche … und haben Menschen angeregt, das Volksbegehren gegen Sky Shield zu unterschreiben, zur Wahl zu gehen. Großartig!

Kann Frieden links sein?

Sind Bürgerliche, Rechte, „Verschwörungstheoretiker“ und damit Ungeimpfte also im linken politischen Spektrum nicht erwünscht, wenn es um Frieden geht?

Ich befragte dazu einen Freund, der aus dem marxistisch-leninistischen Umfeld kommt, den ich aber als einen äußerst rationalen Menschen kennen und schätzen gelernt habe und der ebenfalls auf die wundersame Wirkung der uns offerierten Spritze verzichtet hat. Er widersprach diesem Gedanken aufs Heftigste, denn das stünde im Widerspruch zu leninistischem Handeln.

Ich erfuhr von ihm, dass der Begriff „Bolschewismus“ der russische Begriff für Mehrheiten ist, was mir auch das Gabler Wirtschaftslexikon bestätigte. Es geht also um „Mehrheitler“, die die politisch-ideologischen Lehren des Marxismus-Leninismus vertreten. Im Sinne von Lenin müsse man Mehrheiten schaffen, um Einzelziele zu erreichen. Es gelte, Menschen zu gewinnen, Verbündete zu finden, die das wichtige Ziel gemeinsam anstreben. Das wäre das Rezept erfolgreicher Revolutionäre.

Gerade Gewerkschaftern sollte das bewusst sein, denn es ist das ureigene Prinzip, auf dem die Gewerkschaften beruhen. Gewerkschaften haben das primäre Ziel, sich für guten Lohn und Arbeitnehmerrechte einzusetzen. Sie beschäftigen sich nicht mit Themen wie Religion oder Ernährungsform. Daher können sowohl Menschen verschiedener Religionen als auch Veganer, Vegetarier und Fleischesser Mitglied werden, ohne dass es zu Streit zwischen den Vertretern dieser Gruppen kommt. Alle Mitglieder verbindet das gemeinsame Ziel – und das gibt ihnen etwas mehr Macht in den Lohn- und Gehaltsverhandlungen als sie ein Einzelner hätte.

Frieden ist das derzeit wichtigste Ziel, das alle Menschen verbindet.

Jeder vernünftige Mensch sollte verstehen, dass wir nur gemeinsam gegen einen drohenden dritten Weltkrieg etwas erreichen können. Mit einer „progressiven“ Friedensbewegung, die „Verschwörungstheoretiker“ ausschließt, entfallen die mindestens 30% Ungespritzten, aber auch sehr viele Menschen aus dem bürgerlich-konservativ-patriotisch-rechten Lager, die sich haben spritzen lassen, für die Frieden aber auch eine Herzensangelegenheit ist. Man muss letztlich alle Menschen zusammen bringen, die überleben wollen. Das wären sehr viele.

Im kleinen Maßstab ist dieses gemeinsame Engagement am gleichen Tag beim Badener Friedensfest gelungen, bei dem auch ich dabei war und wo u.a. mit

  • Norbert Wiersbin, ein Urlinker für Frieden einsetzte, der seine Wurzeln schon aufgrund der eigenen Herkunft in der Arbeiterbewegung verortet
  • Heini Staudinger, ein Unternehmer und Vertreter der linksgrünen – aber nicht woken – Gesellschaft sprach und die Menschen für Frieden begeisterte
  • Gottfried Forsthuber, ein Vertreter des rechten Spektrums das Wort ergriff und ohne seine Partei zu nennen, auf die aktuelle Bedrohungslage geschaffen durch die EU hinwies.

Hier gelang es, das gemeinsame Thema Frieden in den Vordergrund zu stellen. Und nur so kann es gehen. Wir sind insgesamt noch viel zu wenige, dass wir uns diese Spaltung erlauben dürfen. Sollte es seitens des Veranstalters der Wiener Kundgebung vom 21.9. zu Folgeterminen kommen, werde ich diese trotzdem wieder unterstützen. Denn eines ist sicher:

Bomben unterscheiden nicht zwischen links, Mitte oder rechts. Bomben töten alle.

Bildquelle:  Marco Verch , ccnull.de


Unsere Arbeit ist spendenfinanziert – wir bitten um Unterstützung.

Folge uns auf Telegram und GETTR



Abschiebung wegen friedenspolitischen Protests – in Deutschland ist nichts unmöglich

MFG Österreich ruft in Wien zur Neutralitätsmahnwache am 20.09.2024 auf

Müssen wir kriegstüchtig werden? Wer schweigt stimmt zu!

8 Kommentare

  1. rudifluegl 24. September 2024 um 23:21 Uhr - Antworten

    „Bomben unterscheiden nicht zwischen links, Mitte oder rechts. Bomben töten alle.“
    Außer die, die sie werfen und dass nie auf die Auftraggeber.
    Das wäre eine verlockende Empfehlung!

  2. Patient Null 24. September 2024 um 12:54 Uhr - Antworten

    Die Spaltung der Gesellschaft durch den Mainstream passiert anscheinend auch in Österreich und hat seine Opfer die darauf hereinfallen.
    Wer für Frieden ist ist für Frieden, da brauchts keinen Zusatz.

  3. Fritz Madersbacher 24. September 2024 um 10:55 Uhr - Antworten

    „Ist Frieden „progressiv“?“
    Nein, „Frieden“ ist nebulos, jeder versteht etwas Anderes darunter, ähnlich wie bei „Gerechtigkeit“. Selbst die größten Kriegstreiber haben nach ihrer Selbstpräsentation immer nur „Frieden“ angestrebt. Auch die heutigen Kriegstreiber tun das, z.B. in der Ukraine, in Palästina etc.
    Aber „Krieg“ ist konkret und nicht nebulos. Darum müssen wir – über die Parteigrenzen hinweg – „gegen Krieg“ und gegen Kriege kämpfen, gegen deren imperialistische Verursacher und ihre Handlanger. In Österreich heißt das, für die Neutralität und gegen die NATO-Quislinge in der herrschenden Klasse des Landes, in der Politik und in den Medien aufzutreten, sich ihnen zu widersetzen. Das süßliche „Für Frieden“ ist da geradezu eine Einladung für die Gegenseite, ihr schändliches (in Österreich landesverräterische) Treiben fortzusetzen, unter falschen Beteuerungen, natürlich Alles nur „für den Frieden“ zu tun …

    • Fritz Madersbacher 24. September 2024 um 11:19 Uhr - Antworten

      „In Österreich heißt das, für die Neutralität und gegen die NATO-Quislinge in der herrschenden Klasse des Landes, in der Politik und in den Medien aufzutreten“
      Selbstverständlich über die Parteigrenzen hinweg ….

  4. audiatur et altera pars 24. September 2024 um 10:41 Uhr - Antworten

    Jede politische Ideologie, deren Kern die Feindrhetorik ist, heute oft (v)erklärt als „Anti-„Irgendwas, hat den Frieden schon ganz grundsätzlich verloren. Der Kommunismus siegt zum Beispiel programmgemäß erst dann, wenn der „Klassenfeind“ (der Kapitalist) vernichtet ist. De facto wird der Feind aber durch einen selbst ersetzt. Und das nicht bloß materiell. Denn der Feind, der wohnt nunmal immer in uns drinnen. So gesehen ist der Frieden sicher sehr progressiv. Mitunter progressiv selbstmörderisch. Solche Gedanken eignen sich aber weder für die Agitprop-Protestbühne noch für irgendeine Politbühne.

    Auf einer solchen betet unser amtierender Herr Karl noch heute einem „Kommunisten“ ganz gleich das verlogene Mantra weltenrettender Intention herunter und wiederholt quasi geozentrisch die „Überlastung der Intensivstationen“. Und will es trotz RKI-Protokollen u.v.m. als damals tatsächlich lebensgefährdender Besserwisser nicht besser gewusst haben (können): „Stellen Sie sich vor, wir hätten nicht entschieden und – das ist ganz wichtig – die Grundlage jeder Entscheidung war immer, Menschenleben zu retten.“

    Er sagt GENAU DAS etwa nicht als Bestätigung des Vorwurfs des Totalitarismus, sondern – echt jetzt! – als Rechtfertigung. Vielleicht haben wir Österreicher zu recht noch immer einen Herrn Karl als Bundeskanzler. Dessen größter Feind seit Qualtinger das eigene Wort ist. Und somit schließe ich mit dem Benennen der Ursache, warum totalitäre Ideologien einerseits in Österreich seit jeher chancenlos sind, das Land aber andererseits Totalitarier am laufenden Band in die Welt setzt:

    Ösiland ist und bleibt – ob freiwillig oder nicht – das Mekka himmelschreiender politischer Ironie.

  5. Informationsbefreier 24. September 2024 um 8:53 Uhr - Antworten

    Die Dame darf gerne ihre progressive Friedensdemo veranstalten und dabei einmal selbst erfahren, wie alleine das Einstehen für Frieden von den Medien in die Logikkette „Pazifist -> Putinfreund -> Antisemitischer Verschwörungstheorieschwurbelnazi“ eingereiht wird.

  6. Jan 24. September 2024 um 7:56 Uhr - Antworten

    Die Gespritzten wollen sich noch eine kurze Zeit gut fühlen, bevor sie die Nebenwirkungen nicht mehr ignorieren können. Nicht abbaubare Fremdeiweiße, Turbo-K, milde Myokarditis, mentale Probleme und andere Segnungen des großen Wohltäters. Es sei ihnen gegönnt!

    In der Zuspitzung alles Intellektuellen auf die Indoktrination sind nicht nur die Grundrechte verloren gegangen, sondern der volonté générale, der eben nicht der volonté majorité ist!

    Was kann man von Versagern erwarten?

    Wir stehen am Ende unseres zivilisatorischen Zyklus, weil weniger fossile Energie zur Verfügung steht und Wind und Solar kein Ersatz sind. Die Leute verabschieden sich. Sie wollen nicht ohne Handy und Waschmaschine leben und ihren Tee auf einem Feuer auf dem Boden köcheln. Sie treten lieber ab!

    Das ist auch völlig okay.

  7. Daisy 24. September 2024 um 7:41 Uhr - Antworten

    Ich würde mich als „rechtsextreme Verschwörungstheoretikerin“ nicht von den Kummerln vereinnahmen lassen. An solchen gesellschaftsspaltenden Demos würde ich niemals teilnehmen. Was die „Dame“ da sagt, ist zutiefst totalitär. Ich möchte bei solch rechtsextrem Aufmärschen sicher nicht teilnehmen, damit ich nicht schmutzig werde, pfui Gack!!

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Regeln für Kommentare: Bitte bleibt respektvoll - keine Diffamierungen oder persönliche Angriffe. Keine Video-Links. Manche Kommentare werden erst nach Prüfung freigegeben, was gelegentlich länger dauern kann.

Aktuelle Beiträge