Vance zerlegt die EU

7. April 2026von 2,4 Minuten Lesezeit

US-Vizepräsident JD Vance rechnet in Budapest bei einer Wahlkampfveranstaltung für Viktor Orban radikal mit der EU ab: Wahleinmischung und Zerstörung der ungarischen Wirtschaft wirft er Brüssel etwa vor.

Bei einem Auftritt am „Tag der ungarisch-amerikanischen Freundschaft“ in Budapest ging US-Vizepräsident JD Vance am Dienstag frontal auf die Europäische Union los. Neben Ministerpräsident Viktor Orbán stehend, bezeichnete er das Vorgehen Brüsseler Bürokraten als „eine der schlimmsten Formen der Wahleinmischung“, die er je gesehen habe. In wenigen Tagen stellt sich Orbán der Wiederwahl.

„Die Bürokraten in Brüssel haben versucht, die Wirtschaft Ungarns zu zerstören. Sie haben versucht, Ungarn weniger energieunabhängig zu machen. Sie haben die Kosten für ungarische Verbraucher in die Höhe getrieben – und das alles, weil sie diesen Mann hier hassen“, sagte Vance mit Blick auf Orbán.

Vance warf der EU vor, gezielt gegen Orbáns souveränistische Politik vorzugehen. Er kritisierte auch Versuche, Social-Media-Plattformen Vorgaben zu machen, welche Informationen ungarische Wähler erhalten dürfen. „Die Wähler Ungarns sind erwachsen. Sie sind souverän in ihrem eigenen Land“, betonte er. Er selbst wolle den Ungarn nicht sagen, wen sie wählen sollen – die Bürokraten in Brüssel sollten es aber ebenso halten. „Das Ausmaß der Einmischung aus Brüssel ist wirklich beschämend.“ Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus haben die EU-Wahleinmischung bereits ausführlich aufgedeckt – TKP hat berichtet.

Am Sonntag muss sich Orbán und seine Fidesz-Partei der Wiederwahl stellen. Seit Jahren ist er bereits an der Macht in Budapest. Je nachdem, welches Umfrageinstitut man fragt, liegt Orbán oder die Opposition vorne. Brüssel hat bereits vorgebaut, um einen Wahlsieg von Fidesz vielleicht nicht anzuerkennen. Allerdings kann man nicht, wie in Rumänien, die Wahl annullieren, da eben Orbán regiert und eine erfolgreiche Wahl nicht aufheben wird.

Vance lobte Orbán ausdrücklich als Vorbild für Europa: Dessen Führung stehe für die Interessen des ungarischen Volkes. Die Rede passte nahtlos zu Orbáns Wahlkampf-Narrativ, wonach Brüssel und „globale Eliten“ gegen die europäischen Nationalstaaten agieren. Gleichzeitig betonte Vance die strategische Partnerschaft zwischen Washington und Budapest – von Energie bis Migration.

Der Besuch von Vance zeigt auch eine klare Linie der Trump-Administration: Unterstützung souveräner Nationalstaaten gegen supranationale Strukturen in Brüssel. Ob Vances Unterstützung Orbán am Sonntag hilft, wird sich bei den Wahlen zeigen.


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2 Kommentare

  1. Der alte Marxist 7. April 2026 um 17:49 Uhr - Antworten

    Der Besuch von Vance zeigt auch eine klare Linie der Trump-Administration: Unterstützung aller Stiefellecker des US-Imperiums, die alle Kriegsverbrechen des Imperiums und seines geistesgestörten Präsidenten bejubeln sowie den Genozid der Zionisten in Gaza wie den verbrecherischen US/Israel Angriffskrieg auf den Iran unterstützen. Orbán ist nur ein Lakai des Imperiums, der grad nützlich ist. Oysmüller, das war ziemlich tief! „Souveränistische Politik“ wird von Trump nur unterstützt, wenn sie sich dem Imperium unterwirft!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  2. cwsuisse 7. April 2026 um 17:16 Uhr - Antworten

    Es glauben viele EU-Bürger immer noch sie lebten in einer Demokratie – was ein fataler Irrtum.

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