Warum „Faktenchecker“ wissenschaftsfeindlich sind

Schon seit einiger Zeit bemühen sich Medien des Mainstreams, die Digitalkonzerne und spezielle Faktenchecker-Plattformen die Deutungshoheit über den öffentlichen Diskurs zu erlangen. Um zu signalisieren, dass man im Besitz der echten Wahrheit ist, schmückt man sich mit Begriffen wie „Faktenchecker“, „Faktenfuchs“ (br24), Correctiv oder man nennt Sendungen „Fakt oder Fake“. Die Frage ist also, ob die es wirklich besser wissen, recht haben und im Besitz der ultimativen Wahrheit sind.

Der Frage können wir uns auf mehreren Ebenen nähern. Beginnen wir mit dem Personellen. Man würde doch erwarten, dass hier Experten für die jeweilige Frage agieren, die über ausgewiesene wissenschaftliche Qualifikationen verfügen. Tatsächlich scheint es aber eher so zu sein, dass dafür die Redaktionsmitglieder abgestellt wurden, die bisher das tägliche oder wöchentliche Horoskop machen mussten. Auf Twitter hat Team Reality eine Liste derer zusammengestellt, die Top Wissenschaftlern zeigen wollen, was Fakt und Wahrheit ist.

Wir sehen – es fehlt die Qualifikation um selbst die Basics des entsprechenden Fachgebietes zu verstehen.

Ins Business der „Faktenchecker“ drängen sich jetzt auch Organisationen, deren Geschäft ein anderes ist, wie der Presserat, der die wissenschaftliche Qualität von Artikeln zu beurteilen versucht, oder der PR-Ethik-Rat, der sich ein Urteil über Werbeschaltungen anmaßt. Schuster bleib bei deinem Leisten.

Was die Erkenntnistheorie uns sagen kann

Die Philosophie befasst sich schon lange damit, wie Erkenntnis gewonnen wird. Es gibt kein Fundament der Erkenntnis, kein Verfahren und keine Instanz, die uns mit Sicherheit zur Wahrheit führen kann. Zum Beispiel wurde die Idee, die Wissenschaft mit induktiven Methoden auf unumstößliche Erfahrungen zu bauen, durch David Humes Kritik erschüttert. Es existieren weder Methoden noch überzeugende Kriterien sichere Erkenntnisse zu produzieren bzw. die Wahrheit von Theorien zweifelsfrei festzustellen.

Das Streben nach Sicherheit, die Suche nach einer wahrheitsverbürgenden Instanz ist ein Irrweg. Alle unsere Erkenntnisse haben den Status von Hypothesen, wie Karl Popper in „Logik der Forschung“ feststellt oder in seinem weniger bekannten Werk „Facts, Standards and Truth“.

Popper definiert solche Aussagen als wissenschaftlich, die Erkenntnisfortschritte begünstigen und korrigierbar sind. Sie sollen so formuliert sein, dass sie widerlegbar (falsifizierbar) sind, dass sie an der „Erfahrung scheitern“ können. Wissenschaftliche Aussagen unterscheiden sich somit von „metaphyischen“, die unwiderlegbar sind, wie die Glaubenssätze in den Religionen, und da wie das vor allem in der Spielart der Eingott-Religionen der Fall ist. Unwiderlegbarkeit ist keine Stärke, sondern eine Schwäche.

Die Absicht Fakten und Wahrheiten feststellen zu wollen, läuft auf Metaphysik und Religion hinaus. Popper sagt, dass eine dogmatische Festlegung der wissenschaftlichen Arbeit auf eine bestimmte (reduktionistische oder antireduktionistische) Position zur Ausgrenzung von Problemen führt. Genau das können wir jetzt beobachten, die virologischen Scheuklappen verhindern das Erkennen der Probleme, die nicht mit Viren zu tun haben, auch wenn sie größer, schädlicher und andauernder sind sowie mehr Menschen betreffen.

Der Trick mit den „Autoritäten“

Viele der „Faktenchecker“ im deutschen Sprachraum stützen sich auf offizielle staatliche Stellen, um die Kritiker eben dieser öffentlicher Stellen zu kontern.

Nehmen wir als Beispiel die Frage, ob die PCR-Tests viele falsch-positive Ergebnisse liefern. Correctiv schreibt dazu:

In mehreren Youtube-Videos wird behauptet, dass PCR-Tests zum Nachweis von Corona-Infektionen in 30 bis 50 Prozent der Fälle falsche Ergebnisse lieferten. Das Ausmaß der Pandemie werde deshalb überschätzt. Der Virologe Christian Drosten hat den Aussagen bereits öffentlich widersprochen.“

Gut, wenn der Virologe Drosten das sagt, so hat in Deutschland niemand mehr zu widersprechen. In einer Stellungnahme von INSTAND eV vom 29. September zur Genauigkeit der PCR-Tests, die von insgesamt 9 Professoren unterschrieben ist, darunter auch Drosten, heißt es auf Seite 4 im 2. Punkt:

„Für die Bestimmung der analytischen Spezifität der einzelnen Teste wären definierte Studienbedingungen mit Mehrfachbestimmungen einer Vielzahl von Kontrollproben in den Laboratorien nötig. Für die Ermittlung der klinischen Spezifität sind der Einsatz definierter klinischer Proben und der Vergleich verschiedener Methoden notwendig.“

Übersetzt: Spezifität unbekannt. Bei einer Prävalenz von 0,1% (1 infizierte Person unter 1000) wie das bei asymptomatischen Personen mindestens zu erwarten ist, ergibt sich bei einer Spezifität von 98% nach dem Satz von Bayes eine falsch-positiven Rate von 95%. In Österreichs Schulen wurden am Montag von etwa 250.000 Kindern 31 positiv getestet. Selbst wenn davon alle Testergebnisse richtig positiv wären, kommen wir auf eine Prävalenz von etwa 0,01% und eine falsch-positiv Rate von 99%.

Das sagt übrigens auch die WHO in ihrem technischen Statement vom 13.01.2021:

„…mit abnehmender Krankheitsprävalenz steigt das Risiko eines falsch positiven Ergebnisses. Das bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person mit einem positiven Ergebnis (SARS-CoV-2 nachgewiesen) tatsächlich mit SARS-CoV-2 infiziert ist, mit abnehmender Prävalenz sinkt, unabhängig von der behaupteten Spezifität.“

Just diesen Teil übergeht Correctiv dann in einem „Faktencheck“ am 2. Februar 2021. Und genau das ist einer der Hauptkritikpunkte am PCR Test. Wobei – Correctiv arbeitet zumindest sorgfältiger als die meisten anderen.

Die „Faktenchecks“ zu Vitamin D

Da Vitamin D ein wirklicher Game Changer ist und hauptbeteiligt an der Saisonalität von Atemwegsinfektionen, die regelmäßig ansteigen, wenn der Vitamin D Spiegel wegen kürzer werdender Tage sinkt, versucht die Pharma-Lobby und die Medien die Bedeutung immer wieder herunterzuspielen oder sogar ins Gegenteil zu verkehren. Es gibt schon über 35.000 Studien zur Funktion von Vitamin D und man weiß auch wie es wirkt.

So hat zum Beispiel Prof. Carsten Geisler von der Universität Kopenhagen gezeigt, dass Lymphozyten einen Vitamin D Rezeptor haben, der dazu benötigt wird um auf Keime abgerichtete T-Zellen (Killer und Helfer) zu erzeugen und in weiterer Folge dann auch B-Zellen, die wiederum Antikörper produzieren. Bei zu wenig Vitamin D findet diese Reaktion des Immunsystems nicht statt. Ich habe u.a. hier darüber detailliert berichtet.

Ein Vitamin-D-Spiegel unter 30 ng/ml ist schwer bedenklich. Er sollte über 40 ng/ml liegen, nach heutiger Literatur 40 bis 80 ng/ml. Optimal, besonders bei Autoimmun-Krankheiten sind freilich 70 bis 100 ng/ml (meiner liegt bei 81 wegen einer Autoimmunerkrankung mit Einnahme von 10.000 IE täglich). Für den Sommer geht die Angabe meines Labors bis 120 ng/ml (über 100 habe ich nach einem Sommerurlaub schon erreicht).

Correctiv zitiert am 27.3.2020:

Die Verbraucherzentrale warnt aktuell auf ihrer Webseite davor, zu hohe Dosen Vitamin D zu sich zu nehmen. „Es gibt keine Nahrungsergänzungsmittel, die eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) verhindern können. Nahrungsergänzungsmittel dienen auch nicht der Behandlung von Erkrankungen.“ 

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät dazu, nicht mehr als 20 Mikrogramm Vitamin D pro Tag zu sich zu nehmen. Die Obergrenze von 100 Mikrogramm pro Tag sollte nicht überschritten werden, sonst könnten Nebenwirkungen wie die Bildung von Nierensteinen oder Nierenverkalkung auftreten. 

Das ist beides Unsinn – ich kenne genug Menschen, die 250 Mikrogramm (10.000 IE) Vitamin D täglich nehmen ohne Nierensteine bekommen zu haben. Sonst dürfte man sich nicht in die Sonne legen. Diesen Unsinn wiederholt heute in etwa auch die „Science“-Abteilung des ORF. Sie gehen auch auf die spanische Studie mit 76 Teilnehmern, wo mit Vitamin D die Aufnahme in die Intensivstationen um 96% und Sterbefälle um 100% gesenkt wurden.

Dazu Science ORF: Bei genauerem Hinsehen wurde deutlich, dass in der zweiten Gruppe – den Patienten ohne Vitamin-Gabe – mehr Vorerkrankungen etwa mit Bluthochdruck und Diabetes registriert waren und damit auch mehr Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf.“ Das wird in de Studie auch festgehalten, die Unterschiede seien aber dank der strikt zufälligen Auswahl gering. Die Interventionsgruppe hatte dafür ein höheres Alter. In der Studie werden mit statistischen Methoden die Unterschiede ausgeglichen. Am Ergebnis ändert sich nichts.

Diese Art von Artikeln sind reines Pharma-Lobbying. An Vitamin D ist kaum etwas zu verdienen, meine 10.000 IE im Winter kosten mich gerade mal 20 Euro pro Jahr.


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18 Kommentare zu „Warum „Faktenchecker“ wissenschaftsfeindlich sind

  1. Ich möchte euch heute mal einen Link zum Thema Virologie schicken der hochinteressant ist und sich dabei zugleich mit der Frage Pseudo- Wissenschaft auseinandersetzt

  2. Ich füge hier den Link ein!:
    „https://telegra.ph/Corona-Die-nachvollziehbare-und-%C3%BCberpr%C3%BCfbare-Widerlegung-der-Virus-Behauptungen-10-15“

  3. Die Pharmabranche geht vor wie die Mafia. Und die geht bekanntlich über Leichen.
    Es gibt ja noch 1000de Erkrankungen mehr als eine Corona-Infektion und ein Vitamin-D-Mangel z.B. ist die Ursache vieler Erkrankungen. Empfehle hier das kleine Buch von Dr. Raimund von Helden: „Gesund in 7 Tagen“

  4. Irgendwann voriges Jahr las ich bei Mimikama einen vernichtenden Artikel über Dr. Bhakdi geschrieben von Alexander Herberstein. Auf meiner Suche nach der Qualifikation des Artikelschreibers kam ich auf ein Schreiben der Fa. Mimikama die den „Praktikanten“ Alexander Herberstein in den höchsten Tönen lobte.
    Im September 2020 suchte ich nach dem Artikel und fand ihn unter dem Namen des mimikamachefs.
    Man sieht dass diese „Faktenchecker“ einen Praktikanten ein Urteil über einen anerkannten Spezialisten fällen lassen!

    1. Welche Geistesblitze da unterwegs sind, sah man ja, wie die den Herrn Prof. Dr. Bakhdi, das goldene Brett vor dem Kopf verlieh. Welcher Schwachsinnige hat sich das ausgedacht und welcher Schwachsinnige hat das genehmigt, dass das in den öffentlichen Rundfunk gelangte.

      Viele von diesen Verursachern und Verwaltern dieser hundsgemeinen Gemeinheit namens Covid19 Pandemie, werden in den rückschauenden Geschichtsbüchern als Verbrecher auftauchen. Wichtig ist, dass diesen Leuten die diese Schäden verursachen und mitverantworten der Prozess gemacht wird.

  5. „Das sagt übrigens auch die WHO in ihrem technischen Statement vom 13.10.2021“
    Diese Passage sollten Sie denke ich des Datums wegen „13.10.2021“ überarbeiten.

    Das einzige Datum, das ich auf der verlinkten Seite gefunden habe unter „Diagnostic testing for SARS-CoV-2,
    Interim guidance“, ist vom „11 September 2020“

    Meinten Sie das? Ansonsten fand ich Ihren Artikel ganz gut.

  6. Wenn man jeden Tag 1 Liter Zitronensaft stark konzentriert trinkt, bekommt man keine Nierensteine. und Vitamin D macht keine Nierensteine. Nierensteine bekommt man wenn man zu wenig trinkt. Vitamin B12 ist auch sehr gut für den Körper. Ich trinke Jeden Tag 1Lieter Zitrone und 1 Liter Ingwer Tee hoch dosiert. Das weitet die Blutgefäße und reinigt diese Gefäße, und ist eine Bomben Abwehr gegen sämtliche Viren ich bin seit 2 Jahren Erkältungs-Frei. Obwohl ich 100-fach angehustet und angeniest wurde von meinen kleinen Kinder, wenn diese Erkältet waren. Ich wurde einfach nicht mehr krank. selbst mein Blutdruck hatte sich verbessert. Dazu esse ich fast jeden Tag Salat und Obst, dazu bis zu 5 Knoblauchzehen, ( eingelegte). Ich trinke Buttermilch, und esse Fisch der Fleisch 1 -2 mal die Woche, aber dezent nicht zu viel, oder Eier weil es muss nicht immer Fleisch sein. Ich esse auch fast jeden Tag Schokolade mit hohen Kakao Anteil und wenig Zucker. Ich rauche und trinke nicht. Ich esse keine Butter und wenig Salz und Zucker.

  7. Welche relevanten Qualifikationen haben sie, um über all diese Corona-Themen die einzig richtige Wahrheit zu kennen? Lt. Impressum sind sie auch Journalist (wie die von ihnen angeprangerten Personen) und haben Physik studiert. Das notwendige medizinische und virologische Wissen lernt man dort ja auch nicht, oder? Zumindest habe ich in meinem Astrophysik-Studium nichts darüber gehört.

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