
Babynahrung aus dem Fermenter
Dieser Tage sorgte der Rückruf zahlreicher Chargen von Babynahrung für Aufregung, da eine mögliche Verunreinigung mit einem hitzebeständigen Bakterientoxin festgestellt wurde. Die Kontamination soll auf Arachidonsäure-Öl zurückgehen, das weltweit in Babynahrung zugesetzt wird. Und das ist der eigentliche Skandal: Was hat eine künstlich hergestellte Omega-6-Fettsäure in der Nahrung der empfindlichsten Menschen zu suchen?
Selbst die KI weiß Bescheid: „Arachidonsäure-Öl ist eine mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäure, die als Vorstufe für entzündungsfördernde Botenstoffe dient.“ Sie haben richtig gelesen. Es handelt sich um eine Substanz, von der man keinesfalls einen Zusatz in seinem Essen haben will, da er Entzündungsprozesse fördert. Arachidonsäure wird ohnehin je nach Bedarf von uns aus der Linolsäure hergestellt, die ohnehin in vielen Fetten und Ölen vorkommt.
Dennoch wird dieses ARA-Öl seit einigen Jahren auf der Basis dubioser Studien als Nahrungsergänzung für die Gehirnentwicklung vermarktet und dafür aus dem Bodenpilz Mortierella alpina in Fermenter-Tanks hergestellt. Auf diese Herstellungsbedingungen in feuchtwarmer Atmosphäre ist wohl auch die Kontamination des ARA-Öls aus China mit Bakterientoxinen zurückzuführen.
Wer sich die Mühe macht, einmal nachzusehen, welche Evidenz es für den Nutzen dieses Öls und überhaupt von Omega-6-Fettsäuren gibt, der steht vor dem Nichts. Die für Evidenz in der Medizin zuständige Gesellschaft Cochrane konnte in einer Metaanalyse von 19 Studien zu positiven Effekten von Omega-6-Fettsäuren hinsichtlich Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen keine belastbare Evidenz für den Gesundheitsnutzen einer zusätzlichen Zufuhr erkennen.
Zwar ließen sich den Daten auch keine Schäden einer erhöhten Zufuhr entnehmen, aber warum mischen Hersteller mit Zusatzkosten eine nutzlose Substanz in zahlreiche Produkte? Sind alle Hersteller nur auf die dumme Propaganda vermeintlich gesundheitsfördernder Effekte ungesättigter Fettsäuren hereingefallen? Oder sind solche Zusätze Teil einer Schädigungsagenda, da Omega-6-Fettsäuren nun einmal chronische Entzündungsprozesse auslösen und unterhalten können? (Samuelsson B: Arachidonic acid metabolism: role in inflammation. Zeitschrift für Rheumatologie 1991; 50(Suppl) 1:3-6) Hat man dafür den an den Haaren herbeigezogenen Nutzen für die „Gehirnentwicklung“ erfunden?
Naturkost versus Kunstnahrung
Grundsätzlich ist jede künstliche Modifikation von Nahrung abzulehnen, da nur jahrzehntelange Fütterungsversuche deren Nutzen oder wenigstens deren Unbedenklichkeit zeigen könnten. Schon alleine wegen der damit verbundenen Kosten wird dies kein Hersteller machen. Im Umkehrschluss heißt dies, dass alle vermeintlich gut gemeinten Zusätze und Modifikationen natürlicher Grundstoffe ein Blindflug hinsichtlich Verträglichkeit und Gesundheitsschäden sind. Dies gilt auch für die Jodierung von Salz oder dessen Optimierung der Streufähigkeit durch Aluminium.
Das gestörte Verhältnis zu unserer Nahrung begann bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Lebensmittelchemiker Glauben machten, alles Essbare wäre auf Kohlenhydrate, Proteine und Fette zu reduzieren. Mit der Entdeckung von Vitaminen und Spurenelementen im frühen 20. Jahrhundert wurde es nur wenig besser, da man weiterhin davon ausging, dass Lebensmittel nicht mehr als die Summe ihrer Bestandteile wären. Sind sie aber! Die natürliche Einbettung aller Substanzen ist der Clou für Verträglichkeit und Gesundheitsnutzen.
Synthetisch zusammengefügte Einzelkomponenten haben nie den gleichen Nutzwert wie ein integrales Naturprodukt. Dies zeigt sich bei der schmerzstillenden Salizylsäure in der Weidenrinde, die im Gegensatz zur chemisch synthetisierten Variante nebenwirkungsfrei ist. Erst die Ankopplung einer Acetylgruppe macht das Pharmaprodukt halbwegs verträglich. Vitamin-D aus Pilztanks ist weniger Wert als natürliches Vitamin-D in tierischem Fett. Erbsenproteine sind nützlich, wenn sie in Form von Erbsen konsumiert werden, aber fragwürdig, wenn gentechnisch veränderte Bakterien „Erbsenproteinisolate“ in Bakterientanks produzieren.
Künstlich fabrizierte Nährstoffe und Vitamine entstammen der feuchtwarmen Atmosphäre von Fermentierungstanks, in denen Bakterien gut gedeihen. Auch gesundheitsschädliche Bakterien. Diese produzieren unter Umständen erst unter diesen Bedingungen Toxine. Für Choleravibrionen ist dies bekannt. Erst wenn diese mehrfach Darmpassagen von Menschen oder Säugetieren durchlebt haben, bilden sie eine genetische Veränderung aus, die das gefährliche Choleratoxin entstehen lässt.
Fazit
Mit der Ausweitung hochverarbeiteter, immer stärker artifiziell modifizierter Nahrung werden Kontaminationen mit Bakterientoxinen häufiger werden. Gesundheitsrisiken durch unsere Nahrungsmittel beinhalten dann nicht nur chemische, sondern auch biologische Gifte. Für eine möglichst wenig schädliche Nahrungszufuhr wird es immer notwendiger, auf Industrieprodukte zu verzichten.
Die in diesem Artikel geäußerten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der fixen Autoren von TKP wider. Rechte und inhaltliche Verantwortung liegen beim Autor.
Univ.-Doz.(Wien) Dr. med. Gerd Reuther ist Radiologe, Medizinaufklärer und Medizinhistoriker. Er hat 8 Bücher veröffentlicht. Darunter „Heilung Nebensache. Eine kritische Geschichte der europäischen Medizin“, „Hauptsache krank?“ 300 Jahre Immunisierungsversuche.
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Wo gibt es Rezepte für DIY Babynahrung, wenn es die weibliche Brust nicht hergibt?
Ich habe keine Antwort auf deine Frage.
Jedoch gibt es Möglichkeiten, „wenn die weibliche Brust es nicht hergibt“:
– Es gibt gute Hebammen, die Stillbetreuung machen. Auch zu Hause.
– Der Milchfluss hängt vom Zustand des autonomen Nervensystems ab. Je mehr ventraler Vagus, desto besser der Fluss. Dh.: mit Atemübungen den Vagus fördern; der Partner/die Familie kann das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit fördern; summen, singen, ua.
Wenn der Milchfluss ganz versiegt ist, hilft das natürlich nichts mehr.
Test
Es ging bei der Frage um Toxin-Vermeidung aus der Muttermilch bei geimpften Müttern, um dem Kind eine normale(re) Entwicklung zu ermöglichen.
@Jurgen
20. Februar 2026 um 10:22 Uhr
Ah, ok, verstehe. Ja, das wäre sehr begrüßenswert, wenn es darauf eine Antwort gäbe.
In den Anfängen der Babymilch hat sich die Industrie bemüht zu erklären, warum die Formulierung wertvoll sei. Meiner Erinnerung nach haben dabei Fette eine wichtige Rolle gespielt.
Wieder ein Top Artikel.
Kann ich unterschreiben.
Ach und haltet die Nahrung mehr im rohen Bereich, lebendig eben, so wie man selbst auch lebendig ist. Und vermischt pro Mahlzeit nicht zu sehr, das wirkt sich auf die Verdauung ebenso aus. Vor allem, muss man immer die Reaktionen auch im Darm beachten. Wasserhaltiges und schnellverdauendes zuerst am Tag. Später dann den Rest. Sonst holt das schnellverdauende auch im Darm wieder das andere Zeugs ein und im Dickdarm mit den ganzen Bakterien, gibt es dann Probleme, die sich in Müdigkeit, Kopfweh, Unwohlsein äußern.
Obst braucht bis zu Tag durch den Darm wenn es nicht durch anderes augehalten wird, Gemüse ein wenig mehr Zeit, Fleisch bis 48h, Fisch bis 72h.
Gemische wie Teigwaren und Zuckerzeugs, sind wie Alkoholgärung in einem Tank. Warm, feucht, Bakterien, Hefe, Zucker, stärkehaltige Kohlenhydrate.. Gärung. Somit wird man schnell krank werden, Grippesymptome und sich immer ein wenig mit Kopfweh z.B. rumplagen, vor allem am vorderen Kopf- und Schläfenbereich. Das Problem ist aber nicht der Kopf, die Gifte kommen aus dem Darm und äußern sich nur als Kopfweh. Müdigkeit, Schwindel..
Ich habe das alles und noch viel mehr an mir selbst in 20 Jahren erforscht möchte ich meinen… Wie wirkt Essen und Trinken auf die Gesundheit kurzfristig, mittel,- und langfristig.. Die Ergebnisse sind reproduzierbar und auch was besser und schlechter funktioniert.
Heute hat der Wissenschaftsbetrieb die Rolle der Kirche (Religionsbetrieb) vor der Aufklärung übernommen.
Man darf getrost davon ausgehen, daß die aktuellen Zustände über Ewigkeiten eingependelte Gleichgewichte sind, egal ob Klima oder ‚Bekömmlichkeit‘ von natürlichen Nahrungsmitteln. Wir sind der andere Teil dieser Bekömmlichkeit. Es ist einfach absurd, zu meinen, daß ein Verstoß gegen dieses Gleichgewicht in den von der Profitmaximierung geforderten Microzeiträumen eine Verbesserung bringen könnte. Aber der Glaube an die vom Wissenschaftsbetrieb gelieferten Suren macht’s möglich.
Hier schreibt ein Arzt und Wissenschaftler.
Herzlichen Dank!
a) Es geht nicht um zusätzliche sondern um grundsätzliche Zufuhr, Babynahrung ist ja die alleinige Nahrung.
b) Meines Wissens behauptet keiner einen Nutzen für HK, allerdings für andere Sachen wie Blutgerinnung und Krankheitserreger Bekämpfung.
Die Frage könnte man natürlich stellen, wie essentiell ist das. Soweit ich gelesen habe, wird das mit ja beantwortet. ?
Mir scheint der Author bezieht sich auf Erwachsene, da seh ichs genauso, nur passt halt nicht für Babynahrung (siehe andere Antwort).
Wie auch Robert F. Kennedy immer wieder betont: Eat real Food!
Nicht chemisch technisch verarbeitete Lebensmittel.
Das Problem ist aber das das Original, Muttermilch, nicht immer verfügbar ist.